Obamas neue Afghanistan-Strategie ReinrausSeite 2/2
Doch die Skepsis in Amerika bleibt groß. Das Land steht mit 14 Billionen Dollar in der Kreide, der Marschbefehl für 30.000 Soldaten wird weitere Milliarden schlucken. Und das ausgerechnet in einer Zeit, in der jeder Cent für die Gesundheitsreform und das Klimagesetz gebraucht wird. Manche Demokraten fordern deshalb ein schnelleres Ende des Krieges. Auch Nancy Pelosi, Obamas Parteifreundin und einflussreiche Sprecherin des Repräsentantenhauses, traut der neuen Strategie nicht. Afghanistans Regierung sei ein »unwürdiger Partner«, erklärte sie soeben. »Wie können wir die Amerikaner bitten, für sie Leib und Leben zu riskieren?«
Obama weiß um diese Zweifel, er teilt sie sogar. Als junger Senator, im Januar 2007, bedrängte er die Bush-Regierung mit ähnlichen Fragen. Haargenau wollte er wissen, ob mehr Truppen im Irak wirklich mehr Sicherheit schaffen könnten und wie um alles in der Welt man sich mit einer korrupten Regierung in Bagdad einlassen könne. Und wenn der surge, die Truppenverstärkung, nicht funktioniere – »gibt es dann einen Ausweg, eine Exit-Strategie?« Am Dienstagabend, nach dreimonatigem Grübeln, gab der Präsident Obama dem Senator Obama Antworten.
Der Beifall der Republikaner und Militärs für die Truppenaufstockung ist ihm gewiss. Niemand wird in nächster Zeit behaupten, der Präsident wage nicht, Amerikas Feinden die Stirn zu bieten. Doch unter Demokraten und Linken rumort es. Einige mag Obamas Rückzugsofferte versöhnlich stimmen, viele jedoch trauen seiner Strategie nicht. Seit in Kandahar statt in Bagdad gestorben wird, halten sie nichts mehr von der Unterscheidung zwischen dem bösen Krieg im Irak und dem guten in Afghanistan. Sie wollen raus aus dem Schlachtfeld – und zwar sofort und nicht erst übermorgen.
Obama, der Kriegspräsident, steckt in einer Zwickmühle: Er muss für sein Vorhaben um die Zustimmung der Rechten buhlen, die ihm ansonsten die Pest an den Hals wünschen. Derweil droht er die Unterstützung der Linken zu verlieren, auf deren Solidarität er für seine innenpolitische Agenda auf Gedeih und Verderb angewiesen ist. Obama muss höllisch aufpassen, dass er am Ende nicht als ein Präsident ohne Gefolgschaft dasteht.
- Datum 02.12.2009 - 16:26 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 03.12.2009 Nr. 50
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Wer weiß schon, ob Obama das schaffen kann, was alle anderen nicht geschafft haben. Afghanistan zu befrieden!
Doch Obama wird - hoffe ich - etwas anderes schaffen, dieses unendlich erscheinende Drama Afghanistan, an dem sich der halbe Westen verschluckt hat, endlich,endlich - wenn denn alle jetzt kurzfristig eingesetzen Mittel nicht helfen- kalkuliert zu beenden!
Das ist zumindest eine Strategie mit Anfang und Ende...ein großartiger Einstieg in den Ausstieg.
Das Ende des Afghanistan - Abenteuer jedenfalls scheint in Sicht...
Wer jetzt in Afghanistan nicht mitzieht, muss wissen, was dann kommt. Das ist der Sinn dieses Ausstiegs-Plans.
Ein Friedensnobelpreisträger, der tausende Soldaten in den Kriegt schickt... und dann wird das auch noch als ein "geschickter Schachzug" verkauft... dazu noch die Botschaft "Ich rüste auf, um schnell und dauerhaft abzurüsten" .. das ginge auch einfacher und noch schneller, ca. 70.000 x Soldaten haben nichts als eher noch mehr Leid unter die Bevölkerung gebracht und jetzt sollen weitere 30.000 x innerhalb Monaten das Land stabilisieren? Was für ein Schwätzer...
...Inland so wie im weiteren die Sicherheit für Verkehr und Handel im internationalen Bereich beruht auf Zuverläßigkeit der Gewalt, die die Menschen erwarten, wenn Regeln gebrochen werden. Wenn die Warlords weltweit keine Gewalt gegen sich erwarten, wenn sie Hochhäuser sprengen, Atomwaffen entwickeln, Schiffe entführen oder Massen morden tun sie das und viele anderen Dinge. Das wissen wir. Es ist nur die Frage, ob wir es zulassen wollen.
...Inland so wie im weiteren die Sicherheit für Verkehr und Handel im internationalen Bereich beruht auf Zuverläßigkeit der Gewalt, die die Menschen erwarten, wenn Regeln gebrochen werden. Wenn die Warlords weltweit keine Gewalt gegen sich erwarten, wenn sie Hochhäuser sprengen, Atomwaffen entwickeln, Schiffe entführen oder Massen morden tun sie das und viele anderen Dinge. Das wissen wir. Es ist nur die Frage, ob wir es zulassen wollen.
dem Kabarettisten Georg Schramm zitieren,nachdem das Schicksal der grossen Imperien der Welt nicht auf dem Schlachtfeld entschieden worden ist,sondern dass sie einfach pleite gegangen sind.Die USA stehen mit 14 Billionen in der Kreide,eine irrwitzige Menge .Jedes andere Land der Welt haette schon längst Konkurs anmelden muessen,doch Amerika druckt einfach noch mehr Dollars...mal sehen wie lange das noch gutgeht.
... mit dem "jedes andere Land" nocheinmal überlegen. Japan ist und Italien sind seit Jahren höher verschuldet, wie das England nun ist. Deutschland hat in etwa die gleiche Verschuldung, wenn man die unterschiedliche Rücklagenbildung der Sozialversicherungen einrechnet.
... mit dem "jedes andere Land" nocheinmal überlegen. Japan ist und Italien sind seit Jahren höher verschuldet, wie das England nun ist. Deutschland hat in etwa die gleiche Verschuldung, wenn man die unterschiedliche Rücklagenbildung der Sozialversicherungen einrechnet.
Die Strategie von Obama gib zumindest etwas Hoffnung. Warum?
Weil nur es nur zusammen mit einem konsequenten Pakistan, das auch gegen die Islamisten vorgeht, eine Lösung geben kann.
Weil nur die Afghanen selbst einen Staat aufbauen und gegen Extremisten schützen können.
Durch den Einsatz in Pakistan gibt es wohl eine letztes kleine Chance die Taliban, die nun ihrer Rückzugesgebiete beraubt werden, unter Kontrolle zu bringen. Die pakistanischen und afghanischen Machthaber haben von Obama die unmissverständliche Botschaft, dass es nun eine allerletzte Chance gibt zusammen gegen die Taliban vorzugehen, oder in naher Zukunft das Problem alleine zu haben.
denn die "Change"-Obama-Strategie nun vor der seines Vorgängers? Auch dieser wollte den Bekundungen nach nur aufrüsten, damit ein schnelles Ende folgt. Und wenn wir die Jahre mal so Revue passieren lassen ...
Auch frage ich mich, was die 30.000 Soldaten unter Obama von denen unter Bush abhebt. Sie haben weder eine andere Zielsetzung ("bereitet den Taliban ein schnelles Ende" galt auch unter Bush) noch eine andere Motivation.
Aus Talibansicht würde ich zwar nun mit 30.000 neuen Gegnern rechnen müssen, hätte aber gleichzeitig die Wertschätzung meiner Arbeit erfahren ... die Supermacht muss militärische Supermächte aufbieten, um mir Einhalt zu gebieten. Im Zuge der Nachwuchswerbung vor Ort sicherlich kein schwaches Argument.
Ab welcher Zahl X an Soldaten, Herr obama, ist denn der Sieg in Afghanistan gesichert? Die Taliban kämpfen eben nicht mit reiner Zahlenorientierung, genau das macht es den USA und ihren Verbündeten so schwer.
...in die USA?
Und wie viele in Richtung Deutchland?
Deutschland möge sich in Sachen Kriegsverweigerung auf die Tradition Schröders besinnen.
Immerhin das einzig Große an ihm. Denn damals das definitiv Richtige!
... mit dem "jedes andere Land" nocheinmal überlegen. Japan ist und Italien sind seit Jahren höher verschuldet, wie das England nun ist. Deutschland hat in etwa die gleiche Verschuldung, wenn man die unterschiedliche Rücklagenbildung der Sozialversicherungen einrechnet.
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