Schwarz-Gelb Helden wie wir
Was die neue Regierungsmannschaft über die Republik verrät.
Im Hangar 2 des Flughafens Tempelhof feiert die FDP ihren Star im Kabinett, Philipp Rösler. Da steht er, der Hoffnungsträger, das jüngste Kabinettsmitglied, und auf seinem Gesicht zeigen sich in dieser Reihenfolge: Staunen, Freude und dann, für einen Moment, blanke Panik. Es ist einer der seltenen Momente unfreiwilliger Wahrheit in der Politik. Da steht ein echter Mensch, einer, der eben erst ein Haus gekauft hat, dessen Zwillingstöchter gerade ein Jahr alt geworden sind und der jetzt plötzlich nach Berlin ziehen und dort schaffen soll, woran Generationen von Ministern schon verzweifelt sind: Er soll das deutsche Gesundheitssystem reformieren. Es ist ein besonderer Moment, nicht nur, weil dieser Mann mit seinen braunen Mandelaugen und der dunklen Haut so anders aussieht als die meisten Politiker, sondern weil Rösler der Öffentlichkeit für wenige Sekunden die andere Seite des Erfolgs zeigt, unheroische Gefühle wie Unsicherheit und Zweifel, ein sprechendes Gesicht, keine Politikermaske.
Früher spiegelte sich in Kabinetten der parteipolitische Proporz. Diese Regierungsmannschaft verkörpert, beabsichtigt oder nicht, das moderner, bunter gewordene Land: ein Querschnittsgelähmter, ein Schwuler, ein Migrant, eine ledige Frau, ein Freiherr, ein Arbeitsvermittler, eine siebenfache Mutter – und der Chef ist eine einmal geschiedene, ostdeutsche Frau. Die Interessantesten, die mit dem größten Star-Potenzial und gleichzeitig der größten Stolpergefahr, sind die Jüngsten: Rösler, Karl-Theodor zu Guttenberg und Norbert Röttgen. Rösler, der gebürtige Vietnamese, der so gründlich und erfolgreich in der deutschen Gesellschaft angekommen ist, dass ihm manche schon einen »echten« Migrationshintergrund absprechen und meinen, der sei doch in Wirklichkeit auch bloß ein normaler Deutscher. Guttenberg, der Freiherr mit eigenem Schloss und angetrauter Bismarck-Nachfahrin, der trotzdem arbeiten geht, und der Anwalt Norbert Röttgen, der in seiner ganzen Normalheit schon wieder spektakulär ist und der von den dreien das vielleicht exotischste Kunststück fertiggebracht hat: eine intellektuelle Kraft aus einem Milieu der bürgerlichen Mitte zu schöpfen, das sich diese Kraft schon selbst nicht mehr zuzutrauen schien.
Bisher gründet das Talent des ungleichen Trios zur Beliebtheit auf eher unpolitischen Reflexen, ihrer Unverbrauchtheit, dem Glamourfaktor, guten Verbindungen zu den Medien und Sprachtalent. Doch gerade deshalb könnte Merkels neue Boygroup einen Beitrag gegen die verbreitete Politikvergessenheit leisten, der wirksamer ist als tausend staatstragende Reden.
Man habe als junges Gesicht »für eine überschaubare Zeit eine Kommunikationsoption in die Bevölkerung«, sagt Karl-Theodor zu Guttenberg am Dienstag vor seiner Vereidigung, seiner Rolle durchaus bewusst – und entschlossen, sie zu nutzen. Die Frage ist also, ob er, Rösler und Röttgen nur die neuesten Gesichter in der Politik sind oder ob es ihnen gelingt, der Politik ein neues, interessanteres Gesicht zu geben und das persönliche Interesse, das ihnen entgegenschlägt, in politisches Interesse umzuwandeln.
