Wer besaß zuerst eine Geistseele – der Australopithecus oder Homo erectus?
Wer besaß zuerst eine Geistseele – der Australopithecus oder Homo erectus?
Mit Gedankenübungen hilft Hagencord den Studenten, das anthropozentrische Weltbild zu zerbröseln. Welchen Menschen soll Gott denn mit der Geistseele (die dem Tier angeblich nicht innewohnt) ausgestattet haben: den Australopithecus afarensis oder erst den Homo erectus? Und hat »Er« sie dem Homo neanderthalensis wieder entzogen, nachdem dieser im Wettstreit mit dem Homo sapiens den Kürzeren gezogen hat?
Wer hierarchischem Schöpfungsdenken verhaftet ist, den führt Hagencord am liebsten mit einer Umkehrung der Perspektive aufs Glatteis. Unbestreitbar hat der Mensch Tiere geprägt, als er sie zu Nutztier oder Spielgefährten machte. Doch diese bislang letzte Phase der Evolution könnte sich auch mit umgekehrten Vorzeichen abgespielt haben. Das Rind ließ sich domestizieren, es breitete sich über den ganzen Erdball aus und beeinflusste den Menschen bis in seine Gene. Und der Hund? Er schuf den modernen Menschen!
Mit dem Wolf holten wir uns einen kulturellen Entwicklungshelfer an den Herd. Belege gibt es: Vom tierischen Gefährten lernte der Mensch, sein Revier zu markieren. Statt an Bäume zu pinkeln, stellte er Felsen auf, später Zäune und Mauern. Mit der tierischen Verstärkung konnte der Mensch besser jagen, sich in unwirtliche Gegenden vorwagen, sich sogar die Arktis »untertan« machen.
Es gibt Forscher, die glauben gar, dass das Geruchsempfinden unserer Vorfahren abnahm, weil sie den Hund hatten. So konnten sie sich aufs Visuelle konzentrieren – die Kunst nahm ihren Anfang. Ohne Koevolution mit allem, was um uns kreucht und fleucht, wäre der Mensch nie so weit gekommen, wie er heute ist. Man darf sich getrost fragen, wer sie dann alle erfunden hätte – diese schönen Schöpfungsmythen der Bibel.
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- Datum 29.11.2009 - 10:41 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 26.11.2009 Nr. 49
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der erste ansatz sollte sein, die vermessenheit der christen aufzugeben, sie seien in der schöpfung etwas besonderes. das vieh mensch ist auch nur ein wesen aus der tierwelt und bestandteil eines biologischen systems, innerhalb dessen es funktionieren muß.
mit dem Papst wird's Ärger geben :p
Aber trotzdem schön.
Mir ist das Verhalten des großen, männlichen, weißen [ entfernt: Bitte verzichten Sie auf polemisierende Bezeichnungen. Danke. Die Redaktion/m.e. ] - pardon - der Schöpfungskrone gegenüber andersartigem Leben schon immer aufgestoßen.
Nur schade, dass die Parallelen zwischen Rassismus und Speziesismus (eine Art Rassismus eben zwischen verschiedenen Spezies, falls jemandem der Begriff nichts sagt) nur für die allerwenigsten Menschen sichtbar sind. Oder ist es einfach nur ihre Ignoranz?
"Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet darauf, dass die Kinder Gottes offenbar werden. Die Schöpfung ist ja unterworfen der Vergänglichkeit - ohne ihren Willen, sondern durch den, der sie unterworfen hat -, doch auf Hoffnung; denn auch die Schöpfung wird frei werden von der Knechtschaft der Vergänglichkeit zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung bis zu diesem Augenblick mit uns seufzt und sich ängstet." (Römer 8, 19-22)
Sofern man bei der Vertreibung aus dem Paradies den nun auftretenden Tod als bezeichnendes Merkmal der "Gefallenen Schöpfung" betrachtet, so sind nach dieser Stelle die Tiere mit dem Menschen gefallen.
Auch wenn dieses "mit-gefallen" nicht gänzlich fern ist von dem verklagten "mit-geschaffen".
Jedoch klingt nun die Aussage, Tiere könnten sich noch im Paradies befinden, nicht nur ein bisschen zynisch, sondern ausgehend von der (anfänglichen "genutzten") biblischen Argumentation auch als etwas inkonsistent.
An diesem Beispiel sieht man wunderbar, zu welchen verkrampften Hirnverrenkungen es führt, wenn man die Welt unbedingt mit seinem Glauben und der Bibel in Einklang bringen will. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieses Institut irgendwelche relevanten Forschungsergebnisse liefern wird.
Das man Tiere nicht quälen soll ist nun wirklich keine originelle Erkenntnis. Damit kann man jeden Tag schon beim Frühstück beginnen.
Er fasst in Worte, was man durch Bereitschaft zur Erfahrung beobachten kann: Tiere (und Kinder) spüren ohne Worte sehr deutlich, ob man sie als gleichwertige Individuen ansieht. Menschen sind zumindest fähig, den Machthabitus in ihrem Verhalten wahrzunehmen, wenn sie es denn wollen.
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Klingt nach Gutmenschentum. Was soll das bringen?
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Tiere (und Kinder) zeigen dann offen, dass sie uns vertrauen, uns mögen. Sie "riechen" unseren Gemütszustand, weder aggressiv noch ängstlich zu sein und zeigen ihren Respekt. Das tut gut.
