Stefan Petzner, einer der großen Intellektuellen des Landes, hielt unlängst eine viel beachtete Rede über die nationale Bedeutung des Solariums. Scharfsinnig argumentierte er, dass viele seiner Kollegen ein Sonnenstudio dringend nötig hätten, was angesichts ihrer von Aufopferung für die Republik gezeichneten Gesichter niemand bezweifeln würde. Der Udo-Jürgens-Verehrer, selbst von keiner Blässe – zumindest des Gedankens – angekränkelt, forderte, es müsse ein Menschenrecht sein, sich in seiner Haut wohlfühlen zu können. Er tat dies, da Glück ja allzu oft einem Wissensdefizit entspringt. Andererseits trat die Solariumsfraktion im Hohen Haus, merkwürdigerweise kurz BZÖ genannt, aber auch für ein Sonnenstudio-Alterslimit von 16 Jahren ein, um die Jugend vor ungesunder Bräune zu schützen. Dahinter verbarg sich jedoch keine Anspielung auf die politisch vielleicht ein wenig gestrigen Ansichten des Parteinachwuchses, nein, es ging ausschließlich um körperliches Wohlbefinden. Der Nationalrat wird diesen Forderungen wohl nachkommen, handelt es sich doch bei diesem Thema um die Kernkompetenz dieser Gruppierung. Peter Westenthaler, ebenfalls ein ausgewiesener Experte in der Causa, war der Sitzung leider ferngeblieben. Das Fußballländerspiel gegen Spanien erschien ihm wichtiger. Die Grünen vermuteten daher in seiner Anwesenheit im Stadion die eigentliche Ursache für das Debakel am grünen Rasen. Den Wählern stehen nun zwei oppositionelle Alternativen offen, streng getrennt nach der Hautfarbe: die Braunen oder die Blassen.