Die Welt im Jahr 2050 Nach dem ÖlSeite 2/2
Leider sind wir, genau wie jede andere Art auf der Erde, konservativ: Wir ändern unser Verhalten erst, wenn es unbedingt notwendig wird. Der Lungenfisch hat nicht etwa deshalb Lungen entwickelt, weil er ein Landtier werden wollte, sondern um weiter als Fisch von Pfütze zu Pfütze zu gelangen. Und wir sind selbstsüchtig: Solange Energiesparen nicht gesetzlich vorgeschrieben ist, machen die meisten Menschen nicht mit. Wieso Opfer bringen, wenn andere es nicht tun? Das Fehlen gerechter und durchsetzbarer Energienutzungsvorschriften bestraft Menschen mit Gewissen und belohnt Gewissenlose. In der Wirtschaft erlauben es die Gesetze des Wettbewerbs, dass die meisten Unternehmen aus den vorhandenen Ressourcen ohne Rücksicht auf die Folgen den größtmöglichen Gewinn schöpfen. Warum sollten Menschen oder Institutionen sich anders verhalten, solange sie keinen klaren Nutzen erkennen?
Neben Bild eins und zwei gibt es noch Bild drei. In Bild drei bereiten sich einige Länder auf eine Zukunft mit weniger Öl vor, andere nicht. Es überrascht nicht, dass zu den Planern Länder ohne eigene Ölvorkommen oder eigenen Bedarf gehören. Island erzeugt seine Energie mit Erdwärme und wird kaum unter der Ölknappheit zu leiden haben. Deutschland und andere europäische Länder ohne Ölvorräte stellen sich in Windeseile um und bereiten sich auf stürmische Veränderungen vor.
Dann sind da die Öl produzierenden Länder. Ehemals arme und schnell reich gewordene Länder, die außer Öl keine Ressourcen besitzen, investieren den Reichtum aus dem Öl – von dem sie wissen, dass er keinen Bestand haben wird – in Technologien in der Hoffnung, dass sie funktionieren, wenn das Öl dereinst versiegt. Ländern mit Öl und zusätzlichen anderen Rohstoffvorräten fehlt dieser Weitblick jedoch. Er existiert allerdings in Form einer Pentagon-Studie aus dem Jahr 2003 mit dem Titel Szenario für einen abrupten Klimawandel und dessen Folgen für die nationale Sicherheit der USA. Darin steht: »Nationen mit den dafür vorhandenen Ressourcen bauen unter Umständen regelrechte Festungen um ihre Länder, um die Ressourcen für den Eigengebrauch zu schützen.« Das geschieht bereits: Die Mauern werden täglich höher und dicker.
Doch in den reichen Ländern mit mehreren Ressourcen mangelt es oft an der notwendigen, langfristigen staatlichen Planung für die Zeit nach dem Versiegen des Öls. Biokraftstoff ist größtenteils ein Irrweg: Die zu seiner Herstellung notwendige Ölmenge ist größer als der Ertrag. Einige Ölkonzerne untersuchen die Entwicklung anderer Energiequellen. Im Großen und Ganzen betreiben sie aber schlicht Lobbyarbeit gegen alles und jeden, der den Verbrauch und damit ihren Profit mindern könnte. Es herrscht Goldgräberstimmung. Das Öl ist das Gold, und kurzfristige Gewinne sind wichtiger als künftige, langfristige Probleme. Schleichender Irrsinn breitet sich aus, und wer den Goldrausch aufhalten will, gilt als Feind.
Mein Heimatland Kanada besitzt reiche Ölvorkommen. Ein Großteil befindet sich in den Athabasca-Ölsanden. Dort kann, wer über ausreichend Bares verfügt, eine Abbaulizenz erwerben, und dort wird viel CO₂ in die Atmosphäre gepustet – nicht nur bei der Nutzung von Öl als Endprodukt, sondern auch bei seiner Herstellung. Dafür werden zudem große Mengen Wasser benötigt, das aus dem von Gletschern gespeisten Athabasca-Fluss kommt. Aufgrund der Erderwärmung schmelzen die Gletscher allerdings rapide. Ohne Gletscher kein Wasser und damit kein Öl aus den Ölsanden. Vielleicht rettet uns unsere Unfähigkeit wenigstens ein Stück weit. Aber auf unserem Weg hinterlassen wir viel Zerstörung.
Unter den von Menschenhand errichteten Monumentalbauwerken hat das Projekt Athabasca-Ölsande inzwischen die Pyramiden als Pflichtziel verdrängt. Allerdings taugt es nicht unbedingt als Denkmal für unsere Unsterblichkeitshoffnungen. Es gab sogar eine geführte Tour dorthin: Im August organisierte sie der renommierte kanadische Veranstalter Butterfield and Robinson als Teil seiner Serie »Ziele in Gefahr«.
Ziele in Gefahr: erst die Ölsande, dann die Erde. Wenn wir nicht bald auf Bild eins hinwirken, bleibt uns nur eine Version von Bild zwei. Horten Sie Hundefutter – kann sein, dass Sie es brauchen.
Aus dem Englischen von Sabine Schmidt
- Datum 05.12.2009 - 19:01 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 03.12.2009 Nr. 50
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Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass der Autor die Menschen für etwas zu konservativ hält...
Die Ölpreise werden langfristig steigen (Angebot-Nachfrage-Regelung), einige Länder werden horten, andere abschotten (tut man ja heute schon), wieder andere sich umstellen in den Zeiten des Umbruchs. Doch der Umbruch kommt zu plötzlich im Artikel. Die böse zauberstanschwingende Fee gibt es nicht, und so ist der Mensch zwar gewinnorientiert und teils sehr egoistisch; notorisch bescheuert wird er dadurch nicht unbedingt.
Es werden durch Mangel Marktlücken entstehen, ohne Öl, nachhaltiger vielleicht. Anders auf jeden Fall. Es ist wie mit dem letzten Tag, dessen Datum immer und immer wieder nach hinten verschoben werden muss - irgendwas kommt immer dazwischen...
Das war auch mal eine Riesendiskussion bei Eigenheim besitzern. Und vermutlich hat man keine gebaut, weil man auf so einer Erde hätte gar nicht überleben können oder wollen. Phantasie II kann jeder entwickeln, der sich mit Menschen und ihrer Geschichte ein bißchen auskennt.
Alle Fakten, alles möglich, wem in ein oder zwei Jahren Hartz IV drohen könnte, sei angeraten ein paar Wertsachen zu kaufen, damit er seinen Lieben aus dem späteren Vekauf noch was zu Weihnachten schenken kann.
Es kommt immer drauf an, was man aus den Informationen und Szenarien folgert. Frau Atwood in diesem Sinne leider nichts Neues.
Es die ersten beiden Seznarien sind Extreme. Dennoch scheinen sie mit teilweise sehr realistisch zu sein. So könnte in Zunkunft Bild I wunderbar auf Island zutreffen, welches sich vom Öl losgesagt und all diese ökologischen Ideale umsetzen könnte.
Andere, ärmere Länder, beispielsweise der dritten Welt werden das Problem haben, dass die steigenden Importkosten für Öl immer weiter am Buget zehrt, sodass diese auch in Zunkunft nicht die Möglichkeit haben werden in neue,teure ölabhängige Technologien investieren zu können. Wird das Öl zu teuer wird es für diese Länder keins mehr geben und das möglicherweise ziemlich schlagartig, sodass hier Bild II eintreten könnte.
Ich denke es wird kein Entweder - Oder geben sondern Ökohimmel und -höle in allen Graustufen. Je nach "Entwicklungsstand" und Recourcenreichtum.
Bis jetzt ist die Endlichkeit des gegenwärtigen Lebenssaftes der Weltwirtschaft kaum in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt.
2050 ist in einem geologischem Zeitraum betrachtet in wenigen Millisekunden.Wen das Thema mehr interessiert der hat die Möglichkeit den Dokumentarfilm
"The Oil Crash"als DVD zu bekommen ,die Seite der ASPO Deutschland im Internet zu betrachten,die" Energie Watch Group"
der Ludwig Bölkow Stiftung auch im Internet zu besuchen,den Film vom NDR "Bis zum letzten Tropfen"
in der Mediathek des Senders online zu betrachten.Da ich als Kind
in der Zeit des kalten Krieges aufgewachsen bin sind mir Weltuntergangs Geschichten nicht neu.Es verging kaum ein Tag wo nicht das Ende der Welt durch den atomaren Erstschlag verkündet wurde.Die Frage ist nun aus meiner Sicht wirklich wieviel Zeit bleibt für eine Übergangslösung hin zu einer ökologischen Kreislaufwirtschaft.Eine Bedingung ist sicher das die Weltbevölkerung nicht weiter wächst.
