Klimawandel Aufgeklärt heizt besserSeite 2/2
Aber ein solcher politischer Wandel braucht nicht nur Legitimation, er kann in Demokratien nur glücken, wenn die Bürger von Grund auf verstehen, was zur Wahl steht. Alle Bürger, nicht nur die ökologischen Experten, die gegen dieses Buch im Einzelnen natürlich Kritik und Skepsis anmelden werden. Aber nur die Bürger, möglichst viele, können den Wandel verkörpern, beruflich, staatsbürgerlich, heizend, isolierend, durch die Art ihrer Mobilität. Mit Anordnungen von oben und Notstandsgesetzen ist nichts gewonnen. Mit einem Buch wie diesem, das viele vielen zu Weihnachten schenken, schon eher.
Die Bürger, die sich mal aufklären sollen, das sind die anderen, könnte der Eingebildete nun denken, die Kenntnislosen, von denen der amerikanische Schriftsteller Kurt Vonnegut schrieb, sie seien eben zu faul und zu kleinkariert, um beim Umbauen anzupacken, er schloss sich mit ein. Aber es sind nicht die anderen, stellt man beim Lesen bald fest, man hat es ja selbst nicht verstanden und hat die Sache nur lieber den Ingenieuren überlassen. Das fällt einem auf, wenn man sich in diesem Buch festliest, das ein Standardwerk zum Nachschlagen werden wird. Es ist eben kein Apokalypse-Quickie.
Da bleibt man etwa an der Zeichnung eines kleinen, bunten Autos hängen, Seite 260, das eine Ähnlichkeit mit den üblichen Familienkutschen aufweist, denen mit dem üblichen Verbrennungsmotor. Ein rotes Männchen sitzt drinnen, am Steuer. Ein zarter Pfeil besagt, nur 0,6 Prozent der aufgewendeten Energie werde gebraucht, um dieses Männchen von A nach B zu bewegen. Zwölf Prozent der Energie, sagt ein dezent dickerer Pfeil, werde zur Fortbewegung des Autos gebraucht. Dann geht noch viel durch Kraftübertragungsverluste dahin, durch Leerlauf, durch die Zusatzausstattung, und das allermeiste, sagt nun ein sehr dicker Pfeil, der vage gen Himmel führt, geht durch den veralteten Motor einfach verloren. Weg, umsonst, verschwendet. Fast zwei Drittel. Das merkt man sich. In fast jedem der aufgeführten Felder geht es um dies: etwa zwei Drittel Verschwendung. Sie ließe sich einfach durch etwas Klugheit vermeiden. Erstaunlich, dass einer meint, dies könne die Mehrheiten interessieren.
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- Datum 03.12.2009 - 15:21 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 03.12.2009 Nr. 50
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natürlich sollte man immer das ökologisch Beste kaufen und nutzen, was angeboten wird, alles andere ist Unsinn, da der Fortschritt ja in eine bestimmte Richtung geht, die vorgezeichnet ist. Man kann das an "Klima" festmachen, an Vergiftung von Wasser, Luft und Böden, an der Problematik der Abfallverwertung und des Recyclings oder an Arbeitsbedingungen aller am Leben auf diesem Planeten beteiligten Menschen.
Vor einem sollte man sich jedoch hüten: zu Sparen. Das Sparen führt zu nichts, wie das Energiesparen in Deutschland der letzten Jahre natürlich nicht zu einer Reduzierung der Energiekosten geführt hat. Der Grund ist, daß unser Wirtschaftssystem sofort kollabiert, wenn jeder an allem spart. Das kann jeder Hauptschüler ausrechnen. Durch Sparen würden auch die Steuereinnahmen sinken, deshalb will der Staat das auch nicht, und daher hat der Staat auch nichts gegen steigende Energiepreise. immer so teuer, das es gerade eben noch geht.
Zum Sparen benötigten wir ein völlig anderes Wirtschaftssystem, das auch funktionieren würde, wenn sich alle ökologisch verhalten würde, und dazu gehört oft auch die Einsicht, daß man vieles gar nicht benötigt.
Ich zitiere aus einem Artikel
"Gore, Hansen und andere fürchten, dass, wenn man über Methan redet, die Leute das so interpretieren, CO2 sei nicht so wichtig. Was natürlich überhaupt nicht der Fall ist."
Quelle hier. Gore ist deshalb ein Gutmensch - wie Bono oder Geldof - weil er mit simplen Botschaften die Leute hinters LIcht führt, anstatt ihnen die Realität wirklich näher zu bringen.
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