Klimadaten Der Schatz der Jahrhunderte
Wasserproben seit 1850, Wettertagebuch seit 1781 – Langzeitmessungen sind für die Umweltforschung unschätzbar wertvoll. Doch im Zeitalter der Computersimulation wird die Fleißarbeit von Hand kaum noch geschätzt.
© Jeff J Mitchell/Getty Images

Probenentnahme im Meer: Jedes Modell sei nur so gut, wie die Daten, die man rein steckt, sagen Forscher. Langzeitmessungen seien daher unersätzlich
Dieker. Das kleine Boot schaukelt auf dem Wasser. Breitbeinig, in Gummistiefeln bewegen sich Christina Gebühr, Andreas Köhn und Dieter Klings über das kleine Achterdeck. Die junge Doktorandin und die beiden Seeleute fangen mit einer Art überdimensioniertem Kaffeefilter Schwebeteilchen ein. In einen Kanister füllen sie Oberflächenwasser. Mit einer angeleinten Metallscheibe messen sie die Sichttiefe. In einem Eimer steckt ein Thermometer. Köhn holt vom Meeresgrund eine Wasserprobe herauf. 4,8 Grad kalt ist es heute in acht Meter Tiefe, deutlich kühler als an der Oberfläche.
Gischt spritzt, die Nordsee spielt mit der
Kapitän Klings dreht die Dieker in den Wind und nimmt Kurs auf die Südostmole. Nur ein paar Schritte von dort, im Labor der Biologischen Anstalt Helgoland (BAH), heute ein Teil des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meereskunde (AWI), werden die Wasserproben auf Nährstoff- und Salzgehalt untersucht. Am Mikroskop zählt eine Mitarbeiterin aus, welches tierische und pflanzliche Plankton die heutige Probe von der Reede enthält, so heißt der Wasserstreifen zwischen dem roten Felsen und seiner sandigen Nebeninsel. Helgoland Reede heißt auch der Datensatz, der mit der Fahrt der Dieker zur Position 54° 11,18' N, 7° 54' O um ein paar Einträge aufgestockt wurde. So wie jeden Werktag.
Lange Zeitreihen sind die unspektakuläre Fleißarbeit der empirischen Wissenschaften. Sie erinnern uns an die Anfänge der Naturforschung. Bis heute dienen sie als Rückgrat der Welterklärung, scheinen aber nur schlecht in die ungeduldige Gegenwart zu passen. Fortschrittsprediger schmähen sie, der Nachwuchs meidet ihre Mühen, Verfechter mahnen. Denn ausgerechnet die hightechlastige Klimaforschung zeigt, wie unverzichtbar das geduldige Sammeln ist.
»Diese Zeitreihe ist weltweit einzigartig«, sagt Heinz-Dieter Franke, leitender Wissenschaftler an der BAH. Er zählt auf: Salzgehalt und Sichttiefe nehmen seit den sechziger Jahren zu, die mittlere Jahrestemperatur stieg um 1,33 Grad Celsius. »Obwohl das Werte sind, die von Tag zu Tag und Saison zu Saison enorm schwanken, können wir über diese lange Zeit einen sicheren statistischen Trend berechnen.« Parallel beobachteten die BAH-Forscher, wie der Kabeljau verschwand, bestimmte Algen plötzlich ganzjährig im Reedewasser schwammen und vormals fremde Arten vor Helgoland auftauchten. Die Reede-Reihe war der Schlüssel zur Erkenntnis, dass die Deutsche Bucht überproportional stark vom Klimawandel betroffen ist.
Vor 160 Jahren war davon noch keine Rede. 1850 fing die britische Admiralität, damals Hausherr auf Helgoland, hier zu messen an. 1890 übernahmen die Deutschen die Insel, die Zahlenkette wuchs weiter. Fast 50 Jahre ist es her, dass moderne Messungen zu Wasserchemie und Ökologie dazukamen. »Diese Datenreihen werden immer kostbarer für uns«, sagt Karen Wiltshire, AWI-Direktorin und Leiterin der BAH. Aber müssen es gleich mehrere Jahrzehnte sein? Wiltshire hat spaßeshalber einmal versucht, statistische Trends aus kurzen Schnipseln der Reede-Daten zu berechnen – mit völlig widersprüchlichen Ergebnissen. »Mit so etwas Vorhersagen machen zu wollen ist blanker Unsinn.« Die heutige Ausbeute der Dieker stellen die Helgoländer rasch ins Internet. Ihr wahrer Wert aber wird sich vielleicht erst in zehn oder hundert Jahren zeigen.
Knapp tausend Meter höher und 750 Kilometer südlich von Helgoland ragt ein turmartiger Zweckbau mit Radarkuppel in den oberbayerischen Himmel, 250 Meter östlich davon steht ein Zwiebelturmkirchlein. Dreimal täglich misst ein Mitarbeiter des Meteorologischen Observatoriums Hohenpeißenberg, heute eine Außenstelle des Deutschen Wetterdienstes (DWD), zwischen den beiden Gebäuden Temperatur, Regenmenge und weitere Eckdaten des Wetters. Bei guter Sicht blickt er dabei auf den Alpenhauptkamm im Süden. So wie Jacob Hemmer, der hier im Jahr 1781 im Auftrag des pfälzischen Kurfürsten die erste Wetterbeobachtung eintrug. Der Hohenpeißenberg ist das älteste Bergobservatorium der Welt.
- Datum 25.11.2009 - 17:19 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 19.11.2009 Nr. 48
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Gebt der Wissenschaft ihren Elfenbeinturm zurück!
Der Artikel zeigt deutlich, wie schädlich die Politisierung und Medialisierung der Wissenschaft ist.
Zudem sollte man sehr misstrauisch gegenüber selbst ernannten Experten sein, die von Talkshow zu Talkshow wandern, statt in ihrem Fachgebiet Sacharbeit zu leisten. Zu oft spielen dann versteckte Interessen eine Rolle, die selten etwas mit Wissenschaft zu tun haben.
wenn man mit einem Eimer vom Meeresgrund (sagen wir einmal 10 Meter Tiefe) Wasser nach oben holt um damit die Temperatur am Meeresgrund zu messen, dann ist das höchst ungenau. Welchen statistischen Trend (Umstieg von Holzeimer auf Blecheimer, heißert Tag kalter Tag, Messung nicht im zur gleichen Tageszeit [nicht Uhrzeit], Meeresströmung aus einer anderen Richtung usw. usw.) steht in den Sternen.
Ähnliches gilt für Keelings CO2 Messunge direkt neben einem aktiven (letzter Ausbruch 1984) Vulkan. Damit z.B. wird ein statitistischer Trend beim CO2 Ausstoß des Vulkans gemessen, aber wohl kaum ein Trend in der Erdadmosphäre. Um Werte für die Erdadmosphäre zu erhalten muß man sie "umrechnen". Ein Schelm wer dabei böses denkt...
Nichts ist beständiger als die Veränderung. Früher lebten die Menschen in einer mehr differgenten Welt, in der es erkenntnisorientierte Teile gab, glaubensorientierte und handelsorientierte. Nach einer Gleichschaltung der unterschiedlichen Gesellschaften in gewinnorientierte, kann man nicht einfach anfangen sich darüber zu beschweren, das es nicht mehr so ist wie früher. Wer sagt den das Erkenntnisgewinn höher gestellt werden muss, als monetärer Gewinn.
Aber wie Anfangs schon gesagt, es wird sich was ändern. Und irgendwann gewinnt das Erreichen von Erkenntnis wieder mehr an Bedeutung. Vieleicht in 50, 100 oder auch erst in 10000 Jahren. Aber was sich wohl nie ändert ist, das sich die Leute darüber mokieren, das sich was ändert. So wie beim Wetter ;-)
Wolfgang fragt: Wer sagt denn das Erkenntnisgewinn höher gestellt werden muss, als monetärer Gewinn. Da steckt das Problem: Alle gute Wissenschaft ist auf Erkenntnisgewinn aus,auf nichts anderes. Eine gute Wissenschaft ist die Klmaforschung. Seit mindestens 100 Jahren ist die Klimageschichte Gegenstand des Forschens. Eine großartige Erkenntnis war: Es gab Eiszeiten und Zwischeneiszeiten. Heute ist unbestritten, daß sowohl Hannibal als auch Barbarossa in von einander zeitlich getrennten Warmzeiten über eis- und gletscherfreie Alpen gezogen sind. Und wir wissen heute sehr genau, wann nach der letzten Eiszeit (sie ging 13 200 v.d.Zw. zu Ende) Menschen in der Saharah in Seen schwimmen konnten und wann die Regenwälder Afri- und Amerikas auf kleine Reste schrumpften.
Seit Wissenschaftler aber mehr nach Fleischtöpfen (nach monitärem Gewinn) als nach Erkenntnis streben können, erkennen sie nicht nur, was gewesen ist,sondern wissen auch das,was kommt. Wünschen Allianz, Münchner Rück,Erdgaslobby Windmüller(letztere sind Zwillinge) oder der deutsche Finanzminister eine menschengemachte Erwärmung weltweit, dann wird vorausgesagt: Das lebenswichtige Kohlendioxyd wird zum giftigen Treihausgas, in millionenschweren Computermodellen hin und her gewendet bis sogar der Exxongestützte Obama zähneknirschend nach Kopenhagen jettet. So mutieren honorige Klimaforscher zu zu allem (!)fähigen Klimatrendforschern. Schwups gebirt Geld eine bad Science. Oh
"Der Messreihe, die den Treibhauseffekt nachwies, drohte mehrfach das Aus" heißt es in der fett gesetzten Zwischenüberschrift. Es gibt weltweit keine Messreihe, die den Treibhauseffekt beweist. Aber viele Messreihen, die den ewigen Klimawandel belegen. MANN mußte Messreihen manipulieren und den Hockeystick erfinden, um eine noch nie da gewesene Temperaturerhöhung voraussagen zu können.
"Jedes Modell sei nur so gut, wie die Daten, die man rein steckt, sagen Forscher" heißt es in der Bilduntershrift. In Computermodelle werden aber nicht nur Datenreihen implantiert,sondern auch manipuliert (s.o.). So weit, so schlecht. Computer denken nicht. Sie spucken am Ende nur das aus, was ihre Nutzer hineingesteckt haben und hören wollen. So einfach funktioniert moderne Klimaprophetie.
Wolfgang fragt: Wer sagt denn das Erkenntnisgewinn höher gestellt werden muss, als monetärer Gewinn. Da steckt das Problem: Alle gute Wissenschaft ist auf Erkenntnisgewinn aus,auf nichts anderes. Eine gute Wissenschaft ist die Klmaforschung. Seit mindestens 100 Jahren ist die Klimageschichte Gegenstand des Forschens. Eine großartige Erkenntnis war: Es gab Eiszeiten und Zwischeneiszeiten. Heute ist unbestritten, daß sowohl Hannibal als auch Barbarossa in von einander zeitlich getrennten Warmzeiten über eis- und gletscherfreie Alpen gezogen sind. Und wir wissen heute sehr genau, wann nach der letzten Eiszeit (sie ging 13 200 v.d.Zw. zu Ende) Menschen in der Saharah in Seen schwimmen konnten und wann die Regenwälder Afri- und Amerikas auf kleine Reste schrumpften.
Seit Wissenschaftler aber mehr nach Fleischtöpfen (nach monitärem Gewinn) als nach Erkenntnis streben können, erkennen sie nicht nur, was gewesen ist,sondern wissen auch das,was kommt. Wünschen Allianz, Münchner Rück,Erdgaslobby Windmüller(letztere sind Zwillinge) oder der deutsche Finanzminister eine menschengemachte Erwärmung weltweit, dann wird vorausgesagt: Das lebenswichtige Kohlendioxyd wird zum giftigen Treihausgas, in millionenschweren Computermodellen hin und her gewendet bis sogar der Exxongestützte Obama zähneknirschend nach Kopenhagen jettet. So mutieren honorige Klimaforscher zu zu allem (!)fähigen Klimatrendforschern. Schwups gebirt Geld eine bad Science. Oh
"Der Messreihe, die den Treibhauseffekt nachwies, drohte mehrfach das Aus" heißt es in der fett gesetzten Zwischenüberschrift. Es gibt weltweit keine Messreihe, die den Treibhauseffekt beweist. Aber viele Messreihen, die den ewigen Klimawandel belegen. MANN mußte Messreihen manipulieren und den Hockeystick erfinden, um eine noch nie da gewesene Temperaturerhöhung voraussagen zu können.
"Jedes Modell sei nur so gut, wie die Daten, die man rein steckt, sagen Forscher" heißt es in der Bilduntershrift. In Computermodelle werden aber nicht nur Datenreihen implantiert,sondern auch manipuliert (s.o.). So weit, so schlecht. Computer denken nicht. Sie spucken am Ende nur das aus, was ihre Nutzer hineingesteckt haben und hören wollen. So einfach funktioniert moderne Klimaprophetie.
