Krise Das deutsche Vorbild
Erstmals könnte eine Wirtschaftskrise am hiesigen Arbeitsmarkt weniger Spuren hinterlassen als in den USA.
© Mario Tama/Getty Images

Massenarbeitslosigkeit in den USA: Solche Bilder gibt es aus Deutschland kaum
Es ist nicht lange her, da fluchte Paul Krugman, Nobelpreisträger und einer der prominentesten Ökonomen des Planeten, lauthals über die Deutschen. Durch ihre "Kompromisslosigkeit" und "Holzköpfigkeit" würden sie den Abschwung noch verschlimmern. Die Deutschen würden sich weigern, große Konjunkturprogramme aufzulegen. Dadurch werde die globale Krise verschärft.
Heute, ein Jahr später, ruft derselbe Paul Krugman dazu auf, von den Deutschen zu lernen. Er spricht von "Deutschlands Job-Wunder", einem Wunder, das man in den USA gar nicht richtig zur Kenntnis genommen habe, das aber "real" sei, "bemerkenswert" und die Frage aufwerfe, ob Amerika im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit richtigliege. Die Deutschen hätten Kündigungsschutz und Kurzarbeit, erklärt der Professor aus Princeton – davon solle sich Amerika etwas abschauen.
Der Grund für diesen Rat sind die völlig unterschiedlichen Krisenerfahrungen, die die Länder derzeit machen: Während ein Jahr Rezession die Zahl der Beschäftigten in Deutschland gerade mal um 0,4 Prozent sinken ließ und nur etwa 200.000 Menschen arbeitslos wurden, brachte der Konjunktursturz in Amerika mehr als acht Millionen um ihren Lebensunterhalt. Die US-Arbeitslosenquote verdoppelte sich auf über zehn Prozent, den höchsten Wert seit einem Vierteljahrhundert – und Monat für Monat gehen weitere 100.000 Jobs verloren. Zwar wächst auch in Amerika inzwischen wieder das Bruttoinlandsprodukt, doch davon spüren die meisten Bürger nichts. Stattdessen sorgen sie sich um das Geld für ihre Wohnung oder die Krankenversicherung, sollten sie zum Opfer einer Entlassungswelle werden.
Die Unruhe ist so groß, dass Präsident Barack Obama in dieser Woche 130 Gäste zu einem Job-Gipfel nach Washington eingeladen hat. Mit den Chefs von Boeing, Google und Disney, mit Ökonomen, Gewerkschaftern und Bürgermeistern will er überlegen, wie sich mehr Arbeitsplätze schaffen lassen. Auch Paul Krugman wird dabei sein. Er sagt, bisher habe die US-Politik immer nur auf das Wachstum gezielt, doch jetzt sei Beschäftigungspolitik nötig – so wie sie in Deutschland praktiziert werde.
Kann es tatsächlich sein, dass die Bundesrepublik besser durch die Krise kommt als die Vereinigten Staaten? Dass sie besser gerüstet ist als die einst wegen ihrer Wachstumsstärke hochgelobte US-Wirtschaft? Es wäre ein Novum. Bisher fanden die Amerikaner besser aus jeder Krise. Doch vieles deutet darauf hin: Diesmal könnte es anders laufen.
Auf den ersten Blick scheinen Washington und Berlin ganz ähnlich auf den Einbruch der Wirtschaft reagiert zu haben. Sehen Sie in der Grafik, wie beide Wirtschaften schrumpften. Diesseits wie jenseits des Atlantiks gaben die Regierungen unvorstellbare Summen aus, um die Konjunktur zu stabilisieren, um Banken vor dem Untergang zu retten und Teile ihrer Industrie zu stützen; hüben wie drüben senkten Notenbanker die Zinsen und drückten zusätzliches Geld in den Wirtschaftskreislauf.
