Klimajahr 2009 Fortsetzung folgt

Im Dezember trifft sich die Welt beim Klimagipfel in Kopenhagen. Wer beim Kampf gegen die Erderwärmung bremst und wie es weitergehen kann, erklärt Fritz Vorholz

Ein schottischer Landwirt mit seinen Hochlandrindern. Klimaschützer kritisieren den hohen Fleischverbrauch der Welt: Er befördere den Klimawandel, sagen sie

Ein schottischer Landwirt mit seinen Hochlandrindern. Klimaschützer kritisieren den hohen Fleischverbrauch der Welt: Er befördere den Klimawandel, sagen sie

Die Zeit anzuhalten ist eine eher göttliche Fähigkeit. Eine, die jedenfalls Menschen nicht gegeben ist. Selbst höchste Regierungsbeamte können den Lauf der Dinge nicht zum Stillstand bringen. Trotzdem erwecken sie hin und wieder den Eindruck, sie wären Herrscher über die Zeit – vor allem dann, wenn ihnen zur richtigen Stunde die richtigen Worte fehlen. Um ihr Versagen zu kaschieren, halten Diplomaten in solchen Fällen gern die Uhr an. Als Zeichen dafür, dass sie gedenken, in aller Form weiterzuverhandeln. Jenseits des vereinbarten Zeitlimits.

Voraussichtlich wird das bizarre Ritual demnächst wieder einmal geboten: in der langen Nacht zum 19. Dezember; dann, wenn einige Hundertschaften hochkarätiger Diplomaten aus aller Herren Länder, darunter fast zweihundert Minister und wohl auch einige Regierungschefs, nach zweiwöchigen Verhandlungen im Kopenhagener Kongresszentrum Adieu zueinander sagen. Auf einen wirksamen Pakt zum Schutz der Erde vor der gefährlichen, vom Menschen verursachten Erwärmung werden sie sich bis dahin kaum geeinigt haben. Deshalb werden sie ihr Konklave auch nicht für beendet, sondern nur für unterbrochen erklären – Fortsetzung demnächst in einem anderen Theater.

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Es wäre eine schöne Bescherung. Zwei Jahre lang haben alle, die um den Blauen Planeten und seine Bewohner fürchten, auf das Mega-Event gehofft. Und nun? Abwarten. Tee trinken. Und nicht die Geduld verlieren. Als wenn der Kampf gegen den Trend zur Warmzeit dauernd vertagt werden könnte. Als wenn die von Stürmen, Dürren, Missernten und Sintfluten bedrohten Opfer der Erwärmung getrost noch ein bisschen warten könnten. Werden sie aber müssen. »Nach Kopenhagen werden wir mit ziemlicher Sicherheit weiterverhandeln«, sagt Karl Falkenberg, der als Leiter der Generaldirektion Umwelt der EU-Kommission zum Spitzenpersonal in der Karawane der Klimadiplomaten gehört.

Vom Montag an wollen sie zwar noch einmal versuchen, die Voraussetzungen für einen Erfolg in Kopenhagen zu schaffen. Eine ganze Woche nehmen sie sich dafür Zeit. Doch warum sollte bei ihrem Treffen in Barcelona mehr herauskommen als bei den früheren Vorbereitungsversammlungen in Bonn und in Bangkok? Selbst die Bekenntnisse von Staats- und Regierungschefs – abgegeben anlässlich von G-8-Gipfeln, von G-20-Gipfeln oder vor der UN-Generalversammlung – haben kaum Bewegung in die festgefahrenen Klimaverhandlungen gebracht. Es geht dabei einfach um zu viel. Vor allem, so die verbreitete Wahrnehmung, um die Verteilung von Entwicklungschancen im 21. Jahrhundert. Es war zwar einst zum Jahrhundert der Umwelt ausgerufen worden, könnte aber genauso gut zum Jahrhundert der Umweltdesaster werden – wenn die Einigung über den globalen Klimaschutz noch lange auf sich warten lässt.

Ausgeschlossen ist der worst case nicht. Fünf Wochen vor Beginn der Kopenhagen-Konferenz ist die Gefechtslage beim Klimapoker jedenfalls so unübersichtlich, wie sie in der rund zwanzigjährigen Geschichte der internationalen Bemühungen noch nie war. Bleibt das Kyoto-Protokoll die Grundlage der Klimapolitik, jener bisher einzigartige Völkerrechtsvertrag mit konkreten Emissionsbegrenzungspflichten für immerhin rund drei Dutzend Industrieländer? Oder tritt an seine Stelle ein neues Paragrafenwerk? Werden es vielleicht sogar zwei? Ist es denkbar, dass die USA, die nach wie vor als einzige Industrienation von Verträgen à la Kyoto nichts wissen wollen, sich in Zukunft zusammen mit China, Indien und den anderen in der Gruppe der 77 vereinten Entwicklungsländern wenigstens anderen gemeinsamen Regeln zum Klimaschutz unterwerfen – während die EU-Staaten und die restlichen Industrieländer strengere Regeln für sich gelten lassen? Wird es überhaupt international verbindliche Pflichten geben? Oder nur viele nationale, die sich vielleicht – vielleicht aber auch nicht – zu effektiver Klimapolitik zusammenfügen?

Fünf Wochen vor Kopenhagen ist all das unklar. »Die G77 wollen ein neues Kyoto-Protokoll, die EU will einen Vertrag wie das Kyoto-Protokoll, die USA wollen einen ganz anderen Vertrag als das Kyoto-Protokoll«, sagt der Maltese Michael Zammit Cutajar, der seit vielen Jahren zu den Topverhandlern bei den UN gehört.

Wohlgemerkt, der Streit zwischen den Staatenvertretern tobt längst nicht mehr darüber, ob die Erderwärmung stattfindet, ob sie vom Menschen verursacht wird und ob sie bedrohlich ist. Daran zweifelt im Ernst niemand mehr, auch wenn beispielsweise deutsche Politiker gerade bewiesen haben, dass sie in puncto Klimawandel nicht ganz auf der Höhe der Zeit sind. Wäre es anders, hätte das Spitzenpersonal von Union und FDP im schwarz-gelben Koalitionsvertrag nicht stolz versprechen können, die Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2020 um 40 Prozent senken zu wollen, im Vergleich zu 1990. Tatsächlich entspricht das Minus von 40 Prozent dem Wissensstand von gestern, mittlerweile wären »60 Prozent angebracht«, ließ kürzlich Hans Joachim Schellnhuber wissen, der oberste Klimaberater der Bundesregierung.

Warum? Weil beispielsweise der Meeresspiegel sehr viel schneller ansteigt, als noch vor Kurzem vom Weltklimarat IPCC angenommen, seit 1990 um jährlich 3,4 Millimeter statt um nur 1,9 Millimeter. Weil die Kontinentaleismassen sowohl in Grönland als auch in der Antarktis rascher schmelzen, als die Klimamodelle bisher erwarten ließen. Und weil sich die Indizien dafür häufen, dass Megastürme in tropischen Regionen, stärker als bis vor Kurzem befürchtet, zunehmen – um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Was zu tun wäre, um die Entwicklung zu bremsen, haben Schellnhuber und seine Kollegen im Wissenschaftlichen Beirat für Globale Umweltveränderungen (WBGU) bereits haarklein vorgerechnet: Soll die Erwärmung zwei Grad gegenüber der vorindustriellen Ära nicht übersteigen und soll jedem Menschen das gleiche Recht zugestanden werden, Kohlendioxid (CO₂) auszustoßen, dann muss praktisch jedes Land sofort radikal umsteuern; in nur vier Dekaden muss überall fast emissionsfrei gewirtschaftet werden.