»Philipps Geschichte ist fast zu schön, um wahr zu sein«, sagt ein politischer Weggefährte über Röslers Karriere. Als Philipp Rösler im Februar 1973 in Vietnam geboren wird, ist das Land vom Krieg gezeichnet. Er wächst in einem Waisenhaus auf, bis ein Ehepaar den neun Monate alten Jungen ohne Namen nach Hamburg holt und ihn Philipp nennt. Als die Eltern sich trennen, bleibt der Sohn beim Vater, einem Bundeswehrpiloten, das Offizierskasino wird sein zweites Zuhause. In die FDP tritt er 1992 ein, acht Jahre später ist er Generalsekretär der FDP in Hannover, 2003 Fraktionschef, 2006 Parteichef und Anfang dieses Jahres Wirtschaftsminister in Niedersachsen.
Rösler ist ein Versprechen an eine Gesellschaft, die an ihrer Integrationskraft zweifelt, eine Projektionsfläche für seine Partei, für das moderne Bürgertum und jetzt auch für das ganze Land. Er ist ein Neoliberaler, der den Kündigungsschutz lockern will – und gleichzeitig mehr sozialpolitisches Engagement fordert. Er ist bürgerlich-konservativ, ohne spießig zu wirken. Er gibt sich deutscher als jeder Deutsche. »Wenn das Erste, woran Sie sich erinnern können, der Kindergarten in Hamburg-Harburg ist, stellt sich die Frage nach Integration nicht«, sagt er gern, auch wenn die anderen Kinder ihn trotzdem fragten, ob er Kung Fu kann.
»Politik verändert die Menschen, sie macht misstrauisch. So will ich nicht werden«, hat Rösler mal gesagt. Und dass er mit 45 wieder aufhören will mit der Politik. Nun ist die Frage, ob er so lange durchhält und ob er die Politik schneller verändern kann als sie ihn.
Norbert Röttgen hatte sie auch mal, die Rolle des jugendlichen Helden. Doch nur so lange, bis Karl-Theodor zu Guttenberg kam. Die Aufmerksamkeit, die ihm während seiner kurzen Zeit als Wirtschaftsminister zuteil wurde, hat zweierlei gezeigt: Guttenberg versteht es, eine Bühne zu nutzen – und es gibt offenbar einen enormen Bedarf, ja eine Sehnsucht nach Politikern, zu denen man vielleicht nicht aufsehen kann, bei denen man aber hinschauen möchte, weil von ihnen mehr zu erwarten ist als nur das urdeutsche Versprechen, »auf dem Teppich zu bleiben«.
Guttenbergs hohe Popularität, das kann man vorhersagen, wird der 37-Jährige nicht bruchlos halten können. Das Wirtschaftsministerium konnte er wahlkampf- und krisenbedingt kaum prägen, im Verteidigungsressort steht ihm nun die erste echte Bewährungsprobe bevor. »Den Charakternachweis«, sagt ein CDU-Politiker, habe Guttenberg noch nicht erbracht. Nun muss er ihn auf zwei Ebenen liefern: Gegenüber seiner Partei, die am liebsten so schnell wie möglich aus Afghanistan abziehen möchte, und gegenüber einer Öffentlichkeit, die dem Einsatz ablehnender gegenübersteht als er selbst.
Es wäre »ein Ausweis der Armseligkeit, wenn der moralisierende Maßstab des Übermenschlichen – angelegt von allzu menschlichen Vertretern – das Land seiner Vorbilder beraubte«, hat Guttenberg anlässlich des Rekrutengelöbnisses zum Jahrestags des Hitler-Attentats gesagt. Aus heutiger Sicht klingt es wie ein Appell in eigener Sache und markiert zugleich eine Linie, die von Guttenbergs familiärem Hintergrund zum neuen Amt führt und ihm mit ein bisschen Geschick politisch das Quäntchen Aufladung geben kann, die er als Neuling persönlich nicht haben kann: Der Urgroßonkel Karl Ludwig wurde wegen seiner Kontakte zu den Attentätern um Stauffenberg nach dem 20. Juli 1944 hingerichtet, der Großvater war unter Kiesinger Staatssekretär im Kanzleramt.
Mit Rösler hat Guttenberg übrigens an einem warmen Tag im Juni 2005 mal bei einem Zukunftskongress der Alfred-Herrhausen-Gesellschaft auf dem Podium gesessen, als Vertreter der »Generation der Ausgesperrten«. Jetzt, so sieht es der designierte Verteidigungsminister, haben Rösler, Röttgen und er selbst die Chance, auf zentralen Feldern der Politik Zukunftspolitik zu machen, über das jeweilige Fachgebiet hinaus.
Wobei es Norbert Röttgen zweifellos am besten angetroffen hat: Beliebter Politiker stößt auf beliebtes Thema. Mit Umweltthemen ist der Rechtsexperte zwar bisher nicht aufgefallen, er hat sich nie an Bahngleise gekettet, nie mehrere Wochen auf einem Baum übernachtet und sich nach Tschernobyl nicht von Konservendosen ernährt. Als Mangel sieht er das nicht. Er sei eben grundsätzlich kein sehr angstgeprägter Mensch, sagt Röttgen fröhlich. Woher soll die Angst auch kommen bei einem, der so provozierend normal ist? Wuchsen Rösler und Guttenberg nach der Scheidung ihrer Eltern jeweils allein mit ihren Vätern auf, so stammt Norbert Röttgen aus einem sogenannten intakten Elternhaus, katholisch, rheinländisch-gutbürgerlich. Es folgte: Jurastudium, Heirat, zwei Kinder, CDU-Karriere. Kamen Rösler und Guttenberg, wenn auch aus verschiedenen Gründen, als »andere« in die Poltik, musste Norbert Röttgen erst in die Politik gehen, um dort, als Ausnahme-Normalo in seiner hoffnungslos veralteten Partei das Gefühl des Andersseins zu erleben. Als Merkel noch Kohls Mädchen war und bei CDU-Parteitagen grundsätzlich Franz Lambert an der Wersi-Orgel spielte, war Röttgen einer der Jungen Wilden, die für ein neues Staatsbürgerschaftsrecht stritten und für eine Modernisierung standen, die damals in der CDU kaum vorstellbar schien. Leuten wie Röttgen verdankt es Merkel, dass sie an die Spitze der altherrenhaftesten aller deutschen Parteien kommen konnte. Röttgen wiederum verdankt es Merkel und ihrer beiläufig-absichtlichen Modernisierung, dass er sich heute im Mainstream der CDU wiederfindet.
Nicht sein bunter Lebenslauf hat ihn zu einem der interessantesten Politiker gemacht, sondern sein Verstand, die Fähigkeit zur Analyse, zur Distanz. So ist sein Zugang zum neuen Amt kein biografischer, sondern ein strategischer. In der Umweltpolitik sieht der 44-Jährige ein »Elementarthema«, das weit über die Ressortgrenzen hinausreicht. »Individuell, gesellschaftlich und ökonomisch so zu leben, dass künftige Generationen in ihren Lebensbedingungen nicht eingeschränkt sind«, das sei die zentrale Frage des Ressorts, dem Röttgen die »höchste Gestaltungsintensität« beimisst. Das Thema Umwelt »dauerhaft bei der CDU zu beheimaten« ist für Röttgen kein idealistisches Projekt, sondern die Voraussetzung für die »langfristige gesellschaftliche Mehrheitsfähigkeit der CDU«.
Zwar ist der smarte Rheinländer schon länger im Bundestag als manch einer seiner älteren Kollegen (seit 1994), doch für die breite Öffentlichkeit wird der Jurist aus dem Rhein-Sieg-Kreis erst als Umweltminister richtig sichtbar werden. Bis auf Weiteres wird er das Schwergewicht in Merkels neuer Boygroup sein, der Einzige, den sie sich selbst ausgesucht hat, und derjenige, der nach außen als »Neuer« auftreten kann und gleichzeitig fast 25 Jahre politische Erfahrung mitbringt.
Seine Fähigkeit zur Distanz ist Röttgens größte Stärke und Schwäche zugleich. Die Langsamkeit des politischen Betriebs, der Zwang zum Kompromiss, darunter leidet er regelmäßig. Und so kam es, dass er der Politik vor drei Jahren fast verloren gegangen wäre und als Hauptgeschäftsführer zum BDI wechseln wollte. Dass er dann doch geblieben ist, hat seine Glaubwürdigkeit eher erhöht als verringert. Wenn Röttgen heute sagt, dass die Politik »sein Feld« sei, dann sagt er das wie der Arzt Rösler und der Millionär Guttenberg als einer, der auch anders gekonnt hätte, der die Defizite der Politik sieht und bleibt. Trotzdem. Oder vielleicht auch gerade deshalb.