In Amerika senken die Firmen die Kosten so radikal wie nie
Doch in einem Punkt unterscheiden sich die Strategien fundamental: In Amerika senken die Firmen ihre Kosten so radikal wie kaum jemals zuvor. Sie kürzen die Löhne und bauen massiv Stellen ab, ja sie verkleinern ihre Belegschaften sogar noch stärker als ihre Produktion. Das heißt, sie stellen zehn Prozent weniger Autos her oder zehn Prozent weniger Stahlträger – sparen bei den Löhnen aber 20 Prozent ein. Unsere Grafik zeigt, wie hoch der Stellenabbau in den USA war. Das Ergebnis sind sinkende Lohnstückkosten. "So stark wie jetzt sind sie noch nie seit Beginn der Statistik zurückgegangen", sagt Harm Bandholz, US-Experte der UniCredit-Bank, "das heißt seit 1948!" Das verdeutlicht diese Grafik.
In Deutschland passiert derweil das krasse Gegenteil: Die Lohnstückkosten gehen nicht zurück, sie steigen rasant an. Auch hier müssen viele Fabriken ihre Produktion herunterfahren – aber sie entlassen kaum Arbeiter. Ihre Lohnkosten bleiben also hoch, obwohl sie weniger herstellen. Der Staat bezahlt zwar Kurzarbeitergeld. Doch ein erheblicher Teil der Kosten bleibt an den Firmen selbst hängen. Rund fünf Milliarden Euro geben sie nach Berechnung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in diesem Jahr für Personal aus, das sie eigentlich nicht brauchen. Deutsche Unternehmen horten Arbeitskräfte. Sie setzen statt auf hire and fire auf hire and hold.
Die kurzfristigen Folgen dieser völlig konträren Strategien zeigen sich am Arbeitsmarkt: im geringen Anstieg der Erwerbslosenzahl hierzulande und in den immer länger werdenden Schlangen Stellensuchender in den USA. Eine Grafik veranschaulicht den Anstieg der Arbeitslosenzahlen in Amerika. Aber wird das so bleiben? In der Vergangenheit profitierte Amerika von seiner Tradition des Heuerns und Feuerns. Während einer Rezession rauschte die Arbeitslosenzahl steil nach oben, sauste danach aber genauso schnell wieder herunter. In Deutschland gingen die Jobs dagegen langsamer verloren, kehrten aber nie wieder in alter Zahl zurück. Nach jedem Konjunkturzyklus blieben mehr Menschen ohne Stelle übrig – die Sockelarbeitslosigkeit wuchs. Wie viele Langzeitarbeitslose es in Amerika gibt, zeigt folgende Grafik.
In Deutschland ist die Arbeitslosigkeit ungewöhnlich niedrig geblieben
Die übliche Begründung der Ökonomen für diese Muster lautet: Amerikanische Unternehmer haben es leichter, unrentable Betriebe zu schließen, und können Kraft und Kapital eher in neue Geschäftszweige stecken. Auch die Arbeitslosen strömten schneller in Zukunftsbranchen – statt lange auf die Rückkehr ihrer alten Stellen zu warten. Im Vergleich dazu fördere das deutsche System mit Kündigungsschutz, Kurzarbeitergeld und großzügiger Arbeitslosenunterstützung vor allem eines: das Beharren.
Wenn sich die Geschichte wiederholt, dann wird Amerika auch dieses Mal heftiger durchgeschüttelt, steht am Ende aber mit vielen neuen Jobs erstaunlich gut da. Nur – die Lage heute entspricht schon nicht mehr den alten Mustern. Vier Indizien aus den USA: In diesem Abschwung verloren mehr Amerikaner ihren Job als in den letzten sechs Rezessionen davor. Rechnet man auch diejenigen mit, die nur noch stundenweise eine Beschäftigung finden oder die Stellensuche aufgegeben haben, beträgt die Arbeitslosenquote nicht 10, sondern 18 Prozent – das ist der höchste Wert, seit das US-Arbeitsministerium diese erweiterte Statistik anbietet. Noch nie seit dem Zweiten Weltkrieg waren außerdem so viele Amerikaner nicht nur kurz, sondern länger als ein halbes Jahr arbeitslos. Dabei erwarten selbst Optimisten, dass noch ein längerer Stellenmangel bevorsteht. Und: Ganz so schnell wie einst kamen die Jobs schon in den beiden jüngsten Rezessionen nicht zurück. Nach dem Ende des New-Economy-Booms im Jahr 2000 dauerte es sechs Jahre, bis die Arbeitslosenquote annähernd auf den alten Stand gesunken war.
