Sigmar Gabriel Uns fehlen die Migranten
Der neue SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel über Versäumnisse seiner Partei, Gewerkschafter, die FDP wählen, und Oskar Lafontaines Krankheit
Immer dasselbe Zimmer, immer neue Vorsitzende. Der Besuch im neuen Büro von Sigmar Gabriel im Berliner Willy Brandt Haus hat eine gespenstische Note. An der Wand hängen noch die verstorbenen SPD-Größen, in der Luft schweben die Geister von Gerhard Schröder, Matthias Platzeck, Kurt Beck und Franz Müntefering. Nun also Gabriel. Er hat sich noch nicht eingerichtet und ist doch ganz da, füllt den Raum mit seiner Energie. »Wie geht’s?«, fragt er uns. Gut. Aber wir sind ja auch nicht in der SPD. Und selbst?
DIE ZEIT: Beginnen wir grundsätzlich: Ist es gerecht, dass ein Bauarbeiter ein Viertel dessen bekommt, was ein Journalist oder ein SPD-Chef verdient?
Sigmar Gabriel: Die erste Frage ist: Können der Bauarbeiter und seine Familie von seinem Einkommen angemessen leben? »Angemessen« ist mehr, als die Miete zu bezahlen und Brot zu kaufen. Es ist unbestreitbar, dass in den letzten Jahren die Nettoeinkommen von Menschen, die einem normalen Beruf nachgehen, gesunken sind, wohingegen der Reichtum insgesamt gestiegen ist. Das ist ungerecht.
ZEIT: Aber an sich ist es gerecht, dass jemand, der ein viel leichteres Leben als ein Bauarbeiter hat, viermal so viel verdient wie er?
Gabriel: Ich weiß nicht, ob es gerecht ist, dass er viermal so viel verdient, aber es gibt Unterschiede in der Entlohnung. Das steht auch in jedem Tarifvertrag, den die Gewerkschaften unterschreiben.
ZEIT: Ja, aber wie legitimiert sich nun, dass ein Bauarbeiter, der härter arbeitet, weniger verdient?
Die Regierung reduziert den Staatsbürger auf den unzufriedenen Steuerbürger. An diesem Denken könnte die Gesellschaft zugrunde gehen.
Gabriel: Die Einkommensunterschiede haben sich entlang von formalen Qualifikationsanforderungen entwickelt. Das hat mit dem Bildungsweg zu tun – und da kommt es darauf an, den durchlässig zu gestalten! – und natürlich auch mit der Verantwortung, die jemand trägt.
ZEIT: Ein Busfahrer etwa trägt viel Verantwortung!
Gabriel: Ich weiß nicht, wohin uns das Gespräch führen soll. Die Sozialdemokratie ist in ihrer fast 150-jährigen Geschichte nie dafür angetreten, alle Lohnunterschiede aufzuheben. Der Meister bekommt mehr als der Geselle. Der Ingenieur bekommt mehr als der Facharbeiter. Das alles hatte immer auch damit zu tun, dass sich Anstrengungen lohnen sollten. Genau hier liegt doch heute das Problem: Für viele Arbeitnehmer zahlen sich Anstrengungen nicht mehr aus, während die Nichtsnutze an den Börsen oder in manchem Bankenvorstand immer mehr verdienen.
ZEIT: Es wird gesagt, die Schere zwischen Arm und Reich ginge immer weiter auseinander. Das setzt voraus, dass Deutschland irgendwann wesentlich gerechter war als heute. Wann war das?
Gabriel: Es geht nicht darum, Gerechtigkeit auf niedrigem Niveau herzustellen. Natürlich sind die Lebensbedingungen in den letzten 50 Jahren in Deutschland besser geworden. Trotzdem ist der große Unterschied zu früher, dass Aufstieg für einen erheblichen Teil der Gesellschaft schwieriger geworden ist und Abstieg schneller geht. Der Spruch der Eltern: »Streng dich an, dann wird etwas aus dir«, war berechtigt. Heute erlebt ein Teil der Menschen, dass dieses Versprechen nicht mehr hält. Wenn Sie heute zu Schülerinnen und Schülern, nicht nur an der Hauptschule, sagen: »Streng dich an, dann wird etwas aus dir«, dann schauen Sie viele an und sagen: »Was erzählt der mir eigentlich? Ich kriege sowieso keinen Ausbildungsplatz. Teilhaben an dem, was die Gesellschaft bietet, werde ich nicht können. Jedenfalls nicht dadurch, dass ich mich anstrenge.«
ZEIT: Hat sich die SPD in den elf Regierungsjahren zu wenig zugetraut? Hat sie sich hinter den Zwängen der Globalisierung versteckt?
Gabriel: Ja, wir haben uns an die seit Anfang der neunziger Jahre herrschende Deutungshoheit, die Globalisierung allein bestimme das politische und ökonomische Leben, angepasst. Wir waren damit übrigens nicht allein. Große Teile der Medien und der Wissenschaft haben das auch gemacht. Die jetzige Koalition tut das immer noch. Sie erklärt, dass Menschen eigentlich nur unter Wettbewerbs- und Konkurrenzdruck etwas leisten können und dass man das noch vorantreiben müsse. Sie reduziert den Staatsbürger auf den unzufriedenen Steuerbürger, der nur dann zu diesem Staat steht, wenn er weniger zahlen muss. An diesem Denken könnte die Gesellschaft zugrunde gehen, wenn es sich dauerhaft durchsetzt.
ZEIT: Mittlerweile scheint es so, als fühle die SPD sich nur noch für die vom Abstieg Bedrohten zuständig, aber nicht mehr für die Aufsteiger. Und die wenden sich zur FDP.
Gabriel: Die SPD war immer vor allem die Partei der Aufsteiger. Aber wir haben hier in der Tat ein Problem. Unter den Gewerkschaftsmitgliedern ist der Anteil der FDP-Wähler von 5 auf 9 Prozent gestiegen. Das ist fast eine Verdoppelung. Offenbar haben viele nicht mehr den Eindruck, dass die Steuern, die sie zahlen, einem sinnvollen Zweck dienen. Das Bewusstsein, ich zahle Steuern und Sozialabgaben, damit ich etwas bekomme, was ich mir allein nicht leisten kann – Bildung, soziale Sicherheit, Rechtsstaat –, ist weitgehend verloren gegangen.
ZEIT: Das denken viele doch auch, weil ihnen immerzu gesagt wird, die Mittelschicht würde ausgebeutet. Stimmt das denn?
Gabriel: Nein. Die Mittelschicht ist immer noch Profiteur der sozialen Sicherungssysteme. Das Problem ist: Wir koppeln gerade die Unterschicht ab. Die Oberschicht hat den Sozialstaat nicht nötig. Es ist nach wie vor so, dass die mittleren und gehobenen Einkommensgruppen vom deutschen Sozialstaat und von unserem Bildungssystem am meisten profitieren.
ZEIT: Eine Gruppe von Aufsteigern sind die Migranten. Denen haben Sie zugerufen: Kommt zu uns; aber im 45-köpfigen Parteivorstand ist kein Einziger von ihnen vertreten. Wollten Sie sagen, kommt zu uns, bei uns könnt ihr nichts werden!?
Gabriel: Nein, im Gegenteil. Ich halte es für eine richtiggehende Unterlassungssünde dieses Parteitages, dass wir niemanden aus dieser für uns so wichtigen Bevölkerungsgruppe in den Vorstand gewählt haben. Es war übrigens Andrea Nahles, die als Erste auf dieses Problem hingewiesen hat. Wir müssen uns intensiv darum bemühen, dass wir Migrantinnen und Migranten nicht nur auf der Ebene des Parteivorstandes, sondern weit hinunter bis in die Parteigliederungen stärker einbinden. Da haben wir noch längst nicht das realisiert, was wir programmatisch vor uns hertragen.
ZEIT: Warum ist das so?
Gabriel: Die Ausrichtung auf dem Dresdner Parteitag war: Jetzt wollen wir als Landes-, Bezirksverbände und Kreisverbände durch unsere Leute sicherstellen, dass die Fehler der Vergangenheit nicht noch einmal gemacht werden und dass es jetzt wirklich zu einer Korrektur kommt. Deswegen wollten alle hinein. Wir haben mehr Leute gehabt, als am Ende Plätze im Parteivorstand vorhanden waren. In Zukunft müssen wir das anders machen.
