Weltwirtschaft "Ich will spielen"

Er wusste es schon 2004: Didier Sornette, Professor für unternehmerische Risiken an der ETH Zürich, sagte die Finanzkrise voraus.

"Die Menschheit braucht Katastrophen": New Yorker Wall Street im Dezember 2008

"Die Menschheit braucht Katastrophen": New Yorker Wall Street im Dezember 2008

DIE ZEIT: Professor Sornette, Sie beschäftigen sich seit 15 Jahren mit der Erforschung von extremen Situationen auf den Finanzmärkten. Sie haben mittels mathematischer Modelle unter anderem 2004 das Ende der amerikanischen Immobilien-Blase auf Mitte 2006 berechnet. Sie hatten recht.

Didier Sornette: Und Sie können sich nicht vorstellen, was ich mir seitdem von vielen Ökonomen anhören muss! Die verweigern einfach die Einsicht, dass es auch nur die geringste Möglichkeit gibt, solche Blasen zu diagnostizieren.

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ZEIT: Sie haben Feinde?

Sornette: Ich hoffe nicht. Was ich will, sind Kritiker. So entsteht wissenschaftlicher Fortschritt. Ich habe mich etwa vergangenes Jahr mit den wirtschaftlichen Beratern des französischen Premierministers François Fillon getroffen. Auch da sagte der Chefberater, die Krise sei völlig überraschend gekommen, wie ein Richtstrahl Gottes. Ich sagte, das sei ziemlicher Unsinn, man habe es kommen sehen. Aber die meisten wollen die Finanzkrise als etwas Unvorhersehbares verstanden wissen – um sich so aus der Verantwortung stehlen zu können.

Didier Sornette

Didier Sornette ist Professor für unternehmerische Risiken am Department für Management, Technologie und Ökonomie an der ETH Zürich und Ehrenprofessor an der East China University of Science and Technology in Shanghai

ZEIT: Als Sie Professor an der University of California in Los Angeles waren, schrieben Sie 2004 dem amerikanischen Notenbankchef Alan Greenspan einen Brief. Was stand da drin?

Sornette: Ich schrieb ihm, dass wir Modelle und Werkzeuge entwickelt haben, die für politische und wirtschaftliche Entscheidungsträger nützlich sein könnten, um die Instabilität des Marktes zu diagnostizieren. Ich bot ihm eine Zusammenarbeit an. Greenspan antwortete nicht. Das hatte ich mir gedacht. Aber ich wollte es versucht haben.

ZEIT: Sie sagen, die Menschheit brauche Blasen, nur so sei Fortschritt möglich. Funktioniert die Weltwirtschaft nach dem Prinzip »Trial and Error?«

These

Was ist der Unterschied zwischen der Börse und einer Eisenstange, die man biegt, bis sie bricht? Zwischen dem Häusermarkt und einer Unwetterlage? Gut möglich, dass wir es hier mit ähnlichen Phänomenen und identischen Abläufen zu tun haben: Dies ist der Ausgangspunkt von Didier Sornettes Finanzmarkt-Forschungen. Der Geophysiker begann an der University of California Regeln aus der naturwissenschaftlichen Welt in der Wirtschaft zu suchen – womit er als Außenseiter ins Gärtchen der Ökonomie trat. Heute, rund zehn Jahre später, ist er die Führungsfigur einer zunehmend respektierten Disziplin namens »Econophysics«.

Erkenntnis

Eine erste Erkenntnis von Sornette war, dass die Häufung von radikalen Brüchen an den Finanzmärkten kein Zufall sein kann. Schon daran, wie häufig wir in unserem Leben Börsencrashs erleben, zeigt sich, dass diese offenbar Teil eines komplexen, aber »normalen« Systems sind. Damit widerspricht Sornette der momentan populären »Black Swan«-Theorie, wonach die jüngste Finanzkrise ein beispielloser Zufallseinbruch war – trotz aller menschlichen Versuche, die Sache im Nachhinein logisch zu deuten. 

Blase

Sornette indes kam zum Schluss, dass es in der Wirtschaft positive Rückkopplungseffekte gibt, welche die Preiskurven von einem »normalen« Wachstum abbringen: Es entsteht eine Blase. Diese Blasen aber – hier ein zweiter Grundgedanke – lassen sich erkennen: Nämlich daran, dass die Wachstumsraten höher als exponentiell werden. Damit aber steuert das System auf ein kritisches Niveau zu; es gibt einen Punkt, an dem sich diese Zuwachsraten nicht mehr halten lassen – die Blase platzt, die Luft entweicht.

Wahrscheinlichkeit

Sornette geht davon aus, dass sich Zeitfenster, in denen solch ein Peak mit 80-prozentiger Sicherheit erreicht ist, errechnen lassen. Der Kniff liegt unter anderem darin, präzise festzumachen, was denn ein normales – also maximal exponentielles – Wachstum ist; Rahmenbedingungen sind etwa die Geldmenge, das Wirtschafts- oder das Bevölkerungswachstum.

Sornette: Der Mensch funktioniert so.

ZEIT: Und wir dürfen die Folgen tragen?

Sornette: Das ist eine der unangenehmen Folgen, ja. Aber generell gilt: Die Menschheit braucht Blasen, um sich zu entwickeln. Das war auch so 1998 bei der Internet-Blase. Man erwartete eine Steigerung des investierten Kapitals um den Faktor 14. Die Erwartungen waren richtig, mit einem entscheidenden Makel: Die Menschen wollten kurzfristige Erfolge. Deshalb platzte die Blase. Heute weiß man: Es braucht immer etwa zehn Jahre, bis sich Resultate einstellen. Man muss lernen, mit dem Neuen umzugehen.

ZEIT: Eine Blase ist also nicht an sich schlecht.

Sornette: Nein. Eine Blase entsteht dann, wenn sich viele Menschen gleichzeitig in einem Markt irrational verhalten – weil sie sich kurzfristige Gewinne erhoffen. Das Apollo-Programm ist ein gutes Beispiel. Da haben einige Menschen ihr Leben aufs Spiel gesetzt für den Fortschritt. Das Genom-Projekt war auch eine Blase, was man sich da nicht alles erwartete! Das Ende der Sterblichkeit! Es war Wahnsinn. Die Wissenschaftsmagazine Nature und Science, die das Genom-Projekt hochgejubelt haben, schreiben heute, dass es wohl noch 30 Jahre dauere, bis man greifbare Resultate habe.

ZEIT: Aber bei der Finanzkrise war das Problem, dass die Blase in einer Branche entstand, in der keine dauerhaften Produkte und Infrastrukturen geschaffen werden.

Sornette: Genau. In der Finanzwelt sind Blasen nicht von Vorteil. Im Internet hat man etwas, das bleibt: die Glasfaserkabel etwa. Auch nach der Immobilien-Blase bleibt etwas: die Häuser. Was aber bleibt in der Finanzwelt? Nichts Nützliches. Nur die Illusion einer ewigen Geldmaschine, dem Perpetuum mobile. Es ist eine Welt, die ihre Erwartungen selbst erfüllt. Das alles könnte funktionieren, wenn diese virtuelle Ökonomie nicht in die reale eingreifen würde. Ein englischer Kollege sagte kürzlich: »Die Finanzbranche soll sich nicht mehr wie die Queen aufspielen, sondern sie muss wieder die Dienerin der Industrie werden.«

Ein Erdbeben wird Tokyo zerstören. Es kann jederzeit geschehen. Es wird eine weltweite wirtschaftliche Depression geben

Didier Sornette

ZEIT: Wir sollten also die Realwirtschaft von der Finanzwelt emanzipieren?

Sornette: Ja, die Banken sollten nicht mehr so viel Einfluss auf die Realwirtschaft haben.

ZEIT: Sie haben vorausgesagt, die chinesische Börse würde zwischen dem 17. und 27. Juli 2009 fallen. Seit dem 4. August fiel sie um 25 Prozent.

Sornette: Ich habe schon Ende 2007 an einer Hedgefonds-Tagung in Stockholm gesagt, dass die chinesische Blase Mitte 2009 zu Ende sein wird. Keiner glaubte mir. 1997 allerdings irrten wir uns mit einer Prognose zur US-Börse. Der Markt fiel um acht Prozent, aber er erholte sich wieder.

ZEIT: Ist es nicht so, dass Sie sich so oft irren, wie Sie richtigliegen? Und zwar weil Sie nicht alle externen Faktoren in Ihre Modelle integrieren können?

Sornette: Nein, wir haben in den meisten Fällen recht. Aber die externen Faktoren sind immer ein Problem. Wir schauen uns die Entwicklung der Preise und andere Dinge an. Aber sobald ein Erdbeben Tokyo zerstören wird…

ZEIT: Wie bitte?

Sornette: Das wird passieren, das ist sicher. Tokyo wurde letztmals 1923 von einem Erdbeben zerstört. Die Zeitspanne bis zu einer Wiederholung beträgt rund 70 Jahre. Es kann also jederzeit geschehen. Das wird ein extremer Schock, der die Finanzwelt mit sich reißen wird. Es wird eine weltweite Depression geben, weil Japan eine sehr wichtige Wirtschaftsnation ist, es hält mehr als eine Trillion der amerikanischen Schulden. Das wird dramatische Konsequenzen für den Dollar haben. Kurz: Wir sagen nicht, dass alles voraussehbar ist. Es gibt immer etwas, das man nicht weiß.

ZEIT: Ist eine Ursache des Problems, dass der Mensch ein Lemming ist?

Sornette: Ja, aber auch das hat sein Gutes. Nur wenn sich Menschen zusammentun, können sie etwas bewirken. Es gibt aber ernst zu nehmende Studien aus der Anthropologie und den Neurowissenschaften, die besagen, dass ein Mensch mit maximal 150 anderen Menschen interagieren kann. Mehr erträgt unser Hirn nicht. Was also tun wir in Zeiten, in denen wir mit Tausenden, Millionen von anderen Menschen verbunden sind? Der Mensch ist nicht sonderlich intelligent. Das Chaos ist der Normalfall, die Kohärenz die Ausnahme.

ZEIT: Sind Sie ein Pessimist?

Sornette: Ich bin jedenfalls nicht sehr optimistisch. An der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen will man auf den Stand von 1990 zurück. Ich bitte Sie! Wir werden 2030 acht Milliarden Menschen auf dem Planeten haben. Noch verbraucht ein Chinese ein Zwanzigstel an Energie dessen, was ein Amerikaner verbraucht. Aber wie lange noch? In 30 Jahren werden wir also so tun, als hätten wir drei Planeten zur Verfügung. Ich frage mich angesichts dieser Tatsachen, wie diese Welt zusammengehalten werden kann. Die Verteilungskämpfe werden zunehmen, während die Ressourcen schwinden. Ich denke heute: Leider braucht die Menschheit Katastrophen, um sich zu verändern. Aber ich will helfen, die Voraussagen zu verbessern. Wer weiß, was kommt, kann etwas tun.

ZEIT: O Gott. Fangen wir mal kleiner an. Was ist das Problem der Finanzkrise?

Sornette: Risikomanagement wird als etwas angesehen, dass das Geschäft hemmt. Gutes Risikomanagement verhindert Krisen. Wer will einen Risikomanager bezahlen, wenn es keine Krisen gibt? Das ist ein fundamentales Problem.

ZEIT: Was also ist zu tun?

Sornette: Wir müssen ethisches Verhalten lernen. Aus Studien weiß man: Spricht man mit einem Menschen beim Frühstück über Geld, verhält er sich gierig. Spricht man mit ihm aber morgens über Werte, Moral, die Zehn Gebote, Zusammenarbeit, ändert sich sein Geschäftsgebaren. Deshalb ein Vorschlag: Ein Banker müsste, bevor er mit der Arbeit anfängt, eine Checkliste über ethisches Geschäftsverhalten lesen – so wie Lastwagenfahrer heute schon in den USA eine Technik-Checkliste lesen müssen, bevor sie abfahren. Seitdem ist die Zahl der Unfälle deutlich gefallen. Vielleicht hilft es nicht, die Banken groß zu regulieren, vielleicht müsste man ganz unten anfangen. Und übrigens ist der Mensch zur Moral geboren. Das Problem aber ist, dass Geld die Moral verdrängt.

ZEIT: Wie investieren Sie Ihr Geld?