Hinweise, dass etwas anders läuft, gibt es auch in Deutschland. Nur mit umgekehrtem Vorzeichen. Eigentlich müssten sich die Chefs hierzulande heute leichter tun, Personal abzubauen, schließlich gibt es mehr befristete Verträge und Leiharbeitnehmer. Insofern ist der Arbeitsmarkt amerikanischer geworden. Doch statt schneller rollt die Entlassungswelle jetzt langsamer. Während aller früheren Abschwungphasen stieg die Arbeitslosenquote innerhalb der ersten drei Monate, diesmal dauerte es von Frühjahr 2008 an fast ein Jahr, bis die Kurve auch nur zuckte. Kurzarbeit erklärt diese Entschleunigung nicht, sie wurde früher schon millionenfach genutzt. Und: Der vormals feste Sockel an Arbeitslosen bröckelte im vergangenen Aufschwung schon, er scheint nicht mehr automatisch größer zu werden. "Im Vergleich zu früheren Rezessionen", wundern sich daher Experten der OECD, "ist die Arbeitslosigkeit in Deutschland ungewöhnlich niedrig."
Weltweit stolpern Fachleute derzeit über verblüffende Zahlen. Denn in vielen anderen Ländern steigt die Arbeitslosigkeit nicht so stark, wie es die Schwere der Krise eigentlich erwarten ließe. Auch in Japan, Italien oder den Niederlanden schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt drastisch, doch das kostete relativ wenige Stellen. Konjunkturforscher der Bundesbank haben eine Erklärung gesucht – sind es Programme wie die Kurzarbeit, ist es der Kündigungsschutz? –, doch eine einfache Antwort haben sie nicht gefunden. Es wirken in den jeweiligen Ländern erstaunlich viele Faktoren zusammen.
Der wichtigste: Die Krise trifft unterschiedliche Teile der Volkswirtschaften. In den USA hat sie, ähnlich wie in Spanien oder Großbritannien, praktisch alle Branchen erfasst. Vom Computerspielproduzenten bis zum Landmaschinenhersteller, vom Bau bis zum Einzelhandel – überall sind die Umsätze eingebrochen. Allein in Amerikas Läden und Einkaufszentren gingen eine Million Jobs verloren. In Deutschland dagegen konzentriert sich der Absturz immer noch auf die Exportindustrie. Die hat aber trotz Nachfragerückgang an einem Großteil ihres Personals festgehalten – so gelang es, ein Übergreifen der Krise auf andere Sektoren zu verhindern.
Dass das bisher möglich war, liegt nicht nur am Kurzarbeitergeld, sondern auch an der Exportbranche selbst. Sie braucht mehr als jede andere ihre Fachkräfte, sie hat Mechanismen entwickelt, um Konjunkturschwankungen ohne Entlassungen durchzustehen – Arbeitszeitkonten sicherten laut einer Befragung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts in Düsseldorf in dieser Rezession mehr Jobs als die Kurzarbeit. Und diese Branche verdiente in den vergangenen Jahren so gut, dass sie eine Durststrecke auch finanzieren kann. Dazu kommt das Kurzarbeitergeld. "Hätten wir eine Baukrise wie in den USA oder Spanien", meint Roland Döhrn, Konjunkturexperte des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI), "wären trotz allem auch bei uns viel mehr Stellen gestrichen worden."
"Unsere Wirtschaft ist intakt. Die Probleme der USA sind gravierender"
Auf Dauer werden die Unternehmen nicht alle Stellen halten können. Aber kein Experte glaubt mehr an die Horrorszenarien, die vor einigen Monaten noch kursierten. "Deutschland könnte sogar vorbildlich durch diesen Abschwung kommen", meint Joachim Möller, Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. "Die Strategie, Arbeitskräfte in den Betrieben zu halten, ist in der aktuellen Konjunkturkrise richtig. Es sieht so aus, dass wir nur in Teilmärkten eine tiefere, strukturelle Krise erleben."
Selbst die gestiegenen Lohnstückkosten, die Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit verringern, betrachten viele Ökonomen nicht als Warnsignal. US-Experte Bandholz: "Man muss das im Zusammenhang sehen – in Deutschland sind diese Kosten über Jahre kaum gestiegen. Wenn die Amerikaner jetzt ihre Betriebe umstrukturieren und Kosten senken, holen sie im Grunde nur nach, was wir nach 2000 schon gemacht haben."
Auch RWI-Experte Döhrn sieht Deutschland in einer vergleichsweise guten Position: "Im Kern ist unsere Wirtschaft ja intakt, wir haben keine Immobilienblase und keine Baukrise, die Haushalte sind nicht überschuldet, und viele Unternehmen stehen gut da, selbst wenn jetzt die eine oder andere Exportstrategie nicht mehr aufgeht." Die Probleme in den USA seien viel gravierender.
Dort wird die Arbeitslosigkeit immer mehr zur Belastung für die Konjunktur. Die Sozialsysteme sind darauf ausgerichtet, kurzfristige Einkommensausfälle zu überbrücken. Obwohl die Arbeitslosenunterstützung, die normalerweise auf sechs Monate begrenzt ist, mehrmals verlängert wurde, werden bis Januar eine Million Amerikaner ihren Anspruch ausgeschöpft haben. Die Zahl der US-Bürger, die sich für zahlungsunfähig erklären, ist seit 2008 um 30 Prozent gestiegen. Hypothekenbanken melden die höchste Zahl an Zwangsversteigerungen seit Einführung der Statistik. "Diese zweite Welle hat die Arbeitslosigkeit ausgelöst, sie könnte eine konjunkturelle Abwärtsspirale in Gang bringen", warnt Heidi Shierholz vom Washingtoner Wirtschaftsforschungsinstitut EPI.
Auch die Notenbank Fed sieht im schwachen Arbeitsmarkt eines der größten Konjunkturrisiken. In einer Sitzung der Geldpolitiker warnten Teilnehmer zuletzt vor einem Aufschwung, der kaum Jobs bringt. Die Fed schätzt, dass die Arbeitslosenquote im Jahr 2012 noch sieben bis acht Prozent beträgt. Shierholz erwartet acht Prozent bis 2014. "Und das ist ein Wert, wie wir ihn sonst nur bei einer schweren Rezession erleben."
- Datum 03.12.2009 - 15:07 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 03.12.2009 Nr. 50
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Dieser Artikel ist heute der beste Witz, der mir - seit 5 Jahren in U.S.A. ansässig - bis jetzt untergekommen ist. Mir tut vor Lachen alles weh. Für wie blöd haltet Ihr uns? In Toitschlant ist SCHON LANGE jobmäßig aber gar nichts mehr los, ich bin hierher nach Amiland abgehauen, mit über 15 Jahren Erfahrung als IT-Experte, internationaler Projekterfahrung, mehrere Fremdsprachen beherrschend, weil mich in Toitschland einfach niemand mehr anstellen wollte (zu alt - überqualifiziert - unterqualifiziert - unüblicher LL - dies paßt nicht, das paßt nicht ...). Hier in USA konnte ich mir SOFORT aus mehreren Jobangeboten das beste heraussuchen, habe den Job weiterhin, und es geht steil nach oben. Klar gibt es hier derzeit eine Jobkrise, aber wie lange gibt es die bereits schon bei Euch? 10, 15, 20 Jahre? Wieviel Millionen Jobs sind bei EUCH während dieser Zeit vernichtet worden? Bleibt mal auf dem Teppich. Hier kann in der Regel jeder mal vorübergehend einen Aushilfsjob ergattern, um über die Runden zu kommen, bis die Konjunktur wieder besser wird, und man wieder was Richtiges findet. Versuch das mal in D - Fehlanzeige. Da kommt man an den HARTZ-Tropf und degeneriert zum Langzeitinvaliden. D als Vorbild? Haaahaaahaaaaa, brüll, Lachtränen wegwisch.
