Devendra Banhart Ein Geschöpf aus Wort, Musik, Bild und BartSeite 2/2
Die Frauenkleider tauchen später in hippen Fotostrecken großer Magazine auf, das Spiel mit den Geschlechterzuschreibungen betreibt Devendra Banhart als eine Art öffentliches Lockermachen. Man konnte aber auch den Eindruck gewinnen, dass Banharts Auftreten den Konjunkturen der Exzentrik geschuldet war. Er ließ seine Kritiker stets darüber rätseln, wer oder was er eigentlich sei: ein postmoderner Verführer, ein Neo-Hippie-Witz, ein Poster-Boy für Boheme-Schick oder ein Folk-Künstler mit mehr Ironie, als man wahrhaben mag? Als Musiker hat er das Rad nicht neu erfunden, das weiß er zu gut, die Alben Rejoicing In The Hands und Cripple Crow haben dennoch das Zeug dazu, in den Jahrzehntbestenlisten aufzutauchen – als bärtige Bastionen des Folk-Pop.
Um den Bart jedenfalls kam eine Zeit lang niemand herum. Banhart trug ihn mit der Unbeirrbarkeit eines veritablen Waldschrats, er zelebrierte an der Seite von Musikern wie Will Oldham, Iron & Wine, Bon Iver und den Fleet Foxes die Renaissance der Gesichtsbehaarung im Pop, ein Stück Gesinnungskosmetik. Der Wildwuchs durfte als Abfuhr an eine wohlrasierte Verwertungsgesellschaft gelten, die sich ihre Popstars nach ihren Verkaufsmaximen macht. Die Domestizierung der haarigen Pracht hat aber schon eingesetzt bei Devendra Banhart, er trägt jetzt nur noch Schnurrbart und öffnet sich musikalisch ganz sanft einem größeren Hörerspektrum.
What Will We Be wurde letzte Woche als erstes Banhart-Album bei einer Major-Company veröffentlicht, die Verkäuflichkeit des Produkts »Banhart« scheint beschlossene Sache. Das neue Album mag seine konventionellste Platte sein, aber für Radio und Top Twenty ist sie wohl immer noch nicht konventionell genug. Der Test der Marktfähigkeit scheint dem Künstler selbst nicht ganz geheuer. »Ich habe einen Traum«, sagt Devendra Banhart und fährt in einem gespielten Flüsterton fort: »Eines Tages lande ich mit meiner Band entweder bei Warp oder bei K Records. Ich trotte als alter Hippie zu einem kleinen Label zurück und spiele meine alten Hits. Nur mit einem Laptop bewaffnet, und raus kommt Scheiß-Techno.«
- Datum 02.12.2009 - 16:02 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 03.12.2009 Nr. 50
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soweit ich weiß ist das Genre "Weird Folk"
bzw. new weird america
Stimmt, die jüngste Platte biedert sich kommerziell an - das bringt Tantiemen und läßt alte Fans hinter sich. :-(
Wer "den besonderen" Banhart hören will, der hört sich seine Scheibe "Cripple Crow" an (Tipps darauf: Long haired child, Lazy butterfly, Inaniel, Little boys).
(Joanna Newsom und Coco Rosie haben nun aber stilistisch recht wenig mit Banhart gemein, also nicht verwirren lassen :)
"Joanna Newsom und Coco Rosie haben nun aber stilistisch recht wenig mit Banhart gemein"....nur insofern, dass er für Sie Songs geschrieben hat...
"Joanna Newsom und Coco Rosie haben nun aber stilistisch recht wenig mit Banhart gemein"....nur insofern, dass er für Sie Songs geschrieben hat...
"Joanna Newsom und Coco Rosie haben nun aber stilistisch recht wenig mit Banhart gemein"....nur insofern, dass er für Sie Songs geschrieben hat...
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