Kunst "Roehrs Lebenswerk reicht für einen Platz in der ersten Liga"Seite 2/2
Lindenberger: Ja, Max Hollein, der Städel-Direktor, hat sich ganz dem Künstler verschrieben. Und ich freue mich, dass es am Beispiel Roehr gelingt, den Konflikt zwischen dem Städel und dem Museum für Moderne Kunst über die Frage, wer Gegenwartskunst sammeln darf, salomonisch aufzulösen. Denn das Städel hat ja gemäß seinem Stiftungsauftrag immer das Einzelbild gesammelt, während sich das MMK um größere Werkgruppen bemüht. Bei der Roehr-Ausstellung ergänzt sich das zum ersten Mal sehr sinnvoll. Und ich freue mich, dass ich 15 meiner Roehr-Werke für die Räume des Städels und 15 für die Räume des MMK als Bindeglied zur Verfügung stellen darf.
ZEITmagazin: Wie würden Sie Peter Roehr im Verhältnis zu der Kunst seiner Zeitgenossen bewerten?
Lindenberger: Ganz einfach: Er war sicher viel weiter. Schon damals beeinflusste er nachhaltig andere Künstler wie Thomas Bayrle. Er war getrieben von einer ungeheuren Energie – weil er sich bewusst war, dass er seine künstlerische Position gefunden hatte, aber auch, weil er wusste, dass ihm seine tödliche Krankheit nicht viel Zeit lassen würde.
ZEITmagazin: Und wo wäre er heute, hätte er sein Werk noch 40 Jahre fortsetzen dürfen?
Lindenberger: Das kann man nicht wissen. Wie oft kann man sich wiederholen? Die Schwarzen Tafeln weisen deutlich auf eine Veränderung des Werkes. Aber eines ist ganz sicher: Sein Lebenswerk reicht auch so für einen Platz in der ersten Liga.
Das Gespräch führte Florian Illies
- Datum 18.11.2009 - 11:13 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEITmagazin, 19.11.2009 Nr. 48
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:








Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren