Sonntagseinkauf Was uns heilig ist
Das Urteil zum Sonntagseinkaufen entspricht der Sehnsucht nach Entschleunigung
Und was ist mit den Sonntagsspielen der Bundesliga? Was ist mit den Kellnerinnen und Kellnern, den Busfahrern, Gefängniswärtern und Kinobetreibern, die am Wochenende arbeiten müssen? Steht ihnen am Sonntag keine Pause zu, keine »seelische Erhebung«? Warum schränkt das Bundesverfassungsgericht nur das Einkaufen am Sonntag ein, nicht aber die Öffnungszeiten der Museen?
Die Einwände gegen das jüngste »Adventsurteil« des Bundesverfassungsgericht drängen sich förmlich auf. Die Karlsruher Entscheidung, die seltsam marktradikalen Ladenöffnungszeiten des rot-roten, latent kirchenfeindlichen Berliner Senats aus Gründen der Religionsfreiheit kräftig einzuschränken, vor allem in den Wochen vor Weihnachten, ist nicht leicht zu verstehen. Was hat der Staat die kirchlichen Feiertage zu schützen? Und wenn er sie schützt, warum dann nur die christlichen und nicht auch die muslimischen, die jüdischen und alle anderen? Und wie steht es mit dem internationalen Vergleich: Warum kann man zum Beispiel in den Vereinigten Staaten, einem tief religiösen Land, immerzu und ständig shoppen, nicht aber im ziemlich ungläubigen Deutschland?
Deutschland hält es eben anders mit der Religion. Das ist die erste schlichte Wahrheit, an die das Karlsruher Urteil erinnert. Anders als Frankreich oder die Vereinigten Staaten ist die Bundesrepublik kein laizistisches Land, in dem Staat und Kirche strikt getrennt sind. Hierzulande sind sie vielmehr auf tausenderlei Weise miteinander verbunden, aus Gründen der Tradition, aber auch, weil das Grundgesetz im Glauben eine Kraft sieht, die der Gemeinschaft insgesamt, sogar dem Staat selber, mehr nützt als schadet. Deshalb zieht der Staat für die Kirchen die Kirchensteuer ein, deshalb organisieren die Kirchen den Religionsunterricht an öffentlichen Schulen. Und deshalb garantiert die Verfassung den Schutz des Sonntags und der Feiertage.
Das ist ein anspruchsvolles Modell, das immer wieder zu Streit führt. Aber es ist dem laizistischen Konzept der schlichten Trennung überlegen, weil sich Religion in Wahrheit kaum aus Schulen, Behörden, Gerichten oder Parlamenten fernhalten lässt. Wenn der Glaube gleich welcher Spielart Teil des Lebens ist, dann kann ihn niemand beim Pförtner abgeben. Deshalb wird er nach dem deutschen Modell in den staatlichen Institutionen eingehegt und reguliert, aber nicht ausgesperrt.
Auch das Verfassungsgericht nimmt die Religion ernst, das ist das zweite Signal des Adventsurteils. Das war schon immer so. Karlsruhe nimmt die Religion sogar meist erheblich ernster als die Mehrheit der Bevölkerung. Für das Gericht ist beispielsweise das Kruzifix nicht irgendein volkstümlicher Wandschmuck, sondern ein Symbol, das Wirkung entfalten soll und Wirkung entfaltet, auf gläubige Christen gleichermaßen wie auf Angehörige anderer Religionen. Eben darum hat das Gericht vor Jahren das Kreuz aus staatlichen Klassenzimmern verbannt – sehr zur Empörung der Gläubigen, die die Wirkung des Kreuzes kurioserweise kleinzureden versuchten, um es in den Schulen zu halten.
Und nun sind eben auch die Adventssonntage in den Augen des Gerichts nicht bloß vier beliebige Wochentage zur Komplettierung der Weihnachtseinkäufe, sondern eine sehr spezielle Jahreszeit, geprägt vom christlichen Kalender und den Traditionen der Kirche.
