Es klingt wie die neueste Gemeinheit aus der Finanzwelt. Der Staat, so schwebt es Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann vor, soll einen Rettungsfonds einrichten. Für die Kreditbranche.

Fordert Ackermann da eine Vollkaskoversicherung für die Banken auf Kosten des Steuerzahlers? Ganz so einfach ist es nicht. Klar ist, dass Banken auch in Zukunft in Schwierigkeiten geraten werden. Wenn das kleineren Instituten passiert, können sie von den existierenden privaten Sicherheitseinrichtungen aufgefangen werden. Doch wenn systemrelevante Banken zusammenzubrechen drohen, fehlen bisher schlicht die Instrumente. Dann werden also wieder – wie im Fall der Hypo Real Estate – in nächtlichen Krisensitzungen Entscheidungen getroffen werden, die weder für den Steuerzahler noch für die betroffenen Banken ideal sind.

Ganz anders, wenn es einen Rettungsfonds gäbe. Der könnte frühzeitig und gezielt eingreifen, was viel Geld sparen würde. In den USA gibt es so etwas schon, dort übernimmt die Federal Deposit Insurance Corporation diese Aufgabe.

Ein solcher Fonds müsste mit Kapital ausgestattet werden, um Banken geordnet abwickeln zu können, sie zu sanieren oder zu fusionieren. Das bedeutet aber nicht, dass dieses Kapital verloren ist. Entscheidend ist, dass der Staat, wenn er Geld einschießt, auch die Kontrolle über eine Bank erhält. So erwirbt er Vermögenswerte, die er wieder verkaufen kann.

Man kann darüber streiten, ob die Banken die Finanzierung allein stemmen sollten oder ob der Staat einen Zuschuss leisten sollte. Für Ersteres spricht das Prinzip der Eigenverantwortung, dass gerade Josef Ackermann immer wieder predigt. Für Letzteres spricht, dass das Kreditgewerbe die benötigten Summen wohl so schnell nicht aufbringen kann.

Ganz klar: Wer sich verzockt, darf nicht ungestraft davonkommen. Aber ein Rettungsfonds muss ja nicht vor Strafe schützen. Er muss die richtigen Anreize schaffen. Er muss die Krisenbanken verstaatlichen; dann leiden die Aktionäre, deren Anteile verwässert werden. Er muss das Management entlassen. Und er muss darauf drängen, dass die Gläubiger der Institute auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten. Das wäre allemal besser als die jetzige Lösung, bei der die Banken Geld bekommen, aber kaum Gegenleistungen erbringen müssen.