In der Natur herrscht Gleichgewicht. Wenn eine Art zu viel ein Jahr sehr viel zu essen hat, vermehrt sie sich und die natürlichen Feinde dieser Art habe plötzlich auch mehr zu essen und vermehren sich auch, solange bis einer der beiden Arten weniger zu essen haben. Wir essen im Augenblich im wahrsten Sinne des Wortes Öl, indem wir Dünger herstellen, indem wir Pestizide herstellen, zur Bewaesserung, Transport etc., und können uns dadurch vermehren und zwar solange, solange wir diese Nahrung haben. Wenn diese zur Neige geht, werden wird unsere Zahl auch sinken, ob uns das gefaellt oder nicht. Die gute Nachricht, es wird nicht plötzlich geschehen, die schlechte, sobald die Nachfrage an Öl höher ist als das Angebot, werden alle Preise enorm steigen, zwei oder gar dreistellige Inflationsraten sind zu erwarten. Auch hier werden Naturgesetze gültig. Alles in der Natur geschieht mit dem geringsten Energieaufwand. Ein Raubtier zieht eine verwundete Beute vor, wenn es die Wahl hat. Das heisst auf Deutsch, Menschen die Nahrung haben werden von anderen die es nicht haben geplündert. Es gibt noch ein anderes Gesetz(3), nur die Arten die sich der neuen Situation anpassen überleben, waehrend Arten die das nicht könner austerben. Das wiederum wird für Laender gelten, Laender, die jetzt schon für die sehr bald kommenden schlechten Zeiten etwas unternehmen, werden weiterleben, waehrend andere Probleme haben werden. Wenn diese Laender auch Waffen haben, dann gilt Gesetz (3) für die Menschheit.
... als das Angebot. Bei steigender Nachfrage steigt auch der Preis; das senkt die Nachfrage. Irgendwann ist der Preis so hoch, dass sich Alternativen wie die Kohleverflüssigung mit Atomstrom lohnen.
Gehen in einigen Jahrhunderten dann auch die großen Kohlevorräte zur Neige, steigt der Ölpreis weiter und die Menschen greifen zu billigeren Alternativen.
Mit großen Menge Atomstrom können mehrstöckige Agrarfabriken errichtet werden. Dort wird auf kleinem Raum Ackerbau und Viehzucht mit hohem Automatisierungsgrad betrieben werden. Die Uranvorräte der Erde reichen mehrere zehntausend Jahre.
... als das Angebot. Bei steigender Nachfrage steigt auch der Preis; das senkt die Nachfrage. Irgendwann ist der Preis so hoch, dass sich Alternativen wie die Kohleverflüssigung mit Atomstrom lohnen.
Gehen in einigen Jahrhunderten dann auch die großen Kohlevorräte zur Neige, steigt der Ölpreis weiter und die Menschen greifen zu billigeren Alternativen.
Mit großen Menge Atomstrom können mehrstöckige Agrarfabriken errichtet werden. Dort wird auf kleinem Raum Ackerbau und Viehzucht mit hohem Automatisierungsgrad betrieben werden. Die Uranvorräte der Erde reichen mehrere zehntausend Jahre.
Jeder Einzelne kann sein Beitrag leisten um Bild 2 zu verhindern. Das Problem ist das Öl, deshalb liegt auch die Lösung im Ölkonsum. Es gibt kein Schicksal. Jeder Einzelne kann Etwas tun um den den Zeitpunkt zu verschieben bei dem die Nachfrage nach Öl dem Angebot übersteigt (P1). Bei jedem P1 wird eine Ökonomische Krise ausgelöst, die Erste hat die Menschheit hinter sich obwohl 1 Million Barrel mehr an Angebot vorherrschte. Jetzt gibt es 4 Millionen Barrel im Überfluss, vorübergehend. Das ist die Gelegenheit um den naechsten P1 zu verschieben. Was kann jeder Einzelne tun ?
1) Jeder kann und sollte seine Wohnung isolieren, solange die Ölpreise noch relativ günstig sind. Denn der Preis der Isolation haengt ebenfalls vom Ölpreis ab.
