Martenstein Carpe diem, verdammt noch mal!Seite 2/2
Der elektrische Toaster wurde vor genau hundert Jahren, 1909, zum ersten Mal auf den Markt gebracht, erfunden und patentiert wurde er 1906. Da anzunehmen ist, dass die Sicherheit der frühen Toaster bei Weitem nicht den heutigen Standards entsprochen hat, folglich die Mortalitätsrate der Toastbrotesserinnen und Toastbrotesser in den ersten Jahrzehnten der Toastergeschichte deutlich höher lag als heute, muss davon ausgegangen werden, dass der Angewohnheit des Weißbrottoastens inzwischen mehr als 100.000 Menschen zum Opfer gefallen sind.
Von allen Menschen, die jemals gelebt haben – 100 Milliarden –, ist jeder Millionste an einem Toaster zugrunde gegangen. Save our Seas setzt diese Zahl in eine Relation zur Zahl der Opfer von Haiangriffen, die im vergangenen Jahr für einen deutlich kleineren Personenkreis tödlich endeten. Statt Haie zu jagen, solle man besser Toaster jagen. Ich dagegen, Besitzer eines meerblauen Toasters und leidenschaftlicher Toastbrotesser, mit Honig, setze gar nichts in Beziehung zu gar nichts, relativiere nicht, rufe zu nichts auf, hüte mich vor unpassenden Vergleichen und ziehe keine voreiligen Schlüsse.
Das Einzige, was ich sage, im sich rundenden Jahrhundert einer meiner liebsten Erfindungen: Toasten kann töten. Mitten im Toasten sind wir vom Tode umfangen. Carpe diem!
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- Datum 16.11.2009 - 14:24 Uhr
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- Serie Martenstein
- Quelle ZEITmagazin, 19.11.2009 Nr. 48
- Kommentare 7
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Vielen Dank für diese Kolumne. Im Sinne der Wiederverwertung toten Holzes habe ich das ZEIT Magazin an meine Frau übergeben. Sie war genauso wie ich auf dem falschen Holzweg und vermutete zunächst ... nun ja, eben etwas anderes als lebensgefährliche Toaster.
Wir haben beide über unseren eingefahrenen Denkweg gelacht, und meine Frau sagte dann: "Kann man dem schreiben, dem Martenstein". Im Sinne einer ZEITsouveränen Nutzung der ZEIT entschloss ich mich, hier zu kommentieren und kein totes Holz für einen Brief zu vergeuden, so wie man ihn früher eben schrieb. Denn: Nutze den Tag, und verschwende keine ZEIT in totes Holz!
Doch das Anmelden hier und jetzt verdarb mir die Nutzung des Tages. Erst einmal die AGBs durchlesen und bestätigen. Acht Bildschirmseiten zum Durchscrollen und -lesen! Wie soll ich da den Diem noch carpen? Was soll's, Schwamm drüber. Ich habe einfach ohne tiefsinniges Lesen den Haken gesetzt. Ich vertraue Ihnen - und schließlich soll noch etwas vom Tage übrigbleiben.
P.S. Wir werden Ihrem Vorbild folgen und trotz der gefährlichen Lage weiter unseren Toaster benutzen. Vielleicht nicht mehr ganz so häufig...
Die Leute sind nun mal zu sehr daran gewöhnt, alles "sicher" haben zu wollen. Sie erkennen dabei nicht, das es keine absolute Sicherheit gibt (außer, dass wir alle sterben müssen). Sie haben angst vor dem Fliegen, fahren aber mit dem Auto zum Flughafen. Die Risikowahrnehmung uns -Abschätzung ist nicht in Ordnung. Kann man es ihnen ubelnehmen? Nein. Statistik ist sehr schwer. Meist "vertrauen" sie den falschen Leuten oder Aussagen, schalten nur selten ihren Menschverstand ein. Oh, gesunder Menschenverstand: Ich bin der Meinung, dass das 21. Jahrhundert als das Jahrhundert in die Geschichte eingehen wird, indem der gesunde Menschenverstand abgeschafft wurde!
Übrigens: Das Robert-Koch-Institut zählt ca. 100 - 300 Grippetote im Jahr.
Lieber Herr Martenstein,
wie tröstlich, dass eben nicht nur der berühmte eventuell vom Dach fallende Backstein (sicher härter als ein verschmortes Toastbrot), sondern auch der Toaster an sich zur Vielzahl der "unbeimpfbaren" Todesarten gehören. Wir toasten in der Mikrowelle. (Oh, das könnte Krebs erregen!) In Toaster-Zeiten gab's bei uns immer nach dem Lüften ungetoastetes "Trostbrot". Man konnte sich dabei voll in GB fühlen, da "Trostbrot" (untoasted) wie Muffins schmeckte, die ihrem Namen Ehre machen.
Ihren dunkelblauen Toaster kennen wir schon aus Ihrer Video-Kolumne, die wir nebst diesem charmanten Toaster ziemlich vermissen.
Wiedersehn macht Freude
Diese elenden Toaster stehen bei mir schon längst unter Generalverdacht. Nicht nur die kinetische Energie des Toasters allein ist das Problem. Zu recht wurde bereits festgestellt, dass Lüften zum Standardbetrieb eines Toasters gehört. Man stelle sich nur vor, wie viele Toasts in zurückliegender Zeit tatsächlich elend in Rauch aufgegangen sind, ja allein in diesem Moment verkohlen, und mit Feinstaub ohne Ende erst die Raumluft verpesten, später dann genial einfach in die Umwelt des Allgemeinwohls entlassen werden. Allein in Deutschland werden, mit Spitzenzeiten am Samstag- und Sonntagmorgen, sicher täglich Tonnen von diesen Muffin-Brüdern getoastet. Nach ersten Berechnungen geht damit, sollte täglich im Schnitt auch nur 1 von 100 Toasts abfackeln, ein Feinstaubausstoß von wenigstens mehreren 100 Tonnen einher, den größten Teil davon direkt in die Lunge eingesogen.
Diese elenden Toaster stehen bei mir schon längst unter Generalverdacht. Nicht nur die kinetische Energie des Toasters allein ist das Problem. Zu recht wurde bereits festgestellt, dass Lüften zum Standardbetrieb eines Toasters gehört. Man stelle sich nur vor, wie viele Toasts in zurückliegender Zeit tatsächlich elend in Rauch aufgegangen sind, ja allein in diesem Moment verkohlen, und mit Feinstaub ohne Ende erst die Raumluft verpesten, später dann genial einfach in die Umwelt des Allgemeinwohls entlassen werden. Allein in Deutschland werden, mit Spitzenzeiten am Samstag- und Sonntagmorgen, sicher täglich Tonnen von diesen Muffin-Brüdern getoastet. Nach ersten Berechnungen geht damit, sollte täglich im Schnitt auch nur 1 von 100 Toasts abfackeln, ein Feinstaubausstoß von wenigstens mehreren 100 Tonnen einher, den größten Teil davon direkt in die Lunge eingesogen.
Diese elenden Toaster stehen bei mir schon längst unter Generalverdacht. Nicht nur die kinetische Energie des Toasters allein ist das Problem. Zu recht wurde bereits festgestellt, dass Lüften zum Standardbetrieb eines Toasters gehört. Man stelle sich nur vor, wie viele Toasts in zurückliegender Zeit tatsächlich elend in Rauch aufgegangen sind, ja allein in diesem Moment verkohlen, und mit Feinstaub ohne Ende erst die Raumluft verpesten, später dann genial einfach in die Umwelt des Allgemeinwohls entlassen werden. Allein in Deutschland werden, mit Spitzenzeiten am Samstag- und Sonntagmorgen, sicher täglich Tonnen von diesen Muffin-Brüdern getoastet. Nach ersten Berechnungen geht damit, sollte täglich im Schnitt auch nur 1 von 100 Toasts abfackeln, ein Feinstaubausstoß von wenigstens mehreren 100 Tonnen einher, den größten Teil davon direkt in die Lunge eingesogen.
Man rufe sich nun gleichzeitig in Erinnerung, dass demgegenüber die Staatsmacht in Person des neuen SPD-Chefs Gabriel erst vor ein paar Jahren glatt die Kaminkehrverordnung ändern und (nicht nur mir) den Betrieb des heiß geliebten, alten Kaminofens wegen seines Feinstaubaustoßes verbieten wollte. Es kann, im Hinblick auf die wirklich wichtigen Probleme dieser Menschheit, einfach nicht angehen, dass die archaisch-feurige, uns von unseren Vorfahren genetisch mitgegebene und in uns allen überlebende Sehsucht nach dem Blick ins Feuer ...
... mit unsäglichen technischen Verkapselungen und Verfilterungen hinter einer technokratischen Sichtweise zugunsten irgendeines eines Toasters, auch eines blauen, an- oder gar ausgepinkelt wird. Wenn schon meinen Ofen der Technikgläubigkeit opfern, dann zu unsrer aller Sicherheit auf jeden Fall auch jeden Toaster, in jedem Haushalt!
Ikarus.
Hier eine faktenerhärtende Statistik, wieviele Menschen weshalb resp. woran sterben (inkl. der paar Leute wegen "swine flu":
http://media.mercola.com/...
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