Gesellschaftskritik Über den Personal Trainer
Wonach dehnt sich Caroline Beil? Nach einem Mann, der sie definiert, und zwar jeden Muskel. Heike Faller über den Personal Trainer
Frauen mieten sich einen Mann, den sie für eine ganz bestimmte Sache bezahlen. Der Mann zeichnet sich dadurch aus, dass er besonders geübt darin ist, etwas mit dem Körper der Frau anzustellen. Franka Potente hat einen, Liv Tyler auch, und Madonna hat mit ihrem vor hundert Jahren sogar ein Kind gezeugt. Die Schauspielerin Caroline Beil sagte über ihren kürzlich: »Heidi und ich teilen uns David gerade. Ich habe ihn aber nur vier Tage, dann muss er zurück.«
Die Rede ist vom Personal Trainer, aber die Anklänge an jederzeit verfügbare Callboys sind kein Zufall. Nichts symbolisiert die Krise der Männlichkeit deutlicher als der Fitnesstrainer, der, sein Frauchen umkreisend, durch den Matsch läuft und dazu rhythmisch in die Hände klatscht: »Go, Caroline, go! You can do better!«
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Denn es gibt eine Eigenschaft, in der die Männer den Frauen tatsächlich und unbestreitbar überlegen sind und die nicht wegzuerklären ist mit kultureller Prägung oder zum Verschwinden zu bringen durch Chancengleichheit: körperliche Stärke. Selbst Weltrekordlerinnen werden, was für geistige Disziplinen nicht gilt, von männlichen Nachwuchskräften gern mal in die Tasche gesteckt. Körperliche Überlegenheit ist das letzte Alleinstellungsmerkmal, das den Männern geblieben ist. Und die? Lassen es sich abkaufen und reden sich die Lage schön, indem sie im Aufkommen des männlichen Fitnesstrainers für die Frau eine Kapitulationserklärung des Feminismus sehen, der sich doch gerade eben noch die männliche Definition weiblicher Schönheit verbeten habe und jetzt sogar dafür zu zahlen bereit ist. Ein Mangel der Frau, die (willensschwach, der warmen Stube verbunden) eine Art Außenbordmotor brauche, um sich aufzuraffen, damit sie bereits drei Monate nach der Geburt des vierten Kindes wieder dem Schönheitsideal entspreche.
Ach, Unsinn, Männer. Uns geht es gut. In Wirklichkeit seid ihr arm dran. Und höchstens, aber nur, wenn ihr ganz viel Glück habt, kommt irgendwann eine Prinzessin vorbeigeritten und rettet euch, so wie es dem Fitnesstrainer Daniel Westling passiert ist, der im Sommer von Victoria von Schweden in den Stand der Ehe erhoben werden wird.
- Datum 20.11.2009 - 11:25 Uhr
- Serie Gesellschaftskritik
- Quelle ZEITmagazin, 19.11.2009 Nr. 48
- Kommentare 16
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Vielleicht bin ich ja zu dumm, um den Sinn dieses Artikels zu verstehen. Aber für mich gehört er in die Kategorie "Artikel, die die Welt nicht braucht". Eine sinnvolle tiefgreifende Aufklärungsrolle scheint er nicht zu besitzen...
Das trifft es...
Das trifft es...
Das trifft es...
Es ist Gesellschaftskritik. Gut, dass es drüber steht. Es wäre sonst vielleicht gar nicht aufgefallen.
"Wonach dehnt sich Caroline Beil?"
Na hoffentlich nach dem Sport! Leider wird diese Frage in dem Artikel aber nicht beantwortet.
Auch sonst hinterläßt dieser Artikel bei mir nur Fragezeichen. Soll ich mich jetzt in meiner Männlichkeit verletzt fühlen, weil ein paar zu Geld gekommene egozentrische Püppchen sich ein Unterwäschemodel zur sportlichen Motivation kaufen?
So what? Täglich gehen Millionen Männer in den Puff. Verletzt Sie das jetzt in Ihrer Weiblichkeit?
Bleibt doch eine Kapitulationserklärung. Denn auch wenn die geistige Kapazität zwischen m w gleichverteilt ist:
"Ach, Unsinn, Männer. Uns geht es gut. In Wirklichkeit seid ihr arm dran."
Ist kein Argument. (Und wird so schnell auch keines).
Ja wonach "dehnt" Sie sich denn? Interessanter wäre, wonach sie sich "sehnt". Vieleicht aber auch nicht! We(h)n interessiert's?
Weihtere Dehnungsühbungen nöhtig...?
Carolihne Beihl erstiehlt sich in der ZEIT eihne Tehxtahxt.
Fehlen hier die weitern Seiten des "Artikels"?
V-Effekt?
oder um es mit zeitgenössischem Internet-Slang
auszudrücken: Dabbeljutiäf?
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