Sornette: Sehr konservativ. In Immobilien. Das sind Werte: Garten, Eigentum, Platz. Ende 2007 bin ich komplett aus der Börse ausgestiegen. Ich habe es ja kommen sehen. Mein Geld ist heute in Bonds. Ich mache das aber nicht nur, um mein Vermögen zu mehren. Ich will damit meinen Kollegen auch beweisen, was meine Modelle taugen. Und ich kann Ihnen sagen: Sie taugen viel!

ZEIT: Warum haben Sie bis jetzt, im Gegensatz etwa zu den Ökonomen Nouriel Roubini und Robert Schiller, die die Krise auch vorausgesehen haben, keine breite Anerkennung erfahren?

Sornette: Roubini und Schiller sind zentrale Figuren ihrer Disziplin, ich arbeite an der Peripherie. Ich sehe meine Karriere als ein Spiel. Ja, ich will spielen. Und das kann ich während der Arbeit! Ich will alles verstehen, ich denke nicht in Disziplinen. Ich habe vor 20 Jahren in die Wirtschaftswissenschaften gewechselt, weil ich mir bewusst wurde, wie unser Leben von der Ökonomie beeinflusst ist. Denken Sie an die enorme Macht, die der amerikanische Notenbankchef während der Großen Depression hatte. Und auch heute ist die Verantwortung von Zentralbankern oder Staatspräsidenten enorm. Aber sie laufen einfach vor ihrer Verantwortung weg – weil man ja anscheinend nichts voraussehen kann, weil alles aus der Hölle kommt. Das darf nicht sein. Schließlich und endlich will ich wissen, warum die Menschen kooperieren und warum nicht. Wenn wir das nicht lernen, können wir die Welt nicht retten.

Das Gespräch führte Peer Teuwsen

 
Leser-Kommentare
    • mixa
    • 09.11.2009 um 8:07 Uhr

    Ich finde diese Menschen fürchterlich, die immer alles vorher - sagen. Eigentlich besteht Deutschland nur aus Sehern, Alle wissen Alles. Ich frage mich nur, warum macht denn nie jemand etwas, z.B. bevor es dann losgeht, so eine Krise. Vorhersagen das kann jeder, macht auch jeder, wenn das Kind im Brunnen ist, kommen sie alle hervor und sagen, dass sie alles gewusst hätten!
    Es ist ein natürliches Gesetz, irgendwann ist Schluss und man muss aufhören, wenns am "Schönsten" ist.
    Wir wissen auch das wir das Klima zerstören, alles wissen wir, nur wir tun nichts!
    "Das hab ich doch gewusst." "Das hätte ich euch gleich sagen können." Solche Schnacker braucht das Land.
    Viele liebe Grüße und träumt weiter, "in eurer Blase".

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    • joG
    • 09.11.2009 um 8:27 Uhr

    ...Andererseits ist das, was der Prof da sagt recht gut nachvollziehbar. Und darf es wundern, dass nachher es Leute gibt, die den Zyklus oder die Überdehnung erkannten? Erinnert man sich zurück scheint vielleicht erstaunlich, dass es so viele Menschen gibt, die etwas "kommen sehen", aber sich nicht danach zu verhlten scheinen. Ein prominentes Beispiel war Greenspan aber auch die Kontrollbehörden haben Masnahmen nicht ergriffen, die sie durchaus hätten nach ihren eigenen Zitaten ergreifen müssen.
    Das mit der "Moral" fiel etwas kurz aus und hätte eine genauere Behandlung vertragen.

    Wünschenswert wäre es sicherlich, aufzuhören wenn es am "Schönsten" ist, aber Manager und Politiker sind Geld- und MachtSÜCHTIG. ( Anmerkung: Bitte verzichten Sie auf pauschalisierende Unterstellungen. Danke. Die Redaktion/m.e. )

    Und so wird die DOSIS (Macht und Geld) von diesen immer weiter wie bei Dagobert Duck erhöht. Lässt sich die Dosis nicht mehr erhöhen, fangen diese an "Luftblasen-Finanzprodukte zu erfinden", wie wir gesehen haben.

    Tja, nur egal wieviel Geldscheine diese Dogobert Ducks horten, auch diese können NICHTS mitnehmen, denn "das letzte Hemd hat keine Taschen".

    Und wenn man erst mal demenzkrank im Altersheim sitzt und mit dem Kopf wackelt ( Anmerkung: Bitte verzichten Sie auf polemisierende Bilder oder Vergleiche. Danke. Die Redaktion/m.e. ), dürfte das ganze Geld auch nicht mehr glücklich machen.

    • joG
    • 09.11.2009 um 8:27 Uhr

    ...Andererseits ist das, was der Prof da sagt recht gut nachvollziehbar. Und darf es wundern, dass nachher es Leute gibt, die den Zyklus oder die Überdehnung erkannten? Erinnert man sich zurück scheint vielleicht erstaunlich, dass es so viele Menschen gibt, die etwas "kommen sehen", aber sich nicht danach zu verhlten scheinen. Ein prominentes Beispiel war Greenspan aber auch die Kontrollbehörden haben Masnahmen nicht ergriffen, die sie durchaus hätten nach ihren eigenen Zitaten ergreifen müssen.
    Das mit der "Moral" fiel etwas kurz aus und hätte eine genauere Behandlung vertragen.

    Wünschenswert wäre es sicherlich, aufzuhören wenn es am "Schönsten" ist, aber Manager und Politiker sind Geld- und MachtSÜCHTIG. ( Anmerkung: Bitte verzichten Sie auf pauschalisierende Unterstellungen. Danke. Die Redaktion/m.e. )

    Und so wird die DOSIS (Macht und Geld) von diesen immer weiter wie bei Dagobert Duck erhöht. Lässt sich die Dosis nicht mehr erhöhen, fangen diese an "Luftblasen-Finanzprodukte zu erfinden", wie wir gesehen haben.

    Tja, nur egal wieviel Geldscheine diese Dogobert Ducks horten, auch diese können NICHTS mitnehmen, denn "das letzte Hemd hat keine Taschen".

    Und wenn man erst mal demenzkrank im Altersheim sitzt und mit dem Kopf wackelt ( Anmerkung: Bitte verzichten Sie auf polemisierende Bilder oder Vergleiche. Danke. Die Redaktion/m.e. ), dürfte das ganze Geld auch nicht mehr glücklich machen.

    • joG
    • 09.11.2009 um 8:27 Uhr

    ...Andererseits ist das, was der Prof da sagt recht gut nachvollziehbar. Und darf es wundern, dass nachher es Leute gibt, die den Zyklus oder die Überdehnung erkannten? Erinnert man sich zurück scheint vielleicht erstaunlich, dass es so viele Menschen gibt, die etwas "kommen sehen", aber sich nicht danach zu verhlten scheinen. Ein prominentes Beispiel war Greenspan aber auch die Kontrollbehörden haben Masnahmen nicht ergriffen, die sie durchaus hätten nach ihren eigenen Zitaten ergreifen müssen.
    Das mit der "Moral" fiel etwas kurz aus und hätte eine genauere Behandlung vertragen.

    Antwort auf "Finanzkrise"
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    • mixa
    • 09.11.2009 um 8:59 Uhr

    Eigentlich ist es ganz einfach. Leute am oberen Ende, also die Macher, die reizen alles aus, bis zum letzten Tropfen und denen ist es auch egal ob es Arbeitslose gibt. Schauen Sie sich doch Opel an. Da denkt keiner, außer denen die dort arbeiten, an eine Rettung. Die großen Macher wollen Opel zerkleinern, "durch den Wolf drehen". Einer weniger denken die sich. Die Großen sehen nur die Großen und zwar solange bis sie selber klein sind und dann müssen sie umdenken, vorher gibt es keine Entspannung. Keiner lernt dazu, alles schon dagewesen. Traurig aber wahr.
    Es fängt in der Kindheit an, geht in der Schule weiter und zieht sich dann durchs ganze Leben. Es muss am Anfang etwas geändert werden! Die Erziehung, die Schule, das Miteinanderleben.
    Wir sind hier nicht auf einem Sportfeld und auf keinem Kriegsschauplatz, wir wollen hier "LEBEN!" auf dieser Welt und keine Sklaven sein.
    Einen wunderschönen Tag wünsche ich, tschö