Wolfgang fragt: Wer sagt denn das Erkenntnisgewinn höher gestellt werden muss, als monetärer Gewinn. Da steckt das Problem: Alle gute Wissenschaft ist auf Erkenntnisgewinn aus,auf nichts anderes. Eine gute Wissenschaft ist die Klmaforschung. Seit mindestens 100 Jahren ist die Klimageschichte Gegenstand des Forschens. Eine großartige Erkenntnis war: Es gab Eiszeiten und Zwischeneiszeiten. Heute ist unbestritten, daß sowohl Hannibal als auch Barbarossa in von einander zeitlich getrennten Warmzeiten über eis- und gletscherfreie Alpen gezogen sind. Und wir wissen heute sehr genau, wann nach der letzten Eiszeit (sie ging 13 200 v.d.Zw. zu Ende) Menschen in der Saharah in Seen schwimmen konnten und wann die Regenwälder Afri- und Amerikas auf kleine Reste schrumpften.
Seit Wissenschaftler aber mehr nach Fleischtöpfen (nach monitärem Gewinn) als nach Erkenntnis streben können, erkennen sie nicht nur, was gewesen ist,sondern wissen auch das,was kommt. Wünschen Allianz, Münchner Rück,Erdgaslobby Windmüller(letztere sind Zwillinge) oder der deutsche Finanzminister eine menschengemachte Erwärmung weltweit, dann wird vorausgesagt: Das lebenswichtige Kohlendioxyd wird zum giftigen Treihausgas, in millionenschweren Computermodellen hin und her gewendet bis sogar der Exxongestützte Obama zähneknirschend nach Kopenhagen jettet. So mutieren honorige Klimaforscher zu zu allem (!)fähigen Klimatrendforschern. Schwups gebirt Geld eine bad Science. Oh
"Der Messreihe, die den Treibhauseffekt nachwies, drohte mehrfach das Aus" heißt es in der fett gesetzten Zwischenüberschrift. Es gibt weltweit keine Messreihe, die den Treibhauseffekt beweist. Aber viele Messreihen, die den ewigen Klimawandel belegen. MANN mußte Messreihen manipulieren und den Hockeystick erfinden, um eine noch nie da gewesene Temperaturerhöhung voraussagen zu können.
"Jedes Modell sei nur so gut, wie die Daten, die man rein steckt, sagen Forscher" heißt es in der Bilduntershrift. In Computermodelle werden aber nicht nur Datenreihen implantiert,sondern auch manipuliert (s.o.). So weit, so schlecht. Computer denken nicht. Sie spucken am Ende nur das aus, was ihre Nutzer hineingesteckt haben und hören wollen. So einfach funktioniert moderne Klimaprophetie.
Die Klimaforschung zur Hure von Rückversicherungen, Politik und erneuerbarer Energieindustrie zu machen wird der Sache nun wirklich nicht gerecht. Bei aller Eitelkeit, die hier und da im Spiel sein mag: Klimaforschung wird von immer noch von gewissenhaften und honorigen Wissenschaftlern gemacht. Und wer die Gehaltsabrechnungen von Klimaforschern sieht, braucht von monetären Verlockungen nicht reden (Boni für eingeworbene Projekte? Fehlanzeige!). Schwierig ist allerdings der Umgang mit den Medien, denn nur wenige Wissenschaftler sind dafür ausgebildet und darauf vorbereitet, dass in Interviews gerne versucht wird provozierende oder sensationelle Aussagen hervorzulocken. Da ist mancher schon in die Falle getappt...
Aber zum eigentlichen Inhalt des Artikels: ja, die Erhebung von Langzeitdaten ist unattraktiv und sie passt auch nicht in die Förderstruktur der deutschen Forschungslandschaft, die ja von einem sehr ungesunden Zeitvertragswesen geprägt ist. Ein junger Wissenschaftler, der sich in 5-6 Jahren qualifizieren oder seine wissenschaftliche Karriere begraben muss, kann sich nicht mir Langzeitdatenreihen beschäftigen. Dauerstellen stehen praktisch nicht zur Verfügung.
Dass sich etwas ändern muss, hat die Politik aber erkannt (ja: es gibt auch mal gute Nachrichten!) und ein europäisches Programm für Langzeitforschungsinfrastrukturen (target="_blank" href="http://cordis.europa.eu/esfri/">ESFRI) aufgesetzt. Hier sind auch langfristige Infrastrukturen zur Klimaforschung geplant.
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