Es macht hier eher den Anschein, als liege die Problematik Ihrer erfolglosen Arbeitssuche an fehlender sprachlicher Kompetenz. Die infantile Sprachwahl ihres Kommentars zu dem Artikel legt dies nahe. Da ist natürlich der Ausweg ein Land zu wählen, welches sich einer stark vereinfachten Sprache bedient, sicherlich vorzugswürdig.
Aber auch Ihre Schlussfolgerung, dass der dt. Arbeitsmarkt dem amerikanischen hinterherhinken würde zeigt, dass Sie anscheinend von dem realen System der beiden Arbeitsmärkte keine Kenntnis besitzen. So wäre Ihnen durchaus aufgefallen, dass der dt. Arbeitsmarkt gerade ein sehr dynamisches Werkzeug zu Hand hat, um krisengefährdete Tätigkeiten durch Kurzzeitarbeit dem Arbeitsmarkt zu erhalten.
Ihr fehlendes Vermögen sich auf die reale Welt einstellen zu können und die Strukturen wahrzunehmen bedingt wohl zwangsläufig die Erfolgschancen bez. einer hiesigen Arbeitssuche in negativer Art und Weise.
Der Jobmarkt in Deutschland ist einfach nur ein Witz, Zettelgeilheit dominiert, wer nicht den perfekten Lebenslauf hat, oder nicht den richtigen Schein, oder ein Jahr zu alt/jung ist, der hat keine Chancen.
Ausgewandert vor vier Jahren (in die Niederlande) und sofort bekam ich auch mit zuerst schlechten Sprachkenntnissen Vorstellungsgespraeche um dann nach drei Monaten Suche eine schoene Stelle zu bekommen, die noch stets ausfuelle. Uebrigens mit einem Gehalt, dass in Deutschland unmoeglich waere fuer diese Position. Vom inzwischen deutlich besseren Sozialnetz mal abgesehen (2. beste Krankenversicherung Europas (beste ist Oesterreich) und bestes Rentenversicherungssystem).
Sorry, der Jobmarkt in D frustriert einfach nur und schiebt viele Leute, die besseres verdient haetten aufs Abstellgleis.
Es macht hier eher den Anschein, als liege die Problematik Ihrer erfolglosen Arbeitssuche an fehlender sprachlicher Kompetenz. Die infantile Sprachwahl ihres Kommentars zu dem Artikel legt dies nahe. Da ist natürlich der Ausweg ein Land zu wählen, welches sich einer stark vereinfachten Sprache bedient, sicherlich vorzugswürdig.
Aber auch Ihre Schlussfolgerung, dass der dt. Arbeitsmarkt dem amerikanischen hinterherhinken würde zeigt, dass Sie anscheinend von dem realen System der beiden Arbeitsmärkte keine Kenntnis besitzen. So wäre Ihnen durchaus aufgefallen, dass der dt. Arbeitsmarkt gerade ein sehr dynamisches Werkzeug zu Hand hat, um krisengefährdete Tätigkeiten durch Kurzzeitarbeit dem Arbeitsmarkt zu erhalten.
Ihr fehlendes Vermögen sich auf die reale Welt einstellen zu können und die Strukturen wahrzunehmen bedingt wohl zwangsläufig die Erfolgschancen bez. einer hiesigen Arbeitssuche in negativer Art und Weise.
Der Jobmarkt in Deutschland ist einfach nur ein Witz, Zettelgeilheit dominiert, wer nicht den perfekten Lebenslauf hat, oder nicht den richtigen Schein, oder ein Jahr zu alt/jung ist, der hat keine Chancen.
Ausgewandert vor vier Jahren (in die Niederlande) und sofort bekam ich auch mit zuerst schlechten Sprachkenntnissen Vorstellungsgespraeche um dann nach drei Monaten Suche eine schoene Stelle zu bekommen, die noch stets ausfuelle. Uebrigens mit einem Gehalt, dass in Deutschland unmoeglich waere fuer diese Position. Vom inzwischen deutlich besseren Sozialnetz mal abgesehen (2. beste Krankenversicherung Europas (beste ist Oesterreich) und bestes Rentenversicherungssystem).
Sorry, der Jobmarkt in D frustriert einfach nur und schiebt viele Leute, die besseres verdient haetten aufs Abstellgleis.
Es macht hier eher den Anschein, als liege die Problematik Ihrer erfolglosen Arbeitssuche an fehlender sprachlicher Kompetenz. Die infantile Sprachwahl ihres Kommentars zu dem Artikel legt dies nahe. Da ist natürlich der Ausweg ein Land zu wählen, welches sich einer stark vereinfachten Sprache bedient, sicherlich vorzugswürdig.
Aber auch Ihre Schlussfolgerung, dass der dt. Arbeitsmarkt dem amerikanischen hinterherhinken würde zeigt, dass Sie anscheinend von dem realen System der beiden Arbeitsmärkte keine Kenntnis besitzen. So wäre Ihnen durchaus aufgefallen, dass der dt. Arbeitsmarkt gerade ein sehr dynamisches Werkzeug zu Hand hat, um krisengefährdete Tätigkeiten durch Kurzzeitarbeit dem Arbeitsmarkt zu erhalten.
Ihr fehlendes Vermögen sich auf die reale Welt einstellen zu können und die Strukturen wahrzunehmen bedingt wohl zwangsläufig die Erfolgschancen bez. einer hiesigen Arbeitssuche in negativer Art und Weise.
... mal optimistische Artikel lese, letztlich wird es so sein, wie es die letzten Jahrzehnte immer war. Der Trend kommt in Deutschland einfach später an, weil hier die Dämpfer am wirken sind, die der Artikel beschreibt.
Wenn den USA noch bittere Jahre bevorstehen, so stehen uns bittere Jahre plus eins bevor. Das war die bisherige Regel. Wenn Amerika tatsächlich in die Abwärtsspirale eintritt, wie der Artikel es andeutet, gehen in der deutschen in Winterschlaf liegenden Exportwirtschaft ebenfalls die Lichter aus, sobald Frau Merkel beschließt das Kurzarbeitergeld doch mal auslaufen zu lassen, und die Bankkredite an Firmen ohne Aufträge auch versiegen.
Die Schulden, die bis dahin aufgelaufen sein werden, weil man an einer Exportwirtschaft festhalten wollte, werden über Jahrzehnte die Investitionsfähigkeit Deutschlands belasten.
...immer sehr schwer zu sagen, was wirklich Sache ist. Und sicher verzögert die Kurzarbeitsreglung den sofortigen Arbeitsplatzabbau. So könnten und sollten die Amerikamer darüber nachdenken, wie man das Instrument einsetzen mag. Wenn es das sit, was die Amerikaner von den Deutschen lernen können: Gut.
Aber das hiesig typische Muster des Deutschlandjubels und der Abgrenzung gegenüber dem schlechten Amerika durch Medien und Politiker ist ganz traurig. Auch scheint es wie die Mähr vom deutschen Sozialstaat und dem tollen Generationenvertrag eine Verfälschung der Realität. Das beruhigt zwar die Simpel, aber: Bitte!
Schließlich waren die Arbeitslosenzahlen in Deutschland über Jahre hinweg um viele Prozentpunkte höher als in den USA. Nun liegen die Amerikaner seit Kurzen ein wenig höher als hier. Da ist es eigentlich etwas früh das deutsche System zu loben. Die Kosten minderen Wachstums und im Vergleich riesiger Arbeitlosigkeit waren horrende. Dass man nun weniger gefallen ist, ist lediglich weil man in einem Loch wohnte.
...immer sehr schwer zu sagen, was wirklich Sache ist. Und sicher verzögert die Kurzarbeitsreglung den sofortigen Arbeitsplatzabbau. So könnten und sollten die Amerikamer darüber nachdenken, wie man das Instrument einsetzen mag. Wenn es das sit, was die Amerikaner von den Deutschen lernen können: Gut.
Aber das hiesig typische Muster des Deutschlandjubels und der Abgrenzung gegenüber dem schlechten Amerika durch Medien und Politiker ist ganz traurig. Auch scheint es wie die Mähr vom deutschen Sozialstaat und dem tollen Generationenvertrag eine Verfälschung der Realität. Das beruhigt zwar die Simpel, aber: Bitte!
Schließlich waren die Arbeitslosenzahlen in Deutschland über Jahre hinweg um viele Prozentpunkte höher als in den USA. Nun liegen die Amerikaner seit Kurzen ein wenig höher als hier. Da ist es eigentlich etwas früh das deutsche System zu loben. Die Kosten minderen Wachstums und im Vergleich riesiger Arbeitlosigkeit waren horrende. Dass man nun weniger gefallen ist, ist lediglich weil man in einem Loch wohnte.
Niemand in den USA wird wohl ernsthaft ueberlegen, sich den rigiden, ueberregulierten und ineffizienten deutschen Arbeitsmarkt zum Vorbild zu nehmen.
Ist der Artikel vor der industriellen Revolution geschrieben worden? Deutschland ist eine Dienstleistungsgesellschaft geworden, die Industrie oder Landwirtschaft stellen nur noch einen Bruchteil des Arbeitsmarktes dar. Und gerade im Dienstleistungsbereich sind tausende von Arbeitsplätzen für immer verschwunden.
Wen interessieren denn noch die Lohnstückkosten? Wieviele Leute hat Siemens, Telekom, Reader's Digest, Zeitungen, Chemiebranche etc entlassen? Die Deutsche Industrie hatte im September 2009 rund 233.000 Beschäftigte weniger als im Vorjahr ...
Ja! Deutschland ist ein gutes Vorbild!
...immer sehr schwer zu sagen, was wirklich Sache ist. Und sicher verzögert die Kurzarbeitsreglung den sofortigen Arbeitsplatzabbau. So könnten und sollten die Amerikamer darüber nachdenken, wie man das Instrument einsetzen mag. Wenn es das sit, was die Amerikaner von den Deutschen lernen können: Gut.
Aber das hiesig typische Muster des Deutschlandjubels und der Abgrenzung gegenüber dem schlechten Amerika durch Medien und Politiker ist ganz traurig. Auch scheint es wie die Mähr vom deutschen Sozialstaat und dem tollen Generationenvertrag eine Verfälschung der Realität. Das beruhigt zwar die Simpel, aber: Bitte!
Schließlich waren die Arbeitslosenzahlen in Deutschland über Jahre hinweg um viele Prozentpunkte höher als in den USA. Nun liegen die Amerikaner seit Kurzen ein wenig höher als hier. Da ist es eigentlich etwas früh das deutsche System zu loben. Die Kosten minderen Wachstums und im Vergleich riesiger Arbeitlosigkeit waren horrende. Dass man nun weniger gefallen ist, ist lediglich weil man in einem Loch wohnte.
...schnell beguckt und stelle fest, dass die verwendete Grafik im Artikel entweder bewußt irreführend oder nur zum Vergleich kuzfristiger Instrumentewirkung in der Krise gewählt wurden. So ist die Indexierung der Arbeitslosigkeit auf das Jahr 2006 irreführend, da in Deutschland zu der Zeit 9.8% während in den USA lediglich 4.7% Arbeitslos waren. So stieg die Zahl in den USA von einem niedrigen Wert schnell und in Deutschland von einem sehr hohen Wert langsamer.
http://research.stlouisfe...
http://www.indexmundi.com...
Statistiken dürfen so einfach nicht verwendet werden.
Sorry, aber da liegt wohl ein Missverständnis vor: Die Grafik zur Arbeitslosigkeit (Link unten), die im Text ist, stellt genau das dar, was Sie beschreiben. Diese Grafik ist auch keineswegs indexiert - man sieht schlicht die Entwicklung der Arbeitslosenquote (nach Eurostat-Berechnung) in den beiden Ländern im Vergleich.
Sie haben sich wahrscheinlich an der Grafik zur Zahl der Erwerbstätigen gestört. Die muss man aber indexieren (weil die Zahlen bei zwei so unterschiedlich großen Ländern extrem weit auseinanderliegen).
Kolja Rudzio
http://zeus.zeit.de/wirts...
Sorry, aber da liegt wohl ein Missverständnis vor: Die Grafik zur Arbeitslosigkeit (Link unten), die im Text ist, stellt genau das dar, was Sie beschreiben. Diese Grafik ist auch keineswegs indexiert - man sieht schlicht die Entwicklung der Arbeitslosenquote (nach Eurostat-Berechnung) in den beiden Ländern im Vergleich.
Sie haben sich wahrscheinlich an der Grafik zur Zahl der Erwerbstätigen gestört. Die muss man aber indexieren (weil die Zahlen bei zwei so unterschiedlich großen Ländern extrem weit auseinanderliegen).
Kolja Rudzio
http://zeus.zeit.de/wirts...
Sorry, aber da liegt wohl ein Missverständnis vor: Die Grafik zur Arbeitslosigkeit (Link unten), die im Text ist, stellt genau das dar, was Sie beschreiben. Diese Grafik ist auch keineswegs indexiert - man sieht schlicht die Entwicklung der Arbeitslosenquote (nach Eurostat-Berechnung) in den beiden Ländern im Vergleich.
Sie haben sich wahrscheinlich an der Grafik zur Zahl der Erwerbstätigen gestört. Die muss man aber indexieren (weil die Zahlen bei zwei so unterschiedlich großen Ländern extrem weit auseinanderliegen).
Kolja Rudzio
http://zeus.zeit.de/wirts...
...der Erwerbstätigen oben angesehen. Sie haben natürlich Recht, dass die Arbeitlosengraphik nicht indexiert ist. Ich hätte also spezivischer sein müssen. Dennoch ist der Tenor richtig. Die Entwicklung der Arbeitlosen ist in der Krise weniger stark in Deutschland als in den USA. Die jetzt in den USA schlechteren Werte stehen jedoch einer langen Reihe höherer Arbetslosenzahlen in Deutschland gegenüber. So könnte man ableiten, dass die deutsche Gesamtordnung des Arbeitsumfelds höhere Arbeitslosigkeit in normalen Zeiten erzeugt, während das Instrument der Kurzarbeitssubventionen in Krisenzeiten ein Ansteigen der Arbeitslosigkeit verlangsamt und unter günstigen Umständen verhindert.
So sollten die USA dieses Instrument ansehen und darauf achten, dass sie die Instrumente vermeiden, die die hohe Standardarbeitslosigkeit im Deutschland der letzten 10 Jahre. Dies ist allerdings keine triviale Aufgabe, da Sondersituationen wie Einigung und vor allem der Eintritt in den Euro gravierend waren.
...der Erwerbstätigen oben angesehen. Sie haben natürlich Recht, dass die Arbeitlosengraphik nicht indexiert ist. Ich hätte also spezivischer sein müssen. Dennoch ist der Tenor richtig. Die Entwicklung der Arbeitlosen ist in der Krise weniger stark in Deutschland als in den USA. Die jetzt in den USA schlechteren Werte stehen jedoch einer langen Reihe höherer Arbetslosenzahlen in Deutschland gegenüber. So könnte man ableiten, dass die deutsche Gesamtordnung des Arbeitsumfelds höhere Arbeitslosigkeit in normalen Zeiten erzeugt, während das Instrument der Kurzarbeitssubventionen in Krisenzeiten ein Ansteigen der Arbeitslosigkeit verlangsamt und unter günstigen Umständen verhindert.
So sollten die USA dieses Instrument ansehen und darauf achten, dass sie die Instrumente vermeiden, die die hohe Standardarbeitslosigkeit im Deutschland der letzten 10 Jahre. Dies ist allerdings keine triviale Aufgabe, da Sondersituationen wie Einigung und vor allem der Eintritt in den Euro gravierend waren.
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