Lesen und Vorlesen Familie PowerpointSeite 2/2
Damit reicht das Problem eines prekären Verhältnisses zum gedruckten Wort weit über das Milieu hinaus, in dem wir es bequemerweise gern ghettoisieren würden: in den sozialen Brennpunkten, bei den Migranten, bei den Ungelernten, bei den Hartz-IV-Empfängern, bei all jenen, die an die Bildungsversprechen der Gesellschaft längst nicht mehr glauben: Die Erfahrung hat sie gelehrt, dass ein ordentlicher Hauptschulabschluss keine Garantie für einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz ist. In solchen Familien ist die Ausstattung mit Unterhaltungselektronik vorbildlich. Leider kommt das einer Selbstbenachteiligung gleich. »Bücher und Lexika im Haushalt sind einer der besten Prädiktoren für den Schulerfolg«, sagt der Berliner Bildungsforscher Rainer Lehmann, »Unterhaltungselektronik korreliert dagegen negativ mit dem Schulerfolg.«
So schädlich wie elektronische Überversorgung ist das Schweigen in den Familien. Der amerikanische Psychologe Todd Risley und die Sprachwissenschaftlerin Betty Hart fanden in einer Langzeitstudie heraus, dass sich zwischen Kindern aus unterschiedlichen Elternhäusern bis zum dritten Lebensjahr eine »Wortlücke« von bis zu 30 Millionen Worten auftun kann, die zu den einen gesprochen werden – und zu den anderen nicht (The early catastrophe, 1995).
Gegen die Angst vor Worten und Büchern, auch gegen die zunehmende Abgelenktheit vieler Mittelschichtskinder, die früher ihre Klassen stabilisierten, stemmen sich die Grundschulen. Neben dem Elternhaus ist die Grundschule die zweite Institution, die darüber entscheidet, ob ein Kind zum Leser wird. Der amerikanische Erziehungswissenschaftler Bruno Bettelheim hat darauf hingewiesen, welche ungeheure psychologische Bedeutung Schuleintritt und Lesenlernen für Kinder haben: »Da die Schule speziell für das Kind und seine Altersgenossen geschaffen wurde, tendiert es dazu, seine Ansichten über die Gesellschaft nach seinen Erfahrungen über die Schule zu bilden. Ihm wird schnell klar, dass unter allem, was man in der Schule lernt, nichts so wichtig ist wie das Lesen. Deshalb ist es so entscheidend, wie es gelehrt wird: Die Erfahrungen beim Lesenlernen sind ausschlaggebend dafür, welche Einstellung das Kind später zum Lernen ganz allgemein haben wird.«
Wissenschaftler und Schulpraktiker sind sich weitgehend einig, dass durchschnittlich begabte, zu Hause geförderte Kinder nach fast jeder Methode Lesen und Schreiben lernen können – bloß gibt es immer weniger von ihnen, was manches pädagogische Konzept ins Leere laufen lässt. Ein ganzer Cocktail aus fortschrittlich und gut gemeinten Unterrichtsformen kommt eher den privilegierten Kindern zugute. So ist der offene Unterricht, der vielerorts den Frontalunterricht ersetzt hat, ein großartiges Angebot für Kinder, die schon selbst lernen und sich konzentrieren können. Die anderen werden durch das ständige Hin und Her im Klassenzimmer und die wechselnden Aufgaben verwirrt. »Es gibt nach meiner Kenntnis keinen einzigen empirisch fundierten Hinweis darauf, dass mit dieser Methode bessere Lernergebnisse erzielt werden«, sagt Bildungsforscher Rainer Lehmann.
Eine Untersuchung der Erfurter Grundschulpädagogin Karin Richter zeigte zudem, dass Kinder in Grundschulen inhaltlich ziemlich genau das Gegenteil von dem angeboten bekommen, was sie interessiert: Statt fantastischer Geschichten sollen sie realistische Sacherzählungen lesen. Das ist umso erstaunlicher, als auch die befragten Lehrkräfte diese Sachtexte nicht mögen. Gespräche über literarische Texte finden also auch an Grundschulen viel zu selten statt – das trifft wieder all die Schüler, die zu Hause keine Leseerfahrungen mehr machen. Zunehmend auch Kinder aus der Mittelschicht, die in einigen Jahren in einem ICE zwischen Hamburg, Berlin und München sitzen könnten.
