Depression Die versteckte Krankheit
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Stromimpulse normalisieren die pathologische Aktivität der Nervenzellen

Die wichtigsten Medikamente gehören zur Klasse der sogenannten selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer. Sie erhöhen die Konzentration des Botenstoffs Serotonin an den Synapsen im Gehirn, den Kontaktstellen zwischen den Neuronen, um das 10000-Fache. Anders als oft befürchtet, sind sie weder persönlichkeitsverändernd noch suchtfördernd. Doch auch sie haben Nebenwirkungen, die gerade bei jüngeren Menschen und langfristiger Einnahme zum Problem werden können: Gewichtszunahme und sexuelle Funktionsstörungen.

Trotz höherer Nebenwirkungen werden in Deutschland auch die älteren trizyklischen Antidepressiva oft verordnet – weil sie preiswert sind. Einige Hoffnung setzen die Psychiater zudem in anstehende Neuentwicklungen der Pharmaunternehmen: sogenannte triple reuptake inhibitors, die auf die drei Neurotransmitter Serotonin, Noradrenalin und Dopamin zugleich zielen; geforscht wird auch nach Blockadestoffen für die Stressachse des Gehirns.

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Bei längerer Behandlung werden 60 Prozent der depressiven Patienten völlig symptomfrei und 80 Prozent einigermaßen symptomfrei, sagt Holsboer. Der Anteil derjenigen, die nach dem Ausschöpfen aller Medikamente in allen Kombinationen und Dosen therapieresistent bleiben, liegt bei acht Prozent.

Versagen alle herkömmlichen Behandlungsoptionen, bleibt den Ärzten nur noch die sogenannte Elektrokrampf-Therapie. Dabei werden pathologische Vorgänge im Hirn mit leichten Stromschlägen gehemmt. So grausig, wie es sich anhört, ist das Verfahren allerdings nicht. Und es scheint durchaus wirksam zu sein. Die Patienten bekommen zuvor muskelentspannende Mittel, damit sich der Körper nicht verkrampft.

Hilft auch diese Methode nicht, bleibt nur noch ein radikaler und experimenteller Eingriff. Der Bonner Psychiater Thomas E. Schläpfer und der Kölner Neurochirurg Volker Sturm erproben derzeit den Einsatz der tiefen Hirnstimulation bei schwer depressiven, therapieresistenten Patienten. »Die haben im Schnitt 28 erfolglose Therapieversuche hinter sich«, sagt Schläpfer, »alles, bis zum Elektroschock.«

13 solcher Patienten hat Sturm bislang operiert. Dabei wird eine feine Elektrode tief ins Hirn vorgeschoben. Die Stromimpulse der Elektrode normalisieren dort die pathologische Aktivität der Nervenzellen. Bei allen Patienten habe der Eingriff klare Effekte gezeigt, berichten die Mediziner. Bei einem Teil der Operierten hätten sich die Krankheitssymptome stark gebessert. 

Sollte sich das Stigma der Depression verflüchtigen, dann wäre diese Lektion zu lernen: Depression und andere psychische Leiden sind normale Krankheiten. Auch die Psyche ist Biologie. Es gibt keinen Grund, sich zu schämen. Mit Schaudern sprechen die Experten heute von den Lehrmeinungen vergangener Jahrzehnte. Damals wurde in den Hörsälen noch verkündet: Depression sei eine Chance, ein Auftrag, sich selbst zu erkennen, etwas über sich selbst zu lernen. Es sei geradezu unethisch, sie heilen zu wollen – angesichts des unsäglichen Leidens der Kranken »eine schreckliche Ansicht«, meint Schläpfer.

Noch heute sind solche aberwitzigen Meinungen verbreitet. Was der Psychiater Florian Holsboer von ihnen hält, illustriert er an einem Beispiel: »Wenn Sie mit einem gesunden Gehirn über Ihr krankes Knie nachdenken, dann ist das einfach. Wenn Sie mit einem kranken Gehirn über Ihr Knie nachdenken, wird das schon schwieriger. Aber wie denken Sie mit Ihrem kranken Hirn über Ihre Hirnerkrankung nach?«

Mitarbeit: Hans Schuh, Peter Spork, Urs Willmann

 
Leser-Kommentare
  1. Als ich am Donnerstagabend nach Hause kam und die neue ZEIT lag auf dem Tisch, blätterte ich wie gewöhnlich erst einmal durch die einzelnen Themenbereiche.
    Und siehe da, welche Überschrift das "Dossier" bietet: Depression-Die versteckte Krankheit?
    Muss das sein? Muss sich auch die ZEIT dem allgemeinen Medienrummel um den Tod von Robert Enke anschließen, der plötzlich alle und jeden vom Thema Depression reden lässt, egal ob es denjenigen vorher interessiert hat oder nicht?
    Viele sagen, es sei traurig, dass Krankheiten wie die Depression ein Tabuthema sind.
    Ich finde es traurig, dass erst ein Prominenter Suizid begehen muss, damit das gemerkt wird!
    Jetzt plötzlich ist es das Thema!
    Sowohl der SPIEGEL als auch FOCUS berichten diese Woche über Depressionen, was ja bei Magazinen noch nachvollziehbar sein mag. Aber dass sich die ZEIT hier anschließen muss, hat mich enttäuscht.
    Allmählich ist es genug mit dem Medienrummel, hier wird doch die Trauer und Betroffenheit aller nur instrumentalisiert, um das Thema als Geschäft zu benutzen. Ein wahres Interesse besteht doch auch jetzt nicht, in 2 Wochen berichtet wahrscheinlich wieder niemand mehr darüber.

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    Falls sie "_zeitlos_" die Beiträge und die öffentliche Diskussion über die verschwiegene und stigmatisierte Depression als störend empfinden, dann empfehle ich ihnen die Artikel NICHT zu lesen. YES YOU CAN.

    Ich persönlich empfinde jeden einzelnen Artikel für absolut notwendig. Denn zum einen hat sich gezeigt, dass allein durch die Bekenntnis mehrerer Prominenter zur Depression (z.B. S. Deisler) noch längst kein Sinneswandel in der Gesellschaft stattfindet. Zum anderen müssen Missinformationen aus der Welt geräumt werden. So wurde kurz nach Enkes Selbstmord oft auf sein schweres Schicksal hingewiesen und somit indirekt die Depression "legitimiert". Und das ist ein schweres Problem: Ein Depressiver fühlt sich umso verlorener, wenn er nicht einmal einen Grund für seinen Zustand ausfindig machen kann. Hilfe verwehrt er dann sich selbst, da er sich sagt "Mir ist doch eigentlich nichts schlimmes passiert."
    Dies wird in diesem Artikel gut beschrieben: Es ist eine Krankheit!!!

    Was in die Köpfe der Menschen kommen muss:
    Depression ist eine Krankheit wie Krebs. Umstände und Einflüsse können ihre Entstehung begünstigen, aber oft entsteht sie aus dem "Nichts". Die Opfer sind nicht die Schuldigen/Versager. Genauso wie Krebs kann sie unbehandelt in den Tod oder in unvorstellbares Leiden führen.
    Die gute Nachricht ist: Man kann sie erfolgreich behandeln. Es ist nie zu spät.

    Also seien sie bitte immer in ihrem Bekanntenkreis aufmerksam...

    wenn man berücksichtigt,
    dass unsere Medien orchestriert sind.
    dass die gesamte wirtschaftliche Entwicklung die Menschen in Hoffnungslosigkeit stürzen soll
    dass die Sonnenstrahlung eines der wichtigsten Mittel gegen Depressionen wäre und man seit 10 Jahren mittels zunächst verheimlichten, später semioffiziell "Geo-Engeneering" benanntem chemtrailing diese kontinuierlich in allen US-Kolonialstaaten vermindert hat
    dass die über die Nahrungsmittel-Industrie initiierte Fettleibigkeit ebenso mit der Depression einhergeht wie die anschliessend über die Fitness-Studios propagierten Proteine,
    dass Depressionen für die Konzerne des Weltimperiums ein ebenso wichtiges Geschäft sind wie möglichst viele andere "Seuchen"

    Das ganze sog. westliche System, [...] zielt darauf ab, die Menschen zu vereinsamen, zu entsolidarisieren, gewachsene Strukturen zu zertrümmern um den verunsicherten , "depressiven" in ihrer Hoffnungslosigkeit widerspruchslos [...]

    [Gekuerzt, bitte beachten Sie, dass fuer Inhalte dieser Art hier kein Platz ist. Danke. /Die Redaktion pt.]

    Falls sie "_zeitlos_" die Beiträge und die öffentliche Diskussion über die verschwiegene und stigmatisierte Depression als störend empfinden, dann empfehle ich ihnen die Artikel NICHT zu lesen. YES YOU CAN.