Das ist eine recht konservative Auslegung des Feiertagsschutzes im Grundgesetz, keine Frage, und bisweilen meint man in Urteilsformulierungen wie der vom »alltäglichen Erwerbsinteresse potenzieller Käufer« auch so etwas wie höchstrichterliche Abscheu vor der totalen Durchkommerzialisierung der Gesellschaft mitklingen zu hören.
Ist das wirklich nur ein altväterliches Beharren auf längst überholten gesellschaftlichen Normen? Bloß ein Freundschaftdienst der mächtigen Robenträger an die nicht mehr gar so mächtigen Träger der Talare und Messgewänder? Ein verzweifelter Versuch, die leeren Kirchen wieder zu füllen?
Vielleicht ist es auch das. Aber entkleidet man das »Adventsurteil« einmal aller juristischen und theologischen Formeln, dann bleibt etwas, das nicht vorgestrig anmutet, sondern aufregend aktuell. Was das Gericht da formuliert, entspricht der tiefen gesellschaftlichen Sehnsucht nach Entschleunigung, nach Auszeiten im mörderischen Rund-um-die-Uhr-Zyklus, nach Haltepunkten in der permanenten Zerstreuung. All das ist der Sonntag, auch für Atheisten und religiös Unmusikalische. Es ist der Tag von Tatort, Trödelei und Telefonaten. Eine Zwischenzeit. Ein Schwellentag zwischen zwei Wochen. Ein Moment zum Luftholen, Ausschlafen, Zeit verplempern. Wer wollte darauf verzichten? Einkaufen können wir auch noch Montag.
- Datum 04.12.2009 - 15:48 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 03.12.2009 Nr. 50
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Pointiert, hellwach, kurzweilig und gut gegliedert. Mehr davon bitte.
Die Kirche dirigiert, der Staat folgt. Was die Bevölkerung will, ist allen vollkommen gleichgültig, Mitbestimmungsrecht gleich NULL!
Ein glattes TOP für den Kommentar
Die Kirche dirigiert, der Staat folgt. Was die Bevölkerung will, ist allen vollkommen gleichgültig, Mitbestimmungsrecht gleich NULL!
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... ist das Urteil in der heutigen Zeit.
Früher hätte das Urteil vielleicht noch etwas bewirkt, aber in Zeiten, wo der Sonntag der umsatzstärkste Wochentag bei Ebay ist, ist die Entscheidung bloß noch ein trauriges Symbol der Einflusslosigkeit.
Vielleicht wurde einigen Berliner Verkäuferinnen der Sonntag entschleunigt, aber die Kunden bedienen sich bei Amazon und vielen anderen Online-Plattformen und nutzen so ihre Sonntagsruhe.
Reglementiert hat das Gericht den Bereich, der ihm zugänglich ist - und es zeigt sich, dass die Realität längst eine andere ist: was man am Sonntag tun und lassen kann, ist schon lange nicht mehr mit Urteilen oder Gesetzen regulierbar. Das fast schon rührend gestrige Urteil macht deutlich: hier wird eine Welt gegen den Ökonomismus verteidigt, die es schon lange nicht mehr gibt.
Nämlich auch die tragische Tatsache, dass eine nur auf Überlieferung und Glauben basierende Institution mit Hilfe der Verfassung dem Bürger vorschreibt, wann er zu "entschleunigen" hat (um dieses schwachsinnige Wort auch zu bemühen).
Ansonsten muss ich Ihnen voll zustimmen.
Nicht der verkaufsoffene Sonntag ist falsch, sondern der hoffnungslos veraltete Kirchenartikel in der Verfassung (von 1919). Der müsste geändert werden. So aber haben sich die Karlsruher Richter unweigerlich zu Erfüllungsgehilfen der Kirche degradieren lassen müssen.
