Sachsen Wer ist Markus Ulbig?Seite 3/3
»Er lernt schnell«, sagt der Anwalt Hans Hüsken. Er wurde 2002, als in Pirna Land unter war, dem Oberbürgermeister Ulbig von der nächsthöheren Stelle als »Fluthilfe-Manager« vor die Nase gesetzt. Anfangs seien beide »heftig aneinandergerasselt«, als Hüsken die Essensausgabe im Katastrophengebiet anders organisierte. Ulbig habe damals Mitarbeiter auf Fahrrädern losgeschickt, die kontrollierten, ob das funktionierte. »Er fühlte sich entmachtet«, sagt Hüsken, »aber er hat sich schnell berappelt.«
Wahrscheinlich ist dies die größte Umstellung, die Markus Ulbig gelingen muss nach seinem Umzug aus einem Rathaus in ein Ministerium mit insgesamt etwa 17.000 Mitarbeitern, die meisten davon Polizisten. »In Pirna hatte er leichtes Spiel mit einem schwachen Stadtrat«, sagt Peter Tränkner, selbst als Parteiloser in dem Gremium. Von Dresden aus betrachtet, wirken die Pirnaer Verhältnisse bisweilen wunderlich. Zum Beispiel jene »Initiative PRO Markus Ulbig«, die im Jahr 2001 Wahlkampfhilfe leistete.
Einige aus dem innersten Zirkel kamen danach bei der Altstadtsanierung in den Genuss hoher Subventionen. Auch wenn alles mit rechten Dingen zugegangen ist – ein Beigeschmack bleibt. Zum Beispiel weil sich der Oberbürgermeister zu Parteiveranstaltungen ausgerechnet von einem stadtbekannten Fördergeldempfänger chauffieren ließ. »Ich gebe zu, das kann falsch interpretiert werden«, sagt Ulbig, »aber da habe ich gelernt.«
Er sitzt jetzt gedankenverloren in einem Lokal, das er nach einigem Suchen gefunden hat. »Stadtgespräch« heißt es. In Pirna erzählen sie sich, Markus Ulbig habe sogar einen Tanzkurs gemacht, der Karriere wegen. »Meiner Frau zuliebe«, korrigiert der Minister und geht raus in Nacht. Noch ein Termin.
- Datum 11.11.2009 - 11:53 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 12.11.2009 Nr. 47
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