Risikoforschung »Nichts ist sicher«Seite 2/2

ZEIT: Wie kommt der einzelne Bürger angesichts verwirrender Nachrichten und all der Unwägbarkeiten zu einer richtigen Entscheidung?

Gigerenzer: Das Problem scheint mir, dass wir hierzulande viel mehr als in anderen Ländern erwarten, dass einem der Staat – oder der Arzt – sagt, was man tun soll. Der Deutsche lebt in der Erwartungshaltung, dass der Staat dafür sorgen muss, dass nichts schiefgehen kann. Das macht der Amerikaner nicht, der möchte sich den Staat vom Hals halten. Wir sollten als Bürger einer funktionierenden Demokratie akzeptieren, dass wir selbst entscheiden müssen, und nicht nur andere fragen, was wir tun sollen.

ZEIT: Und was empfehlen Sie der Regierung? Die musste ja im Fall der Schweinegrippe Vorsorge treffen und etwa eine effektive Impfkampagne planen.

Gigerenzer: Es stimmt, die Regierung ist im Zugzwang. Die Medien schüren Ängste, die Bevölkerung ist beunruhigt, sie schreit nach Papa Staat. Jetzt können die Behörden zwei mögliche Fehler machen: Sie agieren nicht – und dann passiert etwas. Oder sie agieren – und nichts passiert. Beides ist für eine Regierung schwer zu rechtfertigen. Aber die zweite Variante ist die, bei der man nicht so leicht den Kopf verliert. Ähnlich entscheiden im Einzelfall übrigens auch viele Ärzte: Um sich gegenüber den Patienten abzusichern, machen die Ärzte in der Regel mehr Behandlungen, mehr Operationen, als wirklich nötig wären.

ZEIT: Haben Sie sich übrigens impfen lassen?

Gigerenzer: Nein.

ZEIT: Wie war ihre Risikobewertung?

Gigerenzer: Entspannt riskant.

Das Gespräch führte Harro Albrecht

 
Leser-Kommentare
    • joG
    • 28.11.2009 um 17:03 Uhr

    ...Schweinergrippe (besser: Amerikanische Grippe) richtig ein?"
    Nichts für ungut, aber die Grippe heißt eher weniger "besser" amerikanische Grippe.

    "Bezeichnung
    Bezüglich der Bezeichnung der hier beschriebenen Epidemie bzw. der entsprechenden Erkrankung besteht keine Einigkeit. Die Bezeichnung „Schweinegrippe“ herrscht bislang (November 2009),[2] insbesondere in den Medien, vor. Sie wurde auch von wissenschaftlichen und politischen Organisationen verwendet.[3][4]"
    http://de.wikipedia.org/w...

  1. Gerne verwies auch ich auf einige tausend Grippetote jedes Jahr. Nach einem heftigeren Streitgespräch deswegen, forschte ich im Internet nach:

    Eine Datenbank des Robert-Koch-Instituts berichtet von ca. 100 - 300 Tote durch Grippe in den letzten 6 Jahren. Als Quelle ist das Statistische Bundesamt angegeben.

  2. Zitat: Gigerenzer: Ich denke, wir sollten in Deutschland einen etwas entspannteren Umgang mit Risiken lernen. Es gibt immer regelrechte Wellen der Angst.
    Falsch es gibt keine Wellen der Angst sondern Epizentren der Propaganda die das wiederholen, was die Seilschaften aus der Pharmalobby von den Dächern pfeifen. Bestes Beispiel ist ja die aktuelle sogenannte "Epidemie". Wo findet die Epidemie statt? In den Köpfen der Menschen und in den Börsenkursen der Pharmaindustrie. Der Spiegel meldet grad das die Scheitelwelle wohl überschritten sein.. Naja aber die 2te oder 3te Welle steht sicher schon in den Startlöchern. Ist nur die Frage wann die PR Abteilungen von GSK, Roche und Co wieder einsatzbereit sind.

    • Mjardn
    • 28.11.2009 um 19:22 Uhr
    4.

    "Der Deutsche lebt in der Erwartungshaltung, dass der Staat dafür sorgen muss, dass nichts schiefgehen kann."

    Allein für diesen Satz könnte ich diesen Mann lieben:

    Sozialstaat, Krankenversicherungen und ihre alljährlichen Zuschüsse, Rentenversicherung und ihre staatlichen Zuschüsse, Schweinegrippe, der überhebliche Kontrollapparat für jeden Mist (BSE und alle anderen Krankheiten, das statistische Bundesamt mit seinen Statistikzwang, Überwachung von öffentlichen Plätzen und allem möglichen anderen Kram), Opel (ja auch hier muss der Staat natürlich einspringen), Erhöhung von Betreuungsgeldern, Terrorgesetze etc.

    Bei jedem bisschen was in Deutschland schiefgeht schreit man nach dem Staat statt einfach zu sagen: Ok, das Geld ist nicht da, also müssen wir da sparen. Bei der Latte an staatlichen Verpflichtungen darf man sich nicht wundern dass unser Staat Richtung Abgrund marschiert. Grund hierfür sind zum größtenteil die Medien, die die ganze Angst erstmal schüren....

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    Das schlimmste in Deutschland sind Jammerlappen wie Sie,
    viele davon ausgerechnet Beamte.

    Das schlimmste in Deutschland sind Jammerlappen wie Sie,
    viele davon ausgerechnet Beamte.

  3. Ich nehme an, Herr Gigerenzer hat sich in der Vergangenheit als Wissenschaftler ausgewiesen. In den vorliegenden Äusserungen kann ich die Wissenschaft hinter den Platitüden nicht erkennen, die so auch am Stammtisch fallen könnten.

  4. Das schlimmste in Deutschland sind Jammerlappen wie Sie,
    viele davon ausgerechnet Beamte.

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    • Mjardn
    • 28.11.2009 um 22:33 Uhr

    Jammerlappen? Worüber jammere ich denn? Ich bin weder verbeamtet noch über 40, das heißt ich muss den ganzen Mist, den die Politiker dank Schulden finanzieren später auch noch zurückzahlen durch höhere Steuern auf mein Gehaltes, nebst Zinsen und dem Beitrag an meine private Altersvorsorge, weil ich ja dann von der Rente nicht mehr viel haben werde....jetzt bin ich vielleicht Jammerlappen, aber dafür einer, der ein bisschen mehr in die Zukunft denkt als sie...

    • Mjardn
    • 28.11.2009 um 22:33 Uhr

    Jammerlappen? Worüber jammere ich denn? Ich bin weder verbeamtet noch über 40, das heißt ich muss den ganzen Mist, den die Politiker dank Schulden finanzieren später auch noch zurückzahlen durch höhere Steuern auf mein Gehaltes, nebst Zinsen und dem Beitrag an meine private Altersvorsorge, weil ich ja dann von der Rente nicht mehr viel haben werde....jetzt bin ich vielleicht Jammerlappen, aber dafür einer, der ein bisschen mehr in die Zukunft denkt als sie...

    • Mjardn
    • 28.11.2009 um 22:33 Uhr
    7. ??

    Jammerlappen? Worüber jammere ich denn? Ich bin weder verbeamtet noch über 40, das heißt ich muss den ganzen Mist, den die Politiker dank Schulden finanzieren später auch noch zurückzahlen durch höhere Steuern auf mein Gehaltes, nebst Zinsen und dem Beitrag an meine private Altersvorsorge, weil ich ja dann von der Rente nicht mehr viel haben werde....jetzt bin ich vielleicht Jammerlappen, aber dafür einer, der ein bisschen mehr in die Zukunft denkt als sie...

    Antwort auf "Jammerlappen"
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    Wäre es denn besser gewesen die ganzen Banken bankrott
    gehen zu lassen ?
    Glauben Sie bei 20% Arbeitslosigkeit wäre es um ihre
    Zukunft besser bestellt ?
    Angenommen Sie bekommen Krebs, sagen Sie dann:
    "Dafür ist momentan kein Geld da, sterbe ich halt !",
    oder erwarten Sie Solidarität, oder sind Sie gar einer
    von den ewig jungen und fitten Unsterblichen ?
    Fragen über Fragen.

    Wäre es denn besser gewesen die ganzen Banken bankrott
    gehen zu lassen ?
    Glauben Sie bei 20% Arbeitslosigkeit wäre es um ihre
    Zukunft besser bestellt ?
    Angenommen Sie bekommen Krebs, sagen Sie dann:
    "Dafür ist momentan kein Geld da, sterbe ich halt !",
    oder erwarten Sie Solidarität, oder sind Sie gar einer
    von den ewig jungen und fitten Unsterblichen ?
    Fragen über Fragen.

  5. 8. ? ? ?

    Wäre es denn besser gewesen die ganzen Banken bankrott
    gehen zu lassen ?
    Glauben Sie bei 20% Arbeitslosigkeit wäre es um ihre
    Zukunft besser bestellt ?
    Angenommen Sie bekommen Krebs, sagen Sie dann:
    "Dafür ist momentan kein Geld da, sterbe ich halt !",
    oder erwarten Sie Solidarität, oder sind Sie gar einer
    von den ewig jungen und fitten Unsterblichen ?
    Fragen über Fragen.

    Antwort auf "??"
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    • Mjardn
    • 28.11.2009 um 23:33 Uhr

    Genauer lesen! In meinem Beitrag kritisiere ich weder den Bankenrettungsfond (denn der war richtig) noch meckere ich über Maßnahmen zur Bekämpfung von Arbeitslosigkeit bzw. über das Kurzarbeitergeld (weil das dem Prinzip der Nachhaltigkeit entspricht). Bei Opel ist es was anderes: Wenn ein Unternehmen den Bach runtergeht, dann muss es in die Insolvenz und dort wird entschieden, wie man sowohl die Gläubiger befriedigt und nach Möglichkeit das Unternehmen am Leben hält...(sie wissen gar nicht wieviele Unternehmen durch die Insolvenz noch gerettet werden).
    Und bei tödlichen oder schweren Krankheiten muss natürlich der Staat einspringen. Aber warum muss halb D bei ner mittelschweren Erkältung zum Arzt rennen und mit (teilweise zugezahlten) Medikamenten eingedeckt werden (Arztkosten Medikamentenkosten). Wenn nicht genug Geld für wichtige Behandlungen da ist, müssen halt die Beitragssätze erhöht werden. Das ist schließlich auch der Grund, warum das ein Beitrag ist und nicht durch normale Steuern verteilt wird. Jeder Zuschuss auf Pump dient zum Stützen, obwohl sich das dahinterstehende System selbst schützen sollte...
    Wie sie vielleicht merken: Nachhaltig muss man denken.

    • Mjardn
    • 28.11.2009 um 23:33 Uhr

    Genauer lesen! In meinem Beitrag kritisiere ich weder den Bankenrettungsfond (denn der war richtig) noch meckere ich über Maßnahmen zur Bekämpfung von Arbeitslosigkeit bzw. über das Kurzarbeitergeld (weil das dem Prinzip der Nachhaltigkeit entspricht). Bei Opel ist es was anderes: Wenn ein Unternehmen den Bach runtergeht, dann muss es in die Insolvenz und dort wird entschieden, wie man sowohl die Gläubiger befriedigt und nach Möglichkeit das Unternehmen am Leben hält...(sie wissen gar nicht wieviele Unternehmen durch die Insolvenz noch gerettet werden).
    Und bei tödlichen oder schweren Krankheiten muss natürlich der Staat einspringen. Aber warum muss halb D bei ner mittelschweren Erkältung zum Arzt rennen und mit (teilweise zugezahlten) Medikamenten eingedeckt werden (Arztkosten Medikamentenkosten). Wenn nicht genug Geld für wichtige Behandlungen da ist, müssen halt die Beitragssätze erhöht werden. Das ist schließlich auch der Grund, warum das ein Beitrag ist und nicht durch normale Steuern verteilt wird. Jeder Zuschuss auf Pump dient zum Stützen, obwohl sich das dahinterstehende System selbst schützen sollte...
    Wie sie vielleicht merken: Nachhaltig muss man denken.

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