Kaffeemaschinen Schwarz, stark, teuer
Praktische Pads und Patronen verdrängen die Filterkaffeemaschine. Technisch unterscheiden sich die Systeme - teuer sind sie alle.

Eine Tasse Kaffee, bitte! In immer mehr Haushalten findet sich ein Einportionsgerät
Lock-in heißt das Prinzip, und man kennt es von Tintenstrahldruckern: Die Hardware gibt es zum Spottpreis, bei der Nachfülltinte wird es dann teuer. Aber wer sich für ein System entschieden hat, kommt da nicht mehr raus, locked in (eingeschlossen) eben. Das ist auch das Geschäftsmodell jener bunten Aufbrüh-Automaten, die mit der anschwellenden Popularität des Espresso in deutsche Küchen und Büros vordrangen.
Obwohl konventionelle Filterkaffeemaschinen praktisch omnipräsent waren, steht mittlerweile schon in jedem vierten Haushalt in Deutschland so ein Einportionsgerät. Vergangenes Jahr wuchs der Markt um 24 Prozent. Tassimo, Nespresso, Senseo oder Cafissimo heißen die Systeme, und bei jedem kommt das Kaffeepulver im eigenen, speziellen Behälter daher.
Beispiel Senseo: Diese Maschinen sind vergleichsweise günstig. Ihr 1600-Watt-Boiler braucht rund anderthalb Minuten, um das Wasser auf 94 Grad Celsius aufzuheizen. Dann wird es durch den Filterpad gedrückt, eine Art Kissen voll gemahlenem Kaffee. Rund fünf Sekunden lang – genug für einen kräftigen Aufguss.
Nicht jedoch für einen echten Espresso! Die branchenüblich italienisch anmutenden Namen führen in die Irre: 9 bis 15 bar Druck braucht ein Espresso (ebenso wie ein »kleiner Schwarzer«, ein »petit noir«, »café solo« oder »bica«). Die Pumpen handelsüblicher Senseo-Maschinen erreichen aber gerade einmal 1,5 bar. Zudem weiß jeder Barista, dass der Flirt des heißen Wassers mit dem Pulver länger als ein paar Sekunden dauern muss, bis zu 25 nämlich, um perfekten Espresso zu erzeugen.
Und spezielle Kaffeekissen, die auf Knopfdruck ohne weiteres Hantieren sogar fertigen Cappuccino hervorbringen sollen, sind vor allem Triumphe der Lebensmittelchemie, die mit gehärteten Fetten und Emulgatoren Milchschaum vortäuscht. Vom Original sind die klangvollen Getränkevarianten aus den Einportionsgeräten weit entfernt.
Bei den Tassimo-Maschinen aus dem Hause Bosch sind die Pumpen auf gut drei bar ausgelegt, ihre Discs genannten Portionen gehören hingegen zu den teuersten auf dem Markt. Das Kilo Kaffee kostet hier umgerechnet rund 45 Euro. Cafissimo (Tchibo) erreicht respektable 15 bar, auch hier sind die Pads relativ teuer – dafür aber aromaschonend verpackt.
Geradezu eingesperrt ist das Aroma beim Nespresso-System in bunten Aluminiumhülsen. Die sind ein Ärgernis für jeden umweltbewussten Menschen. Erst direkt vor dem Brühen durchbohren drei Messer die metallenen Döschen mit dem Kaffeepulver. Mit 19 bar wird dann gebrüht.
- Datum 29.10.2009 - 18:10 Uhr
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- Serie Technik im Trend
- Quelle DIE ZEIT, 29.10.2009 Nr. 45
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der pc und das handy müssen bei mir immer das modernste sein, aber einen guten kaffe trinken ich noch immer am liebsten aus der filterkaffemaschine mit den schlürfgeräuschen aufgebrüht.
der kaffee aus den aufbrühautomaten schmeckt irgendwie komisch.
@ mcharlie: Haben Sie schon einmal einen Espresso aus so einer Maschine probiert? Das hat nichts mit dem Gebrühe aus Kaffeemaschinen in Kantinen etc. zu tun. Ich will hier keine Werbung machen, aber wir haben eine solche Nespresso-Nestlé-Kapselkaffeemaschine zu Hause (an einem Wettbewerb gewonnen - sonst hätten wir es uns gar nicht leisten können) - und sie macht wirklich guten Espresso.
@ mcharlie: Haben Sie schon einmal einen Espresso aus so einer Maschine probiert? Das hat nichts mit dem Gebrühe aus Kaffeemaschinen in Kantinen etc. zu tun. Ich will hier keine Werbung machen, aber wir haben eine solche Nespresso-Nestlé-Kapselkaffeemaschine zu Hause (an einem Wettbewerb gewonnen - sonst hätten wir es uns gar nicht leisten können) - und sie macht wirklich guten Espresso.
Wer sich so eine Maschine kauft, weiss, dass man die Kapseln jeweils vom gleichen Hersteller kaufen muss. Wer damit seine Mühe damit hat, an einen einzigen Kapselanbieter gebunden zu sein, kauft eben keine Kapselkaffeemaschine, sondern bleibt bei den herkömmlichen Kaffeemaschinen. Das Einschlagen auf die Kapselkaffeemaschinenbranche ist ein bisschen billig - eben weil es ja alternativen gibt (normale Kaffeemaschine) und nicht alle Kapselanbieter einen hohen Preis verlangen. Der Konsument ist in diesem Fall also nicht einfach ein wehrloses Opfer der bösen Industrie.
