Klicken Sie auf das Bild, um die Infografik als PDF herunterzuladen.

Etwa 6,8 Milliarden Menschen leben zurzeit auf der Erde. Das ist eine Dimension, die sich kaum jemand vorstellen kann. Nicht nur beim Geld versagt unsere Fantasie, wenn eine Zahl immer mehr Nullen hat. Die amerikanische Umweltaktivistin Donella Meadows schlug deshalb 1990 vor, den Begriff des "globalen Dorfs" wörtlich zu nehmen. Meadows, bekannt geworden als Mitautorin des Reports Die Grenzen des Wachstums von 1972, veröffentlichte den State of the Village Report: Was wäre, wenn die Welt ein Dorf mit 1000 Bewohnern wäre? In späteren Versionen haben andere Forscher dann die Zahl noch einmal auf ein Zehntel reduziert, weil eine Dorfgemeinschaft von nur 100 Menschen unserem Vorstellungsvermögen noch mehr entgegenkommt.

Gegenüber Meadows’ erstem Report hat sich seither einiges verändert auf dem Planeten: So hat die Bevölkerung um fast 30 Prozent zugenommen (was sich nicht in der Größe, aber in der Zusammensetzung unseres Dorfes widerspiegelt), und die Wachstumsrate hat sich verlangsamt. Die Menschheit ist insgesamt gealtert, vor allem als Folge der gestiegenen Lebenserwartung, es haben mehr Menschen Zugang zu Bildung. An der Ungleichverteilung des Reichtums dagegen hat sich wenig geändert.

In der ursprünglichen Dorfmetapher ging es vor allem darum, demografische, ökonomische und ökologische Zusammenhänge zu veranschaulichen. Wir haben nun noch ein paar andere Aspekte hinzugefügt. Einige unserer Zahlen hätte man 1990 noch gar nicht erfassen können, weil die Phänomene schlicht nicht existierten: Internet und Handy haben inzwischen die Welt vernetzt, und Menschen aus den entlegensten Regionen der Erde können heute miteinander kommunizieren. Das hat längst auch die Wirtschaft erkannt: Laut der Marktforschungsfirma Nielsen haben 21 von 100 Bewohnern des globalen Dorfs schon einmal online Waren eingekauft.

In unserer Infografik können sie die Relationen und Zusammenhänge des Gedankenmodells verfolgen.

Recherche: Christoph Drösser und Magdalena Hamm