Lesen und Vorlesen

Familie Powerpoint

Bücher werden auch in Akademikerhaushalten unwichtiger – das hat Folgen für die Kinder: Denn nur wer liest, lernt, sich einzufühlen.

Frank-Walter Steinmeier las letztes Jahr während es bundesweiten Vorlesetags in einer Kita den Kindern vor

Frank-Walter Steinmeier las letztes Jahr während es bundesweiten Vorlesetags in einer Kita den Kindern vor

In großen Verlagshäusern gibt es Manager, die einem ernsthaft und ohne jeden Sinn für Ironie versichern, Bücher läsen sie nie. Keine Zeit.

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Im Erste-Klasse-Abteil jedes ICE zwischen Hamburg, Berlin und München kann man junge, gut gekleidete Männer dabei beobachten, wie sie auf ihren Laptops Filme anschauen, Solitair spielen, Sudokus lösen, vielleicht sogar gelegentlich an einer Powerpoint-Datei herumtüfteln, die irgendetwas mit ihrer Arbeit zu tun hat. Was man fast nie sieht, sind junge Männer, die sich in Romane vertieft haben. Kein Wunder: Öffentliches Lesen würde Muße suggerieren. Und welcher wichtige Mensch hat heute schon Muße?

»Wir wissen nicht, was wir machen sollen«, sagen Akademikereltern, »unser Sohn liest einfach nicht, der interessiert sich nur für seinen Computer.« Und kaufen dem Jungen Computerspiele. 60 Prozent der Kinder, die Computerspiele besitzen, haben diese von ihren Eltern geschenkt bekommen. Bücher dagegen? In einer großen repräsentativen Studie der Stiftung Lesen (Lesen in Deutschland, 2008) gaben nur 50 Prozent der befragten Jugendlichen an, in ihrer Kindheit oft mit Büchern beschenkt worden zu sein. Vor 20 Jahren hatten das noch 70 Prozent gesagt.

Und dann ist da noch die Ganztagsschule, deren flächendeckende Einführung man aus vielfältigen Gründen begrüßen kann. Dem unreglementierten, hemmungslosen Lesen, das die Jugend heutiger Akademikereltern prägte (oder jedenfalls prägen konnte), steht sie eher im Weg: Die Kinder kommen oft erst um 17 Uhr nach Hause, machen manchmal noch eine Stunde lang Hausaufgaben und sind dann froh, sich endlich anspruchsloseren Freizeitbeschäftigungen hingeben zu können. Sie telefonieren und lassen sich durch Soziale Netzwerke des Internets treiben. Fürs Lesen bleibt da wenig Zeit.

Kein Zweifel: Die Gesellschaft des digitalen Zeitalters rückt von der Buchkultur ab – und dieser Trend ist unwiderruflich auch bei den sozial Privilegierten angekommen. Die Zahl der jährlich gelesenen Bücher in Deutschland sinkt ebenso wie die Zahl der Bücher pro Haushalt. Bildungsferne Mittelschichten entstehen, in denen trotz guter materieller Verhältnisse kein Wert mehr auf klassische Bildungsinhalte oder genussvolles Lesen gelegt wird. Möglich, dass ein Teil der Eltern hofft, Kulturtechniken würden in einer Art genetischen Vererbung auf ihren Nachwuchs übergehen. Aber die Herkunft allein, das große Haus oder der Sportwagen helfen beim Lesenlernen gar nichts.

Ein geübter Leser wird man nur durch… Üben. Und die Übung beginnt durch das Vorbild der Eltern, durch Vorlesen, Erzählen und Über-Geschichten-Sprechen. Die Vorlesekultur in einer Familie gilt Leseforschern als der zuverlässigste Indikator für die spätere Lesekompetenz eines Kindes. Warum aber ist Lesekompetenz heute überhaupt noch wichtig? Weil sich dem geübten Leser fragen stellen, die auch im Leben wichtig sind: Worum geht es? Ist das, was ich lese, glaubwürdig? Ist Ironie im Spiel? Was empfinden die Figuren in einer Geschichte?

Wir neigen heute dazu, Lesen und Schreiben zur reinen Informationsübermittlung in Kurzform zu nutzen, als SMS oder kurze E-Mail. Der Wert des literarischen Lesens besteht im radikalen Perspektivenwechsel, in Einfühlung – einer Fähigkeit, die gerade bei jungen Führungskräften heute optimierbar wäre.

