Recycling»Abfall ist Nahrung«

Michael Braungart will die Wegwerfgesellschaft revolutionieren. Seine Ideen klingen toll. Sind sie auch praktikabel?

Eine Welt ohne Müll sei keine Utopie, behauptet der Chemiker Michael Braungart

Eine Welt ohne Müll sei keine Utopie, behauptet der Chemiker Michael Braungart

Damit hat Thorsten Frahm nicht gerechnet: Gerade noch hat er seine Laudatio abgelesen, den Innovationsstandort Deutschland gelobt und Michael Braungart sowie seiner Firma Epea Umweltforschung den Preis für einen »Ort im Land der Ideen« überreicht. Und jetzt steht sein frisch gelobter Laureat Braungart auf der Bühne und zieht über den angeblich innovationsfreundlichen Standort her: »Deutschland ist vielleicht das Land der Ideen, für deren Umsetzung passiert aber nichts!«

Frahm bemüht sich, ein Lächeln aufzusetzen. Der Mitarbeiter der Deutschen Bank ist nur deshalb Laudator, weil sein Unternehmen die Initiative »365 Orte im Land der Ideen« mitträgt. Hätte er mehr über Braungart gewusst, als auf seinem Zettel stand, hätte ihn der Auftritt des Preisträgers kaum gewundert.  

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Man versucht, weniger schlecht zu sein, weniger schlecht ist aber noch lange nicht gut!

Michael Braungart, Chemiker

Denn sein Heimatland kommt selten gut weg bei Michael Braungart. Der 51-jährige Chemiker und Umweltvisionär nutzt jede Gelegenheit, sich darüber auszulassen, wie viel in Sachen Umweltschutz in Deutschland falsch läuft. »Hier herrscht ein Ökologismus! So wie der Sozialismus nie sozial war, werden hier nur Scheinlösungen umgesetzt.« Deutschland und die EU erweckten mit ihren kleinteiligen Regulierungen und Grenzwerten zwar den Eindruck, etwas für den Umweltschutz zu tun. In Wirklichkeit optimierten sie nur falsche Systeme.

Braungart dagegen will das System richtig umbauen. Seine Idee: Produkte sollten am Ende ihres Lebens nicht mühsam entsorgt, aufbereitet oder verbrannt werden, sondern so konzipiert sein, dass sie sich mühelos in anderer Form weiterverwenden lassen. »Cradle to Cradle«, von der Wiege zur Wiege, so nennt er dieses Konzept, das er zusammen mit dem amerikanischen Architekten William McDonough vor acht Jahren entwickelt hat.

Schon bei der Geburt eines Produktes sollte dessen zweites Leben eingeplant sein. Nehmen wir beispielsweise Verbrauchsgüter wie Schuhsohlen, Bremsbeläge und Verpackungen: Sie nutzen sich ab und gehen kaputt. Das macht sie aber nicht automatisch reif für die Müllentsorgung, sie könnten auch als Nährstoffe in einem biologischen Kreislauf dienen – vorausgesetzt, sie sind so konzipiert, dass sie organisch und ohne umweltschädliche Rückstände abgebaut werden.

Ähnlich revolutionäre Ideen hat der Chemiker für den Umgang mit Gebrauchsgütern parat: Wie wäre es, wenn wir Fernseher, Möbel oder Teppiche nicht kaufen und nach Gebrauch wegwerfen, sondern sie von den Herstellern nur für eine bestimmte Betriebszeit leihen? Danach könnten sie zurückgegeben und von diesen fachgerecht auseinandergenommen werden; die verwendeten Rohstoffe oder ganze Bauteile könnten wieder in den technischen Kreislauf eingespeist werden und blieben in einem ewigen Fluss.

»Müll ist Nahrung«, lautet Braungarts Credo. Sein Cradle-to-Cradle-Konzept (kurz C2C genannt) sei damit etwas völlig anderes als die Kultur des Verzichts, die man in Deutschland so gerne predige. Die ständigen Appelle, den ökologischen Fußabdruck so klein wie möglich zu halten, führten nur zu einem schlechten Gewissen. »Man versucht, weniger schlecht zu sein, weniger schlecht ist aber noch lange nicht gut!« Deshalb müsse man von Grund auf anders an die Müllproblematik herangehen.