ZEIT: Nun könnte die Zukunft für die SPD erst mal einen neuen Rückschlag bringen – die Landtagswahl in NRW. Besteht nicht die Gefahr, dass Sie da den 27. September noch einmal erleben müssen?
Gabriel: Quatsch. In NRW ist die Ausgangslage für die SPD gar nicht schlecht. Rüttgers betreibt wirklich eine doppelzüngige Politik. Der macht zu Hause den Arbeiterführer und den, der in Bildung investieren will, und ruiniert in Berlin durch seine Zustimmung zum Koalitionsvertrag die Voraussetzungen dafür. Außerdem kandidiert in NRW eine Partei, die erklärt: Wir möchten, dass wir nicht in die Regierung kommen, und wir möchten, dass Herr Rüttgers Ministerpräsident bleibt. Das ist die erklärte Position der Linkspartei. Da muss die SPD im Wahlkampf klarmachen: Wer Herrn Rüttgers ablösen will, der hat nur eine Partei, die er wählen kann, das ist die SPD.
ZEIT: Aber Sie können wieder nicht sagen, mit wem Sie an die Macht wollen.
Gabriel: Wir haben keinen Grund, nicht über Rot-Grün zu diskutieren.
ZEIT: Die Grünen scheinen das nicht so zu sehen, die flirten mit den Schwarzen.
Gabriel: Die Grünen sind inzwischen nach allen Seiten offen. Das darf man denen nicht übel nehmen. Die SPD muss dafür kämpfen, selber wieder so stark zu werden, dass die Grünen entscheiden müssen zwischen uns und der Union. Dann entscheidet das bessere Programm, und da wird eine aufgeklärte, sozial und ökologisch verantwortungsbewusste SPD immer attraktiver sein als die CDU. In NRW gibt es eine Ablösung der doppelzüngigen CDU nur mit uns.
ZEIT: In welcher Konstellation?
Gabriel: Wahlkämpfe führt man nicht dadurch, dass man über Konstellationen spekuliert, sondern indem man die Realitäten zur Kenntnis nimmt, und die lauten: Da gibt es eine Partei, die will, dass Rüttgers abgelöst wird, und es gibt drei andere Parteien, die können sich vorstellen, dass der bleibt.
ZEIT: Was wird denn nun aus der Linkspartei, die in NRW so regierungsunfähig auftritt?
Gabriel: Das hängt von der SPD ab. Je stärker die SPD wird, je stabiler sie wird, je klarer ihr Profil wird, desto mehr wird bei der Linkspartei eine Debatte zwischen der alten PDS und den Sektierern aus der WASG entstehen. Ich glaube, dass nicht die PDS im Westen angekommen ist, sondern ein Großteil Verrückter aus dem Westen in der PDS. Und Oskar Lafontaine ist ihr Vorsitzender. Ich habe das immer für einen gelungenen Täter-Opfer-Ausgleich gehalten.
ZEIT: Werden Sie vom Rückzug Oskar Lafontaines profitieren?
Gabriel: Erst einmal wünsche ich mir, dass es ihm schnell wieder besser geht. Mir ist lieber, er ist gesund und bleibt an Bord, als dass wegen seiner Krankheit die Partei Die Linke geschwächt wird. Das wäre eine zynische Form des Umgangs. Und im Übrigen finde ich die Art, wie in den Medien über sein Privatleben spekuliert wird, widerlich.
ZEIT: Die Lebensberechtigung der Linkspartei erkennen Sie an, wenn Sie sagen, die SPD sei dem neoliberalen Zeitgeist zu weit gefolgt.
Gabriel: Das ist ein Teil der Begründung für die Existenz der Partei Die Linke in Westdeutschland. Aber natürlich hat sie auch viel mit der Genese ostdeutscher Politik zu tun.
ZEIT: Was ist künftig deren Lebensberechtigung, wenn die SPD wieder SPD ist?
Gabriel: Wenn’s nach mir geht: Keine. Aber ich glaube auch nicht, dass die SPD gut daran tut, sich an dieser Frage zu orientieren.
ZEIT: Was ist eigentlich der größte Unterschied zwischen Ihnen und Schröder?
Gabriel: Er ist bei den Jusos groß geworden, er ist Juso-Bundesvorsitzender geworden, hat dann ein Bundestagsmandat bekommen. Gerd Schröder ist einen ganz traditionellen Weg in der SPD gegangen, war aber nie in der Kommunalpolitik. Ich war nicht bei den Jusos, sondern bei den Falken und der Gewerkschaftsjugend. Und ich komme eigentlich aus der Kommunalpolitik. Das sind nur ein paar der Unterschiede. Ich schätze ihn sehr und finde gut, dass er der SPD beigebracht hat, dass die Summe der Politik für Minderheiten noch keine Mehrheit ergibt. Das ist etwas, was die SPD nicht vergessen darf. Er hat übrigens gerade angerufen und mir zur Wahl gratuliert; er war im Ausland.
Das Gespräch führten Peter Dausend und Bernd Ulrich
Textdokumentation: Frank Büttner
- Datum 30.11.2009 - 10:31 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 26.11.2009 Nr. 49
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'Mittelschicht ist immer noch Profiteur der sozialen Sicherungssysteme'. Das ist zumindest eine Beugung der Realität. Die Mittelschicht ist seit langem Netto der Finanzier der staatlichen Umverteilung nach oben und unten.
Es sei in diesem Kontext daran erinnert, dass es die SPD war, die mit der Steuerfreiheit für Beteiligungsverkäufe von Kapitalgesellschaften nach oben umverteilt hat. Allein daraus fehlen seither dem Staatssäckel rund 30 Milliarden Euro pro Jahr, die natürlich wo - genau, bei der Mittelschicht, über unsinnig hohe Steuern und Abgaben wieder reingeholt werden müssen. Dass es die SPD war, welche die paritätische Finanzierung der Krankenkassen zu Gunsten der Arbeitgeber und zu Lasten der Beitragszahler zu verantworten hat. Dass es die SPD war, die mit den Hartz-Gesetzen eine partielle Enteignung der langjährigen Beitragszahler in der ALG erreichte. Um nur drei von vielen, vielen der SPD zuzurechnenden Sonderlasten für die Mittelschicht zu nennen.
...und die seiner Partei an dieser Stelle erfolgsentscheidend von der Realität abweicht:
"Das Bewusstsein, ich zahle Steuern und Sozialabgaben, damit ich etwas bekomme, was ich mir allein nicht leisten kann – Bildung, soziale Sicherheit, Rechtsstaat –, ist weitgehend verloren gegangen."
Es ist nämlich nicht so, dass man für diese Dinge kein Geld ausgeben würde. Vielmehr muss man feststellen, dass man für diese Dinge seine Steuern und Abgaben abgenommen bekam nun aber Deutschland in den meisten diese Dinge messenden Bewertungen am Ende der OECD Skala liegt. Wir haben bezahlt und die Volksparteien haben nicht nur nicht geleistet.
Sie haben uns Jahrzehnte lang angelogen.
...und die seiner Partei an dieser Stelle erfolgsentscheidend von der Realität abweicht:
"Das Bewusstsein, ich zahle Steuern und Sozialabgaben, damit ich etwas bekomme, was ich mir allein nicht leisten kann – Bildung, soziale Sicherheit, Rechtsstaat –, ist weitgehend verloren gegangen."
Es ist nämlich nicht so, dass man für diese Dinge kein Geld ausgeben würde. Vielmehr muss man feststellen, dass man für diese Dinge seine Steuern und Abgaben abgenommen bekam nun aber Deutschland in den meisten diese Dinge messenden Bewertungen am Ende der OECD Skala liegt. Wir haben bezahlt und die Volksparteien haben nicht nur nicht geleistet.
Sie haben uns Jahrzehnte lang angelogen.