Ohne dabei weiterzudenken. Wie Sie schon erwähnen: Ebay, Amazon & Co. Mit diesen 24-Stunden-7-Tage-Kaufhäusern hat der stationäre Einzelhandel schon genug Wettbewerb bekommen. Jetzt schaufelt Karlsruhe dem auch noch mehr Kunden zu und die Kirche hat's angeschoben. Wie schön.
Bleibt Frage, was die Gesellschaft bei dem Urteil gewinnt?
Glaubt hier wirklich irgendeiner, Ruhe und Besinnlichkeit ließe sich dadurch verordnen, dass die Einzelhandelsgeschäfte ein paar Sonntage weniger öffnen dürfen? Oder das eine Signalwirkung bzgl. Werte vs. Konsum bei jemandem ankommt, der nun mal sein iPod am Sonntag kaufen will?
So einen Quatsch habe ich schon lange nicht mehr in den Medien vernommen. Das die Kirche Quatsch erzählt, ist hingegen ja schon seit 2000 Jahren bekannt.
Nämlich auch die tragische Tatsache, dass eine nur auf Überlieferung und Glauben basierende Institution mit Hilfe der Verfassung dem Bürger vorschreibt, wann er zu "entschleunigen" hat (um dieses schwachsinnige Wort auch zu bemühen).
Ansonsten muss ich Ihnen voll zustimmen.
Nicht der verkaufsoffene Sonntag ist falsch, sondern der hoffnungslos veraltete Kirchenartikel in der Verfassung (von 1919). Der müsste geändert werden. So aber haben sich die Karlsruher Richter unweigerlich zu Erfüllungsgehilfen der Kirche degradieren lassen müssen.
Ohne dabei weiterzudenken. Wie Sie schon erwähnen: Ebay, Amazon & Co. Mit diesen 24-Stunden-7-Tage-Kaufhäusern hat der stationäre Einzelhandel schon genug Wettbewerb bekommen. Jetzt schaufelt Karlsruhe dem auch noch mehr Kunden zu und die Kirche hat's angeschoben. Wie schön.
Bleibt Frage, was die Gesellschaft bei dem Urteil gewinnt?
Glaubt hier wirklich irgendeiner, Ruhe und Besinnlichkeit ließe sich dadurch verordnen, dass die Einzelhandelsgeschäfte ein paar Sonntage weniger öffnen dürfen? Oder das eine Signalwirkung bzgl. Werte vs. Konsum bei jemandem ankommt, der nun mal sein iPod am Sonntag kaufen will?
So einen Quatsch habe ich schon lange nicht mehr in den Medien vernommen. Das die Kirche Quatsch erzählt, ist hingegen ja schon seit 2000 Jahren bekannt.
Nur der Sonntag schafft eine Stimmung, die von Entspannung geprägt ist. Vergleichbar ist er mit der Stimmung, die es in Ferienzeiten gibt, was nicht nur die Kinder, sondern auch Eltern entspannt.
Das immer wiederkehrende Argument, daß viele Menschen arbeiten müssen , um den notwendigen "Betrieb" aufrecht zu erhalten, ist keines, denn diese Menschen tun ihren Dienst unaufgeregt und passen sich eher an die Sonntagsstimmung an als zuviel Streß zu verbreiten. Man kann diesen Dienst nicht hoch genug anerkennen und bewerten, und so sollte man ihn auch viel besser als bisher bezahlen: wir bekamen früher auf großen Baustellen bei Sonntagsarbeit 50% Lohnaufschlag, bei Feiertagen 100%. Anfangs in den 60er Jahren gab es die Zuschläge sogar "brutto für netto". Das sollte wieder eingeführt werden, anstatt das Shoppen immer mehr auszuweiten. Schöne Stimmung in entspannter Athmosphäre gehört zu dem Wertvollsten, das Menschen in einer Gesellschaft erleben können.
