Neue EU-Spitzen Herman wer? Catherine wie?Seite 3/3
Die Kanzlerin beginnt, sich für »die Sphinx« zu interessieren
In Berlin schweigt Angela Merkel noch immer. Doch insgeheim denkt die Kanzlerin offenbar immer konkreter über Herman Van Rompuy nach. Van Rompuy steigt in Belgien gerade zum großen Versöhner auf. Er hat es, vom König erst kürzlich ins Amt gedrängt, geschafft, eine umstrittene Staatsreform für das gespaltene Land anzustoßen. Das Auswärtige Amt lässt der Kanzlerin ein »Persönlichkeitsbild« des Flamen zukommen. In dem Dokument heißt es: »Herman Van Rompuy gilt als Ministerpräsident wider Willen. (…) Durch seine Glaubwürdigkeit und Verschwiegenheit (›die Sphinx‹), hat er sich 2007 als königlicher ›Erkunder‹ großes Vertrauen erworben. Er gilt als kompetent und durchsetzungsfähig. (…) Trotz Eloquenz sucht er nicht die Mikrofone und das Scheinwerferlicht.«
»Die Sphinx« – den Spitznamen merkt sich die Kanzlerin. Am 29. und 30. Oktober 2009 treffen sich 26 EU-Staatschefs zu ihrem regelmäßigen Gipfel. Noch bevor alle Regierungsmaschinen auf dem Brüsseler Flughafen gelandet sind, veröffentlichen die Vorsitzenden der europäischen sozialdemokratischen Parteien einen geharnischten Beschluss. Sie wollen Blair nicht, Punkt aus. In einer Sitzungspause geht die Kanzlerin auf Herman Van Rompuy zu. Sie habe gehört, sagt sie ihm, er werde als Sphinx bezeichnet. Das sei ja interessant. Van Rompuy, heißt es, habe gelacht.
In Vier-Augen-Gesprächen sondieren die Staatschefs mögliche Kombinationen EU-Präsident/EU-Außenminister. Mit Van Rompuy könnte die Kanzlerin zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Er ist auf der europäischen Bühne so unbeleckt, dass Sarkozy kaum Angriffspunkte gegen ihn finden dürfte. Außerdem würde ein Belgier den kleinen Ländern die Angst nehmen, die EU würde künftig von einem »Direktorium« der Großen geleitet.
Aus der deutschen Delegation dringt schließlich frohe Kunde. Merkel und Sarkozy seien sich in der Personalfrage einig. Für wen? Die Diplomaten schweigen. Eine halbe Woche später berichtet die belgische Zeitung Le Soir, Van Rompuy sei nach dem Treffen selbst höchst überrascht gewesen. Einen seiner Minister soll er sich anvertraut haben: »Wie kann man an mich denken? Ich bin erst seit ein paar Wochen Premierminister! Und es gibt Arbeit hier!«
Gesucht: Eine Frau, britisch, sozialdemokratisch
Tatsächlich löst das Gerücht, Merkel wolle Van Rompuy nach Europa abwerben, in Belgien Sorgen aus. So kurz der Mann erst an der Macht ist, so lieb haben ihn die Belgier gewonnen. »Das Land hat einen Kapitän gefunden, der vielleicht keinen echten Enthusiasmus hervorruft«, urteilt eine große Tageszeitung, »dessen menschliche Qualitäten, sein Sinn für Diskretion und Effizienz jedoch gewürdigt wurden.« Fatal für Belgien, nur: Genau so einen Kapitän sucht auch die EU.
Zwei Tage vor dem großen Ernennungssondergipfel, am 17. November, flüstert ein britischer Diplomat der Financial Times: »Die Schweden (die die EU-Ratspräsidentschaft führen, Anm. d. Red.) wollen Van Rompuy auf den Posten setzen.« Aber damit der Belgier es wird, müsste Sarkozy zustimmen – und die Briten müssten Tony Blair fallenlassen. Wen bekommen sie stattdessen?
Das Europäische Parlament findet eine feministische Antwort. Es sähe ja nicht gut aus, gibt sein Präsident Jerzy Buzek zu bedenken, wenn für keines der beiden Ämter eine Frau gefunden würde. Die Vize-Chefin der Grünen-Fraktionen, Rebecca Harms, warnt davor, »Verhältnisse wie in Saudi-Arabien« zu schaffen. Das Europaparlament muss den Posten des EU-Außenministers bestätigen, denn er (oder sie) wird zugleich Mitglied der Kommission. Das Profil des »EU-Außenministers« ist mithin vorgezeichnet. Es muss eine Frau werden, britisch und sozialdemokratisch.
Genauso verengt sich einen Tag vor dem entscheidenden Treffen das Tableau für den Ratspräsidenten. Am Tag des Gipfels, Donnerstag vergangene Woche, geht auf einmal alles ganz schnell. Noch vor dem Abendessen der 27 Staatschefs einigen sich die sozialdemokratischen Regierungsführer der EU darauf, die britische EU-Handelkommissarin Catherine Ashton als europäische Außenministerin zu nominieren.
