Hunger Heute schon gegessen?Seite 3/3
Im ausgebauten »Weltparlament gegen Hunger« schauen an der Seite der Regierungsvertreter künftig auch Nichtregierungsorganisationen und die Industrie den Geldgebern auf die Finger. Die sind nicht die Einzigen, die nun Rechenschaft ablegen sollen. Auch von den Empfängerländer wird mit mehr Nachdruck Transparenz eingefordert. Deren Eliten zählen nicht gerade zur Avantgarde im Kampf gegen Hunger. Afrikas politische Führer gelobten zwar vor sechs Jahren, zehn Prozent ihres Haushalts in die Landwirtschaft zu investieren. Bisher haben aber erst sieben Länder dieses Versprechen eingelöst.
Wie weit die Macht des CFS am Ende reichen soll, darum wird noch gerungen. Im Hintergrund brodelt nicht nur der ewige Konflikt zwischen dem Klub der wirtschaftlich Starken und den demokratisch legitimierten UN-Institutionen, in denen die Entwicklungsländer gleichberechtigt mitreden können. Auch andere Kämpfe werden ausgefochten, zum Beispiel um die Frage, welche Art von Landwirtschaft in Zukunft acht oder neun Milliarden Menschen ernähren soll.
Da rufen auf der einen Seite die USA und andere große Agrarexporteure eine neue »grüne Revolution« aus. Der Agroindustrie eng verbunden, setzen sie wie in den sechziger Jahren darauf, mithilfe von Kunstdünger und neuem, teils gentechnisch verändertem Saatgut mehr zu produzieren.
Freier Handel allein ist kein Rezept im Kampf gegen Hunger

Mit ökologischer Landwirtschaft wäre ihnen geholfen: Ein Interview mit dem stellvertretenden FAO-Generaldirektor Alexander Müller
Diesem Credo halten immer mehr Entwicklungsländer ihre Hoffnung auf eine »Regenbogen-Revolution« der Landwirtschaft entgegen. Vielfältige, lokal angepasste »agrarökologische« Anbausysteme sollen gerade denen helfen, die am häufigsten hungern: den Kleinbauern in abgelegenen Regionen. Und sie sollen in Zeiten des Klimawandels schwindende natürliche Ressourcen wie Boden und Wasser schonen. »Wir dürfen nicht die Irrtümer der Vergangenheit wiederholen«, sagt Olivier De Schutter, der belgische Sonderbeauftragte der UN für das Menschenrecht auf Nahrung.
Dass vielerorts immer noch der freie Handel als Rezept im Kampf gegen den Hunger propagiert wird, hält De Schutter für »höchst problematisch«. Importdruck gegen »Ernährungssouveränität«: Hier verläuft die dritte Schlachtlinie des Agrikulturkampfs. Wie selbstbestimmt können die Entwicklungsländer in Zukunft ihre Landwirtschaft und ihre Märkte gestalten, ihre Ressourcen verwalten? Das wird nicht in Rom entschieden, sondern bei der Welthandelsorganisation in Genf. Eine Abschlusserklärung würde immerhin Normen schaffen. Erste Entwürfe sind bereits in Umlauf. NGOs sehen vor allem dort blinde Flecken, wo die Interessen des Nordens berührt wären. Spekulation, Biosprit, Exportsubventionen.
Bleibt es dabei, erleidet der Welternährungsgipfel ein ähnliches Schicksal wie das UN-Klimaschutzregime. Das droht zu versagen, weil weiter nationales, kurzfristiges Vorteilsdenken vorherrscht. Doch so verspielen die reichen Länder nicht nur den möglichen Sieg über den Hunger, sondern auch den Rest ihrer Glaubwürdigkeit bei der Bewältigung globaler Krisen.
- Datum 16.11.2009 - 16:02 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 12.11.2009 Nr. 47
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...Menschenrechte hier nicht. Sie sind nicht Teil unseres Solidarpakts. Was also ist das Problem? Wir zahlen bspw unseren Bauern und Argrarunternehmen Subventionen, die daher die Produkte billiger anbieten können, als man sie herstellen kann. Da kann Der da unten nicht mit, versagt gegen unsere herten Euros am Markt und bleibt auf seiner Ware sitzen; bankrotiert, hungert und stirbt. Und das mit unserem Auftrag und mit unserem Geld. Wenn wir alle das so bestimmen und sogar bezahlen, muss es ordentlich sein so.
...eigentlich weiß doch jeder Bescheid und trotzdem kauft er die Schnäppchen bei Aldi, Lidl und Co. Überkonsum und Wegschmeißkultur müssen sozial verachtet werden, nur dann kann er eingedämmt werden.Deutschland hat eh genug fette Kinder!
Es wird erfreulicherweise langsam gesellschaftlich anerkannt Fair Trade zu kaufen. Wichtig sind aber große Schritte - kein Nestle mehr, kein Starbucks, kein Chiquita. Man muss es den Unternehmen zeigen, dass die Kunden Bananen aus Ausbeuterei nicht mehr wollen.
Zahlen Sie keine Abgaben oder Steuern? Sie bezahlen es doch und sind genauso verantwortlich wie jene, deren soziale Ausgrenzung Sie da verlangen. Wir machen das selbst. Da ist es Heuchelei zu sagen es wäre schlecht. Man kann doch nicht den Auftrag bezahlen und sagen der Täter war der Täter.
Der Kaffee- und Bananenpreis ist deswegen so niedrig, weil das Angebot so groß ist. Würde nicht so viel produziert, könnten die Produzenten auch höhere Preise verlangen. Dann würde allerdings auch die Nachfrage ein wenig zurückgehen.
Und hier liegt das Problem von Fair Trade: Zu dessen Preisen kann man nur deutlich weniger des Produkts verkaufen (die meisten Kaffee- und Bananenkonsumenten können ihren Konsum bei höheren Preisen um ein paar Prozente zurückschrauben). Und wonach wird ausgewählt, welche Produzenten dann noch verkaufen dürfen? Lotterie? Wer zuerst dem lokalen Fair-Trade-Einkäufer in den Hintern gekrochen ist? Wenn sich das weit genug verbreitet, könnte Korruption der treibende Faktor werden.
Wenn der Marktpreis niedriger als die Produktionskosten ist, "sagt" der Markt eben, dass weniger produziert werden sollte. Wer dann damit aufhört, entscheidet sich am besten daran, wer am wenigsten kosteneffizient produziert. Das gilt für Kaffeeanbauer genauso wie für Milchbauern.
btw: Starbucks verkauft auch Fair-Trade-Kaffee. Einfach danach fragen.
Zahlen Sie keine Abgaben oder Steuern? Sie bezahlen es doch und sind genauso verantwortlich wie jene, deren soziale Ausgrenzung Sie da verlangen. Wir machen das selbst. Da ist es Heuchelei zu sagen es wäre schlecht. Man kann doch nicht den Auftrag bezahlen und sagen der Täter war der Täter.
Der Kaffee- und Bananenpreis ist deswegen so niedrig, weil das Angebot so groß ist. Würde nicht so viel produziert, könnten die Produzenten auch höhere Preise verlangen. Dann würde allerdings auch die Nachfrage ein wenig zurückgehen.
Und hier liegt das Problem von Fair Trade: Zu dessen Preisen kann man nur deutlich weniger des Produkts verkaufen (die meisten Kaffee- und Bananenkonsumenten können ihren Konsum bei höheren Preisen um ein paar Prozente zurückschrauben). Und wonach wird ausgewählt, welche Produzenten dann noch verkaufen dürfen? Lotterie? Wer zuerst dem lokalen Fair-Trade-Einkäufer in den Hintern gekrochen ist? Wenn sich das weit genug verbreitet, könnte Korruption der treibende Faktor werden.
Wenn der Marktpreis niedriger als die Produktionskosten ist, "sagt" der Markt eben, dass weniger produziert werden sollte. Wer dann damit aufhört, entscheidet sich am besten daran, wer am wenigsten kosteneffizient produziert. Das gilt für Kaffeeanbauer genauso wie für Milchbauern.
btw: Starbucks verkauft auch Fair-Trade-Kaffee. Einfach danach fragen.
Zahlen Sie keine Abgaben oder Steuern? Sie bezahlen es doch und sind genauso verantwortlich wie jene, deren soziale Ausgrenzung Sie da verlangen. Wir machen das selbst. Da ist es Heuchelei zu sagen es wäre schlecht. Man kann doch nicht den Auftrag bezahlen und sagen der Täter war der Täter.
Der Kaffee- und Bananenpreis ist deswegen so niedrig, weil das Angebot so groß ist. Würde nicht so viel produziert, könnten die Produzenten auch höhere Preise verlangen. Dann würde allerdings auch die Nachfrage ein wenig zurückgehen.
Und hier liegt das Problem von Fair Trade: Zu dessen Preisen kann man nur deutlich weniger des Produkts verkaufen (die meisten Kaffee- und Bananenkonsumenten können ihren Konsum bei höheren Preisen um ein paar Prozente zurückschrauben). Und wonach wird ausgewählt, welche Produzenten dann noch verkaufen dürfen? Lotterie? Wer zuerst dem lokalen Fair-Trade-Einkäufer in den Hintern gekrochen ist? Wenn sich das weit genug verbreitet, könnte Korruption der treibende Faktor werden.
Wenn der Marktpreis niedriger als die Produktionskosten ist, "sagt" der Markt eben, dass weniger produziert werden sollte. Wer dann damit aufhört, entscheidet sich am besten daran, wer am wenigsten kosteneffizient produziert. Das gilt für Kaffeeanbauer genauso wie für Milchbauern.
btw: Starbucks verkauft auch Fair-Trade-Kaffee. Einfach danach fragen.
die zu leisten ist, ist eine ganz andere: Der Kapitalismus und die Sprengmeister der bevölkerungsexplosion - allen voran Islam und Katholizismus - müssen ziviliswiert werden - oder wir werden alle sterben, auf einem ausgeplünderten, verwüsteten Planeten.
Klingt dramatisch, ist es auch.
statt der weihnachtlichen Almosen an das arme '[...]' mit entsprechendem Link:
[entfernt. Bitte verzichten Sie, trotz Ihres Zynismus', auf rassistische Ausdrücke. Danke, die Redaktion/vv]
http://community.zeit.de/...
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