Die Diskussion, ob das Ganze etwas mit Kirche zu tun hat oder nicht, erübrigt sich bei anhaltend fallender Akzeptanz der Kirchen. Sie sind nun einmal anachronistisch und werden aussterben, denn die verbleibenden Anhänger werden die Kosten nicht mehr tragen können und wollen. Überlebt haben sie nur dadurch, daß der Staat sie mehr fördert als vielen Bürgern lieb ist. Wäre nicht der Tod das Monopol der Kirchen, gäbe es sie womöglich schon nicht mehr. Aber auch das kann sich jederzeit ändern.
Warum können wir es nicht den Menschen selbst überlassen, wie sie ihren Sonntag gestalten? Warum versuchen so viele (typisch deutsches Verhalten?), ihre vorgefasste Meinung nun mit aller Macht den anderen aufzudrängen?
Egal von welcher Seite her ich diese ganze Sache betrachte: Irgendwer wird immer gezwungen.
Warum?
Das Urteil des Verfassungsgerichts zum Sonntagseinkaufen entspricht nicht unserer Sehnsucht nach Entschleunigung, sondern allein dem Kirchenartikel von 1919 in unserer Verfassung.
Deutlich wird dieser anachronistische Unfug in einem pseudosäkularen System vor allem, dass die KIRCHE die Klage gegen die Berliner Öffnungszeiten initiiert hat. Der Mehrheit wird egal sein, wer wann shoppen geht. Und viele andere werden wissen, dass Berlin einen Sonderstatus haben muss: Keine andere Stadt in Deutschland hat Sonntags so viele kauflustige Menschen rumlaufen.
Wieder einmal bemühen wir also unsere Verfassungsrichter für den unnötigen Schutz längst überholter Normen, die ohnehin aus höchst fraglicher, spiritueller Quelle kommen.
Freiheit sieht so aus: Jeder Händler macht seinen Laden auf, wann es ihm am sinnvollsten erscheint. Niemad wird gezwungen. Jetzt allerdings bestimmt die Kirche mit dem Tool der Verfassung, wie der Einzelhandel seine Umsätze zu generieren hat.
Das hat mit Entschleunigung gar nichts zu tun. Wieso auch sollte die eigentlich von der Kirche verordnet werden?
Diese verfassungsrechtliche Brechstangenaktion wird der Kirche mehr schaden als nutzen - beweist sie denn einmal mehr ihre 2000 Jahre alte Chuzpe, sich über andere zu erheben.
Warum können wir es nicht den Menschen selbst überlassen, wie sie ihren Sonntag gestalten? Warum versuchen so viele (typisch deutsches Verhalten?), ihre vorgefasste Meinung nun mit aller Macht den anderen aufzudrängen?
Egal von welcher Seite her ich diese ganze Sache betrachte: Irgendwer wird immer gezwungen.
Warum?
Das Urteil des Verfassungsgerichts zum Sonntagseinkaufen entspricht nicht unserer Sehnsucht nach Entschleunigung, sondern allein dem Kirchenartikel von 1919 in unserer Verfassung.
Deutlich wird dieser anachronistische Unfug in einem pseudosäkularen System vor allem, dass die KIRCHE die Klage gegen die Berliner Öffnungszeiten initiiert hat. Der Mehrheit wird egal sein, wer wann shoppen geht. Und viele andere werden wissen, dass Berlin einen Sonderstatus haben muss: Keine andere Stadt in Deutschland hat Sonntags so viele kauflustige Menschen rumlaufen.
Wieder einmal bemühen wir also unsere Verfassungsrichter für den unnötigen Schutz längst überholter Normen, die ohnehin aus höchst fraglicher, spiritueller Quelle kommen.
Freiheit sieht so aus: Jeder Händler macht seinen Laden auf, wann es ihm am sinnvollsten erscheint. Niemad wird gezwungen. Jetzt allerdings bestimmt die Kirche mit dem Tool der Verfassung, wie der Einzelhandel seine Umsätze zu generieren hat.
Das hat mit Entschleunigung gar nichts zu tun. Wieso auch sollte die eigentlich von der Kirche verordnet werden?
Diese verfassungsrechtliche Brechstangenaktion wird der Kirche mehr schaden als nutzen - beweist sie denn einmal mehr ihre 2000 Jahre alte Chuzpe, sich über andere zu erheben.
Man muss die völlig überdrehten und Wertefreien Menschen vor sich und der Allgemeinheit schützen.
Damit Verkäuferrinnen nicht fürn Appel und ein Ei am Sonntag der Familie und Freunden entzogen werden.
Und die völlig Überdrehten, die am Sonntag durch die Geschäfte rennen. Um dann irgendwann durch die Dauerhatz mit Burnout und Panikattacken auf der Nase zu liegen. Dann aber im sozialen Netz aufgefangen werden, über dass sie bis dahin nur die Nase gerümpft haben.
Sie sollten mit einer solchen Schelte an die "völlig überdrehten und wertfreien Menschen" bitte ein wenig vorsichtiger sein. In sehr vielen anderen Staaten ist der Sonntag ganz selbstverständlich ein Tag, an dem die Läden offen sind.
Sind da überall nur völlig überdrehte und wertfreie Menschen unterwegs?
Umkehrschluss: Nur der deutsche Besserwisser macht es richtig?
Sie sollten mit einer solchen Schelte an die "völlig überdrehten und wertfreien Menschen" bitte ein wenig vorsichtiger sein. In sehr vielen anderen Staaten ist der Sonntag ganz selbstverständlich ein Tag, an dem die Läden offen sind.
Sind da überall nur völlig überdrehte und wertfreie Menschen unterwegs?
Umkehrschluss: Nur der deutsche Besserwisser macht es richtig?
"Nur der Sonntag schafft eine Stimmung, die von Entspannung geprägt ist." (Kommentar 3)
Wer glaubt denn wirklich, dass man eine von Entspannung geprägte Stimmung dadurch erzeugen kann, dass Arbeitskräfte einen 50%-/100%-igen Lohnaufschlag an Sonn-/Feiertagen gewährt. Mit Geld kann man keine Entspannung schaffen; das Geld ist ja erst der Grund dafür, dass wir Entspannung nötig haben, der Grund dafür, dass wir den Sonntag nötig haben: Einen Tag innehalten und sich darauf besinnen, was wirklich zählt. Einen Tag sich nicht dem Geld und seinen Verlockungen unterwerfen. Einen Tag eine Stimmung erleben, die entspannt, weil für das, was ich bin und sein soll, etwas anderes zählt als was ich habe und was ich mir leisten kann.
In diesem Sinne ist das Karslruher Urteil das einzig wirksame Mittel gegen Kommerzialisierung und Überspannung.
Es setzt ein Zeichen gegen ökonomische Heilsversprechungen - indem es die Religion schützt. Darum spielt es auch keine Rolle, ob es Bereiche gibt, auf die auch unser Verfassungsgericht keinen Einfluss mehr hat. Die Konsequenz daraus müsste nicht sein: "Da können wir ohnehinn nichts tun, also tun wir nichts!"; wir müssten uns die Frage stellen, warum ausgerechnet der "Sonntag der umsatzstärkste Wochentag bei Ebay ist" (Kommentar 2). Auch das tut das Karlsruher Urteil. Selbst wenn es den Sonntag nicht in allen Facetten (Ebay) schützen kann, richtet es an uns alle die Frage: Wozu willst Du leben? Wenn unsere Antwort darauf "Konsum ist" - dann gute Nacht.