2) Jeder der ein eigenes Haus hat kann und sollte (nach der Isolation, was günstiger ist) seine Heizmethode überdenken. Öl sollte das letzte sein, womit man heizt. Erdgas das zweitletzte, Kohle ist relativ im Übermass vorhanden aber auch nicht unendlich. Zwei Lösungen sollte man bevorzugen: a) Erdwaerme (sprich Waermepumpe)
b) Heizen mit Solarwasser. (Solar thermal)
3) Im Augenblick sind Solarzellen hochgünstig, weil das Angebot an Zellen höher ist als die Nachfrage. Bald (2010-2011) wird das nicht mehr der Fall sein. Deshalb sollt jeder der das Geld dazu, Einiges an Solarzellen an seinem Dach bauen. Er kann seinen Kühlschrank damit betreiben, oder seine Waermepumpe.
Durch diese Massnahmen kann man Arbeitsplaetze schaffen und P1 verschieben.
4) Jeder der ein Kühlschrank, eine Waschmaschine etc. kauft sollte auf die Energieklasse achten. Meistens sind A Geraete teurer, aber diese Extra-investition rentiert sich. Nach 2 Jahren beginnt man Gewinn zu machen. Für Waschmaschinen sollte man auch auf den Energiekonsum (kWh) pro gewaschene Ladung (kg) achten. Jetzt in der Zeit der Rezession sollte man diese Geraete kaufen, nicht wenn die Rezession (vorrübergehend) vorrüber ist.
5) Eines der wichtigsten Konsumenten für Öl sind Fahrzeuge. Wer ein Auto kauft sollte wenn möglich ein Hybridauto kaufen. Diese verbrauchen im Allgemeinem 30% weniger Kraftstoff. Wer keinen neuen Fahrzeug kauft kann die Gelegenheit wahrnehmen seinen Wagen auf Erdgas umzurüsten. Obwohl der Preis vom Erdgas auch vom Ölpreis abhaengt, wird das Erdgaskonsum keinen direkten Einfluss auf den Zeitpunkt P1 haben. Die Nachfrage an Öl ist viel höher als die nach Erdgas.
6) Sparlampen und LED Lampen sind andere im Vergleich billige Massnahmen zum sparen.
7) Jeder der diese Sparmassnahmen an seiner Wohnung und an seinem Fahrzeug unternimmt, sollte auch seinen Arbeitplatz nach Sparmassnahmen untersuchen. Jetzt ist der Zeitpunkt für Investitionen. Waermerückgewinnung, Isolationen am Arbeitsplatz, Isolationen in Prozessen, energieeffizientere Prozesse, sparendere Pumpen, Materialrückgewinnung, Senkung des Wasserverbrauchs. Jeder Einzelne kann und sollte solche Investitionen an seinem Arbeitsplatz vorschlagen, verfolgen und realisieren.
Keine der beiden Versionen dieses Artikels wird eintreten, sie sind maßlos übertrieben. Anstelle Autos mit Benzin- oder Dieselmotoren zu fahren, werden wir schlicht und ergreifend Autos mit Elektroantrieb fahren. Sonst wird sich gar nichts ändern.
Der Artikel ist aber trotzdem gelungen. Vor allem die zweite Version mit ihren Horrorszenarien ist sehr unterhaltsam, weil unfreiwillig komisch.
Schön wär’s in Zukunft werden sich wahrscheinlich die wenigsten ein E-Mobil leisten können das Problem ist nicht die Energie (6% insgesamt mehr Strom) für Fahrt sind die Energie/Rohstoffe für die Produktion der E-Mobile.
Zusätzlich stecken in jeder Lebensmittel Kalorie die Produziert werden, 10 Kohlenstoff Kalorien.
Weiterhin Stecken eigentlich so gut wie alle Länder in einer Welt in der eine expotenziell Ölpreiserhöhung nicht existiert. Weitsicht ist eben nur etwas für Leute die dringend eine Brille brauchen ^^.
Schön wär’s in Zukunft werden sich wahrscheinlich die wenigsten ein E-Mobil leisten können das Problem ist nicht die Energie (6% insgesamt mehr Strom) für Fahrt sind die Energie/Rohstoffe für die Produktion der E-Mobile.
Zusätzlich stecken in jeder Lebensmittel Kalorie die Produziert werden, 10 Kohlenstoff Kalorien.
Weiterhin Stecken eigentlich so gut wie alle Länder in einer Welt in der eine expotenziell Ölpreiserhöhung nicht existiert. Weitsicht ist eben nur etwas für Leute die dringend eine Brille brauchen ^^.
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