Weinbau und Frauen Winzerinnen sind die neuen Winzer
Auch in der Welt des Weines drängen Frauen an die Spitze. Eine Reise von Rheinhessen nach Südbaden
© Silvio Knezevic

Jede Traube zählt. Die jungen Winzerinnen setzen sich zunehmend in der Männerbranche durch
Es ist der Tag, an dem endlich die Anspannung von ihr abfällt. Eva Vollmer steht auf dem Hüttberg in der Nähe ihres Elternhauses und blickt auf ihre Zukunft. Weinstöcke überziehen das Land links des Rheins hier wie kunstvoll geritzte Schraffur. Immer wieder, wochenlang, hat sie auf diese Hügel gestarrt und gewartet, und je länger sie wartete, desto kräftiger wurden die Trauben. Doch nun soll Regen kommen und mit ihm der Schimmel, sie hat die Trauben gerade rechtzeitig in Sicherheit gebracht. Hat sie auch diesmal alles richtig gemacht?
Der Wind greift in die dünne Jacke der Winzerin, sie scheint trotzdem nicht zu frieren. Sie ist eine grazil gebaute junge Frau mit langen blonden Haaren. Wäre ihre Hose nicht dreckverschmiert, sie wirkte hier draußen völlig fehl am Platz. Vor ihr liegt ihr bester Grund, voller Tonmergel und Kalk, darauf wachsen besonders kräftige Reben. Nur ein kleiner Teil des Grunds gehört ihr, der Rest anderen Weinbauern. Diese neun Hektar werden nicht reichen, nun, da der Erfolg sie so überrumpelt hat.
"Was passiert da eigentlich gerade?", fragt sie sich. "Warum gerade ich?"

Die 27-Jährige aus Mainz-Ebersheim wurde soeben vom Weinführer Gault Millau zur "Entdeckung des Jahres" gekürt. Dabei hat sie vor einem Jahr zum ersten Mal eigenen Wein in Flaschen gefüllt.
Voriges Jahr erst füllten sie und ihr Freund den ersten Jahrgang Riesling und Silvaner in Flaschen, schrieben Evas Namen aufs Etikett. Heute kennt man ihn in ganz Deutschland. Mit 27 hat Eva Vollmer das Winzerdorf Ebersheim am Rand von Mainz in die Köpfe der Weinkenner gebracht. Der Gault Millau hat sie zur "Entdeckung des Jahres" ausgerufen, zum ersten Mal hat der wichtigste deutsche Weinführer eine Frau ausgewählt. Ihre Weine seien "absolut gelungen", hieß es zur Begründung, sie verschaffe der Weinstadt Mainz ein "neues Profil".
Es ist das Jahr, in dem die Männerbranche auf die Frauen guckt. "Noch nie haben so viele Frauen so guten Wein gemacht", sagt Joel Payne, Chefredakteur des Gault Millau. Namen wie Caroline Diel, Carolin Spanier-Gillot, Eva Clüsserath und Tina Pfaffmann stehen dafür schon seit einigen Jahren. Von den 200 Top-Weingütern in Deutschland mit Prädikat werden zwar nur 13 von Frauen geführt. Doch jetzt wächst eine Generation von Winzerinnen heran, die sich mit der traditionellen Rolle der Ehefrau im Hintergrund, wie sie ihre Mütter oft ausfüllten, nicht länger zufriedengeben. Die Töchter übernehmen Betriebe, die früher wie selbstverständlich an die Söhne gegangen wären.
Der Weinanbau in Rheinhessen folgt uralten Regeln, die meisten Parzellen sind seit Generationen in Familienbesitz. Auch Eva Vollmers Großvater und ihr Vater haben schon Wein angebaut, sie lieferten die Trauben an die örtliche Winzergenossenschaft. Eva ist die Erste in der Familie, die selbst Wein macht. "Woi", so nennt sie den Wein, wie man das in Rheinhessen eben tut.
Eva Vollmer steigt in ihren Range Rover und rast über die Feldwege. Sie liebt große Fahrzeuge, auch Traktoren, Lastwagen, Mähdrescher, die den Boden unter ihr beben lassen. An einer Steillage deutet sie auf ein Stück Brachland. Sie fragt sich, wem es wohl gehört. So eines müsste sie kaufen. Sie stellt den Geländewagen zwischen alten Obstbäumen ab, der Range Rover ist jetzt mit Schlamm bespritzt. Wer nicht weiß, dass sie 2003 Weinkönigin war, käme nie auf die Idee, dass die Frau, die nun mit festen Schritten auf einen Schuppen zuläuft, mal mit einer Goldkrone im Haar für den Wein der Region geworben hat.
- Datum 27.11.2009 - 07:15 Uhr
- Seite 1 | 2 | 3 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEITmagazin, 26.11.2009 Nr. 49
- Kommentare 7
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:








Gendering-Promo, ick hör dir trapsen!
Dabei ist es doch so herrlich scheißegal, wer den Wein macht, erst recht ob es Männlein oder Weiblein ist, hauptsache er schmeckt.
