Der Naturschutz auf Borneo wird von der eigenen Regierung konterkariert
Der Naturschutz auf Borneo wird von der eigenen Regierung konterkariert
© Dagny Lüdemann

Hier stand einst ein dichter Regenwald. Entwässerungsgräben haben den Torfboden ausgetrocknet – seitdem zerstören Waldbrände jedes Jahr die nachwachsende Vegetation auf Borneo
Wie viele Umweltschützer und Entwicklungshelfer auf Borneo kämpft auch Tampung Saman mit teils korrupter, teils chaotischer Bürokratie. Der Wissenschaftler für Sozialentwicklung in der Provinzhauptstadt Palangkaraya baut mit WWF-Unterstützung auf einem kleinen Acker in seiner Heimat Kautschukbäume an, als Alternative für die Bevölkerung zur Knochenarbeit auf Palmölplantagen oder zum illegalen Holzhandel.
Doch eine gut gemeinte Verordnung hat sein Pilotprojekt zum Stillstand gebracht. »Im Moment kann ich nicht weitermachen, weil die Regierung den Acker zum Waldschutzgebiet erklärt hat«, erzählt Saman. »Man darf hier keine Landwirtschaft mehr betreiben. Auch nicht für den Naturschutz.«
Das Zentrum für internationale Forstwissenschaft (Cifor) rechnet damit, dass sich die Vereinten Nationen im Dezember in Kopenhagen darauf einigen werden, REDD in das Kyoto-Nachfolgeabkommen aufzunehmen. Die kritischen Punkte, wie der Waldschutz entlohnt werden soll und vor allem, wie sich verhindern lässt, dass Entwicklungsländer erst an der Abholzung verdienen, um dann für die Wiederaufforstung UN-Gelder zu bekommen, werden bis dahin wohl nicht geklärt. Dabei sind diese Fragen nicht nur für Indonesien entscheidend: In Afrika und Südamerika vermutet Moorforscher Joosten riesige Flächen unentdeckter Torfmoore. Nicht alle sind mit Bäumen bewachsen. »Die UN sollten auch den Schutz unbewaldeter Moore attraktiv machen«, sagt er.
Staaten, die an REDD verdienen wollen, werden nachweisen müssen, wie viel CO₂ sie durch welche Waldschutzmaßnahmen eingespart haben. In Indonesien sind bereits 20 REDD-Pilotprojekte zur freiwilligen CO₂-Einsparung angelaufen. Auf Borneo hilft unter anderem der Münchner Forscher Florian Siegert dabei, mit Radar- und Satellitenaufnahmen zu bestimmen, wie viel Kohlenstoff die Torfmoorwälder speichern und wie viel CO₂ ihr Schutz einsparen könnte. Solange in Indonesien allerdings Korruption und Bürokratie herrschen, wird es schwer sein, die UN-Kriterien für einen lukrativen Waldschutz zu erfüllen.
Bis dahin kämpfen die Feuerwehrleute und Naturschützer im Sebangau-Nationalpark ziemlich allein gegen die Zerstörung ihrer Heimat. Auch heute steht Borneo wieder in Flammen. Kilometerweit erstrecken sich die Brände dort, wo die Flammen noch Nahrung finden. Aus der Cessna sind Rauchschwaden zu erkennen, beißender Qualm dringt durch das kleine Fenster der Maschine. Für ihre Löscharbeit bekommen Ramadani und seine Männer kein Geld. Wer Schicht hat, übernachtet in der Hütte auf dem Boden. Weshalb sie trotz allem weitermachen? Klare Antwort: »Weil das gut für unsere Zukunft ist.«
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- Datum 19.11.2009 - 12:34 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 19.11.2009 Nr. 48
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Es gibt keine Flusspferde in Borneo/ Kalimantan. Flusspferde gibt's nur in Afrika !!!
Und ich war mir so sicher, ich hätte in einem der zahlreichen Archiv-Artikel über Borneo von Zwerg-Flusspferden gelesen. Gesehen habe ich auf meiner Reise in der Tat keines. Dann muss ich das wohl tatsächlich mit dem Borneo-Nashorn verwechselt haben - wird sofort geändert. Danke für den Hinweis.
Und ich war mir so sicher, ich hätte in einem der zahlreichen Archiv-Artikel über Borneo von Zwerg-Flusspferden gelesen. Gesehen habe ich auf meiner Reise in der Tat keines. Dann muss ich das wohl tatsächlich mit dem Borneo-Nashorn verwechselt haben - wird sofort geändert. Danke für den Hinweis.
Und ich war mir so sicher, ich hätte in einem der zahlreichen Archiv-Artikel über Borneo von Zwerg-Flusspferden gelesen. Gesehen habe ich auf meiner Reise in der Tat keines. Dann muss ich das wohl tatsächlich mit dem Borneo-Nashorn verwechselt haben - wird sofort geändert. Danke für den Hinweis.
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