Wenn Janni90 es nicht so treffend formuliert hätte, hätte ich es wohl ähnlich aufgeschrieben:
Wozu leben wir? Manchmal habe ich den Eindruck, uns bleibt vor lauter Rastlosigkeit, dem Jagen nach Geld und Konsum keine Zeit und Energie mehr, uns diese Frage zu stellen! Und dieser installierte Mechanismus funktioniert hervorragend! Hat hier vielleicht auch das "Geld" die Kirche - die ich an dieser Stelle lieber mit dem Wort "Religion" ersetzen möchte, verdrängt!? Jeder möge sich in einer ruhigen, stillen Minute - vielleicht an einem einkaufsfreien Sonntag - mal die Frage stellen, was ihn wirklich glücklich macht. Wie lange hält denn das Glücksgefühl an, wenn man sich mal wieder etwas richtig Tolles gegönnt hat!? Ist es das, wonach wir streben und suchen!? Und auch, wenn man ein Geschenk kaufen möchte, stellt sich immer die Frage: "Bloß was?". Ist vielleicht der ein oder andere Besuch oder Anruf nicht mehr wert als ein Geschenk!? Sind es nicht die immateriellen Dinge, die wirklich aufrichtigen zwischenmenschlichen Beziehungen, die uns zutiefst glücklich machen? "Praktizieren" kann man dieses bestimmt am Besten am Sonntag - in aller Ruhe bei der Familie und bei Freunden am Sonntag... und bestimmt nicht im Kaufhaus!
Ich denke, selbst wenn die Antwort auf Ihre Frage "Konsum" lauten würde, gilt:
Jedem Tierchen sein Pläsierchen.
Und da möchte ich mir von einer Kirche, mit der ich nichts zu tun habe, wann ich meine Milch kaufe.
Wenn Janni90 es nicht so treffend formuliert hätte, hätte ich es wohl ähnlich aufgeschrieben:
Wozu leben wir? Manchmal habe ich den Eindruck, uns bleibt vor lauter Rastlosigkeit, dem Jagen nach Geld und Konsum keine Zeit und Energie mehr, uns diese Frage zu stellen! Und dieser installierte Mechanismus funktioniert hervorragend! Hat hier vielleicht auch das "Geld" die Kirche - die ich an dieser Stelle lieber mit dem Wort "Religion" ersetzen möchte, verdrängt!? Jeder möge sich in einer ruhigen, stillen Minute - vielleicht an einem einkaufsfreien Sonntag - mal die Frage stellen, was ihn wirklich glücklich macht. Wie lange hält denn das Glücksgefühl an, wenn man sich mal wieder etwas richtig Tolles gegönnt hat!? Ist es das, wonach wir streben und suchen!? Und auch, wenn man ein Geschenk kaufen möchte, stellt sich immer die Frage: "Bloß was?". Ist vielleicht der ein oder andere Besuch oder Anruf nicht mehr wert als ein Geschenk!? Sind es nicht die immateriellen Dinge, die wirklich aufrichtigen zwischenmenschlichen Beziehungen, die uns zutiefst glücklich machen? "Praktizieren" kann man dieses bestimmt am Besten am Sonntag - in aller Ruhe bei der Familie und bei Freunden am Sonntag... und bestimmt nicht im Kaufhaus!
Ich denke, selbst wenn die Antwort auf Ihre Frage "Konsum" lauten würde, gilt:
Jedem Tierchen sein Pläsierchen.
Und da möchte ich mir von einer Kirche, mit der ich nichts zu tun habe, wann ich meine Milch kaufe.
Anlasslich meines letzten Besuchs in San Diege ( ca. 6 Mio. Ew.)testete ich, deutscher Besucher, die Shopping-Möglichkeiten am Sonntag. Die meisten Geschfte waren geschlossen aber ich fand im Stadtteil "university City" nach Erkundigungen offene Supermarkets. Schlussfolgerung: Völlig "unaufgeregt" gehen die Amerikaner auch am Sonntag einkaufen. Sie schließen und öfffnen wie es sich "passt".
Das gleiche eine Woche süäter in Florida, Delray - einzig in der Atlantic Ave. hatten einige Läden - insbes. eine abstammende Elsässer Bäckerei mit hptsl. "deutschen" Backwaren und ein Italiener mit Pizza und Brot sowie zwei Textil-Shops offen. Die Handwerker gingen wohl lieber in die Kirche oder schliefen sich aus...24h Öffnungszeit,wenn sie wollen...........