Kinder merken mit einem fast unheimlichen Instinkt, was Erwachsenen wichtig ist und was nicht. Laut Stiftung Lesen liest ein Viertel aller erwachsenen Deutschen überhaupt keine Bücher. Eine Studie der Stiftung aus dem Jahr 2001 stellte außerdem fest, dass sich die Zahl der Mütter und Väter, die ihre Kinder systematisch für Bücher zu begeistern versuchen, innerhalb von zehn Jahren von 50 auf 25 Prozent halbiert hatte. Da ist es nur folgerichtig, dass die Hälfte der Sechs- bis Dreizehnjährigen in diesem Land zu Protokoll gibt, »nie«, »gar nicht gern« oder »nicht so gern« zu lesen.

Damit reicht das Problem eines prekären Verhältnisses zum gedruckten Wort weit über das Milieu hinaus, in dem wir es bequemerweise gern ghettoisieren würden: in den sozialen Brennpunkten, bei den Migranten, bei den Ungelernten, bei den Hartz-IV-Empfängern, bei all jenen, die an die Bildungsversprechen der Gesellschaft längst nicht mehr glauben: Die Erfahrung hat sie gelehrt, dass ein ordentlicher Hauptschulabschluss keine Garantie für einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz ist. In solchen Familien ist die Ausstattung mit Unterhaltungselektronik vorbildlich. Leider kommt das einer Selbstbenachteiligung gleich. »Bücher und Lexika im Haushalt sind einer der besten Prädiktoren für den Schulerfolg«, sagt der Berliner Bildungsforscher Rainer Lehmann, »Unterhaltungselektronik korreliert dagegen negativ mit dem Schulerfolg.«

So schädlich wie elektronische Überversorgung ist das Schweigen in den Familien. Der amerikanische Psychologe Todd Risley und die Sprachwissenschaftlerin Betty Hart fanden in einer Langzeitstudie heraus, dass sich zwischen Kindern aus unterschiedlichen Elternhäusern bis zum dritten Lebensjahr eine »Wortlücke« von bis zu 30 Millionen Worten auftun kann, die zu den einen gesprochen werden – und zu den anderen nicht (The early catastrophe, 1995).

Gegen die Angst vor Worten und Büchern, auch gegen die zunehmende Abgelenktheit vieler Mittelschichtskinder, die früher ihre Klassen stabilisierten, stemmen sich die Grundschulen. Neben dem Elternhaus ist die Grundschule die zweite Institution, die darüber entscheidet, ob ein Kind zum Leser wird. Der amerikanische Erziehungswissenschaftler Bruno Bettelheim hat darauf hingewiesen, welche ungeheure psychologische Bedeutung Schuleintritt und Lesenlernen für Kinder haben: »Da die Schule speziell für das Kind und seine Altersgenossen geschaffen wurde, tendiert es dazu, seine Ansichten über die Gesellschaft nach seinen Erfahrungen über die Schule zu bilden. Ihm wird schnell klar, dass unter allem, was man in der Schule lernt, nichts so wichtig ist wie das Lesen. Deshalb ist es so entscheidend, wie es gelehrt wird: Die Erfahrungen beim Lesenlernen sind ausschlaggebend dafür, welche Einstellung das Kind später zum Lernen ganz allgemein haben wird.«

Wissenschaftler und Schulpraktiker sind sich weitgehend einig, dass durchschnittlich begabte, zu Hause geförderte Kinder nach fast jeder Methode Lesen und Schreiben lernen können – bloß gibt es immer weniger von ihnen, was manches pädagogische Konzept ins Leere laufen lässt. Ein ganzer Cocktail aus fortschrittlich und gut gemeinten Unterrichtsformen kommt eher den privilegierten Kindern zugute. So ist der offene Unterricht, der vielerorts den Frontalunterricht ersetzt hat, ein großartiges Angebot für Kinder, die schon selbst lernen und sich konzentrieren können. Die anderen werden durch das ständige Hin und Her im Klassenzimmer und die wechselnden Aufgaben verwirrt. »Es gibt nach meiner Kenntnis keinen einzigen empirisch fundierten Hinweis darauf, dass mit dieser Methode bessere Lernergebnisse erzielt werden«, sagt Bildungsforscher Rainer Lehmann.

Eine Untersuchung der Erfurter Grundschulpädagogin Karin Richter zeigte zudem, dass Kinder in Grundschulen inhaltlich ziemlich genau das Gegenteil von dem angeboten bekommen, was sie interessiert: Statt fantastischer Geschichten sollen sie realistische Sacherzählungen lesen. Das ist umso erstaunlicher, als auch die befragten Lehrkräfte diese Sachtexte nicht mögen. Gespräche über literarische Texte finden also auch an Grundschulen viel zu selten statt – das trifft wieder all die Schüler, die zu Hause keine Leseerfahrungen mehr machen. Zunehmend auch Kinder aus der Mittelschicht, die in einigen Jahren in einem ICE zwischen Hamburg, Berlin und München sitzen könnten.

Auch wenn es ihr immer öfter an Buchkultur fehlen mag, hat diese Mittelschicht doch eine stärker ausgeprägte Dienstleistungserwartung an die Schule als die sozial Schwachen. Daher ist es gut vorstellbar, dass Mittelschichtseltern verstärkt in den Schulen vorstellig werden, um sich darüber zu beschweren, dass ihre Kinder nicht lesen lernen.

Das wäre dann eine gute Gelegenheit für die Lehrer, mit den Eltern Klartext zu reden.

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Leser-Kommentare

    • 13.11.2009 um 13:05 Uhr
    • xoxox

    Der Schulunterricht hat mir damals gründlichst die Lust am Lesen vergällt.

    Bücher waren nicht zum Lesen da, sondern zum Analysieren. Nicht die Freude am Lesen war der Mittelpunkt, sondern "Was will uns der Autor sagen?"

    Wie soll ein Kind die Freude am Lesen, nämlich genau die angesprochene Müßigkeit, zu schätzen lernen, wenn ihm beigebracht wird, dass Bücher nur dazu sind, wie ein Frosch seziert zu werden?

    Über die Buch-Auswahl im Unterricht sage ich nur soviel, als daß wir uns damals über Goethes "Faust" freuten(sic!).

    Zu Lesen habe ich erst nach der Schule begonnen, meine Bücher muss ich mittlerweile auslagern, weil der Platz fehlt. Mag sein, dass diese Bücher nicht den hehren Zielen der humanistischen Allgemeinbildung genügen, aber der Autor scheint Spass gehabt zu haben diese zu schreiben und ich habe Spass sie lesen.

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    ... entsteht doch schon lang vor den Gedichtinterpretationen und Textanalysen des Deutschunterrichts. Es ist nicht Aufgabe einer Schule der Mittel- und Oberstufe "Spaß" am Lesen zu wecken, sondern das nötige Arbeitzeug im Kopf zu schärfen, um kritisch mit Texten umgehen zu können. Die Verantwortung junge Kinder an Bücher heranzuführen liegt im Aufgabenbereich der Eltern.

    Über den "Faust" habe ich mich ebenfalls in der Schule gefreut, kein Wunder, ist ja auch nach wie vor ein beeindruckendes Werk. Mit der kompletten Buchauswahl des Deutschunterrichts ist wohl kaum ein Jugendlicher glücklich, aber mehr über seine persönlichen Vorlieben zu lernen ist doch auch etwas wert. Und immerhin tut nichts so gut, wie sich an den Büchern, die man überhaupt nicht mag (bei mir waren es Fontane und Brecht, von vorne bis hinten) abzuarbeiten ;))

  1. ... entsteht doch schon lang vor den Gedichtinterpretationen und Textanalysen des Deutschunterrichts. Es ist nicht Aufgabe einer Schule der Mittel- und Oberstufe "Spaß" am Lesen zu wecken, sondern das nötige Arbeitzeug im Kopf zu schärfen, um kritisch mit Texten umgehen zu können. Die Verantwortung junge Kinder an Bücher heranzuführen liegt im Aufgabenbereich der Eltern.

    Über den "Faust" habe ich mich ebenfalls in der Schule gefreut, kein Wunder, ist ja auch nach wie vor ein beeindruckendes Werk. Mit der kompletten Buchauswahl des Deutschunterrichts ist wohl kaum ein Jugendlicher glücklich, aber mehr über seine persönlichen Vorlieben zu lernen ist doch auch etwas wert. Und immerhin tut nichts so gut, wie sich an den Büchern, die man überhaupt nicht mag (bei mir waren es Fontane und Brecht, von vorne bis hinten) abzuarbeiten ;))

    Antwort auf "Die Schule ist schuld."
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    Natürlich ist es richtig, wenn Eltern ihre Kinder dazu bringen, zu lesen. Nur, was machen wir, wenn sie es nicht tun? Die Verantwortung liegt *auch* beim Kindergarten und der Schule. Man kann nicht alles auf die Eltern abwälzen, und sich dann ärgern, dass es eben Eltern gibt, die in dem Bereich nichts tun, weil sie z.B. selbst nie an Bücher herangeführt worden sind.

