BW-Soldaten aus Ostdeutschland Arbeitslos oder AfghanistanSeite 3/3
»Es müsste schon mal untersucht werden, wie sich das alles auf das innere Gefüge der Truppe auswirkt«, sagt Uwe Köpsel, Landesvorsitzender Ost des Bundeswehrverbandes. Er stammt aus dem Westen und hat selbst lange im Nachwuchsgewinnungszentrum in Berlin-Grünau gearbeitet. Die Sozialisation der Ostdeutschen, da ist er sich sicher, sei auch zwanzig Jahre nach dem Mauerfall noch eine andere. Eltern und Großeltern, die vielleicht einst in der NVA dienten, hätten die Jungen sicher geprägt. »Damit muss man sich doch auseinandersetzen!«
»Im praktischen Zusammenleben der Truppe«, meint Reinhold Robbe, Wehrbeauftragter des Bundestages, »spielt die Herkunft überhaupt keine Rolle«. Aber wenn die Bundeswehr wirklich ein Spiegel der Gesellschaft sein solle, dann »muss man schon fragen, ob das Ost-Übergewicht unter dem Stichwort Gerechtigkeit angemessen ist«. Robbe berichtet auch, dass in den neuen Ländern mehr Soldaten ihren Dienst gegenüber Freunden und Angehörigen rechtfertigen müssten; bekanntlich ist die Ablehnung der Nato und der Auslandseinsätze in Ostdeutschland weit verbreitet.
Der Bündnisgrüne Peter Hettlich fragt, was es für die ostdeutsche Gesellschaft bedeute, wenn viele junge Männer im Auslandseinsatz Gewalt erfahren haben und womöglich traumatisiert sind. Man könnte sich auch fragen, wie ein Landstrich damit umgehe, wenn immer wieder Särge aus Afghanistan auf dem Flughafen ankämen. Doch einerlei, welchen Bundeswehr-Offiziellen man um eine Stellungnahme bittet – sie winken ab. Auch unter Ostdeutschen herrscht dazu ein großes Schweigen. Hettlich wundert sich bis heute, dass kaum eine Regionalzeitung sich für seine Anfragen interessiert hat. Er vermutet, den Ostdeutschen sei die Sache »peinlich«; redeten sie offen drüber, »müssten sie zugeben, dass sie sozial immer noch in einer anderen Liga sind«. Und mit den Afroamerikanern, sagt Hettlich, wollten sich die Leute wirklich nicht vergleichen.
Mitarbeit: Cornelius Pollmer
- Datum 26.11.2009 - 19:15 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 26.11.2009 Nr. 49
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ihre Schwarzen und Latinos, sind der Bundeswehr ihre Ossis. So ist das.
Immerhin, aus Sicht der jeweiligen Obrigkeit sind die Ossis ganz oberfaule Kunden.
Das kann man von 1953 über 1989, den Hart4-Demos bis zu den heutigen Wahlergebnissen im Osten beobachten.
Können die (West)-Generale da noch ruhig schlafen ?
"Es müsste schon mal untersucht werden, wie sich das alles auf das innere Gefüge der Truppe auswirkt«, sagt Uwe Köpsel, Landesvorsitzender Ost des Bundeswehrverbandes. Er stammt aus dem Westen und hat selbst lange im Nachwuchsgewinnungszentrum in Berlin-Grünau gearbeitet. Die Sozialisation der Ostdeutschen, da ist er sich sicher, sei auch zwanzig Jahre nach dem Mauerfall noch eine andere."
Hatte er nicht Zeit genug, die ostdeutschen Bewerber persönlich zu fragen?
Wovor eigentlich die Angst? Befürchtet man, die Ossis könnten beim Bund marxistische Zellen gründen? Oder den Müll nicht ordentlich zu trennen?
Die gleiche Verlogenheit wie bei der Debatte um den bombardierten Tanklastzug in Kunduz. Auf der einen Seite sollen die Ostdeutschen alles das machen, wofür sich die Westdeutschen zu fein oder die Hosen dort zu voll sind. Auf der anderen Seite ist es auch wieder nicht richtig, daß so viele Ossis in Afghanistan sind. Das feine Parlieren mit Stammesältesten und Warlords traut man ihnen wohl nicht zu, genausowenig wie die politisch-korrekte Kampfweise, gemäß der die Bundeswehr zwar schwer bewaffnet in ein Kriegsgebiet ziehen, aber nichtdestoweniger von allen geliebt werden soll und keiner Menschenseele auch nur ein Haar gekrümmt werden darf. Dies zumindest die Lesart unserer linksgrünen Gutmenschen.
Bezeichnend übrigens, daß fast ausschließlich untere Dienstgrade aus dem Osten im Bund dienen. Gibt es da überhaupt Generäle mit ostdeutscher Herkunft?
... war nun mal schon immer so:
Für die unteren Laufbahnen im öffentlichen Dienst - Polizei, Post, Gemeindeverwaltung und eben auch Bundeswehr - haben sich noch nie die bevorzugt interessiert, die sich vor tollen Ausbildungs- und Berufschancen kaum retten konnten.
Die soziale Wirklichkeit im vereinigten Deutschland sorgt nun dafür, dass neben den ländlichen Gebieten ganz im Süden und Norden auch im Osten viele Jugendliche auf dieses Angebot angewiesen sind.
Unterschwellig mehrmals im Text anzudeuten, dass sich dadurch die Bundeswehr zu einer Proletentruppe entwickelt, finde ich unverschämt:
Diese Leute lernen einen Beruf und üben ihn aus - anstatt sich im löcherigen sozialen Netz zu verheddern.
Was ist denn jetzt schon wieder nicht richtig???
Hallo
Zitat
"Der Bündnisgrüne Peter Hettlich fragt, was es für die ostdeutsche Gesellschaft bedeute, wenn viele junge Männer im Auslandseinsatz Gewalt erfahren haben und womöglich traumatisiert sind. Man könnte sich auch fragen, wie ein Landstrich damit umgehe, wenn immer wieder Särge aus Afghanistan auf dem Flughafen ankämen. "
Zitat Ende
Der Herr Hettlich scheint darüber sehr betroffen und ein Stück weit traurig zu sein, nur leider vergisst er dabei das die GRÜNEN diesen Mist erst verzapft haben.
Gruss
Rene
Während keiner der Generale oder Admirale aus den neuen Ländern stammt und nur knapp 17 Prozent der Stabsoffiziere, sind unter den einfachen Mannschaften die Ostmänner mit 62 Prozent weit in der Mehrheit.
Das ist nicht nur bei der Bundeswehr so, sondern auch überall in der Wirtschaft, in Behörden und Ministerien.
Eigentlich ein durchaus erwartbares Ergebnis der "feindlichen Übernahme" mit nachfolgender Planierung der Ostwirtschaft.
Aber da gibt es ja noch EX-Artilleriegeneral Schönbohm (CDU) in Brandenburg mit seiner unqualifizierten Ostdeutschen-Schelte (der Sarrazin von Brandenburg), der den Bürgern in den neuen Bundesländer „eine verbreitete Stillosigkeit im Umgang wie bei der Kleidung“ als Folge der „Entbürgerlichung der DDR“ vor(wirft).
Wie hiess es bei Volker Pispers?:
Kohl hat blühende Landschaften versprochen. Nur von Arbeit, da hat er nichts gesagt.
Da wird man dann notfalls als auskömmlich bezahltes Kanonenfutter "vermittelt", wenn es sonst nichts gibt.
hier wird ja gerade so getan als würden nur die ossis ihren arsch ins feuer halten....es sterben auch genug wessis in irgendwelchen kriegen auf dieser welt.
und mal ehrlich, eine homogene verteilung wird es wohl nie geben. im süden gibt es mehr berge als im norden, in hamburg essen die leute mehr fisch als in münchen und im osten gehen mehr menschen zur bundeswehr als im westen. das ist halt einfach so......
deutschland besteht nicht mehr aus "west" und "ost". es sagt doch auch heute keiner mehr das er west- oder ostdeutscher sei!!! und wenn ein soldat im krieg stirbt, dann war es ein deutscher soldat und kein wessi oder ossi!! wer immer noch in wessi und ossi denkt kann die mauer ja gleich wieder aufbauen.
Thomas Mann hat einmal gesagt: Faschismus ist die Lösung der sozialen Frage durch den Krieg.
aber wieso muss von den (alteingesessenen) "bürgerlichen" Medien die Junge Welt stereotyp als "linksaußen" (von noch reaktionäreren Medien sogar als "linksradikal" bis "dem Terrorosmus nahestehend" bezeichnet werden? Ich finde, sie ist eine kritische Zeitung und wer sie liest stellt fest, dass sie mit ihren Einschätzungen meistens ziemlich richtig liegt. Inhaltlich stand in den Artikel "Ossis als Kanonenfutter" (s.o.) in etwa das gleiche wie im vorliegenden Artikel, insbesondere der Prozentzahlen. Is zwar schon ne Weile her, aber ich kann mich noch gut dran erinnern.
Weil die Junge Welt den Terrorismus der Hamas rechtfertigt, vielleicht? Den Raketenbeschuss auf jüdische Zivilisten, Frauen und Kinder. Gemeinhin nennt man das Terrorismus, auch wenn aus der Sicht des ein oder anderen nur Juden oder neudeutsch Zionisten die Opfer sind.
Weil die Junge Welt den Terrorismus der Hamas rechtfertigt, vielleicht? Den Raketenbeschuss auf jüdische Zivilisten, Frauen und Kinder. Gemeinhin nennt man das Terrorismus, auch wenn aus der Sicht des ein oder anderen nur Juden oder neudeutsch Zionisten die Opfer sind.
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