Krieg in Afghanistan Liebling KundusSeite 3/3

Guttenberg hat der Kanzlerin nicht nur eine Kabinettsumbildung aufgezwungen: Nun will die Opposition Merkel nachweisen, dass sie sich um den schwersten Zwischenfall in der Geschichte der Bundeswehr nicht gekümmert hat. »Sollte sich herausstellen, dass die Bundesregierung Informationen wegen des Wahlkampfs unterdrückt hat, wäre das ein Skandal«, so Arnold.

So wie bisher, als smarter Glamourboy des Kabinetts, wird Guttenberg seine Rolle nicht spielen können. Nahezu jede Woche seit seinem Amtsantritt war der Minister auf Hochglanzfotos in bunten Gazetten zu sehen, wie er gerade irgendeinen Ball besuchte oder im feinen Zwirn vor Soldaten posierte. Doch wer Soldaten in kriegsähnliche Zustände schickt, für den gelten andere Grenzen des guten Geschmacks als für »zivile« Minister. »Eine Transall ist kein Laufsteg«, ätzt Koenigs.

Anzeige

Am vergangenen Dienstag musste Guttenberg dem Auswärtigen Ausschuss Rede und Antwort stehen. Der Minister gelobte volle Kooperation und Aufklärung. »Angespannt wie noch nie« hätten die Parlamentarier den smarten Franken erlebt. Wann genau denn das Kanzleramt über den Feldjägerbericht informiert gewesen sei, wollten mehrere Abgeordnete wissen. Das, so Guttenberg kleinlaut, interessiere ihn auch.

Diesen Artikel finden Sie als Audiodatei im Premiumbereich unter www.zeit.de/audio

 
Leser-Kommentare
    • TDU
    • 05.12.2009 um 21:04 Uhr

    Mal sehen, was der Bericht der Bundeswehr Polizei hergibt. Und sicher muss sich Guttenberg an Opposition gewöhnen. Erst recht, wenn er von Adel und in den Ballsäälen zu Hause ist. Der grüne, nachhaltige Boulevard ist schließlich woanders. Und, was hat der Afghanistan Experte Herr Köenigs eigentlich die ganze Zeit, auch in der rot grünen Koalition gemacht?

    Es wäre schon interessant zu wissen, was zum Zeitpunkt des Regierungswechsels bekannt war. Aber eine Übertreibung des Geschehenen verbietet sich trotzdem. Denn immerhin fand Herr Koenigs nach seinen Informationen ja auch die Angelegenheit wohl unangemessen. Aus der Deckung wagt er sich aber erst jetzt. Vermutlich wohl wissend, dass seine Partei und auch die SPD hätte beschädigt werden können.

  1. Man sollte zu Guttenberg entlassen! Das ist eine gute Gelegenheit. Smarte Überflieger sind gefährlich und haben in unserer Regierung nichts zu suchen.

    • knuham
    • 05.12.2009 um 21:08 Uhr

    sehr einfach :

    Charme

    Einer dem man sein Styling abnehmen kann. Die anderen "Nieten" sind "overstyled", um ihre Inkompetenz zu kaschieren, müssen eben die Scheuklappenbrillen oder sonstige Assessoires herhalten. Kleider machen eben keine Leute.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Hab ich auch.

    Was und wie schnell zu Guttenberg zu dem wurde was er ist, hat er nicht zuletzt seiner Herkunft zu verdanken.
    Ich will das nicht einmal negativ bewerten, denn als Adelsspross aufzuwachsen bedeutet schon früh eine harte Erziehung. Ist also keine einfache Kindheit.
    Es muss aber auch die hypothetische Frage gestattet sein, ob er die gleiche Karriere gemacht hätte, als Kind eines Fleißbandarbeiters bei Opel?
    Wie auch immer, es gibt zwei Dinge, die man über Bord werfen muss, wenn man in der Politik Karriere machen will. Das Gewissen und Prinzipien.

    Hab ich auch.

    Was und wie schnell zu Guttenberg zu dem wurde was er ist, hat er nicht zuletzt seiner Herkunft zu verdanken.
    Ich will das nicht einmal negativ bewerten, denn als Adelsspross aufzuwachsen bedeutet schon früh eine harte Erziehung. Ist also keine einfache Kindheit.
    Es muss aber auch die hypothetische Frage gestattet sein, ob er die gleiche Karriere gemacht hätte, als Kind eines Fleißbandarbeiters bei Opel?
    Wie auch immer, es gibt zwei Dinge, die man über Bord werfen muss, wenn man in der Politik Karriere machen will. Das Gewissen und Prinzipien.

  2. da hinten. das ist dort, wo wir soldaten hinschicken mussten. und es ist verdammt weit weg. und genau dort wurde ein immens wichtiger LKW nicht bewacht. und da er so immens wichtig war, wurde er in die luft gepustet, nachdem er von bösen menschen geklaut wurde.

    klingt komisch? ist aber so.

    man kann sich jetzt in firlefanz verreisten und noch mehr minister rausschmeissen. ja, kann man machen. oder, man überlegt sich ob es nicht besser aussieht, wenn man einmal klar stellung bezieht. und fertig.

  3. Vor dem Hintergrund der nun tröpfchenweise an das Tageslicht kommende Wahrheit über den befohlenen Luftschlag, bleibt für mich weiterhin einen entscheidende Frage offen: Gab in der Zeit vor dem Luftangriff, eine Informationslage für andere Personen als die Beteiligten vor Ort, und gab es eine wie auch immer geartete übergeordnete Einflussnahme auf die Befehlsgebung vor Ort?

  4. Verteidigungsminister ein Kometent?

    • Rebel
    • 06.12.2009 um 0:06 Uhr

    An dieser militärischen Aktion wird deutlich, dass die die Bundesrepuplik Deutschland zu einem ganz normalen Mörderstaat geworden ist. Traurig aber Wahr.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    so couragiert ist, die richtigen Begriffe zuzulassen.
    Ja, es war ein klarer Fall von Mord.
    Und gut, dass der Krie..., äh, "Verteidigungs"minister unter Druck gerät.
    Hätte er sich ja vorher denken können. Wer einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg führt, kann gar nicht genug Druck kriegen.

    so couragiert ist, die richtigen Begriffe zuzulassen.
    Ja, es war ein klarer Fall von Mord.
    Und gut, dass der Krie..., äh, "Verteidigungs"minister unter Druck gerät.
    Hätte er sich ja vorher denken können. Wer einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg führt, kann gar nicht genug Druck kriegen.

  5. Hab ich auch.

    Was und wie schnell zu Guttenberg zu dem wurde was er ist, hat er nicht zuletzt seiner Herkunft zu verdanken.
    Ich will das nicht einmal negativ bewerten, denn als Adelsspross aufzuwachsen bedeutet schon früh eine harte Erziehung. Ist also keine einfache Kindheit.
    Es muss aber auch die hypothetische Frage gestattet sein, ob er die gleiche Karriere gemacht hätte, als Kind eines Fleißbandarbeiters bei Opel?
    Wie auch immer, es gibt zwei Dinge, die man über Bord werfen muss, wenn man in der Politik Karriere machen will. Das Gewissen und Prinzipien.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service