Auch wenn es ihr immer öfter an Buchkultur fehlen mag, hat diese Mittelschicht doch eine stärker ausgeprägte Dienstleistungserwartung an die Schule als die sozial Schwachen. Daher ist es gut vorstellbar, dass Mittelschichtseltern verstärkt in den Schulen vorstellig werden, um sich darüber zu beschweren, dass ihre Kinder nicht lesen lernen.
Das wäre dann eine gute Gelegenheit für die Lehrer, mit den Eltern Klartext zu reden.
- Datum 13.11.2009 - 11:48 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 12.11.2009 Nr. 47
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Der Schulunterricht hat mir damals gründlichst die Lust am Lesen vergällt.
Bücher waren nicht zum Lesen da, sondern zum Analysieren. Nicht die Freude am Lesen war der Mittelpunkt, sondern "Was will uns der Autor sagen?"
Wie soll ein Kind die Freude am Lesen, nämlich genau die angesprochene Müßigkeit, zu schätzen lernen, wenn ihm beigebracht wird, dass Bücher nur dazu sind, wie ein Frosch seziert zu werden?
Über die Buch-Auswahl im Unterricht sage ich nur soviel, als daß wir uns damals über Goethes "Faust" freuten(sic!).
Zu Lesen habe ich erst nach der Schule begonnen, meine Bücher muss ich mittlerweile auslagern, weil der Platz fehlt. Mag sein, dass diese Bücher nicht den hehren Zielen der humanistischen Allgemeinbildung genügen, aber der Autor scheint Spass gehabt zu haben diese zu schreiben und ich habe Spass sie lesen.
... entsteht doch schon lang vor den Gedichtinterpretationen und Textanalysen des Deutschunterrichts. Es ist nicht Aufgabe einer Schule der Mittel- und Oberstufe "Spaß" am Lesen zu wecken, sondern das nötige Arbeitzeug im Kopf zu schärfen, um kritisch mit Texten umgehen zu können. Die Verantwortung junge Kinder an Bücher heranzuführen liegt im Aufgabenbereich der Eltern.
Über den "Faust" habe ich mich ebenfalls in der Schule gefreut, kein Wunder, ist ja auch nach wie vor ein beeindruckendes Werk. Mit der kompletten Buchauswahl des Deutschunterrichts ist wohl kaum ein Jugendlicher glücklich, aber mehr über seine persönlichen Vorlieben zu lernen ist doch auch etwas wert. Und immerhin tut nichts so gut, wie sich an den Büchern, die man überhaupt nicht mag (bei mir waren es Fontane und Brecht, von vorne bis hinten) abzuarbeiten ;))
... entsteht doch schon lang vor den Gedichtinterpretationen und Textanalysen des Deutschunterrichts. Es ist nicht Aufgabe einer Schule der Mittel- und Oberstufe "Spaß" am Lesen zu wecken, sondern das nötige Arbeitzeug im Kopf zu schärfen, um kritisch mit Texten umgehen zu können. Die Verantwortung junge Kinder an Bücher heranzuführen liegt im Aufgabenbereich der Eltern.
Über den "Faust" habe ich mich ebenfalls in der Schule gefreut, kein Wunder, ist ja auch nach wie vor ein beeindruckendes Werk. Mit der kompletten Buchauswahl des Deutschunterrichts ist wohl kaum ein Jugendlicher glücklich, aber mehr über seine persönlichen Vorlieben zu lernen ist doch auch etwas wert. Und immerhin tut nichts so gut, wie sich an den Büchern, die man überhaupt nicht mag (bei mir waren es Fontane und Brecht, von vorne bis hinten) abzuarbeiten ;))
... entsteht doch schon lang vor den Gedichtinterpretationen und Textanalysen des Deutschunterrichts. Es ist nicht Aufgabe einer Schule der Mittel- und Oberstufe "Spaß" am Lesen zu wecken, sondern das nötige Arbeitzeug im Kopf zu schärfen, um kritisch mit Texten umgehen zu können. Die Verantwortung junge Kinder an Bücher heranzuführen liegt im Aufgabenbereich der Eltern.