Von diesem Ziel sind vor allem die Industrieländer Lichtjahre entfernt. Selbst Deutschland, vermeintlich Vorreiter in Sachen Klimaschutz, steht vor der CO₂-Insolvenz. Sinkt der hiesige CO₂-Ausstoß nicht rasch, ist das Emissionsbudget in zehn Jahren verbraucht. Die USA wären sogar nach sechs Jahren in den Miesen. Selbst China mit seinem moderaten Pro-Kopf-Ausstoß von weniger als fünf Tonnen pro Jahr käme mit seinem Budget nur gut die Hälfte der Zeit bis 2050 über die Runden.

Sehen Sie hier in einer Grafik, welches Land wie viel CO₂ im Jahr 1990 und Jahr 2000 ausgestoßen hat.

Um die prekäre Lage weiß die politische Klasse schon länger. 1992 einigte sich die Weltgemeinschaft in Rio de Janeiro sogar auf einen Vertrag, dessen »Endziel« es ist, »eine gefährliche Störung des Klimasystems« zu verhindern. Fünf Jahre später folgte das Kyoto-Protokoll. Der Ausstoß von Treibhausgasen stieg trotzdem, sogar in den westlichen Industrieländern, die das Kyoto-Protokoll ratifiziert hatten. Lediglich der beispiellose ökonomische Zusammenbruch der früheren Ostblockstaaten verschaffte der Erdatmosphäre in der ersten Hälfte der neunziger Jahre eine kleine Verschnaufpause.

Dass der Vertrag von Kyoto nicht das gehalten hat, was viele gehofft hatten, liegt daran, dass die Vereinigten Staaten sich dem Pakt nicht anschlossen. Die seinerzeit von Bill Clinton geführte Regierung war zwar willig; sie konnte sich aber nicht gegen eine Resolution des US-Senats durchsetzen. Der Senat hatte eine »angemessene Beteiligung« der Entwicklungsländer zur Vorbedingung für die Ratifizierung des Kyoto-Protokolls durch die USA gemacht. China und Co. wurden aber durch das Protokoll nicht gezwungen, ihren CO₂-Ausstoß zu begrenzen.

Damals, Mitte der neunziger Jahre, waren die Chinesen schon große CO₂-Emittenten; aber sie pumpten deutlich weniger in die Atmosphäre als die Amerikaner. Heute, mehr als ein Jahrzehnt entfesselter Globalisierung später, stößt die Volksrepublik sogar etwas mehr CO₂ aus als die USA. Allein die beiden ökonomischen Supermächte verursachen gut zwei Fünftel der globalen CO₂-Emissionen. Ohne ihre Mitwirkung ist Klimaschutz also unmöglich. Fragt sich nur: Wer macht den ersten Schritt? Und welchen?

Das Problem ist, dass die Pro-Kopf-Emissionen in China und in den USA sich nach wie vor unterscheiden. USA: fast 20 Tonnen. China: weniger als fünf Tonnen pro Jahr. Deshalb – und weil ihre historischen Emissionen viel größer als die chinesischen sind – müssten die Amerikaner den ersten Schritt tun. Die neue US-Regierung unter Barack Obama will das auch, sofern China ebenfalls zu konkretem und überprüfbarem Klimaschutz bereit ist. Gleichzeitig fürchtet die US-Administration aber ein ähnliches Debakel, wie es einst Präsident Clinton erlebte. Deshalb werden US-Delegierte bei der Konferenz in Kopenhagen nichts akzeptieren, was zu Hause keine Chance hat.