Es ist unfassbar mit welcher Arroganz heute einige Frauen in den Medien auftreten. Die weiblichen Chauvinisten in diesem Artikel schwadronieren hier wie selbstverständlich von einer angeblichen weiblichen Überlegenheit in der Weinherstellung. Man stelle sich mal vor, wenn Männer das umgekehrt machen würden. Ein Aufschrei der feministisch gesinnten Medien und ihrer Gefolgsleute wäre die Folge. Wobei man sagen muss, dass die Zeit sowieso in Artikeln über den Geschlechterkrieg fast immer auf der Seite der Frauen steht. Frauenverherrlichung und Abwertung des Mannes ist Standard. Was das mit einer differenzierten Berichterstattung zu tun hat, weiß wohl nur die Zeitredaktion selbst.
Hallo
Der nächste "Frauen sind voll toll" Artikel.
Zitat Homer Simpson
"Laaaaaaaaaaaangweilig".
Btw. Ich suche mir Wein ausschliesslich nach Geschmack und nicht nach der politischen Korrektheit aus.
Gruss
Rene
meine Herren! Wer wird sich denn gleich angegriffen fühlen. Wie wärs mit einer sachlichen Weindebatte, anstatt wieder mit dem Männer-werden-immer-so-schlecht-behandelt-Gejammere anzufangen. Und by the way: wir Frauen haben uns jahrhundertelang (bis heute) angehört, dass wir in Politik, Wirtschaft, Religion usw. nichts zu suchen hätten, weil wir Frauen seien und das nicht könnten. Und wenn man sich das aktuelle Gehaltsgefälle zwischen den Geschlechtern anschaut, dann haben wir nach wie vor mehr Grund uns über Geschlechterungerechtigkeit zu beschweren.
Dass Frauen mehr Aromen herausschmecken können ist zudem eine wissenschaftlich nachgewiesene Tatsache und keine willkürliche Präferenz des weiblichen Geschlechts durch ZEIT-Autoren.
Mit weiblicher Arroganz in den Medien hat das herzlich wenig zu tun und spiegelt eher das Unvermögen einiger Vertreter des vermeintlich stärkeren Geschlechts wider, damit umzugehen, dass sich unsere Gesellschaft glücklicherweise weiterentwickelt und nicht in rückwärtsgewandtem Denken erstarrt. Gottseidank!
MfG
Danke für Ihren peinlichen Kommentar. Mir ging es in meinem Posting eigentlich nicht um den Weinbau, sondern um die undifferenzierte Berichterstattung zum Thema Geschlechterkampf in der Zeit. Sowohl Männer als auch Frauen haben Stärken und Schwächen und diese Tatsache spiegelt sich in den Artikeln nicht wider. Männer sind verunsicherte unterlegene Vollidioten und Frauen das überlegene Geschlecht der Zukunft. Dass das mit der Realität nichts zu tun hat, ist für mich absolut klar. Und ihr Hinweis auf die schlechte Behandlung von Frauen in der Vergangenheit ist völlig überflüssig. Was kann ein Mann von heute dafür, dass Frauen in früheren Jahrhunderten als Menschen zweiter Klasse behandelt wurden. Ich würde sagen: Gar nichts! Ich glaube, dass müssten eigentlich sogar Sie verstehen.
Danke für Ihren peinlichen Kommentar. Mir ging es in meinem Posting eigentlich nicht um den Weinbau, sondern um die undifferenzierte Berichterstattung zum Thema Geschlechterkampf in der Zeit. Sowohl Männer als auch Frauen haben Stärken und Schwächen und diese Tatsache spiegelt sich in den Artikeln nicht wider. Männer sind verunsicherte unterlegene Vollidioten und Frauen das überlegene Geschlecht der Zukunft. Dass das mit der Realität nichts zu tun hat, ist für mich absolut klar. Und ihr Hinweis auf die schlechte Behandlung von Frauen in der Vergangenheit ist völlig überflüssig. Was kann ein Mann von heute dafür, dass Frauen in früheren Jahrhunderten als Menschen zweiter Klasse behandelt wurden. Ich würde sagen: Gar nichts! Ich glaube, dass müssten eigentlich sogar Sie verstehen.
- für die Medien wohl. Es soll auch Bäuerinnen geben, die den Hof alleine schmeißen. Die letzte konsumierte Spätlese von Pfälzer Winzermeisterinnen war recht betörend, so ist der Weingenuss gleich doppelt besetzt...;) http://viereggtext.blogsp...