Diesen Artikel als "Das Einschlagen auf die Kapselkaffeemaschinenbranche" zu bezeichnen, ist nicht weniger billig.
Diesen Artikel als "Das Einschlagen auf die Kapselkaffeemaschinenbranche" zu bezeichnen, ist nicht weniger billig.
@ mcharlie: Haben Sie schon einmal einen Espresso aus so einer Maschine probiert? Das hat nichts mit dem Gebrühe aus Kaffeemaschinen in Kantinen etc. zu tun. Ich will hier keine Werbung machen, aber wir haben eine solche Nespresso-Nestlé-Kapselkaffeemaschine zu Hause (an einem Wettbewerb gewonnen - sonst hätten wir es uns gar nicht leisten können) - und sie macht wirklich guten Espresso.
Ich hatte das bisher noch nicht nachgerechnet, aber 45€ pro Kilo ist schonmal ordentlich.
Ich als Senseo Nutzer geniesse da doch die vorteile das es mehrere anbieter gibt, allerdings schmeckt ein Espresso nie nach Espresso, aber der normale Kaffee ist völlig ausreichend
also praktisch ist es schon... muss ich ehrlich zugeben, geschmacklich bin ich aber noch nicht überzeugt, habe diese nespressomaschine bei bekannten ausprobiert, ein guter filterkaffe ist besser, oder ein "echter" espresso, aber wenn man es mag, gerne. unterschiede sind doch voll in ordnung
Ich kann mich über den Erfolg dieser Automaten mit eingebautem Ausbeuterprinzip auch auch nur wundern.
Für mich als Vieltrinker geht nichts über die klassische, achteckige Espressokanne (sog. Steigrohrmaschine) in Kombination mit Dose und Löffel. Damit produziere ich jährlich etwa 1000 Espressi in bester Qualität. Einen Bequemlichkeitsnachteil, der den dreifachen Kaffeepreis rechtfertigen soll kann ich nicht ausmachen. Außerdem kann ich über die jeweilige Dosierung frei entscheiden, je nach Tageszeit und -form.
Und vermutlich halten solche Plastikmaschninen auch nicht allzu lange, wohingegen die metallene Espressokanne nahezu unbegrenzt haltbar ist, es muss nur ab und zu der Gummiring gewechselt und ganz selten der Einsatz erneuert werden.
über eine Espressokanne oder den klassischen Filterkaffee ohne maschinelle Hilfe. Schon das Vorbereiten mit einer kleinen Prise Salz (nach Großmutters Art) oder aromaverstärkend mit Kardamom gewürzt, schon das ist der Beginn des Genusses von Kaffee. Aufgeschäumte Aromaöle, auch Crema genannt, brauche ich nicht, habe die Aromen lieber im Kaffee, Mokka oder Espresso.
über eine Espressokanne oder den klassischen Filterkaffee ohne maschinelle Hilfe. Schon das Vorbereiten mit einer kleinen Prise Salz (nach Großmutters Art) oder aromaverstärkend mit Kardamom gewürzt, schon das ist der Beginn des Genusses von Kaffee. Aufgeschäumte Aromaöle, auch Crema genannt, brauche ich nicht, habe die Aromen lieber im Kaffee, Mokka oder Espresso.
Diesen Artikel als "Das Einschlagen auf die Kapselkaffeemaschinenbranche" zu bezeichnen, ist nicht weniger billig.
Ich muss zugeben, ich habe bereits enorme Mengen gutes Geld für die Bereitung besten Kaffees ausgegeben. Aber machen wir uns doch nichts vor, es geht doch lediglich um Geld für Lebensgefühl. Wenn ich die Kosten der Anschaffung für meine beiden Saeco-Vollautomaten (Büro und daheim) rechne (mal eben schlappe 600/machina), dann hab ich für das Kilo Kaffee schon mal weniger gezahlt. Beide (unterschiedliche Modelle) machen Spitzen-Cappuccini, der normale Kaffee ist kräftig und gut, beim kleinen Braunen scheitern sie. Die Neapoletana ist prima, kann aber keine Crema. In meiner Verzweiflung (weil ich Espresso wie in Italien sehr schätze) blieb mir der Griff zur nespresso. Alessi hat schon vor Jahren eine geile Maschine gezaubert, für kleines Geld bei eBay zu erstehen. Hier kosten die Kapseln zwar ein bisschen mehr (kann mal jemand rechnen, was mich der Kaffee bei der Saeco wirklich kostet, bitte) aber ehrlich? Das ist die geilste schwarze, cremige, perfekte, weiche, geschmackskitzelnde Druckfiltersauce, die ich nördlich des Po entdeckt habe. Schiet op Alu und Kosten, das eine kann man recyclen, Express brauch ich zwei am Tag, als ich noch geraucht habe, war das deutlich ungesünder und definitiv teurer. Aber ich muss zugeben, ich finde meine Haut auch wirklich weicher und besser rasiert mit den fünf Klingen von ....... . Und was die kosten, finde ich wirklich unverschämt.
Von Käfig zu Käfig
Shamrock
- irish coffee -
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