24 Uhrenfotos, 48 Stunden, 371 Uhrenjäger – und ein Mann, der sich an einem sonnigen Novembermorgen in einen Eichenwald unweit seines Hauses aufmachte, um gerade noch auf unsere Kollegin zu treffen, die die Uhr Minuten zuvor versteckt hatte: So lässt sich die Uhren-Schatzsuche zusammenfassen, die wir im vorletzten ZEITmagazin zum ersten Mal veranstaltet haben. Der Gewinner ist Wolfgang Herrmann, 64, vor seiner Pensionierung kaufmännischer Leiter bei einem großen Elektronikkonzern. Er lebt in der Nähe von Stavenhagen in Mecklenburg-Vorpommern und ist erst seit einigen Monaten ZEIT-Abonnent.

Schon einen Tag vor dem offiziellen Start der Suche machte er sich auf zu den 1000-jährigen Eichen von Ivenack, um die Stelle, an der die Hublot fotografiert worden war, auszuspähen. Am Samstagmorgen war er dann nicht nur der Erste an der Streuobstwiese, sondern beinahe auch der Letzte: Nur drei weitere Schatzsucher vermuteten die 12.000-Euro-Uhr in dem Wald bei Stavenhagen. Mehr Andrang gab es an der Semperoper, wo sich im Lauf des Wochenendes 80 Schatzsucher eingefunden hatten. Und in einem Heidelberger Café wurde der nichts ahnende Koch, als er morgens zur Arbeit kam, von einer Menschentraube erwartet.

Andere Schatzsucher berichteten von aufgeregten Kindern, langen Spaziergängen und sogar einem kurzen (und schmerzlosen) Treffen mit der ehemaligen Hamburger Kiezgröße Kalle Schwensen. Und immer wieder trafen ZEIT-Leser auf andere ZEIT-Leser und berichteten später, wie sympathisch sie sich gefunden hatten. Einer bat sogar, seine E-Mail-Adresse an eine Schatzsucherin weiterzuleiten. Was wir gerne tun, wissen wir doch: Teure Uhren sind nicht alles im Leben.