    • mixa
    • 09.11.2009 um 8:59 Uhr

    Eigentlich ist es ganz einfach. Leute am oberen Ende, also die Macher, die reizen alles aus, bis zum letzten Tropfen und denen ist es auch egal ob es Arbeitslose gibt. Schauen Sie sich doch Opel an. Da denkt keiner, außer denen die dort arbeiten, an eine Rettung. Die großen Macher wollen Opel zerkleinern, "durch den Wolf drehen". Einer weniger denken die sich. Die Großen sehen nur die Großen und zwar solange bis sie selber klein sind und dann müssen sie umdenken, vorher gibt es keine Entspannung. Keiner lernt dazu, alles schon dagewesen. Traurig aber wahr.
    Es fängt in der Kindheit an, geht in der Schule weiter und zieht sich dann durchs ganze Leben. Es muss am Anfang etwas geändert werden! Die Erziehung, die Schule, das Miteinanderleben.
    Wir sind hier nicht auf einem Sportfeld und auf keinem Kriegsschauplatz, wir wollen hier "LEBEN!" auf dieser Welt und keine Sklaven sein.
    Einen wunderschönen Tag wünsche ich, tschö

    • Chali
    • 09.11.2009 um 8:28 Uhr

    ... alle sind Opfer, keiner konnte die Finanzkrise erahnen und niemand ist verantwortlich"

    Aus den nachdenkSeiten

    • j-ap
    • 09.11.2009 um 8:49 Uhr

    Hervorragend.

    Ludwig von Mises wußte es schon 1912, allerdings sind 92 Jahre Differenz nun wirklich nicht entscheidend, immerhin will hier ein noch lebendes Ego ausreichend gewürdigt werden.

    • mixa
    • 09.11.2009 um 8:59 Uhr

    Eigentlich ist es ganz einfach. Leute am oberen Ende, also die Macher, die reizen alles aus, bis zum letzten Tropfen und denen ist es auch egal ob es Arbeitslose gibt. Schauen Sie sich doch Opel an. Da denkt keiner, außer denen die dort arbeiten, an eine Rettung. Die großen Macher wollen Opel zerkleinern, "durch den Wolf drehen". Einer weniger denken die sich. Die Großen sehen nur die Großen und zwar solange bis sie selber klein sind und dann müssen sie umdenken, vorher gibt es keine Entspannung. Keiner lernt dazu, alles schon dagewesen. Traurig aber wahr.
    Es fängt in der Kindheit an, geht in der Schule weiter und zieht sich dann durchs ganze Leben. Es muss am Anfang etwas geändert werden! Die Erziehung, die Schule, das Miteinanderleben.
    Wir sind hier nicht auf einem Sportfeld und auf keinem Kriegsschauplatz, wir wollen hier "LEBEN!" auf dieser Welt und keine Sklaven sein.
    Einen wunderschönen Tag wünsche ich, tschö

  1. Prof. Sornette schreibt:

    "Und übrigens ist der Mensch zur Moral geboren. Das Problem aber ist, dass Geld die Moral verdrängt"

    Das ist meiner Meinung nach der interessanteste Punkt. Die Frage ist doch, wie man diese Anti-Marktwirtschaftliche Haltung in der Menschheit wieder fördern kann. Wie kann man moralisches Verhalten in einer Gesellschaft attraktiver erscheinen lassen gegenüber der persönlichen Gewinnmaximierung?

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    • joG
    • 09.11.2009 um 9:39 Uhr

    ...wird, weshalb man meint, "persönliche Gewinnmaximierung" wäre "unmoralisch" und ob das überhaupt wahr ist und wenn unter welchen Umständen, würde man sich der Frage nähern:
    "Wie kann man moralisches Verhalten in einer Gesellschaft attraktiver erscheinen lassen gegenüber der persönlichen Gewinnmaximierung?"
    Schließlich ist Gewinnmaximierung keine moralische Kategorie und gleichzeitig die bisher beste bekannte technische Lösung des Problems des Umgangs mit begrenzten Resourssen. Natürlich müssen die Spielregeln richtig angelegt werden, aber...

    PS: Die Studien, die ich zum Thema kenne, lassen vermuten, dass es angeborene "Moral" (Verhaltensweisen) gibt, die aber sich oft widersprechen und manchmal sehr unmoralisch scheinen.

