Saudi-Arabien
"Die Grippe macht uns zu schaffen"
Dieser Tage gehen Muslime auf den Hadsch, die Pilgerfahrt nach Mekka. Der deutsche Reiseveranstalter Muhammad Siddiq Borgfeldt, 65, über junge Pilger, enge Quartiere und die Angst vor Epidemien.
© Mahmud Hams/AFP/Getty Images Betende Frauen am 15. November vor der Moschee in Mekka
Muhammad Siddiq Borgfeldt: Ich bin schon als 17-Jähriger 1962 zum Islam konvertiert und dann mehrmals zum Hadsch gefahren. Das hat mich tief beeindruckt. Irgendwann bin ich gebeten worden, auch für andere solche Fahrten zu organisieren – was ich im Rahmen meiner Tätigkeit im »Haus des Islam«, einem Zentrum für Muslime in Lützelbach im Odenwald, dann auch getan habe.
ZEIT: Was für Menschen reisen mit Ihnen?
Borgfeldt: Ein paar wenige pilgern nur, weil es Tradition ist. Die meisten kommen jedoch aus echtem religiösen Interesse. Das Durchschnittsalter dürfte bei 50 Jahren liegen. Aber zumindest pilgern inzwischen mehr junge Menschen als früher. Sie haben wohl erkannt, dass sie einen inneren Halt brauchen. Vor 30 Jahren war es vielen jungen Muslimen peinlich, in eine Moschee zu gehen, heute ist das anders.
ZEIT: Stammkunden hat man in Ihrer Branche wohl nicht.
Borgfeldt: Das stimmt schon. Die allermeisten pilgern nur ein einziges Mal in ihrem Leben nach Mekka. Aber da gibt es zum Beispiel auch eine gebürtige Marokkanerin, die schon fünf- oder sechsmal mit mir gereist ist.
ZEIT: Wie bereiten Sie die Pilger auf den Hadsch vor?
Borgfeldt: Mit einem Seminar in Deutschland und einem weiteren während der Pilgerfahrt. Da kommen dann viele Fragen: Darf ich auf dem Hadsch feste Schuhe tragen? Ist Parfum erlaubt? Manche wollen auch wissen, was sie in Mekka zu Gott sagen sollen. Denen sage ich: Wer das nicht weiß, ist wohl am falschen Ort.
ZEIT: In diesem Jahr gibt es neben den üblichen organisatorischen Fragen auch eine gesundheitliche zu klären: Einige Experten befürchten, dass das Zusammentreffen von Menschen aus allen Kontinenten die Ausbreitung der Schweinegrippe beschleunigen könnte.
- Datum 26.11.2009 - 17:26 Uhr
- Seite 1 | 2 | 3 | Auf einer Seite lesen
- Quelle DIE ZEIT, 19.11.2009 Nr. 48
- Kommentare 3
- Empfehlen E-Mail verschicken | Bookmarks
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:





Zu Zeiten des Propheten bedeutete Hadsch Entbehrung sowohl unterwegs als auch vor Ort. Wer diese Strapazen überwand, der war von Gott geprüft und gesegnet.
Heute unterscheidet sich die Wallfahrt nur in wenigen Etappen von einer touristischen Reise. Die Hadschi-Anwaerter setzen sich in einen bequemen Jet, übernaechtigen in Luxushotels und werden sehr oft bis zu den Staetten der Rituale befördert.
Das Gemeinschaftserlebnis wird beinahe zu einer einfachen Gruppenreise.
Auf diese Weise kann man ja auch dreissig-vierzigmal nach Mekka pilgern. Und das mit einem Riesenaufwand. Für das Geld könnte man viel lieber Schulen bauen, die Kinder von armen Leuten unterrichten, Hungrige verköstigen und auch sonst gute Taten im Grossdschemaat des Islam verrichten.
Zumindest sollten die Religionsweisen predigen, dass auch eine Wallfahrt allein den Sinn des Buches erfüllt.
Vergessen wir nicht, dass wir in einer sozialen Welt leben -und der Islam geht darin allen anderen Religionen voran. Es kommt hinzu, dass im Durchschnitt Moslems zu den aermsten Erdenmenschen gehören und immer noch mehr als die Haelfte Analphabeten sind. Das macht die Muslime gegen die Konkurrenz der Christen und Juden schwach und sie werden deshalb dauernd benachteiligt.
Islam ist die Religion der Vernunft - also seien wir vernünftig hauen wir nicht über den Strang.
Sie sagen: "Vergessen wir nicht, dass wir in einer sozialen Welt leben und der Islam geht darin allen anderen Religionen voran". Wo lebt der Islam den anderen Religionen eine sozialeres Leben vor? An welchem Ort der Welt? Den Ort und/oder die Umstände, wo das ssich abspielt, möchte ich kennenlernen. Wo ist das?
.....bevor er zum Islam konvertiert ist. Wie soll das denn abgelaufen sein.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren