Bordküche Flug zu den SternenSeite 3/3

Flug LH 686, Frankfurt–Tel Aviv, Anfang November. Die Flugbegleiterin Miriam Hoerner kennt ihre Verantwortung. Wie alle ihre Kollegen hat sie die richtige Präsentation der Menüs gelernt. »Wir schauen uns aber die neuen Star-Chef-Menüs immer noch mal genau an«, sagt sie und heizt in der kleinen Galley für die First Class im hinteren Teil des Jumbo-Oberdecks schon mal zwei der insgesamt 18 Heißluftöfen an Bord vor. Vor sich hat sie den »Plating Guide«, eine Handreichung mit bunten Bildern, die jedes Gericht und seine Zubereitung erklärt. Fleisch muss 15 Minuten bei 150 Grad Celsius Ofenhitze gegart werden, Fisch nur elf Minuten. Die First-Gäste sind noch bei den Vorspeisen: italienischem Zuchtkaviar oder kalten Speisen à la Jean-Georges Klein auf einer Etagere.

Dann der große Moment in der Küche: Die Portionspackungen, aus Alufolie wie bei »Essen auf Rädern«, kommen aus dem Ofen. Mit großer Fingerfertigkeit richtet Miriam Hoerner die Bestandteile auf einem Porzellanteller an. Die in Heu gegarte Kalbsschulter auf der einen Seite, das grüne Kissen aus gefülltem Wirsing und ein Viereck Kartoffelgratin auf der anderen. Dann kommt die intensiv duftende dunkelbraune Sauce dazu. Mit einem Tuch entfernt Miriam Hoerner noch einen Tropfen vom Teller, bevor eine Kollegin damit den kurzen Weg zu Sitz 84H zurücklegt.

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Jetzt, 12000 Meter über Sarajevo und Monate nachdem Jean-Georges Klein im Elsass das Rezept geschrieben hat, schließt sich der Kreis. Der Lufthansa-First-Passagier Marco Geerts zückt Messer und Gabel und verzehrt die kulinarische Komposition. »Sehr lecker«, so sein Urteil, »das hat überhaupt nicht den typischen Flugzeug-Geschmack«, lobt der 38-jährige Vielflieger. Von Jean-Georges Klein hat er nie gehört.

Eine Etage tiefer, in der Businessclass, haben die Flugbegleiter einen leichteren Job. Sie müssen das Essen nicht anrichten; es liegt, mit Alufolie bedeckt, schon fertig auf dem Teller. Auch hier kommen Kleins Kreationen gut an. Uwe Lambrecht jedenfalls lächelt. Der Siemens-Manager ist glücklich, dass er diesmal überhaupt noch in der Geschäftsreiseklasse fliegen darf. »Der Kabeljau mit Kräuterkruste, das war optimal, ein nicht alltäglicher Genuss«, schwärmt er. In der Economyclass hätte er wählen müssen zwischen Rindergulasch mit Rotkohl und Klößen und Hähnchen mit Gemüse.

Als Erstes unter den Star-Chef-Gerichten ist übrigens das Mosaik von Jakobsmuschel und Lachs aus. Offenbar waren die fehlenden zehn weißen Tupfer dann doch nicht so entscheidend.

 
Leser-Kommentare
  1. "Eine Etage tiefer, in der Businessclass"

    Die Lufthansa fliegt mit dem Jumbo nach Tel Aviv?

    Das Symbolbild schaut mir auch eher nach Emirates oder Etihad als nach Lufthansa aus...

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    Sie haben Recht, das Symbolbild zeigt nicht die First- oder Businessclass der Lufthansa.

    Und ja, Lufthansa fliegt mit dem Jumbo nach Tel Aviv - sogar täglich :-)

    Sie haben Recht, das Symbolbild zeigt nicht die First- oder Businessclass der Lufthansa.

