Die Frage des Datenschutzes war kein großes Thema
»Wir wollen nicht nur unseren Bürgern helfen, ihre verschwundenen Velos möglichst rasch wiederzufinden«, sagt Anne Vang, die politisch verantwortlich für das Projekt ist. Es gehe auch darum, die Stadt rascher von den vielen herrenlosen Rädern zu säubern. »Denn die meisten der gestohlenen Velos sind nur ›ausgeliehen‹ und werden irgendwo wieder abgestellt«, betont die junge Sozialdemokratin. Die meisten Nachtschwärmer hätten gar kein Interesse, den temporär genutzten Drahtesel zu behalten oder weiterzuverkaufen. Deshalb sei auch die Gefahr, dass die Chips entfernt würden, gering. So ganz überzeugt scheinen die Behörden allerdings von der bisherigen Lösung selbst nicht zu sein. Aus dem Rathaus hieß es, im kommenden Jahr würden weitere 5000 Chips im Sattel oder gar im Rahmen fest eingeschweißt.
In der dänischen Hauptstadt setzt man auf sogenannte passive Chips, die nicht selbst senden, ähnlich jenen, die in biometrischen Pässen oder diebstahlgesicherten Waren stecken. Dank dieser handelsüblichen Technik blieben die Projektkosten mit rund 200.000 Euro niedrig. Der Funkchip selbst kostet nur wenige Cent, die Lösung mit der Rückleuchte rund 15 Euro.
Auch die Frage des Datenschutzes war kein großes Thema. »Die passiven Chips scheinen niemanden zu irritieren, da keine sensiblen Daten ausgelesen werden können«, meint Mikael Colville-Andersen, Betreiber des Bike-Blogs copenhagenize.eu. Die Verwendung aktiver Chips, die dank eigener Batterie selbst senden und deshalb aus viel größerer Distanz identifizierbar sind, wäre hingegen heikel gewesen. Denn damit hätten sich problemlos Bewegungsprofile der registrierten Radler erstellen lassen.
Der Erfolg des jetzigen Feldversuchs hält sich allerdings im Rahmen: Von einer Million Fahrrädern in Kopenhagen sind erst 5000 mit einem Funkchip ausgestattet. 42 registrierte Zweiräder sind inzwischen als gestohlen gemeldet, eines davon wurde gefunden.
Doch die nächste Stufe der Aufrüstung ist in Planung: Von 2011 an sollen auch Verkehrsampeln mit automatischen und leistungsfähigeren RFID-Scannern ausgestattet werden. Damit ließen sich nicht nur Lkw beim Abbiegen via Funk vor Velos warnen, sondern man könnte großflächig den Verkehr auf entwendete Zweiräder überwachen. Aber will man das wirklich? Den dänischen Datenschützern dürften heftige Diskussionen bevorstehen.
- Datum 05.11.2009 - 12:16 Uhr
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- Serie Nachhaltigkeit
- Quelle DIE ZEIT, 05.11.2009 Nr. 46
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Rücklicht weg... Chip weg?!
Spaß beiseite:
Was ist mit der Rahmennummer!?
Die gibt es doch noch,- oder? Sie ist normalerweise unter der Tretkurbelachse eingeschlagen.
Gibt es das heute nicht mehr, daß man diese Nummer bei der Polizei registrieren kann,- dazu ein Aufkleber "registriert"
An die Fahrradhersteller:
Als ultimative Verbesserung sollten die Nummern jedoch vorne am "Lenkkopfbereich" des Rahmens sein. --> Da sieht man die Nummer sofort!
Diese Maßnahme ersetzt kein Schloss,- aber bewirkt sicher einen hohen Prozentsatz an Abschreckung... und erleichtert die Identifikation!
Schade ist, (bitte nicht gleich an "Big Brother" denken) daß die öffentlichen Fahrradparkplätze wie bei der Bundesbahn nicht oder sehr schlecht videoüberwacht sind.
Die Technik, wie z.B. Bildschärfe hat sich sehr gebessert. Der Anschaffungspreis wäre heute extrem niedrig. (Ein Ohrfeige an die Bahn!)
Auch die Videomaßnahme würde zur Abschreckung und ggf. zur Identifikation führen!
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