Roberto Saviano "Schreiben bedeutet Widerstand"Seite 4/4

In all diesen Jahren ist mir ein erschreckend wahrer Satz immer wieder durch den Kopf gegangen: «Es werden mehr Tränen über erhörte Gebete vergossen als über nicht erhörte.« Wenn ich einen Traum hatte, dann den, mit meinen Worten etwas zu erreichen, zu beweisen, dass das literarische Wort noch immer gewichtig und stark genug ist, die Wirklichkeit zu verändern. Allem Durchlebten zum Trotz ist mein «Gebet« dank meiner Leser und dank derer, die meine Arbeit würdigen, erhört worden.

Hätten die zahllosen Schriftsteller, Journalisten und Aktivisten, die für ihre Ideen, Worte und Werke gestorben sind, die Möglichkeit gehabt, an die Öffentlichkeit zu dringen, wäre ihre und womöglich auch unsere Geschichte anders verlaufen. Wer schreibt, filmt und redet, wird einzig durch die Augen der Leser beschützt. Sie sind die Wächter des Wortes, die entscheiden, was verinnerlicht und weitergetragen wird. Das dürfen wir nicht vergessen. Das ist es, was mir in den Sinn kommt, wenn ich an das Motto der Weißen Rose denke: Harter Geist und weiches Herz.

Aus dem Italienischen von Verena von Koskull

© 2009 by Roberto Saviano – Agentur R. Santachiara

 
Leser-Kommentare
  1. dass dem geschriebenen Wort auch wirklich noch die Bedeutung zukommt, welche der Redner beschreibt.
    Eine gute Rede und eben auch Mahnung, der Intention und den großen Zielen derer zu gedenken, die vielleicht auch mit ihrem Leben für die Wahrheit bezahlen mussten oder es zumindest sehr gefährdeten.

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    • Asymia
    • 24.11.2009 um 13:45 Uhr

    1935 wurde Gerhard Schumann in den Reichskultursenat berufen, 1938/39 leitete er die Gruppe Schriftsteller der Reichsschrifttumskammer.

    • Asymia
    • 24.11.2009 um 13:45 Uhr

    1935 wurde Gerhard Schumann in den Reichskultursenat berufen, 1938/39 leitete er die Gruppe Schriftsteller der Reichsschrifttumskammer.

    • Asymia
    • 24.11.2009 um 13:45 Uhr

    1935 wurde Gerhard Schumann in den Reichskultursenat berufen, 1938/39 leitete er die Gruppe Schriftsteller der Reichsschrifttumskammer.

    Antwort auf "In der Hoffnung ..."

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