Baden-Württemberg Gorleben ist nicht überallSeite 2/2
Gibt es auch in der Schweiz Kernkraftgegner? Ja – aber man muss sie suchen. In Benken bemüht sich Jean-Jacques Fasnacht von der Anti-AKW-Initiative »Klar! Schweiz«, Stimmung gegen die atomare Müllkippe zu machen, mit überschaubarem Erfolg. Die Initiative zählt gerade mal 1000 Mitglieder, und da sind die deutschen Grenzgemeinden schon mitgezählt. BUND-Aktivist Mayer, der von Freiburg aus Schützenhilfe leistet, rügt die Schweizer Bevölkerung, weil sie »wenig Gefahrenbewusstsein« habe.
So finden sich die entschlossensten Atomkraftgegner noch auf der deutschen Seite der Grenze. Viele sind es nicht. Gelegentlich melden sich die Volksvertreter des Landkreises Waldshut mit lauen Resolutionen zu Wort und pochen vor allem auf grenzüberschreitende Mitbestimmung. Doch weil auch dieser Protest alsbald Erfolg hatte, taugt er nicht dazu, Massen zu mobilisieren. Die Schweiz räumte den betroffenen deutschen Kommunen ein Informations- und Mitspracherecht im »Ausschuss der Kantone« ein; beim Bundesumweltministerium arbeitet zudem eine »Expertengruppe Schweizer Tiefenlager«, die das Auswahlverfahren »fachlich begleitet«.
Auf deutscher Seite, sagt Waldshuts parteiloser Landrat Tilman Bollacher, gebe es schon das Gefühl, dass die Schweizer »mit ihren belastenden Anlagen an die Grenze drücken«. Doch da geht es mehr um den Fluglärm, den die auf den prosperierenden Züricher Flughafen Kloten anfliegenden Jets am Hochrhein verursachen. Er trifft die Einwohner weit unmittelbarer als der friedlich vor sich hin dampfende Kühlturm eines Kernkraftwerks oder Aussicht auf ein Atomendlager in zwei Jahrzehnten.
Irgendwann, sagt der alte Kämpfer Bernd Friebe, »müssen auch Atomgegner Ja zu einem Endlager sagen«.
- Datum 16.11.2009 - 09:37 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 12.11.2009 Nr. 47
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Die Endlagerwahl in der Schweiz beweisst, dass auch im süddeutschen Raum endlagerfähige Orte vorhanden sein müssten. Anstatt sich auf ein norddeutsches "Atomklo" zu konzentrieren, sollte nun schnellstens mit der Endlagersuche südlich des Weißwurstäquators begonnen werden. Oder wollen unsere süddeutschen Landsleute die Verantwortung für den bei ihnen erzeugten Atommüll nicht übernehmen? Sicher, die norddeutsche Landschaft ist nicht so reizvoll, wie die Berge im Süden - wer es mag. Das ist aber kein Grund, sich der gesamtstaatlichen Verantwortung für den in Deutschland produzierten Atommüll zu entziehen.
Die Aussage "die norddeutsche Landschaft ist nicht so reizvoll, wie die Berge im Süden" kann man so nicht stehen lassen. Auch Norddeutschland hat reizvolle Ecken, nur nicht ganz so hohe Berge.
Der anderen Aussage kann ich nur zustimmen, die Beschränkung der Endlagersuche auf Gorleben sollte überdacht und aufgehoben werden.
Die Aussage "die norddeutsche Landschaft ist nicht so reizvoll, wie die Berge im Süden" kann man so nicht stehen lassen. Auch Norddeutschland hat reizvolle Ecken, nur nicht ganz so hohe Berge.
Der anderen Aussage kann ich nur zustimmen, die Beschränkung der Endlagersuche auf Gorleben sollte überdacht und aufgehoben werden.
Die Aussage "die norddeutsche Landschaft ist nicht so reizvoll, wie die Berge im Süden" kann man so nicht stehen lassen. Auch Norddeutschland hat reizvolle Ecken, nur nicht ganz so hohe Berge.
Der anderen Aussage kann ich nur zustimmen, die Beschränkung der Endlagersuche auf Gorleben sollte überdacht und aufgehoben werden.
Meinen Erkenntnissen nach ist Schaffhausen und somit auch Benken, was ich leider nicht kenne, in der Nordschweiz!
"Einen halben Kilometer unter der Gemeinde hat die Nagra eine mehr als hundert Meter dicke Schicht Opalinuston gefunden, welche die strahlenden Hinterlassenschaften der Schweizer Atomindustrie auf unabsehbare Zeit sicher von der Sphäre des Lebens abschließen soll."
Diese Schicht gibt es auch auf der deutschen Seite.
Es ist eine interessante aber irgendwie auch unmöglich erscheinende Vorstellung, eine deutsche Untersuchung könne zu dem Schluss kommen, das Tongestein der schwäbischen Alb seit das tauglichste für das Endlager...
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