Warum wird, ( natürlich abgesehen von Polizei Feuerwehr Notarzt und sonstigen Notdiensten ) dieses nicht für alle Personen in Deutschland beschlossen auf der Basis des Grundgesetztes ?
Artikel 3
(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
Artikel 6
(1) Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.
Eine merkwürdige Entscheidung gerade weil sie vom Bundesverfassungsgericht kommt. Gerade dieses sollte doch daruf Achten das alle Gleich behandelt werden soweit machbar.
Wenn dieses Urteil ein Zeichen für die Qualität der zukünftigen Urteile ist, finde ich das Gruselig...
Ps. Lustig das gerade Pastoren und Pfarrer und Meßdiener usw.am Sonntag arbeiten müssen, das macht die Sekten sehr glaubwürdig
die die Klage eingebracht hatten...
1. Das Verfassungsgericht kann überhaupt nichts "auf Grundlage des Grundgesetz" beschließen, wenn es nicht via Klage vor Gericht eingebracht wurde. Das nennt man Gewaltenteilung. Das Thema "sollten wir nicht alle am Sonntag frei bekommen?" stand aber nicht zur Debatte. Also ist es auch nicht merkwürdig, dass die Entscheidung gerade vom VerfGericht kommt, sondern logisch.
2. Waren die Kläger keine Sekten, sondern Kirchen. Was tut das außerdem zur Sache? Gruppierungen zu beleidigen ist leicht, konstruktiv zu diskutieren nicht.. schade!
3. Ist es auch nicht witzig, dass gerade Pfarrer Sonntags arbeiten müssen. Bei dieser Art der Arbeit geht es nämlich nicht ums Geldverdienen, sondern darum, eine andere Dimension zu eröffnen; eine, die tiefer reicht als arbeiten und kaufen, wogegen sich das Urteil richtet. Und das, was ein Messdiener tut, arbeit zu nennen, ist wohl auch eher als Scherz gemeint oder?
Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich bedeutet nicht, dass alle Menschen zur gleichen Zeit frei haben müssen oder auch nicht. Darum geht es hier auch nicht.
Den Unterschied zwischen einer Sekte und einer Kirche können Sie ja mal in einem Lexikon nachschlagen, [ entfernt: Bitte äußern Sie Ihre Kritik an anderen Usern sachlich. Danke. Die Redaktion/m.e. ]
. Es ist immer einfach, auf das religiöse Empfinden anderer Menschen einzudreschen, wenn man selbst keines hat.
1. Das Verfassungsgericht kann überhaupt nichts "auf Grundlage des Grundgesetz" beschließen, wenn es nicht via Klage vor Gericht eingebracht wurde. Das nennt man Gewaltenteilung. Das Thema "sollten wir nicht alle am Sonntag frei bekommen?" stand aber nicht zur Debatte. Also ist es auch nicht merkwürdig, dass die Entscheidung gerade vom VerfGericht kommt, sondern logisch.
2. Waren die Kläger keine Sekten, sondern Kirchen. Was tut das außerdem zur Sache? Gruppierungen zu beleidigen ist leicht, konstruktiv zu diskutieren nicht.. schade!
3. Ist es auch nicht witzig, dass gerade Pfarrer Sonntags arbeiten müssen. Bei dieser Art der Arbeit geht es nämlich nicht ums Geldverdienen, sondern darum, eine andere Dimension zu eröffnen; eine, die tiefer reicht als arbeiten und kaufen, wogegen sich das Urteil richtet. Und das, was ein Messdiener tut, arbeit zu nennen, ist wohl auch eher als Scherz gemeint oder?
Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich bedeutet nicht, dass alle Menschen zur gleichen Zeit frei haben müssen oder auch nicht. Darum geht es hier auch nicht.
Den Unterschied zwischen einer Sekte und einer Kirche können Sie ja mal in einem Lexikon nachschlagen, [ entfernt: Bitte äußern Sie Ihre Kritik an anderen Usern sachlich. Danke. Die Redaktion/m.e. ]
. Es ist immer einfach, auf das religiöse Empfinden anderer Menschen einzudreschen, wenn man selbst keines hat.
Warum können wir es nicht den Menschen selbst überlassen, wie sie ihren Sonntag gestalten? Warum versuchen so viele (typisch deutsches Verhalten?), ihre vorgefasste Meinung nun mit aller Macht den anderen aufzudrängen?
Egal von welcher Seite her ich diese ganze Sache betrachte: Irgendwer wird immer gezwungen.
Warum?
Ich habe 4 Jahre in den USA gelebt u. mich hat es nach kurzer Zeit gestört, dass das ganze Leben nie zur Ruhe kam. Mittwoch war wie Sonntag. Klar, am Anfang findet man es aufregend, nachts um halb drei im Baumarkt einen Nagel kaufen zu können...liegt unser aller Glück wirklich darin, immer Konsum betreiben zu können? Haben Familienväter auch nichts besseres zu tun, als sonntags Autowaschen zu können? Das hat nix mit Vorschreiben, Deutschland oder Kirche zu tun.
Und auch das Argument mit Ärzten, Krankenschwestern u. Feuerwehrleuten ist schwachsinnig. Allen ist klar, dass sich Feuer u. Unfälle nicht nach den Wochentagen richten. Was macht man mit dieser Erkenntnis? Alle Schranken öffnen oder die Arbeit am Sonntag auf das notwendige beschränken (bitte keine Gemetzel über Tankstellen, Pizzaläden etc). Manchmal muss man den Menschen vor sich selbst schützen.
Gruss
Wie der Artikel richtig sagt, ist Deutschland eben kein laizistischer Staat. Ich finde das zwar bedauerlich und meiner Meinung nach sollte Religion ausschließlich Privatsache sein. Aber auf der Grundlage des Grundgesetzes wird das Urteil wohl folgerichtig sein.
Das Problem sehe ich eher darin, dass man den Menschen vor sich selbst schützen will. Das funktioniert erfahrungsgemaess nicht gut, zumindest nicht lage, und ist auch keine sehr freiheitliche Vorstellung vom Menschen, wie ich sie gerne mehr sehen würde.
Ich habe 4 Jahre in den USA gelebt u. mich hat es nach kurzer Zeit gestört, dass das ganze Leben nie zur Ruhe kam. Mittwoch war wie Sonntag. Klar, am Anfang findet man es aufregend, nachts um halb drei im Baumarkt einen Nagel kaufen zu können...liegt unser aller Glück wirklich darin, immer Konsum betreiben zu können? Haben Familienväter auch nichts besseres zu tun, als sonntags Autowaschen zu können? Das hat nix mit Vorschreiben, Deutschland oder Kirche zu tun.
Und auch das Argument mit Ärzten, Krankenschwestern u. Feuerwehrleuten ist schwachsinnig. Allen ist klar, dass sich Feuer u. Unfälle nicht nach den Wochentagen richten. Was macht man mit dieser Erkenntnis? Alle Schranken öffnen oder die Arbeit am Sonntag auf das notwendige beschränken (bitte keine Gemetzel über Tankstellen, Pizzaläden etc). Manchmal muss man den Menschen vor sich selbst schützen.
Gruss
Wie der Artikel richtig sagt, ist Deutschland eben kein laizistischer Staat. Ich finde das zwar bedauerlich und meiner Meinung nach sollte Religion ausschließlich Privatsache sein. Aber auf der Grundlage des Grundgesetzes wird das Urteil wohl folgerichtig sein.
Das Problem sehe ich eher darin, dass man den Menschen vor sich selbst schützen will. Das funktioniert erfahrungsgemaess nicht gut, zumindest nicht lage, und ist auch keine sehr freiheitliche Vorstellung vom Menschen, wie ich sie gerne mehr sehen würde.
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