    Ich persönlich empfinde jeden einzelnen Artikel für absolut notwendig. Denn zum einen hat sich gezeigt, dass allein durch die Bekenntnis mehrerer Prominenter zur Depression (z.B. S. Deisler) noch längst kein Sinneswandel in der Gesellschaft stattfindet. Zum anderen müssen Missinformationen aus der Welt geräumt werden. So wurde kurz nach Enkes Selbstmord oft auf sein schweres Schicksal hingewiesen und somit indirekt die Depression "legitimiert". Und das ist ein schweres Problem: Ein Depressiver fühlt sich umso verlorener, wenn er nicht einmal einen Grund für seinen Zustand ausfindig machen kann. Hilfe verwehrt er dann sich selbst, da er sich sagt "Mir ist doch eigentlich nichts schlimmes passiert."
    Dies wird in diesem Artikel gut beschrieben: Es ist eine Krankheit!!!

    Was in die Köpfe der Menschen kommen muss:
    Depression ist eine Krankheit wie Krebs. Umstände und Einflüsse können ihre Entstehung begünstigen, aber oft entsteht sie aus dem "Nichts". Die Opfer sind nicht die Schuldigen/Versager. Genauso wie Krebs kann sie unbehandelt in den Tod oder in unvorstellbares Leiden führen.
    Die gute Nachricht ist: Man kann sie erfolgreich behandeln. Es ist nie zu spät.

    Also seien sie bitte immer in ihrem Bekanntenkreis aufmerksam...

    wenn man berücksichtigt,
    dass unsere Medien orchestriert sind.
    dass die gesamte wirtschaftliche Entwicklung die Menschen in Hoffnungslosigkeit stürzen soll
    dass die Sonnenstrahlung eines der wichtigsten Mittel gegen Depressionen wäre und man seit 10 Jahren mittels zunächst verheimlichten, später semioffiziell "Geo-Engeneering" benanntem chemtrailing diese kontinuierlich in allen US-Kolonialstaaten vermindert hat
    dass die über die Nahrungsmittel-Industrie initiierte Fettleibigkeit ebenso mit der Depression einhergeht wie die anschliessend über die Fitness-Studios propagierten Proteine,
    dass Depressionen für die Konzerne des Weltimperiums ein ebenso wichtiges Geschäft sind wie möglichst viele andere "Seuchen"

    Das ganze sog. westliche System, [...] zielt darauf ab, die Menschen zu vereinsamen, zu entsolidarisieren, gewachsene Strukturen zu zertrümmern um den verunsicherten , "depressiven" in ihrer Hoffnungslosigkeit widerspruchslos [...]

    [Gekuerzt, bitte beachten Sie, dass fuer Inhalte dieser Art hier kein Platz ist. Danke. /Die Redaktion pt.]

  2. Falls sie "_zeitlos_" die Beiträge und die öffentliche Diskussion über die verschwiegene und stigmatisierte Depression als störend empfinden, dann empfehle ich ihnen die Artikel NICHT zu lesen. YES YOU CAN.

    Ich persönlich empfinde jeden einzelnen Artikel für absolut notwendig. Denn zum einen hat sich gezeigt, dass allein durch die Bekenntnis mehrerer Prominenter zur Depression (z.B. S. Deisler) noch längst kein Sinneswandel in der Gesellschaft stattfindet. Zum anderen müssen Missinformationen aus der Welt geräumt werden. So wurde kurz nach Enkes Selbstmord oft auf sein schweres Schicksal hingewiesen und somit indirekt die Depression "legitimiert". Und das ist ein schweres Problem: Ein Depressiver fühlt sich umso verlorener, wenn er nicht einmal einen Grund für seinen Zustand ausfindig machen kann. Hilfe verwehrt er dann sich selbst, da er sich sagt "Mir ist doch eigentlich nichts schlimmes passiert."
    Dies wird in diesem Artikel gut beschrieben: Es ist eine Krankheit!!!

    Was in die Köpfe der Menschen kommen muss:
    Depression ist eine Krankheit wie Krebs. Umstände und Einflüsse können ihre Entstehung begünstigen, aber oft entsteht sie aus dem "Nichts". Die Opfer sind nicht die Schuldigen/Versager. Genauso wie Krebs kann sie unbehandelt in den Tod oder in unvorstellbares Leiden führen.
    Die gute Nachricht ist: Man kann sie erfolgreich behandeln. Es ist nie zu spät.

    Also seien sie bitte immer in ihrem Bekanntenkreis aufmerksam...

