Stimmt's? Grüner Schleim
"Lässt grünlicher Nasenschleim auf eine bakterielle Infektion schließen?", fragt Christoph Bachmann aus Kassel

Hatschi! Bei einer gewöhnlichen viralen Erkältung verändert der Nasenschleim seine Farbe und Konsistenz
Erstaunlich oft handeln auch erfahrene Ärzte nach folgender Faustregel: Wenn im Verlauf einer – durch Viren verursachten – Erkältung der Nasenschleim eine grünliche oder gelbliche Farbe annimmt, dann liegt eine bakterielle Infektion der Atemwege vor, insbesondere der Nebenhöhlen. Und die muss man dann mit Antibiotika bekämpfen.
Aber diese oberflächliche Schnelldiagnostik beruht auf einer falschen Gleichsetzung. Und so kommt es, dass bei uns zu viele Antibiotika verschrieben werden, mit der Folge, dass viele Bakterien gegen diese Mittel resistent werden.
Aber auch bei einer gewöhnlichen viralen Erkältung verändert der Nasenschleim seine Farbe und Konsistenz. In den ersten Tagen ist er klar und dünnflüssig, dann wird er dicker und grüner. Verantwortlich für die Färbung sind neben den ungefährlichen Bakterien, die immer in unserer Nase hausen, vor allem weiße Blutkörperchen – die sogenannten neutrophilen Granulozyten. Sie leisten dort Abwehrarbeit gegen die Erreger.
Zu Antibiotika sollte der Arzt erst greifen, wenn noch weitere Indizien vorliegen, beispielsweise wenn die Beschwerden länger als eine Woche andauern.
Die Adressen für »Stimmt’s«-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg, oder stimmts@zeit.de
Diesen Artikel finden Sie als Audiodatei im Premiumbereich unter www.zeit.de/audio
- Datum 19.11.2009 - 07:00 Uhr
- Serie Stimmt's
- Quelle DIE ZEIT, 19.11.2009 Nr. 48
- Kommentare 1
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:








Bemühen Sie sich um artikelbezogene Kommentare. Die Redaktion / mh
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren