Ausprobiert RedLaser
Schnäppchen-Sucher
Das Programm RedLaser verwandelt das Fotohandy in eine tragbare Supermarktkasse. Es entlarvt Wucherpreise mit wenigen Klicks. Von Jens Uehlecke
Ich erinnere mich noch gut an den Tag, als in unserem Supermarkt plötzlich eine neue Kasse stand, ich muss fünf oder sechs gewesen sein. Anstatt die Preise von Schildchen abzutippen, schob der Kassierer die Einkäufe von nun an über einen roten Laserstrahl, es piepte, und die Beträge erschienen wie von Geisterhand im Display. Ich verstand zwar damals noch nicht, dass die Kasse einfach nur die Strichcodes von den Packungen abliest. Dafür erklärte ich meiner Mutter aber umso bestimmter, dass ich so eine Kasse zu Weihnachten haben wolle.
Wer hätte gedacht, dass dieser Wunsch nun doch noch in Erfüllung geht – dank des iPhone-Programms RedLaser. (Vergleichbare Software gibt es auch für Android-Telefone.) RedLaser verwandelt das Handy in eine Art tragbare Supermarktkasse. Es entziffert diverse Strichcode-Typen auf Verpackungen und sucht nach passenden Informationen. Allerdings verwendet das Programm anstelle eines Lasers die im iPhone eingebaute Kamera. Und es gibt nicht die Preise eines bestimmten Geschäfts an, sondern zeigt per Google-Produktsuche die besten Angebote im Internet.
Wie praktisch das ist, zeigt ein kurzer Rundgang durch die örtliche Saturn-Filiale (»Geiz ist geil!«), deren aktueller Prospekt »sternhagelgünstige« Preise verspricht. Was ist zum Beispiel mit der angepriesenen Casio-Digitalknipse für 169 Euro? Piep – online gibt es diese für 156 Euro inklusive Versand. Und der DeLonghi-Kaffeeautomat für 548 Euro? Piep – kostet nur 471 Euro! Sicher, online gibt es keine Beratung – aber rechtfertigt diese immer die Differenz?
Probleme macht nur ein riesiger Fernseher. Um an seinen Barcode zu kommen, muss ich um den Karton robben. Spätestens jetzt ist klar: Nicht umsonst bestehen Supermarkt-Kassierer darauf, dass man immer alle Einkäufe auf das Laufband stellt.
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- Datum 13.11.2009 - 16:13 Uhr
- Serie Ausprobiert
- Quelle DIE ZEIT, 12.11.2009 Nr. 47
- Kommentare 3
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Aha, eine Anwendung für ein Telefon...
Dazu Preise von Google - weiß man ob der Händler seriös ist?
(Ich bin mir sicher dass sich vieles "günstig" auf Ebay finden - lässt, eine Fälschung zum Schnäppchenpreis - ich denke ich habe lieber das Original)
Dazu braucht es auch einen Mobilfunkvertrag mit unbegrenztem Datenvolumen - sonst kostet der "Spaß".
Preise vergleichen ist gut - aber so sehe ich hier noch keine Zukunft.
Es gibt inzwischen soviele sehr seriöe Händler die ihre Angebote Angebote über das Internet, daß die Aussage: "... eine Fälschung zum Schnäppchenpreis..." schlicht falsch ist.
Un warum ich einen Mobilfunkvertrag mit unbegrenzten Datenvolumen brauchen soll, ist mir auch nicht klar.
Ich glaube diese Anwendung ist vielmehr ein gewichtiger Fingerzeig an den Handel. Vermutlich wird es in naher Zukunft wesentlich schwieriger werden, Produkte mit entsprechenden Margen an den Kunden zu bringen.
Media-Markt und Co. werden sich sehr gute Argumente ausdenken müssen um Kunden in ihre Märkte zu ziehen. Die Argumentation allein über die Preis (Geiz ist geil) ist eigentlich schon hinfällig.
Warum sich über Google Produktsuche an den Markt im Internet binden?
Wäre es nicht sinnvoller diese Ergebnisse mit denen zu kombinieren, die die Software selbst sammelt? Jedesmal wenn so ein Preis eingescannt wird entsteht ja eine Information über einen Preis in einem bestimmten Geschäft zu einer bestimmten Zeit. Technisch kein Problem all diese Daten zu sammeln und daraus eine Datenbank mit Preisinformationen im Einzelhandel zu erstellen.
Eigentlich so offensichtlich, dass ich mich frage ob es das nicht schon längst gibt?
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