Am morastigen Ufer des Sebangau-Flusses, in einer Holzhütte auf Stelzen, hat die freiwillige Feuerwehr von Mohammed Abdullah Ramadani ihre Basis. Er und seine 14 Mann kämpfen gegen die größte Gefahr, die Borneos wertvollen Torfmoorwäldern droht. Seitdem der Mensch fast die Hälfte des Waldes auf Borneo zerstört hat, wüten jedes Jahr Brände auf der Insel.

Doch abgesehen von den orange leuchtenden Schulterklappen auf ihren Uniformpullovern und den Abzeichen, die jenen des New York Fire Department in nichts nachstehen, ist die Ausrüstung der Feuerwehrmänner dürftig: Ein kleines grünes Holzboot mit Außenbordmotor, zwei marode Kanus und eine Generatorpumpe – mehr haben sie hier nicht.

Dabei ist Ramadanis Arbeit sogar im globalen Interesse. Wenn Borneos Torfmoorwälder (klicken Sie hier für eine Infografik) brennen, werden gewaltige Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid frei. Die Bewahrung dieses Waldtyps ist also von enormer Bedeutung für den Klimawandel. Deshalb fördert der World Wide Fund for Nature (WWF) hier, neben anderen Projekten, auch den Aufbau lokaler Feuerwehren.

Im Sebangau-Nationalpark, der knapp 600.000 Hektar groß ist, schieben mittlerweile 16 Brigaden Dienst, so wie Mohammed Abdullah Ramadani und seine Männer. Doch das Beispiel Borneo lehrt auch, wie schwer es solche lokalen Initiativen haben, wenn ein internationaler rechtlicher Rahmen fehlt.

»Wenn wir von einem Feuer hören, fahren wir auf den Kanälen bis zur Brandstelle und machen uns ein Bild«, erzählt Ramadani. Selbst löschen können sie nur kleine Brände. Meist müssen sie Hilfe holen – Profis aus der Stadt, die größere Boote und bessere Pumpen haben. Bis Ramadani von einer Beobachtungstour zurück ist, kann ein ganzer Tag vergehen – das Feuer hat unterdessen schon verheerend gewütet