Mir scheint, Herr Gabriel hat immer noch nichts begriffen. Was ist eigentlich so schwer daran, anzuerkennen, dass die SPD ein klares Bekenntnis ablegen muss - aber nicht zu möglichen Machtoptionen im Elfenbeinturm, sondern zur Realität ihrer Zielgruppe? Auch Gabriel hängt immer noch in der Fordern/Fördern-Endlosschleife und lässt die Wähler im Stockholm-Syndrom zurück, in dem sie gefangen sind - auch mit Hilfe der SPD. In Gesprächen mehren sich seitens Arbeitnehmern immer mehr Aussagen wie: "Wenn ein Job nicht reicht, muss derjenige eben zwei machen." Was bedeutet das für die SPD? Die Bevölkerung hat weitgehend "eingesehen", dass sie einer Wirtschaft ausgeliefert ist, in der einzig der durchsetzungsstärkere und der, der einfach will, gewinnt - um jeden Preis. 1-Euro-Jobs, Mini-Jobs, Hartz4, das Praktikanten-Stadl - all diese Werkzeuge aus dem Kasten der SPD haben dazu geführt, dass selbst vor wenigen Jahren noch aussichtsreiche Jobs massiv an Attraktivität verloren haben. Die Reaktion der Bevölkerung ist klar und vorhersehbar - sie wenden sich dem vermeintlich stärkeren zu und erkennen dessen Regeln an, damit sie sich mit der Situation abfinden können. Zu Hochzeiten der SPD gab es de facto einen Mindestlohn, ein sozialer Abstieg trotz Arbeit war quasi unmöglich. Genau diese Sicherheit hat die SPD zerstört und ist jetzt unfähig, explizit darauf zu reagieren, ihre fatalen Fehler zu korrigieren, die Folgen ihrer Anbiederei zu relativieren.
Aber höchstens solche Migranten, die aus anderen Parteien die in die SPD eintreten wollen!
Was der SPD allein fehlt ist die Legitimation der Nutzung "Sozial" in ihrem Namen. Von diesem Aspekt hat sich die ehemalige Volkspartei, mit dem vom "Flasch'-Bier-Kanzler" erpressten Go! zur Schröder'scher Desozialisierungspolitik á la Hartz I - IV komplett verabschiedet!
Und gerade eben erntete die SPD ja auch die damit redlich verdienten Früchte ihres Kotau vor dem Neoliberalismus; Und wird dabei en passant ebenfalls zu einem Opfer des Niedergangs durch den neoliberalen Imperialismus. Genau so wie durch den feinen Herrn Schröder von der Gaz-Anstalt, schon zuvor Millionen von Menschen hierzulande, einem menschenunwürdigen Schicksal in Stigmatisierung und Armut preisgegeben worden sind.
Man muss es ihnen gar nicht mehr sagen, denn irgend jemand muss ja auch die Steuereduzierungen für Unternehmer und den Ausbau des Sozialstaats für die Unterschicht bezahlen.
"ZEIT: Das denken viele doch auch, weil ihnen immerzu gesagt wird, die Mittelschicht würde ausgebeutet. Stimmt das denn?
Gabriel: Nein. Die Mittelschicht ist immer noch Profiteur der sozialen Sicherungssysteme. Das Problem ist: Wir koppeln gerade die Unterschicht ab. Die Oberschicht hat den Sozialstaat nicht nötig. Es ist nach wie vor so, dass die mittleren und gehobenen Einkommensgruppen vom deutschen Sozialstaat und von unserem Bildungssystem am meisten profitieren."
Ein Satz war es Gabriel wert, über die Sützen des Sozialstaats zu palavern. Einst war die SPD eine Volkspartei, die auch von der oberen Mittelschicht gewählt wurde. Lange ist es her. Mit diesem Vorsitzenden wird das wohl auch nix mehr. Vielleicht untermauert er mal die These mit einigen Fakten.
Leeres Gewäsch scheint sich in Deutschland (aber vielleicht auch anderswo) exponential zum kritischen Zustand der gesellschaftlichen Gesamtsituation zu verhalten.
Vielleicht sollte man Politik einfach in die Hände kluger Köpfe wie Mathelehrer und Sozialpädagogen legen. Schlechter als diese kann eine zukünftige Situation daraus auch nicht erwachsen. Mit dem Unterschied, dass mir beim Lesen solcher Interviwes möglicherweise nicht mehr so erbrechens übel wird.
Schon schade, wie sich Gabriel hier disqualifiziert, indem er behauptet, dass die "Verrückten im Westen" in der PDS angekommen sind. Dadurch, dass er behauptet, das die LINKE nicht regierungsfähig sein, torpediert er von vorne herein die einzig mögliche Konstellation, um Rüttgers abzulösen. Ich denke mal, dass es eher zu rot-schwarz kommen wird, als dass die SPD mit den Linken eine sozialdemokratische Politik wie in der Vor-Schröder-Ära betreiben würde.
