Zweiter Weltkrieg Der Untergang der »Admiral Graf Spee«
Im Dezember 1939 kam es in der Mündung des Rio de la Plata zu einem Drama, das bis heute ein dunkler Mythos umgibt.
© dpa

Das modernste Kriegsschiff seiner Zeit wurde vom eigenen Kommandanten versenkt, um die Technologien nicht an den Feind zu verlieren
Ohne Pauken und Trompeten, so unauffällig, als ginge es auf eine ihrer zahlreichen Erprobungsfahrten, verlässt die Admiral Graf Spee in den Abendstunden des 21. August 1939 Wilhelmshaven. Um Mitternacht bleibt Helgoland an Steuerbord zurück. Das Panzerschiff fährt funkstill, abgedunkelt und unter voller Kriegswache, führt zur Tarnung die Positionslichter eines Frachtdampfers. Tagsüber wird nach Flugzeugen Ausschau gehalten.
Am 26. August, die Enge zwischen den Färöern und Island ist unbemerkt passiert, läuft die Admiral Graf Spee in einen Nordoststurm, 8 Beaufort und schwere See. Beim Spannen mannsichernder Strecktaue auf dem Vorschiff wäscht ein Brecher den Oberbootsmaat Herbert Matzker vom Deck. »Es war ein junger Berliner, ein Unteroffizier«, erinnert sich lange danach der Maschinengefreite Bernhard Dells. »Wir sahen ihn winken, dann war er weg.« Nach zwei Stunden wird die Suche eingestellt. Mit südlichem Kurs verschwindet das Panzerschiff in der Weite des Atlantiks.
Es war noch in den Tagen der Weimarer Republik gewesen, als die Graf Spee auf Kiel gelegt wurde. Der Versailler Vertrag hatte der deutschen Marinerüstung enge Grenzen gesetzt, und anders als bei den strikt verbotenen Flugzeugen, Panzern und Giftgasen, mit denen die Reichswehr in den Weiten der Sowjetunion klandestine Übungen unternahm, waren die küstennahen Werften leicht zu kontrollieren. Die Schiffe, die dem Reich verblieben waren, durften erst 20 Jahre nach Indienststellung durch Neubauten von höchstens 10.000 Tonnen Wasserverdrängung ersetzt werden.
Erste Pläne dazu gab es schon 1920. Doch gerade die Wiederaufrüstung zur See blieb, nach den gigantischen Flottenprogrammen der Kaiserzeit, ein Tabu. Die Propaganda der Rechten wurde lauter. Immer wieder fiel der Name Ostpreußen. Die Provinz im Nordosten war seit 1920 vom Reich durch den polnischen Korridor abgetrennt, ständig gab es Streit um die Transitwege. Die einzige verlässliche Verbindung, die über die Ostsee zwischen Swinemünde und Pillau, müsse gegen Polen gesichert werden. Im Übrigen sei auch dem Erbfeind Frankreich auf dem Atlantik wie im Mittelmeer Paroli zu bieten, und überhaupt: Wo bleibe die deutsche Seegeltung?
- Datum 13.12.2009 - 19:15 Uhr
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- Serie Zeitläufte
- Quelle DIE ZEIT, 10.12.2009 Nr. 51
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Man haette vielleicht erwaehnen sollen, dass die Schiffe mehr als nur die vorgeschriebenen 10.0000 Tonnen auf die Waage brachten. Die Panzerschiffe waren das erste Beispiel einer kontinuerlichen deutschen Tradition, die Begrenzungen teils sehr grosszuegig zu ueberschreiten. Die "Spee" lag 40% darueber, das ist keine Kleinigkeit.
Ausserdem hatte Langsdorff m.E. die gegnerischen Schiffe vor dem Gefecht nicht korrekt erkannt und die leichten Kreuzer fuer Zerstoerer gehalten, darauf basierend dann die Entscheidung zum Gefecht getroffen. Als er seinen Fehler bemerkte, war es nach seinem Ermessen (zweifellos begruendet) bereits zu spaet.
mal abgesehen davon, dass die Deutschen wohl nicht die Ausnahme sind, was die großzügige Interpretion von Grenzwerten angeht. Man ersetzt ältere Waffensysteme durch weniger, aber effizientere Waffensysteme und hat damit sowohl aufgerüstet als auch abgebaut.
mal abgesehen davon, dass die Deutschen wohl nicht die Ausnahme sind, was die großzügige Interpretion von Grenzwerten angeht. Man ersetzt ältere Waffensysteme durch weniger, aber effizientere Waffensysteme und hat damit sowohl aufgerüstet als auch abgebaut.
mal abgesehen davon, dass die Deutschen wohl nicht die Ausnahme sind, was die großzügige Interpretion von Grenzwerten angeht. Man ersetzt ältere Waffensysteme durch weniger, aber effizientere Waffensysteme und hat damit sowohl aufgerüstet als auch abgebaut.
