Ich träume von stärkeren Rechten für Tiere. Und der beste Mann, mit dem man so eine Kampagne durchsetzen könnte, wäre US-Präsident Barack Obama. Ich möchte, dass wir Menschen sinnvoll mit Tieren arbeiten, statt sie sinnlos auszubeuten. Ich stelle mir vor, Präsident Obama würde an meiner Seite eine Erklärung für die Rechte der Tiere unterzeichnen, vor den Augen der Weltöffentlichkeit. Was für eine Signalwirkung das hätte – besonders auf Länder in Asien und Afrika, wo viele Menschen noch nicht sensibilisiert sind für dieses Thema. Denn es reicht nicht aus, dass ein einzelner Staat etwas für Tierrechte unternimmt, Regierungen auf der gesamten Welt müssen kooperieren.

Wir in den westlichen Ländern können einen großen Beitrag dazu leisten, das Leben der Tiere zu verbessern. Wenn wir Wasser und Elektrizität nicht für selbstverständlich halten, sondern sie effizient einsetzen, schützen wir indirekt die Habitate von Tieren – nicht nur in deren Interesse, sondern auch in unserem.

Ich träume davon, dass wir aufhören, Kleidung mit Pelz zu tragen. Das finde ich einfach unverantwortlich. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man sich in einem Kleidungsstück wohlfühlt, für das ein Tier getötet wurde. Wir leben doch nicht in einer Region am Rande der Arktis, wo man Tiere tötet, weil das Fell das eigene Überleben sichert. Wenn man wirklich Muster oder Stoffe tragen will, die nach einem Hermelinpelz oder nach Krokodilleder aussehen sollen, gibt es mittlerweile synthetische Materialien, die genau denselben Effekt erzielen – ohne dass man dafür ein Wesen brutal töten muss.

Ich engagiere mich bereits mit der Organisation WSPA für konkrete Projekte im Tierschutz. Eines davon soll das Leben von Arbeitspferden verbessern. Als Pferdeliebhaberin finde ich es grausam, wie man mit diesen Tieren in einigen Regionen dieser Welt umgeht. In ländlichen Gebieten Indiens beispielsweise bepacken Bauern die Pferde mit viel zu schweren Lasten. Langfristig schaden die Bauern damit sich selbst. Die Tiere leiden unter lebenslangen Verletzungen, sie sterben frühzeitig und qualvoll. Solche Zusammenhänge muss man Menschen in Entwicklungsregionen immer wieder erklären.

Ende dieses Jahres werde ich so ein Projekt zum ersten Mal selbst erleben: Ich werde ein Orang-Utan-Reservat in Kambodscha besuchen. Die Affen finden dort kaum noch Nahrung in ihrem natürlichen Lebensraum, weil die Menschen die Wälder roden. Also suchen die Orang-Utans ihr Futter auf den Feldern der Bauern und werden deshalb dann von den Menschen gejagt und umgebracht. In dem Reservat hören die Menschen auf, die Nahrungsmittel der Affen zu beschneiden, sodass diese nicht mehr gezwungen sind, das Land der Bauern zu plündern. Dieses Reservat steht für meinen großen Traum: dass Menschen und Tiere lernen, wieder friedlich miteinander zu leben.

Aufgezeichnet von Ulf Lippitz

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