Mich freut, dass nun die kath. Kirche theologische Begründungen findet, um die Behandlung und Haltung von Nutz- und Wildtieren zu verbessern. Schön wäre es, wenn auch wir Einzelne Verbraucher (Fleisch, Eier, Milch) und Tierhalter uns um das Wohl und die Behandlung unserer Mit-Lebewesen mehr interessieren würden. Auch sollten vermehrt Gesetzgebung aus Politik und Gemeinsinn dafür sorgen, Tierhaltung nicht ausbeutend zu optimieren, sondern die Lebensqualität der Kreaturen zu fördern.
Es ist eigentlich nicht so schwer zu verstehen, daß die Geschichte von Adam und Eva, also der Menschwerdung, eine Geschichte von Erkenntnis und dem damit Einhergehen von Scham und Schuld ist. Von Seele ist in diesem Kapitel nicht ein einziges mal die Rede, da muß man andere Passagen der Bibel bemühen.
Analog käme kein Marxist auf die Idee aus dem Prinzip der Menschwerdung durch Arbeit eine Tierschutzdiskussion anzuzetteln.
Schon interessant was heute lehrender Theologe wird.
Ja, das gefällt: die Nivellierung des Unterschieds zwischen Mensch und Tier---dann können wir das Ideal endlich über Bord schmeissen und uns zusammen mit den Schweinen im Dreck wälzen. Natürlich ist es kompletter Unsinn zu behaupten, die Tiere wären noch im Paradies: dank des menschlichen Sündenfalls geht durch die ganze Schöpfung ein Riß, sie ist gefallen. Die Sonderstellung des Menschen beruht auf seiner Gottebenbildlichkeit und Gottbezogenheit. Der betreffende Zootheologe hat kaum ergebnisoffen studiert, sondern seine Vorurteile zementiert, als er zu dem Schluß kam, es gäbe keine qualitative Differenz. Aber natürlich heisst die Sonderstellung des Menschen nicht, dass er sich nun "wie ein Schwein" benehmen dürfte mit seinen Mitgeschöpfen, im Gegenteil er hat Verantwortung, ert soll positive Macht ausüben, "herrschen". Wem das nicht gefällt, der hat die Würde des Menschen nicht begriffen, der ist kleinmütig, weil er sich das Große, für das der Mensch nicht da ist, nicht zuzutrauen wagt. Tja, und wer solche Theologen hat, die lehren, der braucht wahrlich keine Feinde mehr, denn die arbeiten ja fröhlich an ihrer eigenen Abschaffung....
"Ja, das gefällt: die Nivellierung des Unterschieds zwischen Mensch und Tier---dann können wir das Ideal endlich über Bord schmeissen und uns zusammen mit den Schweinen im Dreck wälzen."
Von welchem Ideal sprechen Sie hier denn? Zudem, wenn sie den Drang verspüren, sich mit den Schweinen im Dreck zu wälzen, welches Ideal hält sie davon ab?
Beziehen Sie sich etwa auf die "Gottebenbildlichkeit und Gottbezogenheit"?
Ich für meinen Teil kann nur hoffen, dass Gott möglichst keinerlei Gemeinsamkeiten mit dem Tier "Mensch" hat, andernfalls sind wir alle sowas von im Arsch, um es mal derbe zu sagen...
Aber was ist mit der "Gottbezogenheit" gemeint?
Die Fixierung des Menschen auf Gott etwa?
Warum sollten Tiere eine solche nicht besitzen? Oder anders gesagt: verletzt ein ungläubiger Mensch, der sich eben nicht auf Gott fixiert, das von Ihnen erwähnte Ideal?
Und was meinen Sie in ihrem zweiten Teil?
Positive Macht? Macht ist weder positiv noch negativ, höchstens die Umsetzung bzw das Streben danach lässt sich danach einteilen. Aber was hat das mit der ominösen Menschenwürde zu tun? Wer nach Macht über andere strebt erreicht also seine Würde als Mensch, oder wie?
Also ich würde Herrschsucht nicht als etwas "positives" ansehen...
Dogma lässt grüßen *gg*
"Ja, das gefällt: die Nivellierung des Unterschieds zwischen Mensch und Tier---dann können wir das Ideal endlich über Bord schmeissen und uns zusammen mit den Schweinen im Dreck wälzen."
Von welchem Ideal sprechen Sie hier denn? Zudem, wenn sie den Drang verspüren, sich mit den Schweinen im Dreck zu wälzen, welches Ideal hält sie davon ab?
Beziehen Sie sich etwa auf die "Gottebenbildlichkeit und Gottbezogenheit"?
Ich für meinen Teil kann nur hoffen, dass Gott möglichst keinerlei Gemeinsamkeiten mit dem Tier "Mensch" hat, andernfalls sind wir alle sowas von im Arsch, um es mal derbe zu sagen...
Aber was ist mit der "Gottbezogenheit" gemeint?
Die Fixierung des Menschen auf Gott etwa?
Warum sollten Tiere eine solche nicht besitzen? Oder anders gesagt: verletzt ein ungläubiger Mensch, der sich eben nicht auf Gott fixiert, das von Ihnen erwähnte Ideal?
Und was meinen Sie in ihrem zweiten Teil?
Positive Macht? Macht ist weder positiv noch negativ, höchstens die Umsetzung bzw das Streben danach lässt sich danach einteilen. Aber was hat das mit der ominösen Menschenwürde zu tun? Wer nach Macht über andere strebt erreicht also seine Würde als Mensch, oder wie?
Also ich würde Herrschsucht nicht als etwas "positives" ansehen...
Dogma lässt grüßen *gg*
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