Über den "Faust" habe ich mich ebenfalls in der Schule gefreut, kein Wunder, ist ja auch nach wie vor ein beeindruckendes Werk. Mit der kompletten Buchauswahl des Deutschunterrichts ist wohl kaum ein Jugendlicher glücklich, aber mehr über seine persönlichen Vorlieben zu lernen ist doch auch etwas wert. Und immerhin tut nichts so gut, wie sich an den Büchern, die man überhaupt nicht mag (bei mir waren es Fontane und Brecht, von vorne bis hinten) abzuarbeiten ;))
Natürlich ist es richtig, wenn Eltern ihre Kinder dazu bringen, zu lesen. Nur, was machen wir, wenn sie es nicht tun? Die Verantwortung liegt *auch* beim Kindergarten und der Schule. Man kann nicht alles auf die Eltern abwälzen, und sich dann ärgern, dass es eben Eltern gibt, die in dem Bereich nichts tun, weil sie z.B. selbst nie an Bücher herangeführt worden sind.
Meine Grundschullehrerin (3-4 Klasse) hat uns im Kunstunterricht vorgelesen - Momo etwa. Wir haben dann passend zum Lesestoff gemalt (also in obigem Fall lauter Uhren). Auch im Kindergarten könnte und müsste man vorlesen - aber die Kindergärtnerinnen, die bei uns so "ausgebildet" werden, sind alle selbst aus eher bildungsfernen Schichten, und wissen gar nicht, dass man das könnte.
Jedenfalls ist die Ausrede "das müssen die Eltern machen" auch das Grundproblem in Deutschland: Stark herkunftsabhängige Bildungschancen. Das können wir uns als Gesellschaft nicht leisten, das ist auch unfair, und wer als Lehrer diese Ausrede benutzt, ist falsch im Job, weil er sich die Aufgabe, die er hat, nicht zu eigen macht, sondern sie abwälzen will.
Ich denke auch, dass "Spass am Lesen, an Geschichten wecken" frueher passieren muss - darauf dass die Eltern das tun, kann man sich aber nicht verlassen. Hier kann Deutschland viel von England lernen. Dort bringen 4 jaehrige Kinder freitags ein Buch aus der Schule mit nach hause, das ihnen "als Hausaufgabe" die Eltern am Wochenende vorlesen sollen. Am Montag werden sie dann gebeten zu erzaehlen, worum es in der Geschichte geht. Koennen sie das mehrfach nicht, wird offensichtlich, dass es in der Familie Probleme damit gibt und die Schule nimmt Kontakt zu den Eltern auf, vermittelt Kurse, Lesepaten oder Sozialarbeiter. Mit 5 Jahren kann eigentlich jedes Kind in England lesen. Ab dann werden die Buecher zum Selberlesen am Wochenende mit nach hause genommen.
Die Ganztagsschule kann doch gerade wieder eine Chance fuer mehr Lesen im Alltag sein - anstatt zu Hause vor der Glotze oder an der Konsole zu hocken, haben doch die meisten Schulen Schulbibliotheken, jedoch keine Schul-X-Box, oder Schulfernseher.
Natürlich ist es richtig, wenn Eltern ihre Kinder dazu bringen, zu lesen. Nur, was machen wir, wenn sie es nicht tun? Die Verantwortung liegt *auch* beim Kindergarten und der Schule. Man kann nicht alles auf die Eltern abwälzen, und sich dann ärgern, dass es eben Eltern gibt, die in dem Bereich nichts tun, weil sie z.B. selbst nie an Bücher herangeführt worden sind.
