"Unsere Forderungen sind absolut realistisch"
Denn, auch darauf legen die Besetzer wert, sie verhindern keineswegs den Vorlesungsbetrieb, wie das Partyzelt nahelegen soll. »Wir moderieren nur und erwarten, dass jeder Professor uns mindestens eine Viertelstunde Zeit gibt, um zu unseren Mitstudenten zu sprechen«, sagt Werk. Auch das ist ein kluger Schachzug, der ihnen den an anderen Hochschulen laut gewordenen Vorwurf erspart, die Besetzer kämpften für bessere Studienbedingungen, tatsächlich aber verhinderten sie sie. Umso mehr wurmt sie, dass die Uni-Präsidentin mit ihrem provisorischen Audimax gekontert hat. Künftig wird der historische Hörsaal seltener voller Studenten sein, zu denen die paar Dutzend Besetzer sprechen können.
So entwickelt sich der Streit um die Besetzung in Potsdam und anderswo zu einem Streit um die Deutungshoheit: Wie viele Studenten stehen hinter den Aktionen? Wer vertritt wirklich die Interessen der Mehrheit der Studenten – die Besetzer oder die Uni-Leitung, die, zerrieben zwischen Streikenden und Landesregierung, das Beste aus den Umständen zu machen behauptet? Die den Besetzern zuletzt auch noch die Einrichtung eines dauerhaften Runden Tisches angeboten hat? Und wie können die Streikenden jetzt, da eine polizeiliche Räumung ausgeschlossen scheint, aus der Nummer herauskommen, ohne dass es nach Aufgeben aussieht?
Die Besetzer hoffen, dass die bundesweiten Demonstrationen mit Zehntausenden Teilnehmern am Dienstag endlich einen neuen Mobilisierungsschub bringen. Allerdings macht unter ihnen auch die Geschichte vom Ende der Besetzung in Greifswald die Runde. Dort hatte die Uni-Leitung den Studenten einen Ausweichraum angeboten, »zur Fortsetzung ihrer Projektarbeit«, die feierten das als Zugeständnis der Hochschule und »klares Ergebnis unserer Aktionen« – und zogen fast erleichtert um. Nein, so soll es ihnen hier nicht ergehen. »Unsere Forderungen sind absolut realistisch«, versichert Florian Werk. Um abzuziehen, wollten die Besetzer deutliche Ergebnisse sehen. »Aber wenn die andere Seite ehrlichen Willen signalisiert, reicht uns das auch schon.«
Vielleicht war ja bereits das Runde-Tisch-Angebot das Signal. Die neue Genügsamkeit der Potsdamer Besetzer hängt womöglich auch mit den Erfahrungen zusammen, die sie mit ihren nicht streikenden Mitstudenten machen: Der lauteste Applaus im Audimax brandet auf, als ein vom Desinteresse seiner Zuhörer sichtlich irritierter Besetzer nach nur drei Minuten das Podium für die wartende Professorin räumt. »Ich lass euch dann mal studieren«, sagt er leise und geht.
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- Datum 20.11.2009 - 10:18 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 19.11.2009 Nr. 48
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http://www.tagesschau.de/...
Im obigen Bild ist ein Spruchbanner zu sehen: "Träume brauchen Freiräume ..."
Ich unterstütze die Proteste ... eigentlich! Aber: Das A in Freiräume ist durch ein Symbol geprägt, welches Ausdruck einer Gesinnung ist, die ich nicht teile. Und den Bildungsstreik unter diese Gesinnung zu ordnen ist auch eine Praxis an meiner Uni. Aber ich lasse mir nunmal keine Gesinnung aufdrücken. Auch nicht im Namen einer guten Sache. Daher protestiere ich nicht mit!
Ich finde es jedoch albern aus solch einem Grund sich nicht den Protesten anzuschließen. Schließlich gibt es bei einer Demonstration ca. 100 Banner, wovon 99 nichts damit zu tun haben und bei 5.000 Demonstranten stehen vielleicht 10 hinter der Ideologie.
Natürlich mischen immer ein paar Extreme bei solchen Veranstaltungen mit, davon sollte sich aber die breite Basis nicht verschrecken lassen- denn schließlich geht es um die Sache.
Und wie mag das klingen, wenn in 20 Jahren die eigenen Kinder unter einem noch schlimmeren Bildungssystem zu leiden haben, zu sagen "Da waren damals so ein paar Anarchisten dabei, deshalb hab ich nicht mitgemacht..."?
Ich finde es jedoch albern aus solch einem Grund sich nicht den Protesten anzuschließen. Schließlich gibt es bei einer Demonstration ca. 100 Banner, wovon 99 nichts damit zu tun haben und bei 5.000 Demonstranten stehen vielleicht 10 hinter der Ideologie.
Natürlich mischen immer ein paar Extreme bei solchen Veranstaltungen mit, davon sollte sich aber die breite Basis nicht verschrecken lassen- denn schließlich geht es um die Sache.
Und wie mag das klingen, wenn in 20 Jahren die eigenen Kinder unter einem noch schlimmeren Bildungssystem zu leiden haben, zu sagen "Da waren damals so ein paar Anarchisten dabei, deshalb hab ich nicht mitgemacht..."?
Ich finde es jedoch albern aus solch einem Grund sich nicht den Protesten anzuschließen. Schließlich gibt es bei einer Demonstration ca. 100 Banner, wovon 99 nichts damit zu tun haben und bei 5.000 Demonstranten stehen vielleicht 10 hinter der Ideologie.
Natürlich mischen immer ein paar Extreme bei solchen Veranstaltungen mit, davon sollte sich aber die breite Basis nicht verschrecken lassen- denn schließlich geht es um die Sache.
Und wie mag das klingen, wenn in 20 Jahren die eigenen Kinder unter einem noch schlimmeren Bildungssystem zu leiden haben, zu sagen "Da waren damals so ein paar Anarchisten dabei, deshalb hab ich nicht mitgemacht..."?
Das Problem, das Jeanneret anspricht, ist doch nicht, dass hier und da ein paar Anarchos mitdemonstrieren...
Vielmehr geht es doch darum, dass die Proteste dem Großteil der Studenten einfach zu rot angemalt daherkommen. Der ein oder andere - so auch ich - kann da drüber hinwegsehen und trotzdem mitmachen. Die Mehrheit allerdings nicht. Und das ist etwas, was die Leute, die die Proteste organisieren, einfach nicht ernst genug nehmen. Wenn man (im Bildungsbereich) etwas verändern will, geht das nur über Masse. Diese linke Selbstbeweihräucherung jedoch, dieses Getue, als ob wir uns in einem Terrorstaat mit Knüppelpolizei befänden, diese altbackene Agit-Prop-Ästhtetik usw, die momentan ja nahezu jede Form von Protest begleitet, vergrault die Unentschlossenen und Unbedarften - kurzum: Die Masse, die Mitte, die man eigentlich bräuchte.
Stattdessen gibt man sich stur, bringt große Teile der Studentenschaft gegen satt hinter sich und raubt damit der ganzen Bewegung die Kraft...
Realos braucht der Streik und eine Öffnung für die Mitte...
Frau Prof. Dr. Kunst ist nicht Nordschleswigerin - dafür müsste sie als Angehörige der deutschen Minderheit in Dänemark geboren sein und nicht in Wesselburen. Wesselburen liegt ja nicht einmal in Südschleswig, sondern in Dithmarschen. Sie ist also allenfalls Norddeutsche.
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