...beide angesprochenen Punkte stehen nicht im Artikel, sonst haette ich es nicht geschrieben!
Das zweitere geht komplett fehl. Abgesehen davon, dass eine pauschale Diskussion um "weniger und effizienter" mit der Thematik nichts zu tun hat, hat Deutschland die Abruestungsauflagen als einziger Staat sehr grosszuegig ueberschritten. In dieser Hinsicht und zu jener Zeit waren sie eben sehr wohl die Ausnahme. Natuerlich waren sie staerker limitiert durch Versailles als der Rest durch Washington, aber das tut nun mal nichts zur Sache. Bemerkenswert ist das ueberdies, weil dieses Verhalten eben nicht erst mit dem militanten NS-Regime begonnen hat, sondern unter Weimar abgenickt wurde.
...der Halbsatz "sollten das Limit kaum ueberschreiten" ist mir nicht entgangen. Nur ist das entweder eine sensationelle Untertreibung oder mehr als nur irrefuehrend. Nach der Logik muss man die Schiffe schon doppelt so gross bauen wie erlaubt, um das Limit "massgeblich" zu ueberschreiten. Bei den Westmaechten findet sich zu jener Zeit kein einziger Entwurf, der vertragsgemaess so "grosszuegig" ausgelegt war.
...beide angesprochenen Punkte stehen nicht im Artikel, sonst haette ich es nicht geschrieben!
Das zweitere geht komplett fehl. Abgesehen davon, dass eine pauschale Diskussion um "weniger und effizienter" mit der Thematik nichts zu tun hat, hat Deutschland die Abruestungsauflagen als einziger Staat sehr grosszuegig ueberschritten. In dieser Hinsicht und zu jener Zeit waren sie eben sehr wohl die Ausnahme. Natuerlich waren sie staerker limitiert durch Versailles als der Rest durch Washington, aber das tut nun mal nichts zur Sache. Bemerkenswert ist das ueberdies, weil dieses Verhalten eben nicht erst mit dem militanten NS-Regime begonnen hat, sondern unter Weimar abgenickt wurde.
...der Halbsatz "sollten das Limit kaum ueberschreiten" ist mir nicht entgangen. Nur ist das entweder eine sensationelle Untertreibung oder mehr als nur irrefuehrend. Nach der Logik muss man die Schiffe schon doppelt so gross bauen wie erlaubt, um das Limit "massgeblich" zu ueberschreiten. Bei den Westmaechten findet sich zu jener Zeit kein einziger Entwurf, der vertragsgemaess so "grosszuegig" ausgelegt war.
...beide angesprochenen Punkte stehen nicht im Artikel, sonst haette ich es nicht geschrieben!
Das zweitere geht komplett fehl. Abgesehen davon, dass eine pauschale Diskussion um "weniger und effizienter" mit der Thematik nichts zu tun hat, hat Deutschland die Abruestungsauflagen als einziger Staat sehr grosszuegig ueberschritten. In dieser Hinsicht und zu jener Zeit waren sie eben sehr wohl die Ausnahme. Natuerlich waren sie staerker limitiert durch Versailles als der Rest durch Washington, aber das tut nun mal nichts zur Sache. Bemerkenswert ist das ueberdies, weil dieses Verhalten eben nicht erst mit dem militanten NS-Regime begonnen hat, sondern unter Weimar abgenickt wurde.
...der Halbsatz "sollten das Limit kaum ueberschreiten" ist mir nicht entgangen. Nur ist das entweder eine sensationelle Untertreibung oder mehr als nur irrefuehrend. Nach der Logik muss man die Schiffe schon doppelt so gross bauen wie erlaubt, um das Limit "massgeblich" zu ueberschreiten. Bei den Westmaechten findet sich zu jener Zeit kein einziger Entwurf, der vertragsgemaess so "grosszuegig" ausgelegt war.
…finde ich vor allem das Schicksal des Namensgebers Maximilian von Spee. Da opfert einer sein Leben und dazu das von über 2000 anderen Soldaten, einschließlich seiner beiden eigenen Söhne, für eine Sache. Diese Sache hieß Deutschland. Und die Deutschen der Nachwelt schütteln darüber nur verständnislos den Kopf und sagen: Was für ein Idiot…
hat der Autor denn hier abgekupfert und dabei falsch übersetzt? "Nur einige Fünfzig..." (2x50? 3x50? 4x50? 5x50?)heißt im Original wohl "some fifty ...". Korrekterweise müsste es also heißen "Nur etwa fünfzig (kleingeschrieben, bezieht es sich doch auf "Männer" im Satz zuvor) sind älter ...".
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