Meine Grundschullehrerin (3-4 Klasse) hat uns im Kunstunterricht vorgelesen - Momo etwa. Wir haben dann passend zum Lesestoff gemalt (also in obigem Fall lauter Uhren). Auch im Kindergarten könnte und müsste man vorlesen - aber die Kindergärtnerinnen, die bei uns so "ausgebildet" werden, sind alle selbst aus eher bildungsfernen Schichten, und wissen gar nicht, dass man das könnte.
Jedenfalls ist die Ausrede "das müssen die Eltern machen" auch das Grundproblem in Deutschland: Stark herkunftsabhängige Bildungschancen. Das können wir uns als Gesellschaft nicht leisten, das ist auch unfair, und wer als Lehrer diese Ausrede benutzt, ist falsch im Job, weil er sich die Aufgabe, die er hat, nicht zu eigen macht, sondern sie abwälzen will.
Ich denke auch, dass "Spass am Lesen, an Geschichten wecken" frueher passieren muss - darauf dass die Eltern das tun, kann man sich aber nicht verlassen. Hier kann Deutschland viel von England lernen. Dort bringen 4 jaehrige Kinder freitags ein Buch aus der Schule mit nach hause, das ihnen "als Hausaufgabe" die Eltern am Wochenende vorlesen sollen. Am Montag werden sie dann gebeten zu erzaehlen, worum es in der Geschichte geht. Koennen sie das mehrfach nicht, wird offensichtlich, dass es in der Familie Probleme damit gibt und die Schule nimmt Kontakt zu den Eltern auf, vermittelt Kurse, Lesepaten oder Sozialarbeiter. Mit 5 Jahren kann eigentlich jedes Kind in England lesen. Ab dann werden die Buecher zum Selberlesen am Wochenende mit nach hause genommen.
Die Ganztagsschule kann doch gerade wieder eine Chance fuer mehr Lesen im Alltag sein - anstatt zu Hause vor der Glotze oder an der Konsole zu hocken, haben doch die meisten Schulen Schulbibliotheken, jedoch keine Schul-X-Box, oder Schulfernseher.
Ich weiß noch, wie mir meine Oma einprägte, daß Geld, welches für ein Buch ausgegeben wurde, kein rausgeworfenes Geld ist. Und daran habe ich mich bisher gehalten. Meine Eltern, vor allem meine Mutter, war auch eine Vielleserin. Irgendwann wollte ich auch wissen, was in den Dingern aus Papier steht und habe angefangen zu lesen. Und plötzlich taten sich eine Vielzahl neuer Welten auf, die mich bis heute faszinieren. Zur Zeit lese ich pro Woche im Schnitt - trotz Arbeitsbelastung - immer noch zwei bis drei neue Bücher, neben Fachbüchern.
Wir haben Bekannten, die nicht lesen wollten, für ihre Tochter ein Buch mit Aesops Fabeln geschenkt, Aus diesem Buch mußten Papa oder Mama jeden Abend eine Geschichte vorlesen. Inzwischen liest das Kind selbst und macht genau die gleiche Erfahrung wie ich damals - ich Büchern stecken unbekannte Welten, die es zu erforschen gilt. Und Kinder sind die geborenen Forscher und Entdecker, was die Schule und manche Lehrer vergessen.
Eine meiner schönsten Erfahrungen habe ich gemacht, als ich mir angewöhnt hatte, in der Erwachsenenbildung Geschichten vorzulesen. Wenn wir 8 Stunden Unterricht hatten, dann habe ich morgens eine Geschichte vorgelesen. Die Teilnehmer waren selten so ruhig und hörten so gebannt zu wie in diesen Minuten. Menschen lieben Geschichten, entweder lesen sie sie selbst oder sie hören zu. Das funktioniert auch mit Kindern und komischerweise sind dann auch die Zappeligsten in der Lage, ruhig zuzuhören.
Ich bin ebenfalls begeisterter Leser - trotz Schule. Manchmal hat mir in der Schule sogar ein Gedicht gefallen, zumindest bis es unter der zielgerichteten Sezierung des Deutsch/Englisch Unterrichts zerfiel. Das die erfolgreichste Methode zur Interpretation recht simpel war (Datum - letzer Krieg davor - Thema gefunden) hat zur Glaubwürdigkeit der Methoden nicht beigetragen. Auch die Auswahl der Lektüren hat nicht zur Erbauung beigetragen - überall kaputte Gestalten, 90% davon begehen Selbstmord oder Sterben aus anderen Gründen.