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- Datum 30.10.2009 - 00:17 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 29.10.2009 Nr. 45
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Beim Lesen des Artikels von Matthias Geis ging mir bei einer Stelle die Galle hoch.Da wird zu Roland Koch gesagt: "Ginge es nach ihm, dann sollte die neue Koalition die Deutschen davon überzeugen, "dass die Übernahme von Verantwortung und Risiko mehr Wohlstand, Zufriedenheit und Glück bedeutet als staatliche Versorgung. Freiheit bedeutet Risiko!"
Verantwortung übernehmen? Wie war das mit der Steueraffäre? Er hat NICHT die Verantwortung übernommen, sondern hat Jung bluten lassen- um ihn dann dafür später mit dem Verteidigungsministerium zu belohnen.Und Risiko? Das trägt Herr Koch mit Sicherheit nicht. Sollte es bei der nächsten Wahl nicht klappen, wird er nicht von Arbeitslosengeld oder gar HarzIV leben müssen. Nicht nur wird er eine üppige "staatliche Versorgung" bekommen, wir werden ihn sicher bei einem großen Konzern wieder finden.
Es ist beschämend, dass diese Politiker immer wieder das Maul so aufreißen und uns dauernd Wasser predigen, sie selbst aber nur erlesenen Schampagner trinken. Und dann wundern sie sich, dass immer weniger Bürger zur Wahl gehen.
Geben wir den jungen Ministern eine Chance!#
Von den alten Veteranen der Kohl-Ära, von der taktisch kühlen Mutti und dem finsteren "Hagen Tronje"-Schäuble haben wir nicht viel Fortschritt zu erwarten!
Ihr jungen Minister, kämpft für Euere Anliegen und für Euere Anhänger!
Der Aufstieg des Philipp Rösler, als Person mit äußerlich erkennbarer anderer Abstammung, ist für die deutsche Gesellschaft natürlich als positiv zu bewerten.
Herr Rösler hat jedoch keine repräsentative Migrationsgeschichte, seine Familie ist nicht eingewandert, er ist rein im deutschen Kulturkreis aufgewachsen.
Diese Geschichte kann nicht als Beispiel für gute Aufstiegsmöglichkeiten der überwiegenden Mehrheit der Migranten in Deutschland herhalten.
"Die Deutschen" sind kein Volk von stupiden Rassisten voller ekelhafter Ressentiments (mehr?!). Die Biografie von Herrn Rösler zeigt das ebenso wie die von Seyran Ates, Vural Öger und Cem Özdemir, um nur wenige zu benennen, daß es nicht die andere Herkunft, nicht der andere Teint und nicht das "fremdländische Aussehen" sind, die über Integration und Erfolg von Migranten in unserem Land entscheiden. Ob Herr Rösler nun einen "klassischen Migrationshintergrund" oder eine Adoptionsgeschichte hat, spielt dabei meines Erachtens eine höchstens sekundäre Rolle.
"Die Deutschen" sind kein Volk von stupiden Rassisten voller ekelhafter Ressentiments (mehr?!). Die Biografie von Herrn Rösler zeigt das ebenso wie die von Seyran Ates, Vural Öger und Cem Özdemir, um nur wenige zu benennen, daß es nicht die andere Herkunft, nicht der andere Teint und nicht das "fremdländische Aussehen" sind, die über Integration und Erfolg von Migranten in unserem Land entscheiden. Ob Herr Rösler nun einen "klassischen Migrationshintergrund" oder eine Adoptionsgeschichte hat, spielt dabei meines Erachtens eine höchstens sekundäre Rolle.
Sicherlich haben Sie recht, dass Philipp Röslers Geschichte nicht mit der von Einwanderern etwa aus der Tuerkei vergleichbar ist. Ich denke jedoch, dass man sehr vorsichtig sein sollte, auf diesem Punkt herumzureiten: Philipp Rösler hat wegen seines Aussehens mit Sicherheit viele der gleichen Probleme und tlw. unbewussten Diskriminierungen erfahren, wie andere Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland leider auch. Daher sollten wir zunaechste anerkennen, was er erreicht hat und uns auch freuen, dass dies in Deutschland inzwischen moeglich ist.
Eine Gefahr hier ist, dass man Leuten Ihre Identitaet lediglich deshalb abspricht, weil man politisch nicht mit ihnen uebereinstimmt. (Ich sage ausdruecklich nicht, dass Sie das in Kommentar 3 getan haben!) Mich erinnert dies z.B. auch daran, wie Angela Merkel von gewissen Kreisen abgesprochen wurde, eine "echte Ostdeutsche" zu sein. Auch hier in den USA war im Vorwahlkampf ein ernstes Thema, ob Barack Obama ein "echter Schwarzer" ist (streng genommen nicht, da er aehnlich wie Philipp Rösler bei einer weissen Mutter, v.a.D. aber nicht bei Nachfahren ehemaliger Sklaven aufgewachsen ist). Demzufolge waere Obamas Praesidentschaft kein Vorbild fuer Schwarze und andere Minderheiten in Amerika, und ich glaube nicht, dass das so stimmt. Gleiches gilt fuer Philipp Rösler.
Uebrigens bin ich unabhaengig davon inhaltich bisher skeptisch, wenn es darum geht, was Philipp Rösler als Minister erreichen kann, wuensche ihm aber viel Glueck.
Dass alle Zeitungen den Migrationshintergrund von Herrn Rösler betonen zeigt, wie wie sehr auch aufgeklärte Medien vor allem auf Äußerlichkeiten achten und zeigt, dass auch viele Intelektuelle trotz aller political correctness anders aussehende Menschen nicht als Ihresgleichen akzeptieren können.
Sicherlich würde niemand einen Migrationshintergrund erwähnen, wäre dieser nicht erkennbar, weil Herr Rösler z.B. aus Polen adoptiert worden wäreund damit wie ein Deutscher aussehen würde.
Herr Rösler ist kein Migrant, wenn er als Baby adoptiert wurde!
Er ist als deutscher Mittelschichtler sozialisiert und meiner Erfarung nach ist es in Deutschland nicht das Aussehen, sondern vielmehr der "Habitus" (im Sinne Bourdieus) eines Menschen der ihn Diskrimierung erleiden lässt. Eine ausländisch aussehende Person die akzentfrei Deutsch spricht wird viel eher als deutsch akzeptiert als eine deutsch aussehende mit Akzent. (Auch wenn es natürlich nicht bedeuten soll, dass anders aussehende keine Diskriminierung erfahren.)
Eine Integrationsleistung wäre demnach viel mehr, wenn ein Migrant, der auch wirklich durch einen anderen Kulturkreis geprägt wurde, in eine hohe politische Position gewählt würde, was meines Wissens bisher nur bei den Grünen der Fall ist.
Artikel wie dieser zeigen, wie weit unsere Gesellschaft noch davon entfernt ist, fremd aussehende als gleichwertig zu akzeptieren & stärken gleichzeitig die Diskrimienierung, in dem sie bestimmte Person auf ihr Aussehen reduzieren.
Die Drei hat immer eine magische Bedeutung: die drei Tenöre, die drei von der Tankstelle...
Und diese drei sind eine Einladung für das politische Kabarett:
- Der erste wird keine Umweltprobleme sehen, denn das Umweltressort wird von Union und FDP als überflüssig angesehen, auch wenn man das nicht so öffentlich sagt.
- Der zweite wird nichts sagen, denn er hat auch in der Zeit, in der er den Sessel des Wirtschaftsminister warmhalten durfte, nichts gesagt, das über Floskeln und Beruhigungsrhetorik hinausging.
- Der dritte wird uns Patienten nicht zuhören, denn die Lobby der Gesundheitsindustrie und vor allem der Privatkassen hat ihm den Kurs bereits vorgedacht.