    Antwort auf "Es reicht!"
  3. 3. Glück

    "Axel hatte Glück. Er wurde vor dem Tod gerettet. Anschließend wurde er in der geschlossenen Psychiatrie untergebracht."

    Offenbar schwer zu verstehen, aber ein wirklich Depressiver weiß nichts von Glück. Ihm sind die Geschehnisse des Lebens gleichgültig, weil sie für ihn keinerlei Sinn ergeben. Ohne Sinn, keine Motivation, ohne Motivation kein Interesse. Ihn berührt nichts mehr. Thomas Bernhard umschreibt solch Leben im "Untergeher" mit "Seinsmaschine", in die er sich - von elterlicher Seite ungefragt - geworfen fühlte. Nix vom prosaischen "das Leben sei doch so schön usw. usf.", da ist nur leiden - nicht leben.

    ...

    "Zwar leiden Frauen öfter unter Depressionen, doch Selbstmord begehen hauptsächlich Männer."

    Nein, das gesellschaftliche Bild vom Mann erlaubt es ihm nur nicht Schwächen zu zeigen. Ein Mann beklagt sich eben nicht. Andernfalls geht es ihm wie Sebastian Deisler, den sie inzwischen "die Deislerin" nennen.
    Über den gesundheitlichen Zustand von Männern ist hierzulande wenig bekannt. Wir kennen nur einen Frauengesundheitsbericht. Da haben sie Glück – die Frauen.

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    • mühli
    • 20.11.2009 um 20:06 Uhr

    Sehr guter Kommentar, Zeitist! Danke dafür!!!

    • mühli
    • 20.11.2009 um 20:06 Uhr

    Sehr guter Kommentar, Zeitist! Danke dafür!!!

    • mühli
    • 20.11.2009 um 20:06 Uhr

    Sehr guter Kommentar, Zeitist! Danke dafür!!!

    Antwort auf "Glück"
    • Slink
    • 20.11.2009 um 20:50 Uhr

    [...]
    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich sachlich. Danke. Die Redaktion/er

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Ich finde Ihren Kommentar sehr amüsant. Das Lachen sollte man nicht verlernen.

    Dass dieses Thema etwas differenzierter dargestellt wird als sonst. "Du bist krank" ist doch heute eine Beleidigung, gerade wenn es sich auf nicht-körperliche Symptome bezieht. Da muss die Gesellschaft noch einiges lernen, will sie nicht zerbrechen.

    Ich habe selbst früher einige Therapien und eine Analyse gemacht. (Erzähle dies aber nicht so gern, da man gleich in eine Ecke geschoben wird). Gründe waren: Mutter geistig krank, Vater Alkoholiker, akzeptierte und oft ausgeübte Prügelstrafe in Schulen der 70er Jahre.

    Ich möchte allen Mut machen, sich seinen Gedanken und einer Therapie zu stellen. Es ist nicht einfach, aber es gibt keinen anderen Weg. So kommt man auch zu einem höheren Bewusstseinsgrad.

    Dass ich wieder Rückfälle in Depressionen hatte, hat mit der politischen Situation in Deutschland zu tun. Ungerechtigkeit macht unglücklich. Vor allem, wenn man selbst von Arbeitslosigkeit oder Ausbeutung betroffen ist, während Betrüger und Geschäftemacher ohne jeden Anstand immer reicher werden. Für ehrliche Menschen schwer zu ertragen.

    Mit dem neokonservativen Trend seit den 90ern wurde auch der Biologismus wieder stark, teilweise wie im 19. Jh. Ein kultureller Rückschritt, sehr bedauerlich. Irgendwann habe ich mich entschlossen, trotzdem sehr gerne glücklich sein zu wollen und dies zu üben.

    Dabei helfen verschiedene Methoden, Yoga, vielleicht Meditation, etwas Sport oder Bewegung. Indische Philosophie ist auch sehr zu empfehlen, z. B. Krishnamurti -> kein Esoteriker, er hebt nur auf Logik ab und Kontrolle der Gedanken.

    Ich finde Ihren Kommentar sehr amüsant. Das Lachen sollte man nicht verlernen.

    Dass dieses Thema etwas differenzierter dargestellt wird als sonst. "Du bist krank" ist doch heute eine Beleidigung, gerade wenn es sich auf nicht-körperliche Symptome bezieht. Da muss die Gesellschaft noch einiges lernen, will sie nicht zerbrechen.