Danke für Ihren peinlichen Kommentar. Mir ging es in meinem Posting eigentlich nicht um den Weinbau, sondern um die undifferenzierte Berichterstattung zum Thema Geschlechterkampf in der Zeit. Sowohl Männer als auch Frauen haben Stärken und Schwächen und diese Tatsache spiegelt sich in den Artikeln nicht wider. Männer sind verunsicherte unterlegene Vollidioten und Frauen das überlegene Geschlecht der Zukunft. Dass das mit der Realität nichts zu tun hat, ist für mich absolut klar. Und ihr Hinweis auf die schlechte Behandlung von Frauen in der Vergangenheit ist völlig überflüssig. Was kann ein Mann von heute dafür, dass Frauen in früheren Jahrhunderten als Menschen zweiter Klasse behandelt wurden. Ich würde sagen: Gar nichts! Ich glaube, dass müssten eigentlich sogar Sie verstehen.
...ist es, wenn man die Postings anderer Leute als peinlich bezeichnet ohne sie richtig verstanden zu haben. Dass es Ihnen in Ihrem Posting nicht um Weinbau ging, ist genau das, was ich (unter Anderem Ihnen) in meinem früheren Posting vorgeworfen habe.
Damit verbunden: selbstbewusstes Auftreten von Frauen in der Öffentlichkeit als "weiblichen Chauvinismus" zu bezeichnen fällt schon eher in den Bereich "peinlich".
Wo wir uns falsch verstehen: Manche "Männer von heute" sind leider nach wie vor oft genug daran interessiert, die Frauen klein zu halten (um das Beispiel aus meinem ersten Post zu bemühen: wer hat die Gehaltsdiskrepanz zwischen den Geschlechtern zu verantworten? Wer bestimmt die Gehälter? Wir Frauen bestehen sicherlich nicht darauf, für gleiche Arbeit weniger Lohn zu erhalten...). Es ist also durchaus berechtigt, auch den Mann von heute zum Teil in die Kritik zu nehmen, sonst wäre das komplexe Konzept "Geschlechterungerechtigkeit" (bewusst nicht "Kampf") längst überflüssig. Die Geschlechterungerechtigkeit der vergangenen Jahrhunderte wird also heute im Prinzip zum Teil nach wie vor von "Männern von heute" in neuem Gewand weitergeführt und weitergetragen. Da haben also eher Sie noch etwas zu verstehen. Ich verstehe Sie sehr gut.
...ist es, wenn man die Postings anderer Leute als peinlich bezeichnet ohne sie richtig verstanden zu haben. Dass es Ihnen in Ihrem Posting nicht um Weinbau ging, ist genau das, was ich (unter Anderem Ihnen) in meinem früheren Posting vorgeworfen habe.
Damit verbunden: selbstbewusstes Auftreten von Frauen in der Öffentlichkeit als "weiblichen Chauvinismus" zu bezeichnen fällt schon eher in den Bereich "peinlich".
Wo wir uns falsch verstehen: Manche "Männer von heute" sind leider nach wie vor oft genug daran interessiert, die Frauen klein zu halten (um das Beispiel aus meinem ersten Post zu bemühen: wer hat die Gehaltsdiskrepanz zwischen den Geschlechtern zu verantworten? Wer bestimmt die Gehälter? Wir Frauen bestehen sicherlich nicht darauf, für gleiche Arbeit weniger Lohn zu erhalten...). Es ist also durchaus berechtigt, auch den Mann von heute zum Teil in die Kritik zu nehmen, sonst wäre das komplexe Konzept "Geschlechterungerechtigkeit" (bewusst nicht "Kampf") längst überflüssig. Die Geschlechterungerechtigkeit der vergangenen Jahrhunderte wird also heute im Prinzip zum Teil nach wie vor von "Männern von heute" in neuem Gewand weitergeführt und weitergetragen. Da haben also eher Sie noch etwas zu verstehen. Ich verstehe Sie sehr gut.
...ist es, wenn man die Postings anderer Leute als peinlich bezeichnet ohne sie richtig verstanden zu haben. Dass es Ihnen in Ihrem Posting nicht um Weinbau ging, ist genau das, was ich (unter Anderem Ihnen) in meinem früheren Posting vorgeworfen habe.
Damit verbunden: selbstbewusstes Auftreten von Frauen in der Öffentlichkeit als "weiblichen Chauvinismus" zu bezeichnen fällt schon eher in den Bereich "peinlich".
Wo wir uns falsch verstehen: Manche "Männer von heute" sind leider nach wie vor oft genug daran interessiert, die Frauen klein zu halten (um das Beispiel aus meinem ersten Post zu bemühen: wer hat die Gehaltsdiskrepanz zwischen den Geschlechtern zu verantworten? Wer bestimmt die Gehälter? Wir Frauen bestehen sicherlich nicht darauf, für gleiche Arbeit weniger Lohn zu erhalten...). Es ist also durchaus berechtigt, auch den Mann von heute zum Teil in die Kritik zu nehmen, sonst wäre das komplexe Konzept "Geschlechterungerechtigkeit" (bewusst nicht "Kampf") längst überflüssig. Die Geschlechterungerechtigkeit der vergangenen Jahrhunderte wird also heute im Prinzip zum Teil nach wie vor von "Männern von heute" in neuem Gewand weitergeführt und weitergetragen. Da haben also eher Sie noch etwas zu verstehen. Ich verstehe Sie sehr gut.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren