Musikgeschäfte Im PlattenladenSeite 2/2

Sein Kompagnon Klas van Hasselt guckt verschämt zu Boden, denn was er verdient, steckt er geradewegs in neue Platten. Ein wunder Punkt? »Nö.«

Van Hasselt ist 34 und arbeitet hauptberuflich im Außendienst eines Musikvertriebs. Ausbildung? »Nö.« Woher? »Korschenbroich.« Als Vertreter sei er manche Platte, die ihm am Herzen lag, nicht losgeworden und habe oft von Händlern hören müssen: »Das verkauft sich nicht.« Da wollte er es selber mit einem Laden probieren.

Inzwischen ist es wieder chic, Schallplatten zu kaufen, das Geschäft läuft, auch wenn man davon nicht reich wird. »Nebeneinkünfte sind wichtig, der Versandhandel über das Internet«, sagt Ralph Haiber.

Das Internet, das Internet: »Viele Leute kommen nicht mehr in einen Plattenladen, um sich Tipps zu holen, da sie ihre Informationen aus dem Internet beziehen«, sagt Haiber. »Selbst bei uns wird zu wenig gesprochen.«

Nun beginnt die Plattenladenwoche, und viele Geschäfte bieten Besonderes: Nils Petter Molvaer stellt im Münchner Kaufhaus Ludwig Beck sein neues Album vor; im Plattenlädle Reutlingen spielt Handsome Polly auf und signiert CDs; die seit 40 Jahren herumrockende Band Epitaph gibt Ladenkonzerte in Münster und Paderborn.

Was haben die zwei Händler von Freiheit und Roosen in der Aktionswoche vor? Nun, nichts. Sie vertrauen ganz auf die Kraft ihres herrlichen Durcheinanders.

 
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