    Meine Grundschullehrerin (3-4 Klasse) hat uns im Kunstunterricht vorgelesen - Momo etwa. Wir haben dann passend zum Lesestoff gemalt (also in obigem Fall lauter Uhren). Auch im Kindergarten könnte und müsste man vorlesen - aber die Kindergärtnerinnen, die bei uns so "ausgebildet" werden, sind alle selbst aus eher bildungsfernen Schichten, und wissen gar nicht, dass man das könnte.

    Jedenfalls ist die Ausrede "das müssen die Eltern machen" auch das Grundproblem in Deutschland: Stark herkunftsabhängige Bildungschancen. Das können wir uns als Gesellschaft nicht leisten, das ist auch unfair, und wer als Lehrer diese Ausrede benutzt, ist falsch im Job, weil er sich die Aufgabe, die er hat, nicht zu eigen macht, sondern sie abwälzen will.

    Ich denke auch, dass "Spass am Lesen, an Geschichten wecken" frueher passieren muss - darauf dass die Eltern das tun, kann man sich aber nicht verlassen. Hier kann Deutschland viel von England lernen. Dort bringen 4 jaehrige Kinder freitags ein Buch aus der Schule mit nach hause, das ihnen "als Hausaufgabe" die Eltern am Wochenende vorlesen sollen. Am Montag werden sie dann gebeten zu erzaehlen, worum es in der Geschichte geht. Koennen sie das mehrfach nicht, wird offensichtlich, dass es in der Familie Probleme damit gibt und die Schule nimmt Kontakt zu den Eltern auf, vermittelt Kurse, Lesepaten oder Sozialarbeiter. Mit 5 Jahren kann eigentlich jedes Kind in England lesen. Ab dann werden die Buecher zum Selberlesen am Wochenende mit nach hause genommen.

    Die Ganztagsschule kann doch gerade wieder eine Chance fuer mehr Lesen im Alltag sein - anstatt zu Hause vor der Glotze oder an der Konsole zu hocken, haben doch die meisten Schulen Schulbibliotheken, jedoch keine Schul-X-Box, oder Schulfernseher.

    • 13.11.2009 um 14:15 Uhr
    • gquell

    Ich weiß noch, wie mir meine Oma einprägte, daß Geld, welches für ein Buch ausgegeben wurde, kein rausgeworfenes Geld ist. Und daran habe ich mich bisher gehalten. Meine Eltern, vor allem meine Mutter, war auch eine Vielleserin. Irgendwann wollte ich auch wissen, was in den Dingern aus Papier steht und habe angefangen zu lesen. Und plötzlich taten sich eine Vielzahl neuer Welten auf, die mich bis heute faszinieren. Zur Zeit lese ich pro Woche im Schnitt - trotz Arbeitsbelastung - immer noch zwei bis drei neue Bücher, neben Fachbüchern.

    Wir haben Bekannten, die nicht lesen wollten, für ihre Tochter ein Buch mit Aesops Fabeln geschenkt, Aus diesem Buch mußten Papa oder Mama jeden Abend eine Geschichte vorlesen. Inzwischen liest das Kind selbst und macht genau die gleiche Erfahrung wie ich damals - ich Büchern stecken unbekannte Welten, die es zu erforschen gilt. Und Kinder sind die geborenen Forscher und Entdecker, was die Schule und manche Lehrer vergessen.

    Eine meiner schönsten Erfahrungen habe ich gemacht, als ich mir angewöhnt hatte, in der Erwachsenenbildung Geschichten vorzulesen. Wenn wir 8 Stunden Unterricht hatten, dann habe ich morgens eine Geschichte vorgelesen. Die Teilnehmer waren selten so ruhig und hörten so gebannt zu wie in diesen Minuten. Menschen lieben Geschichten, entweder lesen sie sie selbst oder sie hören zu. Das funktioniert auch mit Kindern und komischerweise sind dann auch die Zappeligsten in der Lage, ruhig zuzuhören.

