Freiwilligendienst im AuslandDas können WIR tun

Entwicklungshilfe kann klein beginnen: Die Erfahrungen zweier Menschen, die das bewiesen haben. Aufgezeichnet von Christian Heinrich von 

Ein Schule in Afrika zu bauen, kostet wenig Geld und hat einen großen Nutzen

Ein Schule in Afrika zu bauen, kostet wenig Geld und hat einen großen Nutzen  |  © Ahmed Ouoba/AFP/Getty Images

Florian Kowalke, 30, gründete die Organisation Aiducation, die Leistungsstipendien an junge Kenianer vergibt

Was müssen wir tun, damit sich ein afrikanisches Land entwickelt? Mit dieser Frage im Gepäck gingen meine Lebensgefährtin und ich 2005 für mehrere Wochen nach Kenia und Uganda. Wir wollten etwas Sinnvolles für die Entwicklung in Afrika tun, und so fragten wir alle Menschen dort, denen wir auf unserer Reise begegneten. Die Antworten bezogen sich fast immer auf zwei große Probleme: Gesundheit und Bildung. Wir erfuhren, dass es zwar für die besten zehn Prozent der Schüler Stipendien für den Besuch von Universitäten gibt, aber bis zu diesem Nadelöhr gelangten viele gar nicht erst. Zusammen mit anderen Freiwilligen beschlossen wir, den Schülern bei dieser Hürde zu helfen. Wir gründeten das Hilfswerk Aiducation, das Leistungsstipendien an besonders begabte Schüler vergibt – und ihnen so den Besuch der Oberschule ermöglicht. Jeden Bewerber fragen wir: Stell dir vor, du bist 60 Jahre alt und feierst deinen Geburtstag, und auf einmal springt deine Enkeltochter auf deinen Schoß und fragt, was du eigentlich gemacht hast – was würdest du antworten? Wir wollen Stipendiaten mit Visionen. Das Stipendium soll ihnen helfen, ihr Potenzial zu entfalten. So könnten sie als Multiplikatoren ihr Land voranbringen.

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Ein Jahr Oberschule kostet etwa 400 Euro, das ist hierzulande ein Kaffee am Tag. In Europa suchen wir Privatpersonen, welche die vier Jahre dauernden Stipendien, die nach ihnen benannt werden, stiften. Wir nennen sie "AiduMaker". Anfangs fragten wir im Freundeskreis, 2007 hatten wir gerade zwei AiduMaker, inzwischen sind es über hundert. Im Sommer gewannen wir beim Schweizer Start-up-Wettbewerb "Venture-Kick" den Hauptpreis, mehr als 80.000 Euro. Dieses Geld verwenden wir, um die Organisation auszuweiten. So bringen wir inzwischen die geförderten Schüler einmal im Jahr in Workshops zusammen, die unter dem Leitsatz stehen: Wie kann ich als Stipendiat mit meinen Fähigkeiten Kenia zu einem besseren Land machen?

Leserkommentare
  1. [gelöscht auf Wunsch des Verfassers. Die Redaktion/vv]

  2. 2. huch

    [gelöscht auf Wunsch des Verfassers. Die Redaktion/vv]

  3. Sehr aufmerksam habe ich diesen Artikel gelesen. In der heutigen Zeit ist es besonders hervorzuheben, wenn sich junge Menschen mit Problemen in der Dritten Welt intensiv beschäftigen, ein Hilfswerk gründen und somit einen Beitrag leisten, dass sich das Bildungsniveau wesentlich verbessern kann. Langfristig wird dieses Projekt Erfolg haben. Den Gründern von Aiducation und allen "AiduMakern" wird an dieser Stelle besonderer Dank ausgesprochen und Anerkennung gezollt.
    Marennie

  4. Ich komme noch einmal zurück auf meinen Beitrag vom
    19. November 2009. Da mich dieser Bericht sehr beeindruckt hat, habe ich mich näher mit dem Hilfswerk "Aiducation" befasst und mir die Homepage intensiv angeschaut. Sehr bemerkenswert ist die Tatsache, dass es sich bei Aiducation um eine "Non profit Organisation" handelt! Dies dürfte wahrscheinlich einmalig sein, wenn junge Menschen sich dazu verpflichten über 90% der Spendengelder an bedürftige, intelligente Kinder zur Verfügung stellt.
    Ich wünsche diesem Hilfswerk viel Erfolg.
    Marennie

  5. Ich werde kein Geld für eine Organisation geben, bei der nicht richtig gerechnet wird.
    "Ein Kaffee pro Tag" hierzulande (wie im Artikel erwähnt) kostet zwischen 0,07 EUR (selbstgebrüht) und ca 0,60 EUR (teure Kapselmaschine). Nur mit einem sehr hohen Verwaltungskostenanteil kommt man auf die angegebenen 400 EUR/Jahr

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