    Und ja, Lufthansa fliegt mit dem Jumbo nach Tel Aviv - sogar täglich :-)

  2. Sie haben Recht, das Symbolbild zeigt nicht die First- oder Businessclass der Lufthansa.

    Und ja, Lufthansa fliegt mit dem Jumbo nach Tel Aviv - sogar täglich :-)

  3. 3. Hach,

    [...]
    Ach, ZEIT, auch Du!

    [Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen dieser Art. Vielen Dank. / Die Redaktion as]

  4. 4.

    Die Anmerkung, daß die die Lufthansa betreffenden Beiträge Ihres Redakteurs nach meiner Wahrnehmung immer Werbebeilagen ähneln, stellt wohl kaum eine Unterstellung dar.

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    • CM
    • 24.11.2009 um 10:25 Uhr

    Die ZEIT als Qualitätszeitung sollte sehr darauf achten, daß ihr nicht durch freie Journalisten Kuckuckseier ins Nest gelegt werden.

    Ein verwandtes Unternehmen, die Fraport AG, durch den Betrieb des Frankfurter Flughafens bekannt als einer der größten Luftverschmutzer Europas, gewann 2008 den "Econ-Award in Gold" für die beste PR-Kampagne 2008 im deutsch­sprachigen Europa.

    Inhalt der Kampagne war eine euphemistische Darstellung der Wohltaten durch die Planierung eines Naturschutzgebietes, die Steigerung von Fluglärm und steigende Luftverschmutzung. Geleitet wird die trickreiche Truppe von CDU-Mann Dieter Weirich.

    Fraport und Lufthansa nutzen ähnliche Methoden:

    - Lobbyismus. Beide konnten erfolgreich "Leihbeamte" in Ministerien unterbringen und damit demokratische Entscheidungsprozesse aushebeln.

    - Bestellter Journalismus. Beide sind Experten darin, sich die Presse zunutze zu machen. Kritik an der Fraport AG oder der Lufthansa zerstörte bei Zeitungen im Rhein-Main-Gebiet für Journalisten manch eine Journalistenkarriere, u.a. bei der gewendeten Frankfurter Rundschau.

    - Advertorials. Ich liebe dieses Wort. Ein Advertorial sieht aus wie ein Artikel, liest sich wie ein Artikel, hat aber mit Journalismus nichts zu tun, sondern dient der Desinformation oder der Ablenkung.

    • CM
    • 24.11.2009 um 10:25 Uhr

    Die ZEIT als Qualitätszeitung sollte sehr darauf achten, daß ihr nicht durch freie Journalisten Kuckuckseier ins Nest gelegt werden.

    Ein verwandtes Unternehmen, die Fraport AG, durch den Betrieb des Frankfurter Flughafens bekannt als einer der größten Luftverschmutzer Europas, gewann 2008 den "Econ-Award in Gold" für die beste PR-Kampagne 2008 im deutsch­sprachigen Europa.

    Inhalt der Kampagne war eine euphemistische Darstellung der Wohltaten durch die Planierung eines Naturschutzgebietes, die Steigerung von Fluglärm und steigende Luftverschmutzung. Geleitet wird die trickreiche Truppe von CDU-Mann Dieter Weirich.

    Fraport und Lufthansa nutzen ähnliche Methoden:

    - Lobbyismus. Beide konnten erfolgreich "Leihbeamte" in Ministerien unterbringen und damit demokratische Entscheidungsprozesse aushebeln.

    - Bestellter Journalismus. Beide sind Experten darin, sich die Presse zunutze zu machen. Kritik an der Fraport AG oder der Lufthansa zerstörte bei Zeitungen im Rhein-Main-Gebiet für Journalisten manch eine Journalistenkarriere, u.a. bei der gewendeten Frankfurter Rundschau.

    - Advertorials. Ich liebe dieses Wort. Ein Advertorial sieht aus wie ein Artikel, liest sich wie ein Artikel, hat aber mit Journalismus nichts zu tun, sondern dient der Desinformation oder der Ablenkung.