Wo die Grenzen der Bereitschaft zum Klimaschutz liegen könnten, steht in einem umstrittenen Gesetzentwurf, der gerade in den US-Senat eingebracht worden ist. Gemessen am Basisjahr 1990 sind die dort angepeilten Emissionsminderungsziele bescheiden; der Grund dafür ist, dass Amerikas Emissionen heute 17 Prozent höher sind als 1990. Das noch größere Problem besteht allerdings darin, dass der US-Senat bis zum Beginn der Kopenhagener Konferenz wohl nicht über das Gesetz entschieden haben wird. Die US-Delegierten fahren deshalb nur mit dem Auftrag nach Kopenhagen, ein voraussichtlich – hoffentlich – irgendwann beschlossenes nationales Emissionsminderungsziel international anerkennen lassen zu wollen. Das ist zwar nicht unrecht. Aber fände die US-Vision für eine Kopenhagen-Vereinbarung Anhänger, drohte der Abschied vom effektiven Klimaschutz – allein deswegen, weil womöglich jedes Land seine Emissionsziele nach eigenem Gusto berechnen würde.

Das Kyoto-Protokoll und sein Beiwerk, die sogenannten Vereinbarungen von Marrakesch, enthalten zwar alle Regeln gegen das drohende Tohuwabohu. Trotzdem schwindet die Bereitschaft, den Vertrag zu retten. Die EU und die anderen Industriestaaten wollen die USA zwar wieder ins Boot der Klimapolitik holen; sie lehnen es aber ab, sich selbst zu neuen, ehrgeizigeren Reduktionszielen à la Kyoto zu verpflichten, während die USA eine Sonderrolle einnehmen dürfen. Die Konsequenz daraus wäre ein neues Abkommen und das Ende für das Kyoto-Protokoll.

Dagegen wehren sich die Entwicklungsländer. Sie fürchten, in einem neuen Abkommen für alle könnte zu wenig Klimaschutz stecken und obendrein, dass von ihnen schon bald Ähnliches erwartet wird wie von den Reichen – entgegen geltenden Absprachen und obwohl nicht sie die Erwärmung verursacht haben.

Ein Abkommen für alle, ein Kyoto-plus-Pakt für die Industrieländer, dazu ein Kopenhagen-Protokoll für China und den Rest der Welt inklusive USA: Was beim Klima-Konklave in Kopenhagen herauskommt, ist noch vollkommen offen. Es könnte auch eine Mogelpackung werden: vermeintlich ordentlicher Klimaschutz aus der Abteilung green washing.

Mit dieser gar nicht unrealistischen Aussicht beschäftigte sich sogar schon der Kreis um den Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber. Er warnte vor einem verwässerten Ergebnis in Kopenhagen.

Die Zeit anzuhalten wäre dann doch besser.

 
Leser-Kommentare
  1. Das verbale Topfschlagen rechtzeitig zur xten Geldlockermachkonferenz kommt ohne den smarten Herren Vorholz nie aus. Ab wann werden eigentlich die nicht ganz so neuen Forschungsergebnisse bekannt gegeben, dass die Erde sich abkühlt? Siehe z. B den völlig unverdächtigen Mojib Latif? Wenn die erste Billionen € beim IPCC im Kasten klingt?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    aber bis diese natürlichen Gegenmaßnahmen greifen könnten ist Bangladesh und die Niederlande zu 2/3 abgesoffen. Die Menschenflut von dort und aus den verkarsteten Ländern wird nach einer Überlebensmöglichkeit suchen.

    Wenn Sie eine Stelle suchen wäre dann die FRONTEX eine sichere Alternative.

    Seit Jahren werden wir von den Medien bombardiert, dass der vom Menschen verursachte Klimawandel immer schneller voran schreitet. Als Beweis und zukünftiges Horrorszenario werden dann Computer-Modelle herangezogen. Und plötzlich geht selbst ein Mojib Latif, einer der „profiliertesten Klimaforscher“ – oder sollte man lieber von Klimaprophet reden – hin und redet von einer globalen Abkühlung seit 2000 und auch in den nächsten 20 Jahren. Und die Medien halten es nicht für berichtenswert, und selbstverständlich dürfen auch im Vorfeld des Kopenhagen Happenings die Computer-Modelle nicht angezweifelt werden, obwohl keines in der Lage war die Abkühlung vorher zu sagen.