Geholfen hat mir in der Hinsicht nur meine eigene Leselust. Griechische und Deutsche Sagen als fantastischen Einstieg später dann Terry Pratchett zuerst in Deutsch und mittlerweile nur noch im Original. Der fantastischen Literatur bin ich treu geblieben um alles was Klassiker (oder noch schlimmer Moderner Klassiker) heißt mache ich allerdings einen großen Bogen.
...finde ich, dass wir als lesehaushalt vier lesebegeisterte töchter im alter von 7 - 27 jahren haben, der mittlerweile 21-jährige sohn aber außer schullektüre nie ein buch zur hand nimmt, obwohl er als kind fast täglich vorgelesen bekommen hat. und hier im artikel sind es auch die jungen. da muss noch etwas anderes im busch sein außer fehlender, elterlicher vorbildfunktion. aber was?
Als Vater von drei viel lesenden Töchtern kann ich dem nur zustimmen. Hier stimmt doch wohl etwas anderes nicht mehr.
Welche Vorbilder haben Jungen heute eigentlich??? Ist es nicht viel bedenktlicher, was der Autor in seinem Text über Führungskräfte schreibt? Über die Freizeitvorlieben von "High Potentials"?
An der Schule und Kindergarten liegt es bestimmt nicht. Auch nicht an fantastischen Geschichten. Märchen, Fabeln und Sagen sind seit Menschengedenken die Strukturen zur Übermittlung zeitloser Verhaltens- und Moralmuster.
Als Vater von drei viel lesenden Töchtern kann ich dem nur zustimmen. Hier stimmt doch wohl etwas anderes nicht mehr.
Welche Vorbilder haben Jungen heute eigentlich??? Ist es nicht viel bedenktlicher, was der Autor in seinem Text über Führungskräfte schreibt? Über die Freizeitvorlieben von "High Potentials"?
An der Schule und Kindergarten liegt es bestimmt nicht. Auch nicht an fantastischen Geschichten. Märchen, Fabeln und Sagen sind seit Menschengedenken die Strukturen zur Übermittlung zeitloser Verhaltens- und Moralmuster.
Daher gibts mein Kommentar hier:
http://community.zeit.de/...
Natürlich ist es richtig, wenn Eltern ihre Kinder dazu bringen, zu lesen. Nur, was machen wir, wenn sie es nicht tun? Die Verantwortung liegt *auch* beim Kindergarten und der Schule. Man kann nicht alles auf die Eltern abwälzen, und sich dann ärgern, dass es eben Eltern gibt, die in dem Bereich nichts tun, weil sie z.B. selbst nie an Bücher herangeführt worden sind.
Meine Grundschullehrerin (3-4 Klasse) hat uns im Kunstunterricht vorgelesen - Momo etwa. Wir haben dann passend zum Lesestoff gemalt (also in obigem Fall lauter Uhren). Auch im Kindergarten könnte und müsste man vorlesen - aber die Kindergärtnerinnen, die bei uns so "ausgebildet" werden, sind alle selbst aus eher bildungsfernen Schichten, und wissen gar nicht, dass man das könnte.
Jedenfalls ist die Ausrede "das müssen die Eltern machen" auch das Grundproblem in Deutschland: Stark herkunftsabhängige Bildungschancen. Das können wir uns als Gesellschaft nicht leisten, das ist auch unfair, und wer als Lehrer diese Ausrede benutzt, ist falsch im Job, weil er sich die Aufgabe, die er hat, nicht zu eigen macht, sondern sie abwälzen will.
Schreibkonferenzen und Geschichtenerzählen helfen den Kindern wieder zurück zum Leseerlebnis, dann schlägt das gelegentliche Game kaum zu Buche. http://viereggtext.blogsp...
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