    • ORTMIK
    • 09.11.2009 um 18:01 Uhr

    Moral wieder erzwingen! Dies schafft man, in dem die Regierung den Firmen, den Geldhahn zu dreht. Denn es kann nicht sein, das unser System, nur noch von Fördermitteln lebt. Mein Vorschlag: Abschaffung aller Fördermittel,Steuern runter,Abschaffung der Schiebezeitreglung,Wieder Herstellung des alten 25% und 50% Überstundenzuschlages ab der ersten Überstunde. Einführung einer Steuerbefreiungscard für Arbeitnehmer, die mindestens 30J gearbeitet haben. Fördergeld für Familien,und Alleinerziehende die beide, Berufstätig sind.

    • joG
    • 09.11.2009 um 9:39 Uhr

    ...wird, weshalb man meint, "persönliche Gewinnmaximierung" wäre "unmoralisch" und ob das überhaupt wahr ist und wenn unter welchen Umständen, würde man sich der Frage nähern:
    "Wie kann man moralisches Verhalten in einer Gesellschaft attraktiver erscheinen lassen gegenüber der persönlichen Gewinnmaximierung?"
    Schließlich ist Gewinnmaximierung keine moralische Kategorie und gleichzeitig die bisher beste bekannte technische Lösung des Problems des Umgangs mit begrenzten Resourssen. Natürlich müssen die Spielregeln richtig angelegt werden, aber...

    PS: Die Studien, die ich zum Thema kenne, lassen vermuten, dass es angeborene "Moral" (Verhaltensweisen) gibt, die aber sich oft widersprechen und manchmal sehr unmoralisch scheinen.

    • ORTMIK
    • 09.11.2009 um 18:01 Uhr

    Moral wieder erzwingen! Dies schafft man, in dem die Regierung den Firmen, den Geldhahn zu dreht. Denn es kann nicht sein, das unser System, nur noch von Fördermitteln lebt. Mein Vorschlag: Abschaffung aller Fördermittel,Steuern runter,Abschaffung der Schiebezeitreglung,Wieder Herstellung des alten 25% und 50% Überstundenzuschlages ab der ersten Überstunde. Einführung einer Steuerbefreiungscard für Arbeitnehmer, die mindestens 30J gearbeitet haben. Fördergeld für Familien,und Alleinerziehende die beide, Berufstätig sind.

    • joG
    • 09.11.2009 um 9:39 Uhr

    ...wird, weshalb man meint, "persönliche Gewinnmaximierung" wäre "unmoralisch" und ob das überhaupt wahr ist und wenn unter welchen Umständen, würde man sich der Frage nähern:
    "Wie kann man moralisches Verhalten in einer Gesellschaft attraktiver erscheinen lassen gegenüber der persönlichen Gewinnmaximierung?"
    Schließlich ist Gewinnmaximierung keine moralische Kategorie und gleichzeitig die bisher beste bekannte technische Lösung des Problems des Umgangs mit begrenzten Resourssen. Natürlich müssen die Spielregeln richtig angelegt werden, aber...

    PS: Die Studien, die ich zum Thema kenne, lassen vermuten, dass es angeborene "Moral" (Verhaltensweisen) gibt, die aber sich oft widersprechen und manchmal sehr unmoralisch scheinen.

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    ...es gibt da ein unglaublich banales Beispiel. Wir Kontinentaleuropäer gelten für den Briten als recht undiszipliniert und rücksichtslos. Gutes Besipiel, wir stehen nicht, an sondern drängen überall zum persönlichne Vorteil vor. Wenn man das auf der Insel versuchen sollte, bekommt man den gesamten Unmut des "queue" auch noch für die verbleibende Wartezeit zu spüren.

    Haben die Briten ein höheres Moralverständnis als wir? Nein,sicher nicht. Es war früher den Bus-Schaffnern nur erlaubt, recht saftige Strafen für ein Fehlverhalten im "Bus-Queue" zu kassieren. Das und besonders die folgende soziale Ächtung im Bus hat sich so in die Volksseele eingebrannt, dass es offensichtlich zur sozialen Norm geworden ist. Beschriebener Tatbestand wird heute nicht mehr bestraft, aber trotzdem hält sich (fast) jeder Punk daran.