»Hierzulande werden Dinge recycelt, die nie dafür gemacht wurden«, kritisiert der Chemiker. Beim viel gelobten Papierrecycling etwa entstünden riesige Mengen giftiger Papierschlämme, die verbrannt werden müssten. Im Schlamm sammelten sich Schwermetalle aus Druckfarben, Weichmacher und Bleichmittel. Auch Recyclingtoilettenpapier belaste das Abwasser mit Schwermetallen.

Braungart will zeigen, dass es auch anders geht. So ließ er etwa die amerikanische Originalausgabe seines Buches Cradle to Cradle nicht auf Papier, sondern auf dünne Kunststoffseiten drucken. Der Clou: Die Tinte kann in einem einfachen chemischen Schritt zurückgewonnen und der Kunststoff sortenrein eingeschmolzen werden. Beides stünde also nach Benutzung des Buches komplett als Ausgangsmaterial für ein neues Buch zur Verfügung, der Stoffkreislauf wäre geschlossen. Das Buch wiegt zwar rund doppelt so viel wie die deutsche Übersetzung auf normalem Papier, dafür ist das Kunststoffbuch wasserfest und unter der Dusche lesbar.

Mit solchen Ideen findet Braungart durchaus Anklang. So hat er gerade die 30 größten Firmen Dänemarks, darunter auch Lego, für sein C2C-Prinzip gewonnen. Die niederländische Provinz Limburg schmückt sich gar offiziell als erste »Cradle-to-Cradle-Region«. Selbst Arnold Schwarzenegger bekennt sich als Fan der Idee und will sie in Kalifornien durchsetzen. Als »sehr hilfreich« lobt Braungart in seiner Dankesrede in diesem Zusammenhang die Präsidentschaft von George W. Bush. »Bei ihm war immer klar, dass er kein besonders kluger Mensch ist und dass er nichts für die Umwelt tun wird. Also mussten wir die Dinge selbst in die Hand nehmen!« Das Publikum lacht.

Der Umweltvisionär weiß, wie man Zuhörer unterhält. Er hat unzählige Interviews gegeben und Essays in allen möglichen Zeitschriften veröffentlicht. Der NDR hat eine Dokumentation über ihn gedreht – angeblich arbeitet sogar Steven Spielberg an einem Film über seine Vision. Nur in Deutschland fehlt bislang die rechte Resonanz für seine Ideen. Woran liegt das? Sind die Deutschen einfach zu denkfaul und träge? Oder ist Braungarts Utopie vom Ende der Wegwerfgesellschaft doch nicht so bestechend, wie sie zunächst klingt?

Manche von Braungarts Forderungen seien durchaus berechtigt, heißt es im Umweltbundesamt (Uba). Leider fehle es seinen Ideen oft an Praktikabilität. »Braungart argumentiert sehr generell und auf einem hohen Abstraktionsniveau. Seine Vorschläge machen sich gut in Sonntagsreden, sie hören sich sehr gut an«, sagt etwa Joachim Wuttke vom Fachbereich Nachhaltige Produktion des Uba. »In der praktischen flächendeckenden Umsetzung stoßen wir aber auf zahlreiche Grenzen, die uns politische und ökonomische Rahmenbedingungen setzen.« Für ein verbessertes Papierrecycling etwa müsste man der Industrie genau vorgeben, welche Materialien sie verarbeiten darf. Damit verstoße man aber innerhalb der EU gegen das Prinzip der freien Marktwirtschaft. »Damit sein Konzept funktioniert, müssen schon alle mitmachen, am besten weltweit.«

Ich bin kein Müllmanager, ich bin Produktentwickler

Michael Braungart, Chemiker

Solange es nur eine einzelne Auflage von Braungarts Kunststoffbuch gibt, ist die Idee also praktisch wertlos. Erst wenn sich ganze Verlage umstellen und mit Druckereien zusammenschließen würden, wenn es entsprechende Sammelstellen und Wiederaufbereitungsanlagen gäbe, lohnte sich ein Kunststoff-Recycling. Doch dann tun sich neue Probleme auf: Bücher stehen meist viel zu lange im Regal. Besser für die Wiederverwertung wären schnelllebige Druckerzeugnisse wie Zeitungen und Zeitschriften geeignet. Allerdings würde die Herstellung bei einer Umstellung auf Kunststoff vermutlich erheblich teurer; durch das höhere Gewicht stiegen die Transportkosten, außerdem kann man Kunststoffseiten nicht falten und so weiter. Solche Details, in denen bekanntlich der Teufel steckt, bleiben in Braungarts Visionen meist unerwähnt.

Stattdessen verweist er stolz auf seine zahlreichen Kooperationen mit diversen Unternehmen, aus denen mittlerweile rund 600 Produkte entstanden sind: eine neue Schuhsohle für Nike, deren Abrieb ökologisch verträglich ist; Kosmetika und Shampoos, die ohne chemische Rückstände in den Abfluss fließen; Sitze im Airbus 380, die mit kompostierbaren Textilien bezogen sind, etc. pp. Auch die Idee mit dem zeitlich begrenzten Besitz von Produkten findet Anklang: Zwei große Teppichhersteller verleihen ihre Auslegeware nur noch an die Kunden und nehmen sie danach zurück; und Ford hat einen Prototyp für einen echten Leihwagen entwickelt.

Eines muss man dem Visionär lassen: Um Ideen ist er nicht verlegen, ständig fällt ihm etwas Neues ein. Windeln zum Beispiel. Mit den Windeln, die ein Baby im Jahr benötige, könnte man mehr CO2 speichern, als das Baby ausatmet, hat Braungart berechnet. Die Absorber in der Windel können literweise Wasser binden, also könnte man doch die gefüllten, nährstoffgesättigten Windeln nutzen, um die Wüste zu begrünen und dort Bäume zu düngen! Klingt genial. Doch wie sollen die miefenden Windeln gesammelt, in die Wüste transportiert und den Wüstensöhnen als Ökohilfe untergejubelt werden? »Ich bin kein Müllmanager, ich bin Produktentwickler«, antwortet Braungart auf solche Fragen.

Ähnlich ist es mit seiner Utopie vom völlig geschlossenen Nährstoffkreislauf. Nach Braungarts Vorstellung sollen zersetzbare Produkte den Nährboden für nachwachsende Rohstoffe bilden. »Wir verlieren in Deutschland jedes Jahr 5000-mal mehr Boden, als wir nachwachsen lassen. Wir brauchen den Humus ganz dringend!«

Doch was, wenn wirklich alle Wegwerfprodukte organisch abbaubar wären? Wohin mit den Unmengen an daraus entstehendem Kompost? Für den heimischen Garten allein ist das jedenfalls zu viel. »Mit dem Kompost einer Kleinfamilie könnte man ein zwei Hektar großes Feld düngen«, weiß auch Braungart. Also müsste das Material zentral gesammelt und in großen Kompostieranlagen deponiert werden. »Man könnte die Verrottungsgase als Biogas nutzen, oder man züchtet im Kompost gezielt Maden, die man dann als nahrhaftes Viehfutter vermarktet.«

Das Problem ist nur: Es ist wenig sinnvoll, kompostierbare Waren auf den Markt zu bringen, solange das Verwertungskonzept noch nicht ausgereift ist. Umgekehrt wird kaum jemand ein solches Konzept entwickeln, solange nicht konkrete Produkte existieren, die es auch notwendig machen. Da beißt sich die Katze in den Schwanz.

Zweifellos legt Braungart seinen Finger in die Wunden unserer Wegwerfgesellschaft. Doch seine Lösungsansätze erfordern nichts weniger als einen radikalen Umbau unseres Wirtschaftssystems. Genau das hat er im Sinn, mit Cradle to Cradle strebt er nichts Geringeres an als Die nächste industrielle Revolution – so der Titel seines zweiten Buches. Im Prinzip müssten alle Produkte noch einmal neu erfunden werden, erst dann mache Recycling wirklich Sinn.

Bevor allerdings diese Revolution Wirklichkeit geworden ist, arbeitet Braungart notgedrungen mit jenen zusammen, die noch nicht so weit sind. So verkauft seine Firma Epea Umweltforschung abgestufte Zertifikate an Unternehmen, die ihnen bescheinigen, wie weit sie bei der Umstellung auf eine nachhaltige Produktion schon gekommen sind. Ob das die Revolution befördert oder den Firmen nur als grünes Feigenblatt dient, ist schwer auszumachen.

Unklar ist auch, was es genau heißt, dass sich die Provinz Limburg zur Cradle-to-Cradle-Region erklärt hat. Bislang gibt es dazu nur einige wolkig formulierte Broschüren und die Ankündigung, dass die Floriade 2012, eine internationale Gartenschau, nach C2C-Kriterien geplant werde. Nach der Ausstellung soll auf dem 25.000 Quadratmeter großen Gelände ein Campus für Nachhaltigkeitsforschung entstehen. Und dort, so viel ist wenigstens sicher, wird dann eigens ein Lehrstuhl für Michael Braungart eingerichtet.