Köstlich. Gerade lese ich, daß "der Erste" bereits die AKW-Betreiber angeht und deutliche Bedingungen für die Verlängerung von Laufzeiten stellt. "Der Zweite" hat schon in seinen ersten Aussagen Abstand von der bisherigen Beschönigung des Einsatzes in Afghanistan genommen und dabei auch das bislang verpönte Wort "Krieg" verwendet, unsere Truppen besucht und angelegentlich Herrn Karzai überdeutlich klargemacht, daß er von der afghanischen Seite jetzt Ergebnisse erwartet. "Der Dritte" ist selbst Arzt und hat sein Durchsetzungsvermögen bereits bewiesen, indem er jüngster Bundesminister wurde, aber Sie wissen jetzt schon, daß er den "Patienten nicht zuhören" und sich gegen den Druck der Lobbies nicht durchsetzen können wird.
Ich möchte Ihnen wirklich nichts Böses wünschen, hoffe aber inständig, daß nur Ihre Kristallkugel gestört ist und die Hoffnungen, die die ersten Taten der schwarz-gelben Regierung verheißen, nur der Auftakt für eine wachstumsorientierte, wettbewerbsfreundliche, soziale und nachhaltige Politik sind.
Köstlich. Gerade lese ich, daß "der Erste" bereits die AKW-Betreiber angeht und deutliche Bedingungen für die Verlängerung von Laufzeiten stellt. "Der Zweite" hat schon in seinen ersten Aussagen Abstand von der bisherigen Beschönigung des Einsatzes in Afghanistan genommen und dabei auch das bislang verpönte Wort "Krieg" verwendet, unsere Truppen besucht und angelegentlich Herrn Karzai überdeutlich klargemacht, daß er von der afghanischen Seite jetzt Ergebnisse erwartet. "Der Dritte" ist selbst Arzt und hat sein Durchsetzungsvermögen bereits bewiesen, indem er jüngster Bundesminister wurde, aber Sie wissen jetzt schon, daß er den "Patienten nicht zuhören" und sich gegen den Druck der Lobbies nicht durchsetzen können wird.
Ich möchte Ihnen wirklich nichts Böses wünschen, hoffe aber inständig, daß nur Ihre Kristallkugel gestört ist und die Hoffnungen, die die ersten Taten der schwarz-gelben Regierung verheißen, nur der Auftakt für eine wachstumsorientierte, wettbewerbsfreundliche, soziale und nachhaltige Politik sind.
"Die Deutschen" sind kein Volk von stupiden Rassisten voller ekelhafter Ressentiments (mehr?!). Die Biografie von Herrn Rösler zeigt das ebenso wie die von Seyran Ates, Vural Öger und Cem Özdemir, um nur wenige zu benennen, daß es nicht die andere Herkunft, nicht der andere Teint und nicht das "fremdländische Aussehen" sind, die über Integration und Erfolg von Migranten in unserem Land entscheiden. Ob Herr Rösler nun einen "klassischen Migrationshintergrund" oder eine Adoptionsgeschichte hat, spielt dabei meines Erachtens eine höchstens sekundäre Rolle.
Köstlich. Gerade lese ich, daß "der Erste" bereits die AKW-Betreiber angeht und deutliche Bedingungen für die Verlängerung von Laufzeiten stellt. "Der Zweite" hat schon in seinen ersten Aussagen Abstand von der bisherigen Beschönigung des Einsatzes in Afghanistan genommen und dabei auch das bislang verpönte Wort "Krieg" verwendet, unsere Truppen besucht und angelegentlich Herrn Karzai überdeutlich klargemacht, daß er von der afghanischen Seite jetzt Ergebnisse erwartet. "Der Dritte" ist selbst Arzt und hat sein Durchsetzungsvermögen bereits bewiesen, indem er jüngster Bundesminister wurde, aber Sie wissen jetzt schon, daß er den "Patienten nicht zuhören" und sich gegen den Druck der Lobbies nicht durchsetzen können wird.
Ich möchte Ihnen wirklich nichts Böses wünschen, hoffe aber inständig, daß nur Ihre Kristallkugel gestört ist und die Hoffnungen, die die ersten Taten der schwarz-gelben Regierung verheißen, nur der Auftakt für eine wachstumsorientierte, wettbewerbsfreundliche, soziale und nachhaltige Politik sind.
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