Gabriel hat immer noch nicht verstanden, dass die LINKE die von der SPD aufgegebenen Positionen vertritt.
Im Weiteren hat die LINKE in NRW beschlossen, nicht unter allen Umständen mitregieren zu wollen.
Wenn Herr Gabriel mit den 14 Prozent der Gaga-Westerwelle-Spaßpartei hadert, dann möge er bitte einen Moment daran denken, dass die FDP plakatiert hat, Arbeit müsse sich wieder lohnen. Nicht etwa "Leistung muss sich lohnen" - denn darüber, was Leistung sein soll, besteht kein Konsens -, nein, Arbeit soll sich wieder lohnen, wenn die FDP regiert. Denn wohl jeder in diesem Land hat, ob zu Recht oder Unrecht, das Gefühl, dass seine Arbeit sich für ihn nicht mehr auszahlt - nicht so sehr weil ein gefräßiger Staat alles wegsteuerte, sondern wegen seit bald 15 Jahren stagnierender Löhne, eines sich immer weiter in die Mitte (!) ausbreitenden Niedriglohnsektors und einer geradezu absurden Ungleichverteilung der Vermögenswerte. Wenn Herr Gabriel und die SPD den Ansatz eines Gespürs dafür wieder entdecken sollten, dass hier ein massives Problem besteht, und es gleichzeitig schaffen sollten, dieses Mal nicht Kranke, Arbeitslose und Rentner die Zeche zahlen zu lassen, dann könnte es auch für die SPD wieder aufwärts gehen. Es ist ja nun nicht so, dass wir derzeit eine Regierung hätten, die die Probleme im Griff hat.
na dann definieren wir doch mal, was Arbeit ist: Leistung pro Zeit bzw. die Energiemenge, die bei einem Vorgang umgesetzt wird (Physik); das bewusste schöpferische Handeln des Menschen (Philosophie); einer der Produktionsfaktoren (VWL); bezahlte Erwerbstätigkeit und unbezahlte Reproduktionsarbeit (Sozialwissenschaft); eine Komponente der Produkterzeugung (BWL)...
Wie man sieht, hat sich "der gelbe Schrecken" eine Menge Optionen offen gelassen! Und das ist auch das einzige auf dieser Welt, wozu Politiker fähig sind: dafür Sorge tragen, dass man sie nicht konkret festnageln kann. Vielleicht ist Demokratie ja ein überholtes Regierungsmodel? Oder vielleicht wurde nur vergessen, wie sie richtig angewendet wird...
na dann definieren wir doch mal, was Arbeit ist: Leistung pro Zeit bzw. die Energiemenge, die bei einem Vorgang umgesetzt wird (Physik); das bewusste schöpferische Handeln des Menschen (Philosophie); einer der Produktionsfaktoren (VWL); bezahlte Erwerbstätigkeit und unbezahlte Reproduktionsarbeit (Sozialwissenschaft); eine Komponente der Produkterzeugung (BWL)...
Wie man sieht, hat sich "der gelbe Schrecken" eine Menge Optionen offen gelassen! Und das ist auch das einzige auf dieser Welt, wozu Politiker fähig sind: dafür Sorge tragen, dass man sie nicht konkret festnageln kann. Vielleicht ist Demokratie ja ein überholtes Regierungsmodel? Oder vielleicht wurde nur vergessen, wie sie richtig angewendet wird...
Wie blöd kann man eigentlich sein, sich die Koalitionsmöglichkeiten schon wieder zu verbauen? Die Option ROT/ROT/GRÜN ist die einzige Option...langsam glaube ich die SPD ist die Partei, die garnicht regieren möchte.
als wären Gabriel und Steinmeier der verbliebene Rest einer 5. Kolonne, mit der Schröder der Letzte bereits, im Auftrag von wem auch immer, die SPD ins Aus manövrierte, ja nachhaltig zu schädigen, wenn nicht gar vollends zu vernichten suchte!
als wären Gabriel und Steinmeier der verbliebene Rest einer 5. Kolonne, mit der Schröder der Letzte bereits, im Auftrag von wem auch immer, die SPD ins Aus manövrierte, ja nachhaltig zu schädigen, wenn nicht gar vollends zu vernichten suchte!
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