Besetztes Viertel Das Hamburg-WunderSeite 2/2
Viele Künstler werden von solch schmeichelnden Worten eher angewidert sein, sie fühlen sich zu Tode umarmt. Doch tatsächlich ist in jüngster Zeit vieles in Gang gekommen. Selbst das sonst regierungstreue Hamburger Abendblatt, das bislang jeden neuen Masterplan, jeden Investorenentwurf bejubelte, entdeckt neuerdings sein Herz für den Denkmalschutz. Und in dem Netzwerk »Recht auf Stadt« diskutieren plötzlich nicht mehr nur die üblichen Architekten und Stadtplaner über Hamburgs Zukunft, vielmehr ergreifen Menschen das Wort, die lange schon in der Stadt leben, diese aber bislang nicht als die ihre begriffen. So haben sich viele Initiativen gegründet, geeint in dem Wunsch, Hamburg vor noch mehr städtebaulichem Widersinn zu bewahren.
Wie weit dieses neue Wirgefühl trägt? Zumindest entdecken nun selbst Bürgerschaftsabgeordnete, die jahrelang die Abriss- und Umwandlungspolitik ihrer Stadt wohlwollend begleiteten, ihr Herz für die Denkmalpflege. In einer großen Parlamentsdebatte gerieten sogar CDU-Abgeordnete in kapitalismuskritische Versuchung, geißelten Investorenwillkür und plädierten für den Erhalt des Gängeviertels. »Ich hoffe, der Senat lernt aus seinen Fehlern«, sagt Andy Grote, der Stadtentwicklungsexperte der SPD. Allerdings ist er skeptisch, ob künftig wirklich häufiger Stadtplanungspolitik im Interesse der Bürger und nicht der Immobilienfonds betrieben werde. »Hier steht der Senat noch mit beiden Beinen auf der Bremse.«
Schon deshalb geben die Künstler nicht klein bei. Gerade haben sie eine Vortragsreihe zum Thema Stadtentwicklung organisiert, das Vernetzen, Diskutieren, Protestieren, es soll weitergehen. Hamburg, die Nüchterne, sie bleibt baukulturell entflammt.
- Datum 19.11.2009 - 12:55 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 19.11.2009 Nr. 48
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Wenn der nächste prallgefüllte Umschlag den Besitzer wechselt, sind die Protestierenden doch eh wieder nur linksautonomes Gesocks...und es brennen wieder Luxuskarossen...
Seit wann sind Linke so konservativ. "Hamburg bleibt Hamburg" hört sich an wie "Deutschland den Deutschen" :)
Wo doch sonst jede Veränderung und Auflösung so bejubelt wird ...
"Seit wann sind Linke so konservativ. ..."
Seit die Konservativen es nicht mehr sind!
Oder verfolgen etwa beispielsweise CDU / CSU noch das Ziel, das Bestehende, Erhaltenswerte tatsächlich - uns allen, der Jugend und den Kindern - zu erhalten ???
Sind sind es nicht gerade diese angeblich Konservativen, die durch PRIVATISIERUNG, völlig irren, suchtähnlich zelebrierten Wettbewerbswahn und sorglosen Umgang mit der Umwelt das Bestehende nachhaltig und vielleicht unwiederbringlich zerstören ?
Das sollte jetzt kein Plädoyer für die Linke sein, sondern lediglich zeigen, was die sog. Konservativen heutzutage so treiben - und ganz nebenbei, was wir sie auch machen lassen.
DAS hat meiner Ansicht nach NICHTS mit dem fremdenfeindlichen 'Deutschland den Deutschen' zu tun.
"Seit wann sind Linke so konservativ. ..."
Seit die Konservativen es nicht mehr sind!
Oder verfolgen etwa beispielsweise CDU / CSU noch das Ziel, das Bestehende, Erhaltenswerte tatsächlich - uns allen, der Jugend und den Kindern - zu erhalten ???
Sind sind es nicht gerade diese angeblich Konservativen, die durch PRIVATISIERUNG, völlig irren, suchtähnlich zelebrierten Wettbewerbswahn und sorglosen Umgang mit der Umwelt das Bestehende nachhaltig und vielleicht unwiederbringlich zerstören ?
Das sollte jetzt kein Plädoyer für die Linke sein, sondern lediglich zeigen, was die sog. Konservativen heutzutage so treiben - und ganz nebenbei, was wir sie auch machen lassen.
DAS hat meiner Ansicht nach NICHTS mit dem fremdenfeindlichen 'Deutschland den Deutschen' zu tun.
reißt bloß den alten müll ab. ein paar linke stört das? egal, sollen die doch jammern.
die zukunft kann nicht auf ein paar blockierer warten
Liebe ZEIT,
schön, dass nun auch die "anderen" Hamburger als treibende Kraft der Proteste entdeckt werden. Dass sie "nach" den Künstlern aufgetaucht sein sollen, ist aber ein Witz.
Wer sein Ohr am Puls der Stadt hat (und die ZEIT sitzt doch in Hamburg), weiß, dass es schon lange vor der Besetzung des Gängeviertels brodelte. Und dies keineswegs im Unsichtbaren: Das Aktionsnetzwerk gegen Gentrifizierung "Es regnet Kaviar" hat bereits im vergangenen Jahr die Probleme artikuliert. Im Mai hatte der Dokumentarfilm "Empire St. Pauli" Premiere, sorgte sofort für Furore und gewann sogar einen Preis. Im Juni fand der Demonstrationszug "Die Stadt gehört allen" statt, getragen von verschiedenen Initiativen. Klein war er mit 1500 Leuten nicht. Vielleicht hätte er am Speersort vorbeiziehen müssen?
Die Besetzung des Gängeviertels war nicht der Startschuss der neuen sozialen Unruhe in Hamburg, sondern der Augenblick, als sich die Stadt ihr nicht mehr entziehen konnte. 22-08-09. Ab da war es dann gewissermaßen amtlich.
Das als Korrektur zur hiesigen Entwicklung.
"Seit wann sind Linke so konservativ. ..."
Seit die Konservativen es nicht mehr sind!
Oder verfolgen etwa beispielsweise CDU / CSU noch das Ziel, das Bestehende, Erhaltenswerte tatsächlich - uns allen, der Jugend und den Kindern - zu erhalten ???
Sind sind es nicht gerade diese angeblich Konservativen, die durch PRIVATISIERUNG, völlig irren, suchtähnlich zelebrierten Wettbewerbswahn und sorglosen Umgang mit der Umwelt das Bestehende nachhaltig und vielleicht unwiederbringlich zerstören ?
Das sollte jetzt kein Plädoyer für die Linke sein, sondern lediglich zeigen, was die sog. Konservativen heutzutage so treiben - und ganz nebenbei, was wir sie auch machen lassen.
DAS hat meiner Ansicht nach NICHTS mit dem fremdenfeindlichen 'Deutschland den Deutschen' zu tun.
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