  5. Ich glaube bei dem Symbolbild handelt es sich um die Erste Klasse von Emirates im A 380. Warum? Die Farbwahl (dieses Gold, die Holzdeko, der grau-beige Rock im Gang), außerdem die ovalen Lamellen im Hintergrund.

    Siehe:

    http://www.airliners.net/...

    und

    http://www.airliners.net/...

    und

    http://www.airliners.net/...

    Falls ich danebenliege korrigiere man mich bitte, ich kenn das auch nur von Fotos, nicht aus der Realität (leider).

    • CM
    • 24.11.2009 um 10:02 Uhr

    Was wird dem First-Class-Passagier wohl in den Sinn kommen, nachdem er, in einer Alubüchse sitzend, bei lautem Gebrumme noch das »Feigenpüree mit Enziancoulis, Quarkcreme und Buttermilcheis« mit der Zunge aus den Zahnzwischenräumen bugsiert hat, ein leises Vielflieger-Bäuerchen von sich gab, sich von der Stewardess zudecken ließ, das Licht dimmte und ins Land der Träume und der Hoffnung auf funktionierende Technik hinüberdämmerte?

    Daß Fliegen bei weitem die umweltschädlichste Art der Fortbewegung ist und Köstlichkeiten den miesen Beigeschmack nicht übertönen? Daß "Flugobst"in unseren Supermärkten zwar den Winterspeisezettel bereichert, aber die Umwelt versaut?

    Vielleicht träumt er von der PR-Masche der Flugbranche, unangenehme Themen auszublenden und lieber von Unwichtigem zu berichten.

    Es war nicht zu erwarten, daß der Autor Andreas Spaeth als bekannter Luftfahrtjournalist und Autor von Büchern wie "Sturzflug in die Schwerelosigkeit - Luftfahrtabenteuer in aller Welt" und einem Buch über den Airbus A380 kritische Töne anschlägt, denn als Fachautor darf man es sich weder mit Redaktionen noch der Branche verderben.

    Die Luftfahrtbranche ist angeschlagen und reagiert auf Kritik mit Liebesentzug für Journalisten. Dieser Artikel wäre unverfänglich - wenn das Thema nicht so nach hinten losgehen würde. So liest er sich nämlich wie ein Artikel im Bordmagazin.

    Ich nehme Herrn Spaeth als Journalisten dann wieder ernst, wenn er angemessen kritisch und mit Distanz berichtet.

    • CM
    • 24.11.2009 um 10:25 Uhr

    Die ZEIT als Qualitätszeitung sollte sehr darauf achten, daß ihr nicht durch freie Journalisten Kuckuckseier ins Nest gelegt werden.

    Ein verwandtes Unternehmen, die Fraport AG, durch den Betrieb des Frankfurter Flughafens bekannt als einer der größten Luftverschmutzer Europas, gewann 2008 den "Econ-Award in Gold" für die beste PR-Kampagne 2008 im deutsch­sprachigen Europa.

    Inhalt der Kampagne war eine euphemistische Darstellung der Wohltaten durch die Planierung eines Naturschutzgebietes, die Steigerung von Fluglärm und steigende Luftverschmutzung. Geleitet wird die trickreiche Truppe von CDU-Mann Dieter Weirich.

    Fraport und Lufthansa nutzen ähnliche Methoden:

    - Lobbyismus. Beide konnten erfolgreich "Leihbeamte" in Ministerien unterbringen und damit demokratische Entscheidungsprozesse aushebeln.

    - Bestellter Journalismus. Beide sind Experten darin, sich die Presse zunutze zu machen. Kritik an der Fraport AG oder der Lufthansa zerstörte bei Zeitungen im Rhein-Main-Gebiet für Journalisten manch eine Journalistenkarriere, u.a. bei der gewendeten Frankfurter Rundschau.

    - Advertorials. Ich liebe dieses Wort. Ein Advertorial sieht aus wie ein Artikel, liest sich wie ein Artikel, hat aber mit Journalismus nichts zu tun, sondern dient der Desinformation oder der Ablenkung.

    Antwort auf "Kommentar Nr. 4"

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