 
Leser-Kommentare
  1. 1.) Supermärkte dürfen keine Lebensmittel mehr wegschmeissen.

    Verschenken, Rabattaktion kurz vor Ablauf oder gleich weniger ins Lager nehmen - alles okay, solange nichts mehr im Müll landet.

    2.) Keine subventionierten Lebensmittelexporte mehr, die hier die Agrarindustrie aufbläht und in anderen Ländern die Märkte ruiniert.

    So lange, wie wir nicht mal solch einfache Dinge hinbekommen, so lange sind die Überlegungen Braungarts völlig weltfremd.

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    Als man den letzten deutschen Kaiser, gefragt hat, was er von der Motorisierung im Straßenverkehr hält sagte er, auf Dauer setze ich aufs Pferd! Heute sind wir bald soweit. Das Cradle to Cradle Konzept, ist eigentlich nichts neues, dies gab es auch schon vor 1945. Da man heute aber ständig auf Wachstum setzt, anstelle von Beständigkeit, betreiben wir unter Volldampf Raubbau mit unseren Ressourcen. Das Cradle to Cradle wird sich aber auf Dauer Durchsetzen, davon bin ich fest überzeugt.

    Als man den letzten deutschen Kaiser, gefragt hat, was er von der Motorisierung im Straßenverkehr hält sagte er, auf Dauer setze ich aufs Pferd! Heute sind wir bald soweit. Das Cradle to Cradle Konzept, ist eigentlich nichts neues, dies gab es auch schon vor 1945. Da man heute aber ständig auf Wachstum setzt, anstelle von Beständigkeit, betreiben wir unter Volldampf Raubbau mit unseren Ressourcen. Das Cradle to Cradle wird sich aber auf Dauer Durchsetzen, davon bin ich fest überzeugt.

  2. Herr Braungart hat seine Hausaufgaben nicht gemacht.
    Die beim Papierrecycling anfallenden Schlämme sind nicht giftig, hauptsächlich gehen sie in die Ziegel- und Zementindustrie, wo die Schlämme beigemischt werden. Beim Brennen der Ziegel verbrennen auch die organischen Bestandteile der Fasern, wodurch Poren entstehen, die zur Wärmeisolation beitragen und damit Energie sparen.
    Als Bleichmittel wird überwiegend Wasserstoffperoxid (Wird auch beim Friseur zum Haare bleichen verwendet) verwendet. Da Wasserstoffperoxid im vorherrschenden Milieu instabil ist und durch das von (fast allen) Mikroorganismen produzierte Enzym Katalase zersetzt wird, kann ausgeschlossen werden, dass bei der Weiterverwendung des Schlamms Probleme entstehen könnten.
    Weiterhin wird in vielen Papierfabriken inzwischen Biogas produziert.
    Richtig ist, dass das Papierrecycling als hochgeschlossener Kreislaufbegriffen werden muss, Nachholbedarf besteht meines Erachtens vor allem bei den Druckfarben- und Klebstoffherstellern. Druckfarben, die schwer zu entfernen sind, bzw. Klebstoffe, die beim Papierherstellungsprozess für Produktionsstörungen verantwortlich sind, sind der Hauptgrund für das Anfallen der Schlämme.
    Der Altpapiereinsatz hilft auch Energiesparen. Die Erzeugung von einer Tonne Altpapier verbraucht nur etwa ein Drittel der Energie zur Erzeugung von Holzstoff.
    In der Anwendung führt auf Grund der vielseitig einsetzbaren Naturfasern kein weg am HiTech-Werkstoff Papier vorbei!

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    In Sachen Werkstoff Papier muss ich Ihnen zustimmen.

    Der Ansatz C2C von Braungart ist im Grundgedanken ein sehr guter Ansatz, dass er den Werkstoff Papier allerdings niedermacht klingt schwer nach Lobbyismus zu Gunsten seiner eigenen (Kunststoff-?)Produkte.
    Auch die Kritik an der EU mag zumindest in Teilen berechtigt sein, aber wenn ich dann in dem Artikel von seiner bisherigen Umsetzung seiner eigenen Ideen lese (u.a. die Zertifikate), klingt das dann mindestens genauso dekadent...

    In Sachen Werkstoff Papier muss ich Ihnen zustimmen.

