Indexfonds Einfach war gesternSeite 2/2
Inzwischen gibt es viele Beispiele, die so komplex sind, dass sie kaum ein Verbraucher noch verstehen dürfte. Für ihren Currency Valuation ETF schließt etwa X-trackers, die ETF-Sparte der Deutschen Bank, Kredit- und Anlagegeschäfte in sechs Währungen gleichzeitig ab, um Wechselkursdifferenzen auszunutzen. Damit sie den Erfolg dieser Strategie vernünftig einschätzen können, müssten Anleger das Zinsniveau dieser Währungen ebenso einschätzen können wie die Stimmung an den Aktienmärkten und finanzpolitische Entscheidungen der Regierungen.
Thorsten Winkler findet in dem komplexer werdenden Angebot aber keinen Widerspruch zu der Idee, dass ETFs auch für Privatanleger ein gutes Produkt sind. Er managt mehrere ETF-Dachfonds beim Anbieter Veritas. »Natürlich sind kompliziertere Produkte schwieriger zu durchschauen«, sagt Winkler. »Aber es wird ja auch niemand gezwungen, sie zu kaufen. Wer es transparenter haben möchte, der kann und sollte einfach bei den bewährten Standard-ETFs bleiben.« Institutionelle Investoren wie Veritas könnten aber von der Beimischung komplizierterer Versionen profitieren.
»Sie bieten guten Schutz, aber keine Versicherung gegen Verluste«
Für Anleger bedeutet das wachsende Angebot am ETF-Markt vor allem eines: Ein Fonds ist nicht mehr automatisch transparent und einfach zu verstehen, nur weil ETF draufsteht. Thomas Meyer zu Drewer, Deutschlandchef des ETF-Anbieters Lyxor, sieht das ähnlich, vor allem da der Name ETF ja nur bedeute, dass für einen Fonds laufend aktuelle Börsenkurse gestellt werden. »Ein Fondsanbieter könnte sich also durchaus überlegen, seine als Publikumsfonds schlecht laufende Strategie einfach an der Börse anzumelden, weil er dann mit dem Begriff ETF werben kann«, sagt er.
Um im weiter wachsenden Angebot nicht den Überblick zu verlieren, können Anleger auf verschiedene Hilfsmittel zurückgreifen. »Zunächst mal sollte man sich als wenig erfahrener Anleger auf wenige große Indizes beschränken«, sagt Veritas-Experte Winkler. Ein gutes Basisinvestment sei zum Beispiel eine Kombination aus großen Börsenindizes wie dem Weltindex MSCI World oder dem Schwellenländer-Index MSCI Emerging Markets. Auch die Kosten sollten Anleger im Auge behalten. Die entstehen nicht nur durch die jährlichen Gebühren, sondern auch beim Handeln. Je kleiner der sogenannte Spread – die Differenz zwischen An- und Verkaufspreis –, desto günstiger kommt der Anleger weg. Bei Indizes mit hohem Konkurrenz- und Preisdruck versuchen die Anbieter so zum Teil, verloren gegangene Marge zurückzuholen.
Darüber hinaus geben verschiedene Ratings von Anbietern wie Scope, der European Derivatives Group oder der Internetplattform Fund Explorer Anhaltspunkte, wie gut ein ETF seinen Index abbildet, wie viel Sicherheit der Emittent bietet und wie gut der Index selbst ist. »Trotzdem bleibt es Käufern bei einem passiven Produkt wie ETFs nicht erspart, sich ausführlicher damit auseinanderzusetzen«, sagt Lyxor-Mann Meyer zu Drewer. «
- Datum 16.11.2009 - 16:12 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 12.11.2009 Nr. 47
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Das kenn' ich doch irgendwoher - ja, aus der Finanzkrise. Wieso lässt die Bankenaufsicht das immer noch zu? Wer sein Geld in so einen Fonds steckt, den er nicht versteht, soll sich hinterher bitte nicht beschweren, wenn das Geld weg ist.
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