    Das ist für mich ein Zeichen, dass Moral auch in komplexen sozialen Gebilden "künstlich" entstehen kann. Voraussetzung ist aber ein unabhängiger, unbestechlicher Richter, der die notwendigen Wege und Mittel hat ein Fehlverhalten zu sanktionieren.

    Um das zu erreichen, kann nur ein Aufbegehren der Bevölkerung zu einer Lösung führen. Das soll hier kein kommunistisches gerede sein. Als Beispiel, die Berliner Mauer ist nur gefallen, weil das Volk aufgestanden ist. Die meisten europäischen Regierungschefs haben gegenteilige Interessen verfolgt. So auch hier, die Verantwortlichen wären, bis auf wenige Ausnahmen, gegen eine solche Instanz.

    • keox
    • 09.11.2009 um 19:16 Uhr

    "Schließlich ist Gewinnmaximierung keine moralische Kategorie und gleichzeitig die bisher beste bekannte technische Lösung des Problems des Umgangs mit begrenzten Resourssen."

    Mnschliche Intelligenz ist eine nun wirklich begrenzte Ressource, gerade die aber wird durch Gewinnmaximierung nicht einmal annähernd ausgeschöpft.

    Gewinnmaximierung ist das Programm einer suizidalen Idiotie, die leider den Rest der Menschheit mit in den Abgrund reißt.

    ...es gibt da ein unglaublich banales Beispiel. Wir Kontinentaleuropäer gelten für den Briten als recht undiszipliniert und rücksichtslos. Gutes Besipiel, wir stehen nicht, an sondern drängen überall zum persönlichne Vorteil vor. Wenn man das auf der Insel versuchen sollte, bekommt man den gesamten Unmut des "queue" auch noch für die verbleibende Wartezeit zu spüren.

    Haben die Briten ein höheres Moralverständnis als wir? Nein,sicher nicht. Es war früher den Bus-Schaffnern nur erlaubt, recht saftige Strafen für ein Fehlverhalten im "Bus-Queue" zu kassieren. Das und besonders die folgende soziale Ächtung im Bus hat sich so in die Volksseele eingebrannt, dass es offensichtlich zur sozialen Norm geworden ist. Beschriebener Tatbestand wird heute nicht mehr bestraft, aber trotzdem hält sich (fast) jeder Punk daran.

    Das ist für mich ein Zeichen, dass Moral auch in komplexen sozialen Gebilden "künstlich" entstehen kann. Voraussetzung ist aber ein unabhängiger, unbestechlicher Richter, der die notwendigen Wege und Mittel hat ein Fehlverhalten zu sanktionieren.

    Um das zu erreichen, kann nur ein Aufbegehren der Bevölkerung zu einer Lösung führen. Das soll hier kein kommunistisches gerede sein. Als Beispiel, die Berliner Mauer ist nur gefallen, weil das Volk aufgestanden ist. Die meisten europäischen Regierungschefs haben gegenteilige Interessen verfolgt. So auch hier, die Verantwortlichen wären, bis auf wenige Ausnahmen, gegen eine solche Instanz.

    • keox
    • 09.11.2009 um 19:16 Uhr

    "Schließlich ist Gewinnmaximierung keine moralische Kategorie und gleichzeitig die bisher beste bekannte technische Lösung des Problems des Umgangs mit begrenzten Resourssen."

    Mnschliche Intelligenz ist eine nun wirklich begrenzte Ressource, gerade die aber wird durch Gewinnmaximierung nicht einmal annähernd ausgeschöpft.

    Gewinnmaximierung ist das Programm einer suizidalen Idiotie, die leider den Rest der Menschheit mit in den Abgrund reißt.

  2. ... anhand der Strecke die er sieht, und die er zurückgelegt hat, versucht er zu ergründen wie es wohl weiter geht. Meistens hat er recht, und die Methode ist auch sinnvioll. Was genau kommt weiß niemand. Mein Klassenlehrer hattte eigentlich immer reecht. Ein Zitat, beim austeilen der benoteten Klassenarbeiten: "Einige haben sich überraschend verbessert, einige sind in der Note abgefallen, und es gab natürlich auch einige die sind gleichgeblieben."

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