Kaudroge aus Afrika Pflücken, fliegen, kauen, schwebenSeite 2/2
Entzugserscheinungen gibt es kaum, physisch abhängig zu werden gilt als ziemlich schwierig. Khat fällt in Deutschland trotzdem unter das Betäubungsmittelgesetz, weil der Wirkstoff Cathinon aus der Pflanze isoliert werden kann.
»Das Kauen von Kokablättern ist auch weitaus weniger schlimm als die Einnahme von Kokain«, sagt der Mediziner Tönnes. Kokablätter sind in Deutschland ebenfalls verboten.
Es gibt hierzulande durchaus Khatkonsumenten, die nicht aus Arabien stammen. Das sind meist Studenten, die ein Auslandssemester im Jemen verbracht haben. Übers Internet finden sie sich zu Gruppen zusammen und tun dort fröhlich kund, wann und wo sie die nächste Khatsitzung abzuhalten gedenken. Der Stoff lässt sich online bestellen. »Gern verschicken die Anbieter Päckchen mit israelischem Absender, weil sie glauben, dass der deutsche Zoll dort nicht reinguckt«, erklärt ein studentischer Khatkonsument.
Die Betreiber von Bouncing Bear Botanicals senden Samen von Catha edulis zur Zucht in alle Welt und erklären auf Nachfrage kategorisch: »Ein jegliches Gesetz gegen den Konsum von Khat ist rassistisch motiviert.«
Der Internethandel hat allerdings mit Widrigkeiten zu kämpfen. Die Käufer beschweren sich über vertrocknetes Gestrüpp in ihren Päckchen – die Post scheint zu langsam zu sein für die verderbliche Ware. Da sind die Drogenkuriere schneller. Letztes Jahr hat der Zoll allein in Norddeutschland zehn Tonnen Khat beschlagnahmt.
Noch nie hat man allerdings eine Ladung auf einem Hamburger Rasen gefunden. Dass nun ein Khattransporter auf dem Weg nach Dänemark an der Hansestadt nicht bloß vorbeifuhr, sondern in einem bürgerlichen Wohngebiet zum Stehen kam, könnte ein Anzeichen für eine wachsende deutsche Kaugemeinschaft sein. Ob der Fahrer – vielleicht mit dicken Backen – nur vom Weg abkam oder ob er hier seinen Bestimmungsort suchte, darüber mag die Polizei vor dem Beginn des Prozesses keine Auskunft geben.
- Datum 27.11.2009 - 09:51 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 26.11.2009 Nr. 49
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Den Job von Herrn Tönnes müsste man haben.
andere Sitten. Herr Tönnes ist ein mutiger Pionier der
Forschung. Hoffentlich stellen sich nicht Spätfolgen ein.
Achtung ! Ironie .
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