Um 18 Uhr setzen sich im achten Stock des Brüsseler Ratsgebäudes alle 27 »Chefs« an einen großen ovalen Tisch. Der schwedische Vorsitzende präsentiert seine Wunsch-Kombination. Van Rompuy solle Ratspräsident werden, Lady Ashton Außenministerin. »Wir haben eine einstimmige Entscheidung«, verkündet Angela Merkel um Viertel nach neun. »Europa startet in eine neue Ära.«
Seine erste Rede vor einem überfüllten Pressesaal hält Herman Van Rompuy auf Französisch, Niederländisch und Englisch. »Ich habe dieses Amt nicht angestrebt«, sagt er, »aber ich übernehme es mit Überzeugung.« Catherine Ashton stellt sich Europa als Zweite vor. Sie redet spontan, humorvoll und lächelt. »Anrufen«, sagt Angela Merkel zum Abschied aus Brüssel, »wird das Ausland den, von dem es glaubt, dass er für Europa spricht.«
- Datum 27.11.2009 - 08:01 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 26.11.2009 Nr. 49
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...dass dieser Vorgang weniger ostentativ verlief als die Wahl Obamas und seiner Aussenministerin.
...erst die tolle Demokratie ala Europa (wir lassen Euch solange abstimmen, bis wir das richtige Ergebnis haben)...dann ein "Kriegstreiber" verwundert schon, dass hier realitätsnah die Wahrheit ausgesprochen wird...und nun sitzen 2 Bilderberger in den Ämtern...was kommt als nächstes, man darf gespannt sein...Gentechnik wird sicher auch bald wieder in den Medien als das göttliche und wundervolle verkauft (Stichwort Monsanto)...ist ja übrigens sehr ruhig um die Schweinehysterie geworden, und Climategate ist wohl auch bald vom Tisch, schön dass der Mechanismus der Erde so super funktioniert, zu dumm nur dass wir es noch nicht verstehen...umweltfreundliche Autos sollten wir aber dennoch anstreben und die Glühbirne wieder zum leuchten bringen ;)
@peter70
wollte was aehnliches eintippen aber
sie haben mir aus der seele gesprochen
stimmte allem zu 100 % zu
greetings
Die Bewertungs-Sternchen fehlen mir.
Liebe Redaktion: Wann kriegen wir die Sterne wieder?
EU WAS? BRUXSEL WO?BARROSO WER?EUDSSR, ALSO= SOVITUNION
Sein Statement: "Guten Morgen allerseit. Ihr seid alle niedergeschlagen heute. Ich dachte dies wird ein grosser stolzer Moment sein. Ich meine es hat euch 8 1/2 Jahre der Nötigung, der Lüge, der Ignorierung demokratischer Abstimmungen gekostet um diesen Vertrag durchzubringen und am 1. Dezember werdet ihr ihn haben.
Der Architekt dieser ganzen Sache, Giscard d'Estaing, wollte mit diesem Verfassungsvertrag, das Europa eine grosse globale Stimme bekommt. Aber ich fürchte, die Staatsführer haben kollektiv die Nerven verloren. Sie haben entschieden, ihre Gesichter sollen auf der globalen Bühne stehen und nicht jemand von der Europäischen Union. Deshalb bekamen wir ein Paar politischer Pygmäen.
Da haben wir einen neuen Präsidenten von Europa, Herman van Rompuy. Ich sehe ihn nicht als jemand der den Verkehr in Peking oder Washington zum Stillstand bringen wird. Ich zweifle ob ihn überhaupt jemand in Brüssel erkennt und weiss wer er ist. Und trotzdem wird er ein Salär bekommen, das höher ist als das von Obama. Das sagt alles was man über diese politische Klasse wissen muss und wie sie sich selbst bedient.
Aber wenigstens ist er ein gewählter Politiker, im Gegensatz zu Baroness Cathy Ashton. Sie ist der wahre Repräsentant der heutigen politischen Klasse. In gewisser Weise ist sie ideal. Sie hatte noch nie eine anständige Arbeit und sie ist noch nie in ihrem Leben in irgend ein Amt gewählt worden. So meine ich ist sie perfekt geeignet für die Europäische Union."
...der Artikel mit diesen Kommentaren in der Online-Ausgabe noch auf der ersten Seite steht ;)
Nigel Farage, eine wahrhaft große Persönlichkeit und für die Spitze der EU meiner Meinung nach besser geeignet als diese Bilderberger!
Achja: Dank an die lieben Iren, danke für Euer "Nein" zum Lissabon-Vertrag, auch wenn ihr ein zweites Mal abstimmen MUSSTET und es nicht mehr gereicht hat, dennoch wir DURFTEN ja nicht mal abstimmen! Tolles Demokratie Verständnis nicht wahr?
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