Malediven Gehen Sie doch nach drüben!Seite 4/4
Die Straße endet auf Hithadhoo, der größten Insel des Atolls. Auch hier ist nicht ein Tourist zu sehen, aber in einer Seitenstraße ein unverhofftes Türschild: »Addu Inn«. Zimmer an Fremde zu vermieten war den Maledivern bis vor Kurzem verboten. Ibrahim Jamal ist ein rundlicher, geschäftstüchtiger Mann von vielleicht fünfzig Jahren. Er hat früher in einem Resort gearbeitet – an der Rezeption, wie er feierlich ergänzt. Als die neue Regierung ins Amt kam, beschloss er, selbst Hotelier zu werden, der erste auf seiner Insel. »Ich habe zwar noch keine Lizenz, aber die werden sie mir schon schicken.« Doch, er hat noch ein Zimmer frei – das teuerste, wie der Zufall es will. Er muss nur rasch die Verwandten hinauskomplimentieren, die zum Freundschaftspreis darin wohnen.
Das Zimmer ist hübsch, vor allem, wenn man es bunt mag: blaue Tür, lila Rahmen, türkisfarbene Stuckdecke, geblümte rote Vorhänge mit Quasten, giftgrüner Balkon. Mit dem Geräusch eines Zahnarztbohrers setzt sich der Ventilator in Gang. Als es Abend wird, dringt durch das Fenster ein Duft von Kardamom, Kreuzkümmel und Kokos. Da kocht wohl jemand Curry. Mit einem Mal fällt dem Besucher auf, was auf der Hotelinsel Villingili fehlte: Sie war vollkommen geruchlos. Hithadhoo dagegen riecht – nach verbranntem Holz, verfaulenden Früchten, nach Haushaltsmüll, Tang und tropischen Blüten. Nicht immer gut, aber lebendig. Daran erinnert man sich.
Die Dämmerung kommt ganz abrupt; das ist hier nicht anders als auf der anderen Seite. Sonnenuntergang auf Villingili, das war die schönste Zeit. Mit einem Mojito im Strandkorb sitzen. Den Personalbooten hinterherschauen und sich fragen, wie es drüben wohl aussieht. Sonnenuntergang auf Hithadhoo – auch schön, aber anders. Mit einem Zahnputzbecher voll Chlorwasser auf dem giftgrünen Balkon stehen und den Jungs zusehen, die unten Fußball spielen – nackte Oberkörper gegen T-Shirts. In den Palmen über ihnen wachen die Flughunde auf, die in den Stunden zuvor kopfüber hingen. Sie fliegen überraschend elegant, beinah wie Zugvögel. Lautlos drehen sie ihre Kreise über den Sportplatz und folgen dann dem Abendlicht, das sich über der Lagune verliert. Ein paar Flügelschläge nur, und sie sind drüben, auf Villingili vielleicht. Für sie ist das Atoll eine große Insel, sie müssen sich nicht entscheiden. Flughund müsste man sein.
Malediven
Anreise: Zum Beispiel mit Condor (www.condor.de) über Frankfurt nach Male. Von dort mit Maldivian (www.island.com.mv) weiter nach Gan auf dem Addu-Atoll
Unterkunft: Shangri-La Villingili Resort, Addu-Atoll, Tel. 00960/6897888, www.shangri-la.com. Geräumiges neues Luxusresort, das Ausflüge auf bewohnte Inseln anbietet
Bei Thomas Cook Reisen (www. thomascook-reisen.de) kostet etwa eine Wasservilla im Shangri-La pro Nacht und Person ab 639 Euro
Addu Inn Guest House, Hithadhoo, Addu-Atoll, Tel. 00960/6886889, . Einfach, aber sehr sauber. DZ ab circa 40 Euro
Auskunft: Fremdenverkehrsamt Malediven, Tel. 06182/9934857, www.visitmaldives.com
- Datum 08.11.2009 - 11:08 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 05.11.2009 Nr. 46
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Der Hinweis, der Besuch von Einheimischen-Inseln sei erste jetzt möglich, ist falsch.
Schon vor 15 Jahren war dies möglich und wurde von mir auch genutzt. Die Malediven sind ein Tauchreiseziel. Dies hat der Autor anscheinend nicht bemerkt. Als Taucher kommt auf den Malediven keine Langeweile auf.
Da ja propagiert wird, auch von der Zeit : die Meldiven werden mit dem unaufhaltsamen Meeresspiegel-Anstieg versinken, stellt sich die Frage, ob die hier dargestellten Zukunftsaktivitäten überhaupt Sinn machen.
Je mehr Touristen mit den CO2-ausscheidenden Flugzeugen zu den Malediven fliegen, desto schneller werden diese im Meer versinken.
Die Melediver müssten also schnellstmöglich auf jeglichen Flugverkehr
zu Ihren Inseln verzichten um einen Beitrag für einen Stopp des Meersspiegelanstieges zu leisten.
Und die hochmoralische - Zeit - macht sich, durch Werbung für einen Maledivenurlaub, noch zum Förderrer des Unterganges.
Stimmt doch - oder ?
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