Harter Konkurrenzkampf
Malones Comeback in Deutschland dürfte auch in der Münchner Zentrale des Bezahlsenders Sky nervöses Stirnrunzeln hervorrufen. Sky, ehemals Premiere, unternimmt zurzeit mit einer Multimillionen-Werbekampagne einen erneuten Versuch, die Deutschen für das bezahlte Fernsehen zu gewinnen. Man hofft, endlich aus den roten Zahlen zu kommen. Malones Leute sagen, es gebe keine weitergehenden TV-Pläne – seine vielen Sender waren der Grund für die Wettbewerbshüter, den ersten Anlauf auf dem deutschen Markt zu vereiteln. Doch theoretisch wäre es für Malone ein Leichtes, eigene Programme in das neu gekaufte Kabelnetz in Deutschland einzuspeisen. Denn seine Archive sind voll mit Sendematerial. In den USA produziert eine Tochterfirma die Hauptabendnachrichten des öffentlich-rechtlichen Senders PBS. In Europa sind 26 Sender Teil des Portfolios.
Zumindest steckt also Drohpotenzial hinter diesem Deal. Und damit ärgert Malone einen alten Rivalen. Der Mann hinter Sky ist Rupert Murdoch. Die beiden Medienmogule verbindet ein hart, aber herzlich geführter Konkurrenzkampf. Murdochs Medienempire ist noch größer als das von Malone. Die beiden kommen sich in die Quere, wo sie nur können, seit Malone den Rivalen bei einem Geschäft über den Tisch gezogen hat. Und auch sein neuester Streich ist aus der Sicht von Murdoch pure Provokation.
Manche mutmaßen sogar, dass der Medienmogul auch bereits den Mobilfunkmarkt ins Auge gefasst habe. Kabelfernsehen, Internet und Telefon – damit gibt sich ein Malone doch nicht zufrieden! Datendienste für das Handy sind schließlich ein vielversprechendes Geschäft. In Belgien gibt es bereits eine eigene Mobilfunktochter, in Chile ebenso. Für die Expansion auf den deutschen Handymarkt findet sich in Malones umfangreicher Firmensammlung schon die passende Beteiligung, die sich noch als wertvoll erweisen könnte: Das Unternehmen Mobile Streams produziert vom klassischen Klingelton über Spiele und Videos bis hin zu Anwendungen für iPhone und Blackberry alles, wofür sich erfolgreich Geld verlangen lässt.
Und auch auf dem deutschen Kabelmarkt dürfte das kaum Malones letzter Schritt gewesen sein, glauben Experten. Schon länger kursiert unter den Betreibern die Überlegung, sich zu einem großen deutschen Kabelkonzern zusammenzuschließen – als Gegengewicht zur Telekom. Ob das unter der Führung von Malone geschieht, darüber hat allerdings auch das Kartellamt ein Wörtchen mitzureden.
Sprich: Da wird noch viel spekuliert. Doch auffällig ist, dass Malone beim Kauf von Unitymedia sehr großzügig war. Die bisherigen Eigner, darunter der Finanzinvestor BC Partners, planten eigentlich einen aufwändigen Börsengang, doch dieses Angebot schlug alles. BC Partners hatte vor sechs Jahren 300 Millionen Euro investiert und dafür 35 Prozent von Unitymedia erhalten – und Malone überweist der Private-Equity-Firma für diesen Anteil nun 700 Millionen Euro.
- Datum 21.11.2009 - 16:18 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 19.11.2009 Nr. 48
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werden die großen Machtspieler wohl weiter rund um den Globus Macht-, Marktanteile und Sachwerte einkaufen.
Selbst über die Hälfte der DAX-Unternehmen sind schon In Investors Griffeln und der Ausverkauf Europas geht immer weiter.
Damit verselbständigt sich die neoliberale Durchdringung weiter Schritt für Schritt, Bastion für Bastion und offiziell kann und will niemand etwas dagegen tun.
Irgendwann kommt das böse Erwachen.
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