    Moin,

    das Argument mit der Abkühlung wäre ja interessant - wenn es denn zutreffen würde. Nur man sollte sich schon mit der Quelle auseinandersetzen, die man zitiert. So widerspricht Latif selbst nämlich deutlich der dargestellten Sichtweise. Ich zitiere mal aus dem letzten Interview mit der ZEIT:

    Frage: Das verschiedentlich im Internet geäußerte "Global Cooling" fällt also aus?

    Latif: Ja, wir erhalten eine Atempause – mehr nicht. Das Problem der Erderwärmung ist dadurch keinesfalls vom Tisch. Wir hatten das auch ganz eindeutig betont, weil wir schon damit gerechnet haben, dass unsere Aussagen von bestimmten Seiten bewusst missverstanden werden.
    Quelle: http://www.zeit.de/wissen...

    Danke, damit wäre das dann wohl klargestellt.

    Und weg, Strothi

    aber bis diese natürlichen Gegenmaßnahmen greifen könnten ist Bangladesh und die Niederlande zu 2/3 abgesoffen. Die Menschenflut von dort und aus den verkarsteten Ländern wird nach einer Überlebensmöglichkeit suchen.

    Wenn Sie eine Stelle suchen wäre dann die FRONTEX eine sichere Alternative.

    Seit Jahren werden wir von den Medien bombardiert, dass der vom Menschen verursachte Klimawandel immer schneller voran schreitet. Als Beweis und zukünftiges Horrorszenario werden dann Computer-Modelle herangezogen. Und plötzlich geht selbst ein Mojib Latif, einer der „profiliertesten Klimaforscher“ – oder sollte man lieber von Klimaprophet reden – hin und redet von einer globalen Abkühlung seit 2000 und auch in den nächsten 20 Jahren. Und die Medien halten es nicht für berichtenswert, und selbstverständlich dürfen auch im Vorfeld des Kopenhagen Happenings die Computer-Modelle nicht angezweifelt werden, obwohl keines in der Lage war die Abkühlung vorher zu sagen.

    Moin,

    das Argument mit der Abkühlung wäre ja interessant - wenn es denn zutreffen würde. Nur man sollte sich schon mit der Quelle auseinandersetzen, die man zitiert. So widerspricht Latif selbst nämlich deutlich der dargestellten Sichtweise. Ich zitiere mal aus dem letzten Interview mit der ZEIT:

    Frage: Das verschiedentlich im Internet geäußerte "Global Cooling" fällt also aus?

    Latif: Ja, wir erhalten eine Atempause – mehr nicht. Das Problem der Erderwärmung ist dadurch keinesfalls vom Tisch. Wir hatten das auch ganz eindeutig betont, weil wir schon damit gerechnet haben, dass unsere Aussagen von bestimmten Seiten bewusst missverstanden werden.
    Quelle: http://www.zeit.de/wissen...

    Danke, damit wäre das dann wohl klargestellt.

    Und weg, Strothi

  2. aber bis diese natürlichen Gegenmaßnahmen greifen könnten ist Bangladesh und die Niederlande zu 2/3 abgesoffen. Die Menschenflut von dort und aus den verkarsteten Ländern wird nach einer Überlebensmöglichkeit suchen.

    Wenn Sie eine Stelle suchen wäre dann die FRONTEX eine sichere Alternative.

  3. Ist eigentlich völlig wurscht ob Eiszeit oder Tropentemperatur, dann wird eben " abgesoffen". Sollte das auch nicht hinhauen auf die Schnelle gibt es sicher noch eine Reihe anderer Apokalypse-Supersonderangebote.

    • Crest
    • 02.11.2009 um 15:12 Uhr

    hätte ich früher mein Bedauern darüber geäußert, dass die Menschheit nicht geeint ist, und es keine globale Executive gibt.

    Heute bin ich mir da nicht mehr so sicher.

    Warum?

    Da eine ungeeinte Menschheit viel größere Freiräume in der Verfolgung selbstgewählter Interessen bietet und die Gefahr einer Einbindung (besser: Vereinnahmung oder Fesselung) in ein allumfassendes Menschheitsziel so sehr viel geringer ist.

    Nebenbei bemerkt: Die Menschheit wird sich an geänderte klimatische Bedingungen anpassen. Sie hat sich stets anpassen müssen. Oft, indem sie andere Klimate geradezu aufgesucht hat. Dies gilt auch für die restliche Natur.

    Ich unterstütze deshalb nicht die Initiativen, einen überwältigenden Anteil des Bruttosozialproduktes für den Übergang in eine emissionsfreie Wirtschaft zu investieren.

    Von "überwältigend" ist doch gar nicht die Rede?, höre ich Sie sagen. Nun, einem solchen Ziel würde sich über kurz oder lang alles unterordnen müssen. Es würde eine Eigendynamik sondergleichen erfahren und würde eine neue Ethik mit neuen Inhalten für "Gut" und "Böse" zur Folge haben, eine ökologische Heilsreligion.

    Darum also, bin ich heute froh, es mit keine Weltregierung zu tun zu haben.

    Herzlichst Crest

  4. Die veränderte Einstellung der USA zum Klimawandel hat weniger der neue Wunderheiler im Weissen Haus als das Absaufen der "City of Sin" bewirkt. Und die Hilflosigkeit der Regierung bei der Katastrophe, ganz abgesehen vom Chaos beim Wiederaufbau. Übrigens, die Nationalgarde mit ihrem Equipment ist immer noch im Mittleren Osten.

    Da hat der Weisse Mannn in Houston, Tampa oder Miami den nicht gerade unberechtigten Kummer, dass er beim nächsten Hurrikan ganz alleine dasteht mit seiner Hypothek und seiner Beton-Bodenplatte. Die Versicherung von dem abhanden gekommenen Haus, Auto und Boot gegen Naturkatastrophen konnte er sich schon lange nicht mehr leisten.

  5. Seit Jahren werden wir von den Medien bombardiert, dass der vom Menschen verursachte Klimawandel immer schneller voran schreitet. Als Beweis und zukünftiges Horrorszenario werden dann Computer-Modelle herangezogen. Und plötzlich geht selbst ein Mojib Latif, einer der „profiliertesten Klimaforscher“ – oder sollte man lieber von Klimaprophet reden – hin und redet von einer globalen Abkühlung seit 2000 und auch in den nächsten 20 Jahren. Und die Medien halten es nicht für berichtenswert, und selbstverständlich dürfen auch im Vorfeld des Kopenhagen Happenings die Computer-Modelle nicht angezweifelt werden, obwohl keines in der Lage war die Abkühlung vorher zu sagen.

  6. Moin,

    das Argument mit der Abkühlung wäre ja interessant - wenn es denn zutreffen würde. Nur man sollte sich schon mit der Quelle auseinandersetzen, die man zitiert. So widerspricht Latif selbst nämlich deutlich der dargestellten Sichtweise. Ich zitiere mal aus dem letzten Interview mit der ZEIT:

    Frage: Das verschiedentlich im Internet geäußerte "Global Cooling" fällt also aus?

    Latif: Ja, wir erhalten eine Atempause – mehr nicht. Das Problem der Erderwärmung ist dadurch keinesfalls vom Tisch. Wir hatten das auch ganz eindeutig betont, weil wir schon damit gerechnet haben, dass unsere Aussagen von bestimmten Seiten bewusst missverstanden werden.
    Quelle: http://www.zeit.de/wissen...

    Danke, damit wäre das dann wohl klargestellt.

    Und weg, Strothi

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