    Ich habe selbst früher einige Therapien und eine Analyse gemacht. (Erzähle dies aber nicht so gern, da man gleich in eine Ecke geschoben wird). Gründe waren: Mutter geistig krank, Vater Alkoholiker, akzeptierte und oft ausgeübte Prügelstrafe in Schulen der 70er Jahre.

    Ich möchte allen Mut machen, sich seinen Gedanken und einer Therapie zu stellen. Es ist nicht einfach, aber es gibt keinen anderen Weg. So kommt man auch zu einem höheren Bewusstseinsgrad.

    Dass ich wieder Rückfälle in Depressionen hatte, hat mit der politischen Situation in Deutschland zu tun. Ungerechtigkeit macht unglücklich. Vor allem, wenn man selbst von Arbeitslosigkeit oder Ausbeutung betroffen ist, während Betrüger und Geschäftemacher ohne jeden Anstand immer reicher werden. Für ehrliche Menschen schwer zu ertragen.

    Mit dem neokonservativen Trend seit den 90ern wurde auch der Biologismus wieder stark, teilweise wie im 19. Jh. Ein kultureller Rückschritt, sehr bedauerlich. Irgendwann habe ich mich entschlossen, trotzdem sehr gerne glücklich sein zu wollen und dies zu üben.

    Dabei helfen verschiedene Methoden, Yoga, vielleicht Meditation, etwas Sport oder Bewegung. Indische Philosophie ist auch sehr zu empfehlen, z. B. Krishnamurti -> kein Esoteriker, er hebt nur auf Logik ab und Kontrolle der Gedanken.

  4. In den nächstens Monaten werden Hobbypsychologen uns im beruflichen & privaten Raum bei jeder depressiven Verstimmung mit analytischen grenzbygotten Röntgenblicken zu durchleuchten versuchen. Lass du dir ja helfen, du mußt dir helfen lassen, du bist krank wenn du nicht funktionierst. Das deutsche "Glück, er wurde in die geschlossene Abteil einer psycvhiatrischen Anstalt" gebracht.Dann doch lieber tot...

    • Althen
    • 21.11.2009 um 8:13 Uhr

    Es handelt sich hier um einen informativen und sachlichen Artikel zu der Krankheit "Depression".
    "Wichtig ist dabei eine enge Abstimmung zwischen dem behandelnden Therapeuten und dem Psychiater. Die Medikamente erleichterten die Psychotherapie, sagt Burkhard Peter, »sie nehmen der Krankheit die Spitzen und machen die Patienten häufig erst zugänglich."
    Diesen Absatz halte ich für besonders wichtig. Eine schwere Depression gehört therapeutisch und neurologisch behandelt, was bedauerlicherweise nicht immer in dieser Kombination geschieht.

  5. Als Betroffene und in erfolgreicher Behandlung Stehende, bin ich der Meinung, dass man nicht genug über dieses Thema schreiben und somit informieren kann. Wers nicht lesen will, der kanns weiterblättern, aber braucht sich darüber nicht aufzuregen. Immerhin leben wir in einer Gesellschaft, in der jeder sich für ihn relevante Information selbst suchen kann.

    Ich lese nicht jeden Artikel mit der Überschrift 'Depression'. Die meisten bleiben doch recht oberflächlich und beschreiben nur, was man schon seit Jahren weiß. Die Artikel in der ZEIT erachte ich als sehr kompetent und informativ. Schon vor drei Jahren wurde in der ZEIT im Dossier übers 'Burn-Out-Syndrom' berichtet, wobei dies Erfahrungsberichte waren. Depressionen und Angstzustände sind eine Volkskrankheit. Wir leben unter hohem Erwartungs- und Erfolgsdruck. Die Wenigsten können damit umgehen. Gleichermaßen können die Wenigsten sich zugestehen, dass sie überfordert sind. Teufelskreis.

    Ich halte es für sehr wichtig öffentlich über diese Krankheiten, die das biochemische Gleichgewicht stören, zu berichten. Nur so verliert das Thema seinen 'Tabu-Stempel'. Die meisten Menschen haben Angst vor diesem Thema, weil sies nicht verstehen können.

    Ist doch mal eine nette Abwechslung zum ewig-ermüdenden Thema der Schweinegrippe. An beiden kann man immerhin sterben; nur ist der Tod durch ein nachgewiesenes Virus leichter zu verstehen als Suizid aufgrund Lebensüberdrusses.

    Ich weiß, wovon ich schreibe. Farewell

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