    Der Ansatz C2C von Braungart ist im Grundgedanken ein sehr guter Ansatz, dass er den Werkstoff Papier allerdings niedermacht klingt schwer nach Lobbyismus zu Gunsten seiner eigenen (Kunststoff-?)Produkte.
    Auch die Kritik an der EU mag zumindest in Teilen berechtigt sein, aber wenn ich dann in dem Artikel von seiner bisherigen Umsetzung seiner eigenen Ideen lese (u.a. die Zertifikate), klingt das dann mindestens genauso dekadent...

  3. 3. C2C

    Ich kann der Bewegung C2C einiges abgewinnen, geschlossene Wiederverwertungskreisläufe sind ein wichtiges Projekt. Ich kann aber nicht verstehen warum Herr Braungart die anderen wichtigen Beiträge zur ökologischen Nachhaltigkeit so sehr diskreditiert. Ein auf Massenkonsum und ewigem Produktionswachstums basierender geschlossener Kreislauf ohne zusätzlich anfallende Energie ist nicht denkbar.
    Ich finde es außerdem höchst unverständlich und überheblich die Verzichtsethik so auf dumme und nur aus ihrem Schuldgefühl heraus handelnde Menschen zu projezieren. Ich persönlich empfinde Lust am Verzicht und kenne viele denen es auch so geht. Bescheidenheit ist ein ganz wichtiger Teil meiner Lebensqualität, weil ich dadurch in der Lage bin, etwas wirklich zu genießen wenn ich es mir seltener gönne. Wenn ich jeglichem Verlangen, sei es noch so banal, ständig nachgehe stumpfe ich völlig ab und kann mich an gar nichts mehr erfreuen. Mein Verzicht ist kein Schuldenablasshandel sondern mit der Einsicht verbunden, dass die wahre Freude in der Knappheit liegt so wie das Leben auch nur deswegen schön ist, weil es nicht ewig weiter geht.

    Eine Leser-Empfehlung
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    • joG
    • 16.11.2009 um 8:37 Uhr

    ...wenn er wenig ißt, befriedigt sich genauso, wie der Dicke mit zwei Viertelpfünder mit Pommes. Beide tun, was ihnen am besten gefällt.
    Wenn ich Sie richtig verstehe, ist der einzige Unterschied der, dass der Asket auf das Schweinchen herabschaut, weil er besser ist.

    • joG
    • 16.11.2009 um 8:37 Uhr

    ...wenn er wenig ißt, befriedigt sich genauso, wie der Dicke mit zwei Viertelpfünder mit Pommes. Beide tun, was ihnen am besten gefällt.
    Wenn ich Sie richtig verstehe, ist der einzige Unterschied der, dass der Asket auf das Schweinchen herabschaut, weil er besser ist.

    • mixa
    • 16.11.2009 um 8:06 Uhr
    4. C2C

    Ich habe von Herrn Braungart vor ca einem Jahr etwas im TV gesehen. Seine Ideen sind sehr interessant. Viele dieser Ideen hätten schon umgesetzt sein können, doch lieber wird diskutiert, statt zu handeln.
    Es gibt jetzt ein Wirtschaftswachstumsbeschleunigungsgesetz, man fasse sich mal an den Kopf.
    Warum gibt es kein Menschenrettungsgesetz? Luftverbesserungsgesetz? Pflegegesetz? Usw?
    Nein es werden lieber Luftrechte! verkauft. Mit "nutzlosen Immobilien" Geld gemacht, dass genauso wieder verschwindet. Es werden tote Banken gerettet, mit Steuergeldern die nicht vorhanden sind und bei denen nur noch der Chef im Sessel sitzt.
    Macht doch lieber mal was konkretes. Es gibt viele Menschen mit ähnlichen Ideen wie Hr. Braungart, nur die können sich kein Gehör verschaffen, weil sie keinen "Background" haben.
    Umweltschutz als Hobby.
    Viele liebe Grüße, talkletts

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    Ihren Vergleich finde ich nicht treffend. Ich habe nur dieses Beispiel erläutert um zu zeigen, dass Verzicht nichts mit Schuld zu tun haben muss so wie in meinem Fall, denn Herr Braungart behauptet dass. Insofern habe ich genau das Gegenteil gemacht als mich moralisch über andere erhoben. Ich verzichte mit egoistischen Motiven(überspitzt gesagt), und das hebt mich moralisch auf keine andere Stufe.
    Das ich zusätzlich der Meinung bin, dass wir als Gesellschaft weniger konsumieren müssen hat doch rein pragmatisch ökologische Gründe und ist auch nicht als Moralisierung zu werten sondern reine Überlebenslogik.
    Mit dem Moralisieren fange ich erst an wenn es um Verteilungsprobleme geht!