    • 13.11.2009 um 15:00 Uhr
    • Puzi

    Ich bin ebenfalls begeisterter Leser - trotz Schule. Manchmal hat mir in der Schule sogar ein Gedicht gefallen, zumindest bis es unter der zielgerichteten Sezierung des Deutsch/Englisch Unterrichts zerfiel. Das die erfolgreichste Methode zur Interpretation recht simpel war (Datum - letzer Krieg davor - Thema gefunden) hat zur Glaubwürdigkeit der Methoden nicht beigetragen. Auch die Auswahl der Lektüren hat nicht zur Erbauung beigetragen - überall kaputte Gestalten, 90% davon begehen Selbstmord oder Sterben aus anderen Gründen.

    Geholfen hat mir in der Hinsicht nur meine eigene Leselust. Griechische und Deutsche Sagen als fantastischen Einstieg später dann Terry Pratchett zuerst in Deutsch und mittlerweile nur noch im Original. Der fantastischen Literatur bin ich treu geblieben um alles was Klassiker (oder noch schlimmer Moderner Klassiker) heißt mache ich allerdings einen großen Bogen.

  2. ...finde ich, dass wir als lesehaushalt vier lesebegeisterte töchter im alter von 7 - 27 jahren haben, der mittlerweile 21-jährige sohn aber außer schullektüre nie ein buch zur hand nimmt, obwohl er als kind fast täglich vorgelesen bekommen hat. und hier im artikel sind es auch die jungen. da muss noch etwas anderes im busch sein außer fehlender, elterlicher vorbildfunktion. aber was?

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    Lesen...   meander

    Als Vater von drei viel lesenden Töchtern kann ich dem nur zustimmen. Hier stimmt doch wohl etwas anderes nicht mehr.
    Welche Vorbilder haben Jungen heute eigentlich??? Ist es nicht viel bedenktlicher, was der Autor in seinem Text über Führungskräfte schreibt? Über die Freizeitvorlieben von "High Potentials"?
    An der Schule und Kindergarten liegt es bestimmt nicht. Auch nicht an fantastischen Geschichten. Märchen, Fabeln und Sagen sind seit Menschengedenken die Strukturen zur Übermittlung zeitloser Verhaltens- und Moralmuster.

  3. Daher gibts mein Kommentar hier:
    http://community.zeit.de/...

  4. Natürlich ist es richtig, wenn Eltern ihre Kinder dazu bringen, zu lesen. Nur, was machen wir, wenn sie es nicht tun? Die Verantwortung liegt *auch* beim Kindergarten und der Schule. Man kann nicht alles auf die Eltern abwälzen, und sich dann ärgern, dass es eben Eltern gibt, die in dem Bereich nichts tun, weil sie z.B. selbst nie an Bücher herangeführt worden sind.

    Meine Grundschullehrerin (3-4 Klasse) hat uns im Kunstunterricht vorgelesen - Momo etwa. Wir haben dann passend zum Lesestoff gemalt (also in obigem Fall lauter Uhren). Auch im Kindergarten könnte und müsste man vorlesen - aber die Kindergärtnerinnen, die bei uns so "ausgebildet" werden, sind alle selbst aus eher bildungsfernen Schichten, und wissen gar nicht, dass man das könnte.

    Jedenfalls ist die Ausrede "das müssen die Eltern machen" auch das Grundproblem in Deutschland: Stark herkunftsabhängige Bildungschancen. Das können wir uns als Gesellschaft nicht leisten, das ist auch unfair, und wer als Lehrer diese Ausrede benutzt, ist falsch im Job, weil er sich die Aufgabe, die er hat, nicht zu eigen macht, sondern sie abwälzen will.

    Antwort auf "Die Freude am Lesen..."
  5. Schreibkonferenzen und Geschichtenerzählen helfen den Kindern wieder zurück zum Leseerlebnis, dann schlägt das gelegentliche Game kaum zu Buche. http://viereggtext.blogsp...

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  • Von Sussanne Gaschke
  • Datum 13.11.2009 - 11:48 Uhr
  • Seite 1 | 2 | Auf mehreren Seiten lesen
  • Quelle DIE ZEIT, 12.11.2009 Nr. 47
  • Kommentare 16
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  • Schlagworte Analphabetismus | Bildung | Mittelschicht | Kind
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