    Ihren Vergleich finde ich nicht treffend. Ich habe nur dieses Beispiel erläutert um zu zeigen, dass Verzicht nichts mit Schuld zu tun haben muss so wie in meinem Fall, denn Herr Braungart behauptet dass. Insofern habe ich genau das Gegenteil gemacht als mich moralisch über andere erhoben. Ich verzichte mit egoistischen Motiven(überspitzt gesagt), und das hebt mich moralisch auf keine andere Stufe.
    Das ich zusätzlich der Meinung bin, dass wir als Gesellschaft weniger konsumieren müssen hat doch rein pragmatisch ökologische Gründe und ist auch nicht als Moralisierung zu werten sondern reine Überlebenslogik.
    Mit dem Moralisieren fange ich erst an wenn es um Verteilungsprobleme geht!

    • joG
    • 16.11.2009 um 8:37 Uhr

    ...wenn er wenig ißt, befriedigt sich genauso, wie der Dicke mit zwei Viertelpfünder mit Pommes. Beide tun, was ihnen am besten gefällt.
    Wenn ich Sie richtig verstehe, ist der einzige Unterschied der, dass der Asket auf das Schweinchen herabschaut, weil er besser ist.

    Antwort auf "C2C"
  4. In Sachen Werkstoff Papier muss ich Ihnen zustimmen.

    Der Ansatz C2C von Braungart ist im Grundgedanken ein sehr guter Ansatz, dass er den Werkstoff Papier allerdings niedermacht klingt schwer nach Lobbyismus zu Gunsten seiner eigenen (Kunststoff-?)Produkte.
    Auch die Kritik an der EU mag zumindest in Teilen berechtigt sein, aber wenn ich dann in dem Artikel von seiner bisherigen Umsetzung seiner eigenen Ideen lese (u.a. die Zertifikate), klingt das dann mindestens genauso dekadent...

  5. 7. Wieso

    wird man im Moment mit dieser Idee bombardiert? Letzte Woche erst ein langer Beitrag im TV, jetzt hier. Sucht man dann mal konkret nach Produkten (die angeblich schon verkauft werden) - nix. Heißt das jetzt, dass die Idee unpraktikabel ist?

    Ansonsten bin ich geneigt, dem Chemiker Recht zu geben. Dieses falsche Prinzip kann man überall in D und Europa finden (woanders natürlich auch). Bsp. LKW-Wahn statt Schienennetzausbau und Verfrachtung der Transportlast auf die Schiene... das wär doch mal was ganz Praktisches. Stattdessen wird alles was nach Schiene und Bahn riecht, systematisch kalt gemacht.

    Bei anderen Produkten ist man schnell zur Stelle mit der Vermarktung, egal ob man das Zeug braucht oder nicht. Hier hat der Autor soviel Weitblick zu meinen, der neu zu schaffende Lehrstuhl für Herrn Braungart sei alles, was diesen interessiert.

    Ich würde die Forschung im Bereich Cradle2Cradle mal frech als Grundlagenforschung beschreiben. Da dürfte dann klar sein, was gemeint ist. Von einem Chemiker würde ich nicht verlangen, dass er in die Werbung geht und was verkaufen soll.

  6. 8. Nein

    Ihren Vergleich finde ich nicht treffend. Ich habe nur dieses Beispiel erläutert um zu zeigen, dass Verzicht nichts mit Schuld zu tun haben muss so wie in meinem Fall, denn Herr Braungart behauptet dass. Insofern habe ich genau das Gegenteil gemacht als mich moralisch über andere erhoben. Ich verzichte mit egoistischen Motiven(überspitzt gesagt), und das hebt mich moralisch auf keine andere Stufe.
    Das ich zusätzlich der Meinung bin, dass wir als Gesellschaft weniger konsumieren müssen hat doch rein pragmatisch ökologische Gründe und ist auch nicht als Moralisierung zu werten sondern reine Überlebenslogik.
    Mit dem Moralisieren fange ich erst an wenn es um Verteilungsprobleme geht!

    Antwort auf "C2C"

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